Hermann Zimmermann

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August Ernst Hermann Zimmermann (* 17. Dezember 1845 in Bad Langensalza im Hause Herrenstrasse 9; † 3. April 1935 in Berlin) war ein deutscher Bauingenieur. Seine Familie siedelte nach Mühlhausen über, wo er das Gymnasium besuchte. Nach Beendigung der Schule wählte er den Beruf eines Seemannes.

Zimmermann verdingte sich zunächst 1862–1868 als Matrose auf verschiedenen Handelsschiffen und kam dabei bis nach Afrika und Ostindien. Diesen ersten Abschnitt seines Lebens schloss er 1867 mit dem Erwerb des Steuermannspatents 1. Klasse mit Auszeichnung in Hamburg ab.

Danach studierte er in Karlsruhe Bauingenieurwesen. Sein Studium wurde durch die Kriegsjahre 1870/71 unterbrochen. In Leipzig bestand Zimmermann 1874 die Prüfung als Doktor der Philosophie. Danach beendete er im Jahre 1875 in Karlsruhe sein Studium als Diplom-Ingenieur. Danach bereitete sich erneut auf ein Examen vor: Er legte in Karlsruhe die Staatsprüfung als Baumeister ab.

Im Jahre 1881 wurde Zimmermann für zehn Jahre ins Reichseisenbahnamt nach Berlin berufen. Hier verfasste er wissenschaftliche Werke, in denen er sich mit dem Eisenbahn-Oberbau beschäftigte sowie mit Schwingungen von Trägern mit bewegten Lasten. Es folgten Arbeiten für die Konstruktion der Kuppel vom ehemaligen Reichstagsgebäude. Durch seine vielfältigen Aktivitäten wurde Zimmermann im Jahre 1891 im Preußischen Ministerium Geheimer Baurat und 1895 Geheimer Oberbaurat. Im Jahre 1905 wurde ihm der Titel „Wirklicher Geheimer Oberbaurat“ verliehen. 1901 wurde Zimmermann als ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie für Bauwesen berufen, im gleichen Jahr ernannte ihn die Technische Hochschule Karlsruhe zum Ehrendoktor. Im Jahre 1904 wird er Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Zimmermann war tätig beim Bau des Reichsgerichtsgebäudes in Leipzig und entwarf eine Konstruktion zum Bau der Kuppel für das Rathaus in Hannover.Dieser Plan allerdings wurde nicht verwirklicht. Daneben war er in verschiedenen Ingenieurbüros tätig. Ab 1878 war er als Bauingenieur tätig, ehe er von 1891 bis 1911 die Position eines „Vortragenden Rates“ im preußischen Ministerium für öffentliche Arbeiten bekleidete. 1895 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens. Zimmermann befasste sich außerdem mit der Luftfahrt. Er wurde Mitglied im Berliner Verein für Luftfahrt und beschäftigte sich mit dem Ballonbau. Er stand Graf Zeppelin als Mitfahrer und Ratgeber zur Seite. Im hohen Alter erhielt Zimmermann im Jahre 1924 die Grashof-Gedenkmünze verliehen, die höchste Auszeichnung der deutschen Technik.

1905 bestieg Zimmermann im Alter von beinahe 60 Jahren den Mont Blanc.

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die relative Bewegung sich berührender Rotationsflächen (1874)
  • Die Berechnung des Eisenbahnoberbaus (1888)
  • Über Raumfachwerke, neue Form und Berechnungsweise für Kuppeln und sonstige Dachbauten (1888)
  • Die Lehre vom Knicken auf neuer Grundlage (1931)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]