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Hermannsburg

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Hermannsburg
Gemeinde Südheide
Wappen von Hermannsburg
Koordinaten: 52° 50′ N, 10° 5′ OKoordinaten: 52° 49′ 54″ N, 10° 5′ 24″ O
Höhe: 50 m
Fläche: 118,63 km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahlen: 29320, 29303 (Miele, Rehwinkel)
Vorwahl: 05052
Karte
Gebiet der ehemaligen Gemeinde Hermannsburg im Landkreis Celle

Hermannsburg (plattdeutsch Harmsborg) liegt im Nordosten des Landes Niedersachsen in der Lüneburger Heide am Westrand des Naturparks Südheide, es ist eine Ortschaft der Gemeinde Südheide im Landkreis Celle.

Örtzepark, Peter-Paul- und Große Kreuz-Kirche

Hermannsburg ist ein Grundzentrum, das nächste Mittelzentrum, die Kreisstadt Celle, ist 28 km entfernt. Hermannsburg liegt 78 km nordöstlich der Landeshauptstadt Hannover und südlich vom etwa 100 km entfernten Hamburg. Die beiden Hauptorte der Gemeinde Südheide, Hermannsburg und Unterlüß, weisen zueinander eine Distanz von 16,5 km auf (Verbindungsstraße K17).

Hermannsburg liegt auf dem Lüß, dort auf dem tieferen Gebiet des Urstromtals der Örtze, am Rand des nach Lutterloh und dann Unterlüß hin ansteigenden Gebiets des Lüßplateaus mit dem Gebiet des Lüßwaldes und dessen angrenzenden Heide- (vgl. Heiden und Magerrasen in der Südheide) und auch Waldflächen, welche bis nach Hermannsburg reichen (Gebiet Sägenförth, Alte Celler Heerstraße, Am Hasenberg, Peter-Schütze-Weg etc.,[2]

Die Örtze durchfließt den Hermannsburger Ortskern in Nord-Süd-Richtung, während der aus Richtung Lutterloh heranfließende Weesener Bach[3] (in Hermannsburg Lutterbach genannt), den Ort in Ost-West-Richtung durchfließt und in der Nähe des Lutterhofes in die Örtze mündet.

Hermannsburg grenzt im Norden an die Gemeinde Wietzendorf, welche zum Landkreis Heidekreis gehört. Im Westen und Süden liegt das Gebiet der Stadt Bergen, im Osten außerdem weitere Ortsteile der Gemeinde Südheide und die Gebiete der Gemeinden Faßberg und Eschede, welche alle dem Landkreis Celle angehören.

Historische Karte des Ortes von 1825
Hermannsburg und Umgebung im 18. Jahrhundert

Hermannsburg wurde als Heremannesburc erstmals schriftlich 1059 durch Kaiser Heinrich IV. in einer Urkunde erwähnt. Bei Umbauarbeiten an der St.-Peter-Paul-Kirche 1957 wurde ein bronzenes Kruzifix gefunden, das aus dem 10. Jahrhundert stammt.

Weitere ältere Bezeichnungen: 1162 Herminnesburch, 1440 Hermensborg; Hermansburg (1791). Der Ort wurde nach dem damaligen Sachsenherzog Hermann Billung benannt.[4]

Es gibt Hinweise, dass der Mindener Mönch Landolf im 9. Jahrhundert im Örtzetal missionierte.[5] An der Stelle, an der sich heute die St.-Peter-Paul-Kirche befindet, wird in der Zeit zwischen 800 und 900 n. Chr. von der von Minden ausgehenden christlichen Mission auf einer Flottsandinsel nahe dem Thingplatz des Muthwidde-Gaues eine Taufkirche errichtet worden sein. Deren Fundamente wurden ebenfalls 1957 aufgefunden.

Der Lutterhof, mit Treppenspeichern und alten Eichen

In der Nachbarschaft gab es damals bereits acht alte Einzelhöfe; vier von ihnen lagen westlich und vier östlich der Örtze. Der Lutterhof[6] und Misselhorn, beide östlich der Örtze, bestehen heute noch. Der alte Rißmann's Hof, ab 1756 nach dem neuen Besitzer Johann Hinrich Behrens (1730–1808) der Behrenssche Hof genannt, lag ebenfalls östlich der Örtze. Er wurde von dessen letztem Eigentümer Heinrich Wilhelm Behrens am 30. Januar 1854 der Hermannsburger Mission geschenkt. Behrens wurde zum Missionar ausgebildet und 1857 mit seiner Familie nach Südafrika ausgesandt. Der dann „Missionshof“ genannte Bauernhof wurde mit Kaufvertrag vom 15. Juni 1967 von der Missionsanstalt Hermannsburg an die politische Gemeinde Hermannsburg verkauft. Er wurde abgerissen, um hier die Hauptschule zu errichten. Etwa 3 km nordwestlich des Ortes befindet sich der Hof Backeberg, erbaut im 18. und 19. Jahrhundert. Die Hofanlage war hier bereits im 14. Jahrhundert vorhanden. Neben den erwähnten acht alten Einzelhöfen gab es in Oldendorf, Beckedorf, Schlüpke und Weesen verschiedene so genannte Sattelhöfe, die für die Burg die Mannschaften stellen mussten.

Etwa zu der gleichen Zeit lag wahrscheinlich im Bereich des heutigen Friedhofes eine Burg; der Flurname Quänenburg deutet darauf hin. Die Burg sollte den Übergang über die Örtze vor den heidnischen Wenden schützen. Es sind keine schriftlichen Quellen zur Burg bekannt. Vermutlich handelte es sich nicht um eine steinerne Anlage, sondern eher eine Wallanlage mit Palisaden, die nur einige Jahrzehnte Bestand hatte.

Die Gründung des Ortes im 10. Jahrhundert bestand darin, dass zwischen der Kirche und der Burg schätzungsweise zehn Kötnereien sowie mehrere Kleinbauern und Handwerker angesiedelt wurden. Damit erfolgte gleichzeitig die Bildung einer politischen und einer kirchlichen Gemeinde. Dies alles zusammen wurde zu dem Ort Hermannsburg.

Das Fürstengeschlecht der Billunger herrschte über die Region bis zu seinem Aussterben im Jahr 1106. Anschließend regierten die Welfen bis 1866 das Land, mit kurzen Unterbrechungen durch französische Besetzungen während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) und der Zeit des Königreichs Westphalen (1807–1813). Ab 1866 gehörte Hermannsburg zur preußischen Provinz Hannover. Im Zuge der preußischen Kreisreform wurde der Ort dem Kreis Celle zugeordnet.

Am 14. April 1667 brach in Hermannsburg ein großes Feuer aus. 28 Häuser wurden dabei zerstört, darunter auch die Schule und das Küsterhaus.

Am 9. Mai 1802 erlebte Hermannsburg erneut eine Brandkatastrophe. Laut Hannoverischen Anzeigen vom 31. Mai 1802 brannten nieder: das Amtshaus mit Nebengebäuden, 13 Wohnhäuser und 21 Nebengebäude. Durch die „außerordentlichen Heftigkeit“ des Feuers verarmten viele; die meisten retteten nur wenig oder gar nichts.[7]

1973 beging Hermannsburg, aus Anlass der tausendjährigen Wiederkehr des Todestages von Hermann Billung (27. März 973), seine Tausendjahrfeier.

Eingemeindungen

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Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen wurde 1973 die Einheitsgemeinde Hermannsburg gebildet. Am 1. Januar 1973 wurden folgende Ortschaften eingemeindet und verloren ihre Selbstständigkeit:

  • Baven, die zweitgrößte Ortschaft, sie liegt im Norden der Gemeinde und schließt sich unmittelbar an den Ortskern an,
  • Oldendorf, liegt im Süden, 3 km vom Kerngebiet der Gemeinde entfernt,
  • Beckedorf, liegt im Südwesten, 2 km entfernt,
  • Bonstorf, mit den zugehörigen Ortsteilen Barmbostel und Hetendorf liegt im Nordwesten, 4 km entfernt,
  • Weesen (mit damals mehr als 400 Einwohnern) liegt im Osten der Gemeinde und ist 2 km entfernt,
  • und Gebietsteile der Gemeinden Müden (Örtze) mit damals etwa 50 Einwohnern.
  • Der alte Ort Hermannsburg selbst, er umfasste mehr als die Hälfte der gesamten Einwohner.[8]

Seit dem 1. Januar 2015 bildet Hermannsburg zusammen mit dem benachbarten Unterlüß die neue Gemeinde Südheide im Landkreis Celle.[9] Die oben genannten Ortschaften Baven, Beckedorf, Bonstorf, Oldendorf und Weesen, die 1973 in die Einheitsgemeinde Hermannsburg eingemeindet wurden, gehören jetzt zur Gemeinde Südheide.

