Herpersdorf (Dietenhofen)

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Herpersdorf
Koordinaten: 49° 24′ 7″ N, 10° 43′ 27″ O
Höhe: 337 m ü. NHN
Einwohner: 140 (2016)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 90599
Vorwahl: 09824

Herpersdorf ist ein Ortsteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt am Altbach, einem linken Zufluss der Bibert. Im Nordwesten grenzt das Waldgebiet Lohe mit dem Bodenfeldgraben an. Ca. 0,75 km nordöstlich liegt die Flur Eggerten, ca. 0,5 km östlich liegt das Reutsteigfeld.[2] