Hermann Ulrici

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Hermann Ulrici (zeitgenössischer Holzstich)

Hermann Ulrici (* 23. März 1806 in Pförten, Niederlausitz; † 11. Januar 1884 in Halle/Saale) war ein deutscher Philosoph und Shakespeare-Forscher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrici besuchte die Volksschule in Leipzig und das Friedrichwerdersche Gymnasium in Berlin. Auf Wunsch des Vaters studierte er ab 1824 Rechtswissenschaft in Halle. Dort wurde er 1823 Mitglied des Corps Saxonia.[1] Er wechselte an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, an der er das Erste Examen machte. Auskultator und Referendar war er im heimatlichen Frankfurt (Oder).

Er wandte sich der Philologie zu und fand mit seinen Arbeiten in Berlin den Beifall Wilhelm von Humboldts. Nach der Habilitation erhielt er 1834 ein Extraordinariat in Halle, wegen seiner inzwischen gegen Hegel gerichteten Philosophie aber erst 1861 ein Ordinariat. 1867/68 war er Rektor der Universität Halle. Am letzten Tag seines Dekanats der Philosophischen Fakultät starb er mit 78 Jahren an einem Schlaganfall.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charakteristik der antiken Historiographie. (Berlin 1833).
  • Geschichte der Geschichte der Hellenischen Dichtkunst. (2 Bde., Berlin 1835).
  • Ueber Shakspeare's dramatische Kunst (1839)
  • Über Prinzip und Methode der Hegelschen Philosophie. Ein Beitrag zur Kritik derselben. (Halle 1841; Reprographischer Nachdruck: Hildesheim 1997, ISBN 3-8067-0667-0).
  • Das Grundprincip der Philosophie kritisch und spekulativ entwickelt. (2 Bde., Leipzig 1845–1846).
  • System der Logik. (Leipzig 1852).
  • Compendium der Logik. (Leipzig 1860; 2. Auflage 1872).
  • Glauben und Wissen. (Leipzig 1858).
  • Gott und die Natur. (Leipzig 1862; 3. Auflage 1875).
  • Gott und der Mensch. (2 Bde., Leipzig 1866–1873; 2. Auflage 1874).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Julius Fränkel: Ulrici, Hermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 261–269.
  • P. v.d. Elst: Hermann Ulrici. Baarn 1921.
  • E. Melzer: Erkenntnistheoretische Erörterungen über die Systeme von Ulrici und Günther. Neiße 1886.
  • Volker Peckhaus u. a. (Hg.): Hermann Ulrici : (1806 - 1884) ; der Hallesche Philosoph und die englische Algebra der Logik ; mit einer Auswahl von Texten Ulricis zur Logik und einer Bibliographie seiner Schriften. Halle 1995.
  • Günter Scholtz: Metaphysik und Politik im Spätidealismus. In: Walter Jaeschke (Hg.) Philosophie und Literatur im Vormärz: Der Streit um die Romantik (1820-1854). Hamburg 1995, S. 235–268.
  • J.E. Schweicker: Ulricis Gotteslehre. Diss., Würzburg 1905.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 56, 117