Der Ortsrat der Ortschaft Hermannsburg besteht aus sieben Ortsratsmitgliedern.

Ortsratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 58,4 %
 %
40
30
20
10
0
39,4 %
26,9 %
19,2 %
14,6 %

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[10]

Ortsrat 2021
    
Insgesamt 7 Sitze

Ortsbürgermeister

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Ortsbürgermeister ist Hans-Hermann Brase (parteilos).

Letzter Bürgermeister bis zur Eingliederung in die Gemeinde Südheide war Axel Flader. Er wurde anschließend zum Bürgermeister der neu gebildeten Gemeinde gewählt. Seit dem 12. September 2021 ist Flader hauptamtlicher Landrat des Landkreises Celle.

Blasonierung
„Das Wappen der Gemeinde Hermannsburg zeigt auf goldenem Rundschild eine blaue dreizipfelige Fahne mit schwarzer Querstange und mit schwarzem Kirchenkreuz auf der Weltkugel.“[11]

Die dreiteilige „Kirchenfahne“ ist als Symbol der heiligen Dreifaltigkeit anzusehen. Die Weltkugel mit dem Kirchenkreuz soll die Bedeutung des Ortes als Zentrum einer weltweiten Mission veranschaulichen.

Gemeindepartnerschaften

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Seit 1976 unterhalten das Hermannsburger Christian-Gymnasium sowie die Christian-Realschule ein jährliches Schüleraustausch-Programm mit der französischen Gemeinde Auterive, welches 1979 zu einer offiziellen Partnerschaft zwischen Hermannsburg und Auterive führte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Hermannsburg gehört zum niederdeutschen Sprachraum und zur nordniedersächsisch-plattdeutschen Dialektgruppe. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich allerdings die hochdeutsche Sprache weitgehend durchgesetzt und das Niederdeutsche verdrängt. Lediglich unter den älteren Einwohnern spielt Plattdeutsch als Umgangssprache noch eine größere Rolle. Seit den 1990er Jahren wird Plattdeutsch jedoch auch in den Schulen wieder vermehrt unterrichtet.

Außenbereich Heimatmuseum
Wieder aufgebautes Häuslingshaus aus Baven
  • Das Heimatmuseum Hermannsburg wird seit dem Jahr 2000 vom Förderkreis Heimatmuseum des Heimatbundes Hermannsburg e. V. betreut, der sich aufgrund der drohenden Schließung des Museums gründete. Das Heimatmuseum hat eine jährlich wechselnde Ausstellung. Auf dem Museumsaußengelände wurden mehrere historische Objekte wieder aufgebaut: ein Bienenzaun, ein historischer Lehmbackofen (aus Diesten), ein Doppelspeicher aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert (aus Beckedorf), eine Begegnungsstätte mit gepflastertem Dorfplatz und ein Speicher aus dem 17. Jahrhundert (aus Scheuen). Ein ehemaliges Häuslingshaus aus der Ortschaft Baven wurde dort abgebaut und auf dem Museumsgelände neu erstellt (Als „Häuslinge“ wurden Landarbeiter bezeichnet, die auf dem Bauernhof ihren Dienst taten und dafür gegen geringe Miete, oder zum Teil auch mietfrei, in dem Haus wohnen durften).
  • Gegenüber dem Heimatmuseum liegt das Ludwig-Harms-Haus, ein Begegnungszentrum mit Ausstellung, Cafe, Buchhandlung und Eine-Welt-Laden. Neben der Dauerausstellung „Candace – Mission possible“, die einen Einblick in die aktuelle Arbeit des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen und einen Rückblick auf das Missionsschiff Candace gibt, werden dort regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu künstlerischen und kulturellen Themen gezeigt.
Hof Schlüpke 1
Völker-Villa von Otto Haesler

