Hermersbergerhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 49° 14′ 34″ N, 7° 50′ 8″ O

Hermersbergerhof
Ortsgemeinde Wilgartswiesen
Höhe: 550 m ü. NHN
Postleitzahl: 76848
Vorwahl: 06392
Hermersbergerhof (Rheinland-Pfalz)
Hermersbergerhof

Lage von Hermersbergerhof in Rheinland-Pfalz

Der Weiler Hermersbergerhof, Blick von Westen

Der Weiler Hermersbergerhof, Blick von Westen

Der Hermersbergerhof ist ein Weiler im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz, der nur ein gutes Dutzend Häuser zählt und zur Ortsgemeinde Wilgartswiesen gehört. Mit einer Höhe von 550 m ü. NHN ist er die höchstgelegene Siedlung der gesamten Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hermersbergerhof liegt auf einer Kuppe im mittleren Bereich des Pfälzerwaldes in der Oberen Frankenweide, deren höchste Erhebungen nördlich des Weilers mit dem Weißenberg (610 m) und dem Hortenkopf (606 m) mehr als 600 m erreichen. Er ist von ausgedehnten, kompakten Waldgebieten umschlossen, die – von wenigen Ausnahmen (zum Beispiel Hofstätten) abgesehen – nicht besiedelt sind.

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Trasse der von Süden und Norden zum Hermersbergerhof führenden Straße verläuft auf der Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der Queich im Osten und der Lauter, die hier im Quellgebiet Wieslauter genannt wird, im Westen. Sämtliche Bäche, die rund um den Weiler entspringen, fließen von ihm weg. Dazu gehören beispielsweise der Meißenbach, der Scheidbach, der Wüstbach und der Modenbach.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1095 mm. Diese Niederschlagsmenge ist relativ hoch und liegt im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte, an 89 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der September, die meisten Niederschläge fallen im Dezember, nämlich 1,6-mal mehr als im September. Die Niederschläge variieren stark, an 71 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klostergut: Ritterstein Nr. 52
Dreiherrenstein: Ritterstein Nr. 57

Das ursprüngliche Hofgut wurde durch die Benediktinerabtei Hornbach gegründet, nachdem die Adlige Wiligarta dem Kloster im Jahre 828 große Ländereien im Speyergau geschenkt hatte. 1163 kam der Hof an das nur 10 km entfernte Zisterzienserkloster Eußerthal. Dieses betrieb ihn dreihundert Jahre lang und veräußerte ihn dann 1467 an Herzog Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken.[1] An den langen Zeitraum als Klostergut Eußerthal erinnert der im 20. Jahrhundert vom Pfälzerwaldverein aufgestellte[2] Ritterstein Nr. 52.

Wiederum dreihundert Jahre danach, 1773, wurde die damals aktuelle Grenzsituation zwischen den Herzögen von Pfalz-Zweibrücken, den Leininger Grafen der Linie Leiningen-Hardenburg-Dagsburg und der Herrschaft Gräfenstein, die zur Markgrafschaft Baden gehörte, in den Dreiherrenstein nahe dem Hermersbergerhof eingemeißelt,[3] der als Ritterstein Nr. 57 erfasst ist.[2]

Wenige Jahre später, zu Ende des 18. Jahrhunderts, wurde das linke Rheinufer durch französische Revolutionstruppen besetzt und von Frankreich annektiert; wie alle anderen kirchlichen und adeligen Besitztümer wurde auch der Hermersbergerhof säkularisiert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Luitpoldturm auf dem Weißenberg in Richtung Hermersbergerhof

Früher lebten die Bewohner des Hermersbergerhofes hauptsächlich von der Forstwirtschaft. Heute steht der Tourismus im Vordergrund. Ein Landgasthof mit großer Terrasse und ein Café, dessen Veranstaltungsraum in der ehemaligen Klosterschmiede liegt, bieten Pfälzer Küche und Hotelzimmer an. Ganzjährig ist Wandern und Mountainbiking möglich. Bei günstigen Schneeverhältnissen lässt sich Wintersport betreiben; wegen der immer milderen Winter wurde der Skilift in den 1990er Jahren abgebaut, eine Rodelbahn ist jedoch weiterhin vorhanden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hermersbergerhof wird von zwei Seiten über die Kreisstraße 56 erreicht. Sie ist von der im Süden auf 220 m Höhe verlaufenden Bundesstraße 10 (PirmasensLandau) her 6 km lang und gut ausgebaut. Nach Norden verbindet sie als schmalere, 10 km lange Straße – vorbei an der Kuppe des Weißenberges, der sich 2 km nordwestlich erhebt – den Weiler mit der Landesstraße 496, die von Münchweiler nach Hochspeyer führt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinde Wilgartswiesen: Geschichte
  2. a b Geschichte der Rittersteine.
  3. Dreiherrenstein, Luitpoldturm und Kirschfels. Wandern in der Pfalz, abgerufen am 16. Oktober 2014.