Hermershausen

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Hermershausen
Stadt Marburg
Koordinaten: 50° 47′ 17″ N, 8° 41′ 15″ O
Höhe: 197 (198–223) m ü. NHN
Fläche: 4,18 km²[1]
Einwohner: 454 (31. Dez. 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35041
Vorwahl: 06421
Karte
Lage von Hermershausen in Marburg
Hermershausen in der Bildmitte. Im Vordergrund die Allnarer Mühle und weit im Hintergrund Wehrshausen
Hermershausen in der Bildmitte. Im Vordergrund die Allnarer Mühle und weit im Hintergrund Wehrshausen
Die Kirche

Hermershausen ist ein Stadtteil der Universitätsstadt Marburg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

In Hermershausen treffen sich die Kreisstraßen 65 und 68.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 850 wurde das Dorf erstmals unter dem Ortsnamen Herimitteshusen erwähnt.[3] Die örtliche Kirche wurde im Jahre 1884 erbaut.

Am 1. Juli 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Stadt Marburg eingegliedert.[4]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Hermershausen unterstand im Überblick:[5][3]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Hermershausen zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[9]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Landgericht Marburg 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Marburg. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[10] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[11]

Auch mit dem in Kraft treten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die Übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[3]

1577: 22 Hausgesesse
1630: 16 Hausgesesse ( 1 dreispännige, 7 zweispännige, 1 einspännige Ackerleute, 7 Einläuftige)
1681: 11 hausgesessene Mannschaften
1746: 131 Einwohner. Erwerbspersonen: 1 Wagner, 3 Schmiede, 1 Schneider, 1 Leineweber, 1 Wirt, 5 Tagelöhner
1838: 171 Einwohner (14 nutzungsberechtigte, 17 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 1 Beisasse). Familien: 16 Ackerbau, 3 Gewerbe, 11 Tagelöhner.
1861: 212 evangelisch-lutherisch, 1 römisch-katholisch Einwohner
1961: 222 evangelisch, 15 römisch-katholische Einwohner Einwohner. Erwerbspersonen: 79 Land- und Forstwirtschaft, 43 Produzierendes Gewerbe, 8 Handel und Verkehr, 14 Dienstleistungen und Sonstiges.
Hermershausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
155
1840
  
185
1846
  
193
1852
  
192
1858
  
213
1864
  
212
1871
  
204
1875
  
215
1885
  
202
1895
  
194
1905
  
196
1910
  
202
1925
  
203
1939
  
196
1946
  
304
1950
  
302
1956
  
254
1961
  
237
1967
  
229
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kulturelle Leben und das Dorfleben gestalten folgende Vereine:

  • Gesangverein
  • Männergesangverein „Sängerlust“
  • „Singende Spinnstube“
  • Heimatverein
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Sportverein
  • Voltigier- und Reitverein Hermershausen

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Hermershausen

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es ein Bürgerhaus, einen Kinderspielplatz, einen Bolzplatz und eine Reithalle.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marburger Zahlen von 2009-2010 auf der Website der Stadt Marburg (pdf; S. 4)
  2. Marburger Zahlen von 2009-2010 auf der Website der Stadt Marburg (pdf; S. 10)
  3. a b c Hermershausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 17. Januar 2017)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 387.
  5. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  6. Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 370 (online bei HathiTrust’s digital library).
  7. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 107 (online bei Google Books).
  8. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 223–224.
  9. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  10. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  11. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hermershausen – Sammlung von Bildern