Regelmäßige Veranstaltungen

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„Vergneugte Harmsberger“ beim Internationalen Trachtenfest, 2014
  • Internationales Trachtenfest bis 2014, alle drei Jahre, jeweils am dritten Wochenende im August, mit verschiedenen Trachten- und Musikgruppen aus Deutschland und anderen Ländern; 2014 waren beim 12. Trachtenfest Gruppen aus Italien, Lettland, der Schweiz, dem Schwarzwald, dem Ammerland, der Elbmarsch und Bremen; Organisiert wurde das Fest von den „Vergneugten Harmsbergern“, einer Sparte des Heimatbundes Hermannsburg
  • Hermannsburger Missionsfest seit 1851 in jedem Sommer mit Gästen aus den Partner- und Trägerkirchen des Missionswerkes
  • Schützenfest; regelmäßig am ersten Augustwochenende
Ford Model T auf dem Oldtimer-Treffen 2010
  • Oldtimertreffen im Örtzepark, jährlich Anfang Mai zusammen mit dem Internationalen Museumstag
  • Südheider-Volkslauf des TuS Hermannsburg im Frühjahr (April/Mai)[13]
  • Themenkonzert der Schüler- und Lehrerschaft des Christian-Gymnasiums in der schuleigenen Aula
  • Ritterturnier von 2005 bis 2011; 2009 wurde um den Titel Deutscher Meister der Ritterschaften gekämpft
  • Internationalen Hermannsburger Hei(de)land-Games von 2012 bis 2017 in Anlehnung an die schottischen Highland-Games

Öffentliche Einrichtungen

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Rathaus und Vorplatz
  • Rathaus mit Gemeindearchiv, am Marktplatz, Gebäude von 1990.
  • Polizeidienststelle im Rathaus
  • Bücherei, Tourismusverein und Heimatmuseum, Harmsstraße 3, Neubau von 1983
  • Hermann-Billung-Grundschule Hermannsburg, Lutterweg 18
  • Oberschule für die 5. bis 10. Klasse, Harmsstraße 1; ursprünglich eine Hauptschule, mit späterer Orientierungsstufe (2003/2004 aufgelöst)
  • Christian-Gymnasium, Missionsstraße 6,: 1817 hatte Pastor Hartwig Christian Harms eine Privatschule gegründet, an der zunächst seine eigenen zehn Kinder und zusätzlich zehn auswärtige Kinder unterrichtet wurden. Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Ludwig Harms von 1848 bis 1860 die Leitung der Schule.
Alter Trakt der Christianschule Hermannsburg
1903 wurde der Grundstein für die heutige Christianschule gelegt. Aus dem Vermögen des im Alter von 16 Jahren verstorbenen Prinzen Christian von Hannover (1885–1901)[14], einem Sohn des Ernst August, Kronprinz von Hannover und Herzog von Cumberland (1845–1923), vermachte Prinz Christians Tante Mary (1849–1904), Prinzessin von Hannover, Tochter von Georg V (1819–1878), König von Hannover,[15] der Hermannsburger Missionsanstalt eine Stiftung in Höhe von 20.000 Mark, zweckgebunden für den Neubau einer Knabenschule. Am 14. April 1904 wurde die Christianschule, mit zunächst 94 Schülern, in der Trägerschaft der Missionsanstalt (heute Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen (ELM)) eingeweiht. 1931 wurde die reine Knabenschule mit der höheren Mädchenschule vereinigt und in Koedukation weiter geführt. Die höhere Mädchenschule war eine 1893 vom Hermannsburger Missionsdirektor Georg Haccius gegründete evangelische Privatschule. Am 1. April 1940 übernahm der Landkreis Celle die Christianschule als Kreismittelschule. Auf Betreiben des Missionsdirektors Claus August Elfers kehrte sie am 14. April 1948 als private, vereinte Mittel- und Oberschule in die Trägerschaft der Missionsanstalt zurück. 1950 wurden erstmals 16 Reifezeugnisse am Gymnasium der Christianschule ausgestellt. 1956 verlor sie ihren Privatschulcharakter und wurde vom Landkreis Celle als Schulträger wieder übernommen und zur öffentlichen Schule gemacht.[16][17] Das Christian-Gymnasium trägt seit dem 25. Juli 2007 den Titel Europaschule. Seit dem 15. März 2010 ist sie auch Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage.
  • Heimvolkshochschule: Das Evangelische Bildungszentrum Hermannsburg, vormals die Niedersächsisch Lutherische HeimVolkshochschule Hermannsburg[18], ist die älteste evangelische Heimvolkshochschule (HVHS) Deutschlands. Sie wurde 1919 vom Hermannsburger Missionsdirektor Georg Haccius gegründet. Die Idee hierfür stammte aus Dänemark. Hier gab es solche Einrichtungen seit ungefähr 1844. Maßgeblich beteiligt am Aufbau der Heim-Volkshochschule war neben Haccius der erste Leiter der Schule, Ernst Möller, von Haus aus ein Theologe. Heute ist die Bildungseinrichtung eine vom Land Niedersachsen anerkannte und geförderte Heimvolkshochschule. Wie bei seiner Gründung bietet das Haus unter anderem einen fünfmonatigen „Winterkurs“ von November bis März zur Persönlichkeitsbildung für junge Erwachsene an.[19] Heute heißt der Kurs „Moving Times“ und wurde 2008 im Bundeswettbewerb als ausgewählter Ort im Land der Ideen ausgezeichnet.[20]
Geländeplan des Albert-Schweitzer-Familienwerks
  • Die Heidehäuser des Albert-Schweitzer-Familienwerk mit einer heilpädagogischen Einrichtung für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung und einer Jugendhilfeeinrichtung.
  • Jugendwohngemeinschaft als stationäre Jugendhilfeeinrichtung für Mädchen und Jungen ab dem 14. Lebensjahr und junge Volljährige, die der Erziehungshilfe bedürfen. Kinder und Jugendliche, die aufgrund psychischer und sozialer Beeinträchtigungen kontinuierlich eine Bezugsperson brauchen, finden Aufnahme.
  • Qualifizierte Berufsausbildung für Jungendliche mit persönlichen und sozialen Lern- und Leistungsschwächen: Die Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, mit Jugendämtern und/oder Rehabilitationsträgern. Auch mit straffällig gewordenen Jugendlichen und Heranwachsenden aus dem Landkreis und der Stadt Celle wird hier gearbeitet.[21]

Religion und Kirchen

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Hermannsburger Missionsfest mit Louis Harms (H. Barmführ 1908)

Besondere Bedeutung für Hermannsburg hat der evangelisch-lutherische Pastor Ludwig Harms. Er gründete 1849 das Missionsseminar, eine Ausbildungsstätte für Missionare, aus der sich die Hermannsburger Mission (heute: Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen) mit Aktivitäten besonders im afrikanischen Raum (Schwerpunkt südliches Afrika und Äthiopien) entwickelte. Als Vertreter der Erweckungsbewegung prägte er auch das kirchliche Leben des Ortes nachhaltig. Das hatte u. a. zur Folge, dass sich aus Sorge um das Zurückdrängen des lutherischen Bekenntnisses durch das reformierte preußische Königshaus 1878 die Evangelisch-Lutherische Große Kreuzkirchengemeinde bildete, die sich mit anderen lutherischen Kirchengemeinden zu einem unabhängigen altkonfessionell lutherischen Kirchenkörper zusammenschlossen – der Hannoverschen Evangelisch-Lutherischen Freikirche, einer Vorgängerkirche der heutigen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Seit 1846 zu Epiphanias (Dreikönigstag am 6. Januar) in unregelmäßigen Abständen, und seit 1851 jährlich einmal, jeweils zu Johannis (24. Juni), wird das Missionsfest veranstaltet, zu dem schon bis zu 6000 Menschen kamen. Bis heute werden am Wochenende um den 24. Juni herum Missionsfeste im Park des Missionsseminars gefeiert.

Landeskirche Hannovers

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St.-Peter-Paul-Kirche (2008)

Nach zwei (um 850 und 970) Vorgängerbauten, die abbrannten wurde 1450 eine Kirche im gotischen Stil gebaut, die in dieser Form bis 1956 genutzt wurde. Wegen ihres schlechten baulichen Zustandes und der angewachsenen Gemeindegliederzahl wurde beschlossen, das Kirchengebäude zu erweitern. Bei den Bauarbeiten stürzte während der Bauarbeiten das Dachgewölbe ein. Nun entstand nach Plänen von Bruno Fendrich eine neue Kirche, für die nur der bisherige Dachstuhl und die alte Apsis wieder verwendet wurden. Die jeweils sechsfach untergliederten Seitenschiffe und der als Dachreiter ausgebildete Kirchturm geben der Kirche ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Mit rund 4700 Gemeindemitgliedern ist sie heute (2020) die größte Kirchengemeinde im Ort.

