Hermann Wilfarth

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Hermann Wilfarth (* 21. Mai 1853 in Hamburg; † 27. November 1904 in Bernburg an der Saale) war ein deutscher Agrikulturchemiker. Als Mitarbeiter an der Anhaltischen Versuchsstation in Bernburg war er an allen Versuchen von Hermann Hellriegel beteiligt, die 1886 zu der epochemachenden Entdeckung führten, dass die Leguminosen mit Hilfe der Knöllchenbakterien den atmosphärischen Stickstoff für ihr Wachstum nutzen können.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Wilfarth, Sohn eines Großkaufmanns, studierte Chemie in Zürich, Aachen und Leipzig und wurde 1873 an der Universität Rostock mit einer Dissertation über Sulfobenzolamid zum Dr. phil. promoviert. Anschließend war er kurzzeitig als Industrie-Chemiker tätig. 1874 wechselte er zur Landwirtschaft über. Er absolvierte eine praktische Lehrzeit, studierte Landwirtschaft bei Julius Kühn an der Universität Halle (Saale) und übernahm 1879 eine Assistentenstelle an der von Hermann Hellriegel geleiteten landwirtschaftlichen Versuchsstation in Dahme/Mark (Niederlausitz). 1882 folgte er Hellriegel an die neu errichtete Anhaltische Versuchsstation nach Bernburg.

In Bernburg war Wilfarth an den grundlegenden Versuchen Hellriegels beteiligt, die 1886 zu der Entdeckung führten, dass die Leguminosen mit Hilfe ihrer Knöllchenbakterien den atmosphärischen Stickstoff für ihr Wachstum nutzen können. Diese epochemachenden Versuche haben Hellriegel und Wilfarth detailgenau beschrieben und 1888 gemeinsam in der Schrift "Untersuchungen über die Stickstoffnahrung der Gramineen und Leguminosen" veröffentlicht.

Nach dem Tode Hermann Hellriegels im Jahre 1895 wurde Wilfarth dessen Amtsnachfolger. Unter Wilfarths Leitung standen an der Bernburger Station Forschungsarbeiten über die Zuckerrübe im Mittelpunkt. Besonders intensiv wurde über das Problem der Herz- und Trockenfäule bei Rüben gearbeitet. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt waren Untersuchungen zum Kaliumbedarf landwirtschaftlicher Kulturpflanzen. In mehreren Beiträgen hat Wilfarth das wissenschaftliche Lebenswerk seines Amtsvorgängers Hermann Hellriegel gewürdigt.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ueber Sulfobenzolamid. Diss. phil. Univ. Rostock 1873.
  • Untersuchungen über die Stickstoffnahrung der Gramineen und Leguminosen (gemeinsam mit Hermann Hellriegel). Beilageheft zu der Zeitschrift des Vereins der Rübenzucker-Industrie des Deutschen Reichs Bd. 38, 1888.
  • Hermann Hellriegel †. In: Die landwirtschaftlichen Versuchs-Stationen Bd. 46, 1896, S. 1–8.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Roemer: Hermann Wilfarth †. In: Die landwirtschaftlichen Versuchs-Stationen Bd. 61, 1905, S. 482–484.
  • G. Wimmer u. a.: Denkschrift zur Erinnerung an das 50-jährige Bestehen der Anhaltischen Versuchsstation in Bernburg 1882-1932. In: Zeitschrift des Vereins der Deutschen Zucker-Industrie Bd. 82, 1932, Techn. Teil, S. 277–315 (mit Schriftenverzeichnis).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Hermann Wilfarth – Quellen und Volltexte