Hermersbergerhof

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49.2427177.835609550Koordinaten: 49° 14′ 34″ N, 7° 50′ 8″ O

Hermersbergerhof
Ortsgemeinde Wilgartswiesen
Höhe: 550 m ü. NHN
Postleitzahl: 76848
Vorwahl: 06392
Hermersbergerhof (Rheinland-Pfalz)
Hermersbergerhof

Lage von Hermersbergerhof in Rheinland-Pfalz

Der Weiler Hermersbergerhof, Blick von Westen

Der Weiler Hermersbergerhof, Blick von Westen

Der Hermersbergerhof ist ein Weiler im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz, der nur ein gutes Dutzend Häuser zählt und zur Ortsgemeinde Wilgartswiesen gehört. Mit einer Höhe von 550 m ü. NHN ist er die höchstgelegene Siedlung der gesamten Pfalz.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Der Hermersbergerhof liegt auf einer Kuppe im mittleren Bereich des Pfälzerwaldes in der Oberen Frankenweide, deren höchste Erhebungen nördlich des Weilers mit dem Weißenberg (610 m) und dem Hortenkopf (606 m) mehr als 600 m erreichen. Er ist von ausgedehnten, kompakten Waldgebieten umschlossen, die – von wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Hofstätten) abgesehen – nicht besiedelt sind.

Fließgewässer[Bearbeiten]

Die Trasse der von Süden und Norden zum Hermersbergerhof führenden Straße verläuft auf der Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der Queich im Osten und der Lauter, die hier im Quellgebiet Wieslauter genannt wird, im Westen. Sämtliche Bäche, die rund um den Weiler entspringen, fließen von ihm weg. Dazu gehören beispielsweise der Meißenbach, der Scheidbach, der Wüstbach und der Modenbach.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1095 mm. Diese Niederschlagsmenge ist relativ hoch und liegt im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte, an 89 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der September, die meisten Niederschläge fallen im Dezember, nämlich 1,6-mal mehr als im September. Die Niederschläge variieren stark, an 71 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Klostergut: Ritterstein Nr. 52
Dreiherrenstein: Ritterstein Nr. 57

Das ursprüngliche Hofgut wurde durch die mehr als 40 km westlich gelegene Benediktinerabtei Hornbach gegründet, nachdem die Gräfin Wiligarta vom Bliesgau im Jahre 828 mehrere große Ländereien in der Gegend dem Kloster geschenkt hatte. 1165 wurde der Hof an das nur 10 km entfernte Zisterzienserkloster Eußerthal weitergegeben. Dieses betrieb ihn dreihundert Jahre lang und veräußerte ihn dann 1467 an Herzog Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken. Der lange Zeitraum als Klostergut Eußerthal wird mit dem im 20. Jahrhundert aufgestellten[1] Ritterstein Nr. 52 dokumentiert.

Wiederum dreihundert Jahre danach, 1773, wurde die damals aktuelle Grenzsituation zwischen den Wittelbacher Herzögen von Pfalz-Zweibrücken, den Leininger Grafen der Linie Leiningen-Hardenburg-Dagsburg und der Herrschaft Gräfenstein, die zur Markgrafschaft Baden gehörte, in den Dreiherrenstein nahe dem Hermersbergerhof eingemeißelt,[2] der als Ritterstein Nr. 57 erfasst ist.[1]

Wenige Jahre später, um 1800, wurde der linksrheinische Teil der historischen Kurpfalz durch französische Revolutionstruppen besetzt und von Frankreich annektiert; wie alle anderen kirchlichen und adeligen Besitztümer wurde auch der Hermersbergerhof säkularisiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Blick vom Luitpoldturm auf dem Weißenberg in Richtung Hermersbergerhof

Früher lebten die Bewohner des Hermersbergerhofes hauptsächlich von der Forstwirtschaft. Heute steht der Tourismus im Vordergrund. Ein Landgasthof mit großer Terrasse und ein Café, dessen Veranstaltungsraum in der ehemaligen Klosterschmiede liegt, bieten Pfälzer Küche und Hotelzimmer an. Ganzjährig ist Wandern und Mountainbiking möglich. Bei günstigen Schneeverhältnissen lässt sich Wintersport betreiben; wegen der immer milderen Winter wurde der Skilift in den 1990er Jahren abgebaut, eine Rodelbahn ist jedoch weiterhin vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Hermersbergerhof wird von zwei Seiten über die Kreisstraße 56 erreicht. Sie ist von der im Süden auf 220 m Höhe verlaufenden Bundesstraße 10 (PirmasensLandau) her 6 km lang und gut ausgebaut. Nach Norden verbindet sie als schmalere, 10 km lange Straße – vorbei an der Kuppe des Weißenberges, der sich 2 km nordwestlich erhebt – den Weiler mit der Landesstraße 496, die von Münchweiler nach Hochspeyer führt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Geschichte der Rittersteine.
  2. Dreiherrenstein, Luitpoldturm und Kirschfels. Wandern in der Pfalz, abgerufen am 16. Oktober 2014.