Der Innenraum wurde dem gotischen Vorgängerkirche nachempfunden. Bei den Bauarbeiten fand man alte Grundmauern und ein altes Bronze-Kruzifix von 12 cm Größe, eine Arbeit im romanischen Stil, aus dem 10. Jahrhundert.
Die Orgel, mit 33 Registern auf drei Manualen und Pedal wurde 1963 von der Firma Emil Hammer Orgelbau errichtet.

Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche

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Große Kreuzkirche

Die evangelisch-lutherische Große Kreuzgemeinde gehört zum Kirchenbezirk Niedersachsen-West der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und entstand 1878, nachdem der Pfarrer der Peter-und-Paul-Kirche Theodor Harms wegen seines Widerstandes gegen die neue Trauliturgie von der lutherischen Landeskirche Hannovers seines Amtes enthoben wurde. Zwei Drittel seiner Gemeindemitglieder traten daraufhin aus der Landeskirche aus. In der 1879 erbauten neogotischen Saalkirche finden etwa 1000 Besucher Platz. Das Kirchenschiff hat keine tragenden Säulen und ist damit eines der größten freitragenden Holzkirchenschiffe Europas. Der Kirchturm ist 52 m hoch.

Die Orgel war von der Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke 1967 für eine Kirche in Essen gebaut worden. Als diese Kirche geschlossen werden sollte, erwarb die Große Kreuzgemeinde die Orgel. 2008 wurde sie eingebaut.

Kleine Kreuzkirche mit Apsis

Auch die evangelisch-lutherische Kleine Kreuzgemeinde gehört zum Kirchenbezirk Niedersachsen-West der SELK. Sie entstand aufgrund von Auseinandersetzungen über die Nachfolge im Pfarramt der Großen Kreuzkirchengemeinde. 1886 trennte sich die Große Kreuzgemeinde von der Hannoverschen evangelisch-lutherischen Freikirche, einer Vorgängerkirche der SELK, während die kleinere in der Freikirche blieb. 1887 wurde die Kleine Kreuzkirche geweiht. Nach dem Zusammenschluss unterschiedlicher altkonfessionell-lutherischer Kirchen gehören beide lutherischen Kreuz-Kirchengemeinden zur SELK.

Katholische Auferstehungskirche

Katholische Kirche

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Nach 1945 wuchs die Anzahl katholischer Gläubiger. Mit Unterstützung der evangelischen Gemeinden, konnten die Heiligen Messen in der Friedhofskapelle abgehalten werden. Die katholische Auferstehungskirche wurde 1975/76 nach Plänen von Josef Fehlig gegenüber dem Friedhof erbaut (Hustedtstraße 12), ausgeführt in Fertigteilbauweise mit freistehendem Turm. Sie gehört zur Pfarrgemeinde Sühnekirche vom Kostbaren Blut in Bergen.

Vereine und Verbände

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In Hermannsburg gibt es etwa 60 eingetragene Vereine. Darunter befinden sich einige, wie der Männergesangverein (1888), die Freiwillige Feuerwehr (1893)[22] und der TuS Hermannsburg (1904), die älter als 100 Jahre sind.

Wirtschaft und Verkehr

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Das wirtschaftliche Leben Hermannsburgs war lange Zeit von der Landwirtschaft geprägt. Im 17. Jahrhundert kam die Holzflößerei hinzu, die über sog. Bindestellen an der Örtze und anschließend über die Aller Holzflöße bis nach Bremen transportierte. 1563 wurde erstmals der „Große Krug“ (Völkers Gasthof, später Völkers Hotel) erwähnt, der von 1610 bis 1728 die Braugenehmigung (Braugerechtigkeits-Concession) hatte. Dieser wurde 2007 abgerissen. Durch den Zuzug von Flüchtlingen nach 1945, und durch die Eingemeindungen 1973, erhöhte sich die Einwohnerzahl von 2.193 im Jahre 1910 auf etwa 8.500 zu Beginn des 21. Jahrhunderts erheblich. Am Südwestrand Hermannsburgs liegen zwei Gewerbegebiete. Insbesondere zur Zeit der Heideblüte kommen viele Feriengäste. Das größte Hotel im Ort gehört zur Best Western Hotelkooperation.

1543 wurde erstmals in einer Chronik eine Handelsstraße erwähnt, die den Ort Hermannsburg berührte. Sie führte vom Rheinland kommend über Hannover-Langenhagen, Steinförde, Winsen (Aller), Bergen, Hermannsburg, Lüneburg und weiter nach Norden. In Hermannsburg befand sich ein Kaiserliches Postamt. Bis 1866 erhielt Hermannsburg die Post wöchentlich einmal per Boten aus Bergen. Hier befand sich das so genannte Postrelais. Danach bis 1875 führte der Postweg dann zum Bahnhof nach Eschede. Seit 1847 war hier ein Halt der Eisenbahnlinie Harburg-Lehrte. Als 1875 die Chaussee nach Unterlüß fertig gestellt war, fuhr die Postkutsche zu diesem Bahnhof. Am 22. April 1910 wurde der Postkutschenbetrieb eingestellt. Seit diesem Tag gab es die eigene Eisenbahnverbindung. Wichtig für die Weiterentwicklung war dieser Anschluss an die am 22. April 1910 eröffnete Bahnstrecke Beckedorf–Munster (über Hermannsburg), mit der zugleich eine Verbindung zur Kreisstadt Celle und zur Landeshauptstadt Hannover ermöglicht wurde. Die Kleinbahn von Celle über Beckedorf und Bergen nach Soltau (Bahnstrecke Celle–Soltau) bestand bereits seit 1902. Der Personenverkehr ist inzwischen, bis auf einige Nostalgie-Fahrten im Sommer, eingestellt. Früher fuhren hier fast täglich die Güterzüge durch, um Koks für die Heizungsanlagen der Bundeswehr-Kasernen und der Stadt Munster anzuliefern.

Heute führt die Landesstraße 240, von Celle kommend durch die Ortschaft Beckedorf, in den Ortskern von Hermannsburg, durch Baven hindurch und Richtung Norden weiter nach Müden (Örtze). Die Landesstraße 281 verläuft aus Richtung Bergen in die Ortschaft Beckedorf und führt von dort weiter nach Eschede.

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter des Ortes

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Ludwig Harms, Begründer der Hermannsburger Mission

Hermannsburger Originale

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Denkmal für Timm’ Willem

Wilhelm Timme, genannt Timm’ Willem (* 15. November 1871 in Bergen; † 14. Juli 1946), Nachtwächter und nach dem Tod von Klingel-Buhr, von 1927 bis 1946, gleichzeitig Gemeindediener und Ausrufer. Der Ausrufer fuhr im Ort ganz bestimmte Plätze an und verkündete die von Amts wegen bekannt zu gebenden Nachrichten, wie Vereinsversammlungen, Kaufangebote oder -gesuche, Auktionen, Kinovorführungen und Schaustellungen. Timm’ Willem wurde vor dem Hermannsburger Rathaus ein Denkmal gesetzt. Auch ein Weg wurde nach ihm benannt. Irrtümlich wird immer angenommen, er wäre der letzte Ausrufer in Hermannsburg und sogar im Landkreis Celle gewesen. Das war aber Heinrich Lange, der noch von 1946 bis 1958 Ausrufer in Hermannsburg war.

