Hernandiaceae

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Hernandiaceae
Hernandia nymphaeifolia

Hernandia nymphaeifolia

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Lorbeerartige (Laurales)
Familie: Hernandiaceae
Wissenschaftlicher Name
Hernandiaceae
Blume

Die Hernandiaceae, auch Eierfruchtbaumgewächse genannt, sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Lorbeerartigen (Laurales).[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Hernandia sonora
Illustration von Illigera lucida

Erscheinungsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Arten sind verholzende Pflanzen, die als Sträucher, Bäume oder Lianen wachsen.[1] Die Knoten sind unilakunär mit drei bis neun Blattspursträngen.

Blätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.[1] Die Leitbündel im Blattstiel sind waagrecht (bei Hernandia subgen. Valvanthera) oder senkrecht elliptisch. Die Blattspreite in einfach und bei manchen Arten auch schildförmig; oder zusammengesetzt. Wenn die Blattspreite zusammengesetzt ist sie drei- bis fünflappt oder drei- bis fünfteilig. Nebenblätter fehlen.[1]

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen in unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammen.[1]

Die Blütenhülle ist einfach und besteht aus drei bis zehn Tepalen.

Die Blüten sind eingeschlechtig oder zwittrig.[1]

Das Gynoeceum ist unterständig und besteht aus einem Fruchtblatt mit einer Samenanlage. Die Narbe ist schildförmig (peltat). Die Plazentation ist apikal. Die Samenanlagen sind bitegmisch: das äußere Integument ist neun bis 23 Zellschichten dick, das innere drei bis acht Zellen.

Das Androeceum besteht aus drei bis fünf (sieben) Staubblättern. Die Staubbeutel besitzen zwei Pollensäcke, sind also disporangiat, und öffnen sich mit zwei Klappen. Diese beiden Merkmale teilen sie mit den Lauraceae. Nektarien können vorhanden sein und befinden sich dann außerhalb des Androeceums.

Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frucht ist bei Gyrocarpus eine Samara (Flügelnuss): eine trockene, einsamige Schließfrucht mit Flügeln. Bei den restlichen Gattungen werden Steinfrüchte ausgebildet, die bei Hernandia ausgewachsen von einer bauchig aufgeblasenen Fruchthülle umgeben sind (daher der Name Eierfruchtbaum). Die Früchte von Illigera sind geflügelt. Die Samen aller Arten besitzen kein Endosperm.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Hernandiaceae wurde durch Carl Ludwig Blume aufgestellt.[2]

Die Hernandiaceae sind innerhalb der Laurales[3] wahrscheinlich[4] die Schwestergruppe der Lauraceae. Die Familie, wie auch die beiden Unterfamilien sind monophyletisch.[5] Die Familie umfasst vier[1] oder fünf[3][6][7][8] Gattungen mit 60[1] bis 62[9][3] Arten.

Die Familie Hernandiaceae ist pantropisch verbreitet. Die Unterfamilie Hernandioideae hat ihren Verbreitungsschwerpunkt im Indo-malayischen Raum und auf Madagaskar, die Gyrocarpoideae in der Neotropis, beide sind jedoch pantropisch verbreitet. In Afrika kommen neun Arten vor, auf Madagaskar gibt es vier Arten, in der Neotropis gedeihen 25 Arten, drei Arten gibt es in Australien, 32 Arten kommen vom südlichen China über Indochina bis Malesien und auf vielen Pazifischen Inseln vor. Diese vorhergehenden Artenzahlen enthalten zwei weitverbreitete Arten: Hernandia nymphaeifolia, die von Ostafrika bis zu den Ogasawara-Inseln sowie Neukaledonien verbreitet ist, und Gyrocarpus americanus mit einer pantropischen Verbreitung.[3]

Hernandioideae[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Blattepidermis sitzen Drüsenhaare. Der Blütenstand ist eine Thyrse. Die Samenanlage ist hängend und anatrop. Die Klappen der Pollensäcke sind seitlich befestigt, lediglich bei Hazomalania ist sie oben befestigt. Die Pollenkörner haben einen Durchmesser von 90 bis 160 Mikrometern. Die Samenschale (Testa) besitzt Leitbündel, unverdickte Zellwände, ist schwammig und Tannin-haltig

Die Unterfamilie Hernandioideae umfasst drei Gattungen mit etwa 45 Arten.

Gyrocarpoideae[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blätter besitzen Cystolithen. Der Blütenstand ist ein Dichasium und besitzt keine Brakteen. Die Blüten sind sehr klein. Die Plazentation ist marginal. Die Klappen der Pollensäcke sind an der Oberseite (apikal) befestigt. Die Pollenkörner haben einen Durchmesser von 19 bis 45 Mikrometer. Die Zellen der inneren Samenschalenschicht (Endotesta) sind radial verlängert und besitzen schraubenförmige Verdickungen der Zellwand.

Die Unterfamilie Gyrocarpoideae J.H.Balfour wurde teilweise als eigene Familie Gyrocarpaceae geführt.[10][1] Sie umfasst nur zwei Gattungen mit etwa 17 Arten:

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Artikel beruht vor allem auf folgenden Weblinks:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i I.R.H.Telford, 2020: Hernandiaceae. In: Flora of Australia. Australian Biological Resources Study, Department of Agriculture, Water and the Environment, Canberra. aus Flora of Australia, Volume 2, 2007.
  2. a b Hernandiaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 5. März 2020.
  3. a b c d Ingo Michalak, L .B. Zhang, Susanne S. Renner: Trans‐Atlantic, trans‐Pacific and trans‐Indian Ocean dispersal in the small Gondwanan Laurales family Hernandiaceae. In: Journal of Biogeography, Volume 37, Issue 7, 2010, S. 1214–1226. doi:10.1111/j.1365-2699.2010.02306.x
  4. Susanne S. Renner, A.S. Chanderbali: What is the relationship among Hernandiaceae, Lauraceae and Monimiaceae, and why is this question so difficult to answer? In: International Journal of Plant Sciences. 161 (Supplement), 2000, S. S109–S119, doi:10.1086/317574 (umsl.edu [PDF; 248 kB]).
  5. Susanne S. Renner: Circumscription and phylogeny of the Laurales: evidence from molecular and morphological data. In: American Journal of Botany. Band 86, Nr. 9, 1999, S. 1301–1315 (Abstract und Volltext).
  6. Klaus Kubitzki: Hernandiaceae. In: Klaus Kubitzki, Jens G. Rohwer, Volker Bittrich (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants. Volume 2: Magnoliid, Hamamelid and Caryophyllid Families. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1993, ISBN 3-540-55509-9, S. 334–338.
  7. M.A. Espejo Serna: Notas sobre el genero Gyrocarpus (Hernandiaceae) en Mexico; un nombre nuevo: Gyrocarpus mocinnoi Espejo. In: Acta Botánica Mexicana. Band 13, 1991, S. 39–51, doi:10.21829/abm13.1991.607 (Volltext).
  8. B. E .E. Duyfjes: Illigera elegans (Hernandiaceae), a new species from Christmas Island, Indian Ocean. In: Blumea. Band 38, 1994, S. 407–408.
  9. F. J. Breteler, J. J. Wieringa: Novitates gabonensis 63. Illigera cava (Hernandiaceae), a new species from Gabon and Congo. In: Blumea. Band 53, 2008, S. 453–457 (Abstract und Volltext).
  10. C.F. Shutts: Wood anatomy of Hernandiaceae and Gyrocarpaceae. In: Tropical Woods. Band 113, 1960, S. 85–123.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hernandiaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien