Hero (Unternehmen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hero

Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1886
Sitz Lenzburg, Schweiz
Leitung CEO: Rob Versloot[1]

Rob Versloot (ab Sept. 2012)[2]
VR-Präsident: Arend Oetker

Mitarbeiterzahl 4070 (2018)[3]
Umsatz 1,28 Mrd. CHF (2017)[4]
Branche Nahrungsmittelindustrie
Website www.hero-group.ch

Hero ist ein international tätiger, auf Fruchterzeugnisse, Babynahrung und Müsliriegel spezialisierter Schweizer Lebensmittelkonzern mit Sitz in Lenzburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Henkel & Roth (Hero AG) Conservenfabrik zwischen 1918 und 1937. Foto Walter Mittelholzer, Glasplattennegativ
Hero FruitOntbijt in den Niederlanden

Die Unternehmensgruppe ist in mehr als 30 Ländern aktiv, insbesondere in Europa, Nordamerika, Naher Osten, Afrika, Türkei und Zentralasien. Die Hero Gruppe beschäftigt mehr als 3'500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von 1,28 Milliarden Schweizer Franken.

Gegründet wurde der Konzern 1886 von Gustav Henckell und Gustav Zeiler in Lenzburg. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Spanien dazu. Hero wuchs auch durch die Übernahme mehrerer Konservenfabriken in der Schweiz. In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Filialen in Brasilien und Italien dazu. Ein weiterer Wachstumsschub erfolgte ab den 1980er Jahren. 1995 wurde Hero von Schwartau übernommen und damit auch in Deutschland bekannt.

Da der Hauptsitz der Hero Group in der Schweiz durch Verlagerung von Arbeitsplätzen und durch Übernahmen in den letzten Jahren nicht mehr den Bedürfnissen entsprach, wurde das Firmengelände verkauft und der Neubau der Konzernzentrale in Lenzburg geplant. Daran angeschlossen ist ein neues Werk nur zur Produktion von Konfitüre. Bezugstermin des rund CHF 20 Millionen teuren Objekts war Frühling 2011.

Hauptanteilseigner der Hero Gruppe ist Arend Oetker.

Das Museum Burghalde in Lenzburg/AG zeigte 2013 anlässlich des 125-Jahre-Jubiläums der Firmengründung anhand einer vielbesuchten Ausstellung, welche Elemente zum Erfolg der Firma beitrugen.[5][6]

Marke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marke «Hero» als Abkürzung für die damaligen Firmenbesitzer Henckell & Roth wurde ab 1910 systematisch, gezielt und mit grossem, jahrzehntelangem Werbeaufwand für die «Lenzburger Conserven» und «Lenzburger Konfitüren» aufgebaut. Im Mittelpunkt stand schon damals das Markenzeichen mit dem Buchstaben «r» in Form einer geöffneten Konservenbüchse. Dazu verwendete Hero über Jahre hinweg einen relativ hohen Umsatzanteil für sein Werbebudget.[7] In den 1940er-Jahren betrug es zum Beispiel drei Umsatzprozente.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oetker geriet mehrmals in die Kritik. Als er sich 1995 die Mehrheit an der Schweizer Konserven- und Konfitürenfirma Hero AG sicherte, indem seine Firma Schwartau International GmbH die FIM AG aufkaufte, nannte die Neue Zürcher Zeitung den Deal «reichlich intransparent».[9] In der FIM AG (Rüdiger Jungbluth: «eine Briefkastenfirma», ansässig im «Steuersparkanton Zug»), parkten die Aktien der Hero AG. Welche Geldbeträge geflossen sind, blieb unbekannt.[10]

Anfang 2003 besass Oetkers Holding bereits 74 Prozent der Hero AG und machte sich bei günstigsten Börsenkursen daran, auch die restlichen Anteile zu erwerben. Jungbluth zitiert den Aktionärsrechtler Ekkehard Wenger mit den Worten, der Fall Hero sei ein Musterbeispiel dafür, «wie man in der Börsenbaisse Kleinaktionäre preisgünstig aus Gesellschaften hinausdrängt, wenn in der Zukunft tatsächlich Erfolge zu erwarten sind.»[11]

Erst kaufte Oetkers Schwartau International GmbH die Hero AG, dann kaufte Oetkers Hero AG die Schwartau Werke. stern.de kommentierte: «Oetker machte also praktisch Geschäfte mit sich selbst.»[9]

Bekannte Marken des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schwartau
  • Hero
  • Beech-Nut (USA)
  • Corny
  • Fruit 2 Day
  • Adapta
  • Semper
  • Juvela
  • Organix (UK)
  • Friso
  • Smafolk
  • Cake Mate
  • Sunar
  • Casa de Mateus

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebensmittelpraxis: Hero: Heidenreich verlässt Unternehmen, 15. April 2011, abgerufen am 21. März 2020
  2. Aargauer Zeitung: Knatsch bei Hero: Chef muss nach nur acht Monaten gehen, abgerufen am 31. Januar 2013
  3. Annual Report 2018
  4. Annual Report 2018 S. 67.
  5. Hero Lenzburg - attraktive Ausstellung (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive)
  6. Hero – seit 1886 in aller Munde, auf museumburghalde.ch, abgerufen am 21. März 2020
  7. Kinospot aus den 1950er-Jahren
  8. Irene Amstutz: Vertrauen in die Büchse oder wie Hero Erbsen und Ravioli verkauft. in: Alpha, 7. Januar 2012, p. 40.
  9. a b stern.de: Arend Oetker: Im Reich des anderen Oetker. 9. September 2004
  10. Rüdiger Jungbluth: Die Oetkers. Campus, Frankfurt, New York 2004, ISBN 3-593-37396-3, S. 351 u. 355
  11. Rüdiger Jungbluth: Die Oetkers. Campus, Frankfurt, New York 2004, ISBN 3-593-37396-3, S. 357