  • Artur Behr: Der Lutterhof bei Hermannsburg – Ein Bauernhof im Wandel der Zeit. Hermannsburg 2005, ISBN 3-937301-38-0.
  • Achim Gercke: Hermannsburg. Die Geschichte eines Kirchspieles. Berlin 1965.
  • Geschichte der Hannoverschen evangelisch-lutherischen Freikirche. hrsg. vom Pastorenkonvent. Druck und Verlag von Otto Romberger, Celle 1924.
  • Georg Gremels: Die Hermannsburger Mission und das Dritte Reich. Zwischen faschistischer Verführung und lutherischer Beharrlichkeit. Münster 2005, ISBN 3-8258-8972-6.
  • Reinhart Müller (Hrsg.): Aus der Heide in die Welt. Von Ursprung und Wirkungen der Erweckung in Hermannsburg. Referate aus Louis-Harms-Symposien 1978 bis 1986. Erlangen 1988, ISBN 3-87214-227-5.
  • Hartmut Rißmann: Baven – eine Dorfchronik. Hermannsburg 1995.
  • Gunther Schendel: Die Missionsanstalt Hermannsburg und der Nationalsozialismus. LIT-Verlag, Münster 2009, ISBN 978-3-8258-0627-9.
  • Diverse: Tausend Jahre Hermannsburg. Hrsg. aus Anlass der tausendjährigen Wiederkehr des Todestages von Hermann Billung, Hermannsburg 1973.
  • Hans Otto Harms: Hermannsburg in mittelalterlichen Akten. In: Jahresschrift für Heimatpflege und Forschung „Immenkorf 1986“.
Commons: Hermannsburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon, De Gruyter Saur, Auflage: 33, 2012, S. 572
  2. Google Maps).
  3. NSG Weesener Bach
  4. Jürgen Udolph: http://www.ndr.de/ndr1niedersachsen/programm/ortsnamenforscher115.html.Aussage des Namensforschers: „Anders als bei den meisten mit Personennamen gebildeten Ortsnamen ist der Namengeber recht sicher bestimmbar. Es wird sich um Hermann Billung handeln.“
  5. Ludwig Harms erzählt 1865 („Goldene Äpfel in Silbernen Schalen“ Seite 9, ISBN 3-87546-017-0): „Einer von diesen Mönchen, der aus Ostfalen herstammte, wie unsere Chronik erzählt, und von Liudger zum Christenthum bekehrt worden war, hieß Landolf.“ Vgl. auch Schmidt, William, Landolf: der Krieger mit dem blutigen Kreuz – Erzählung aus der Zeit Kaiser Ottos des Großen (936–937), Hermannsburg 1910.
  6. Behr: Der Lutterhof bei Hermannsburg.
  7. Vgl. Matthias Blazek: 100 Jahre organisiertes Feuerlöschwesen in Baven 1907–2007. Hermannsburg 2007, ISBN 978-3-00-019848-9, S. 9 ff.; Hans-Heinrich Siegmann: Größere Brände innerhalb des Kirchspiels Hermannsburg. In: Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Hermannsburg. (Festschrift zum 100-jährigen Bestehen 1993), S. 76.
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223 und 224.
  9. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Südheide, Landkreis Celle, vom 15. Mai 2014. In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt 5321 vom 28. Mai 2014, Niedersächsische Staatskanzlei, Hannover 2014, S. 142.
  10. Ortsrat der Gemeinde Hermannsburg
  11. Gemeinde Hermannsburg: Wappen (Memento vom 20. November 2011 im Internet Archive)
  12. NSG Heideflächen mittleres Lüßplateau.
  13. Südheide Volkslauf (Memento des Originals vom 14. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tus-hermannsburg.de
  14. Christian Friedrich Wilhelm Georg Peter Waldemar Prinz von Hannover in thepeerage.com
  15. www.welfen.de
  16. Obs Hermannsburg
  17. Historie der Christianschule (Memento des Originals vom 24. November 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.obs-hermannsburg.de
  18. Vorgestellt unter Archivlink (Memento des Originals vom 11. Februar 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hvhs-hermannsburg.de
  19. Ich-Findung, RTL Nord, ausgestrahlt am 14. Januar 2011.
  20. moving times - Bewegte Zeiten. Durch eine Auszeit können junge Leute ihren Lebensweg finden. In: land-der-ideen.de. Land der Ideen Management GmbH, abgerufen am 28. November 2024.
  21. Albert-Schweitzer-Familienwerk (Memento des Originals vom 13. August 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.familienwerk.info
  22. Missionsdirektor Egmont Harms lud am 1. Mai 1893 angesehene Bürger Hermannsburgs zu sich in die Wohnung im neuen Missionshaus ein, und hier wurde dann die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der Vorstand setzte sich so zusammen: Missionsdirektor Egmont Harms (Präsident), Missionar Theodor Bodenstab (1. Hauptmann), Tischlermeister Heinrich Tiedke (Leutnant), Georg Rieth, Wilhelm Grünhagen, Heinrich Thies, Wilhelm Lange.
  23. Quelle: Archiv der Hermannsburger Mission
  24. Friedrich Wilhelm Bautz: HARMS, Ludwig (Louis). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 545–553.
  25. Friedrich Wilhelm Bautz: HACCIUS, Georg. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Bautz, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 420–421.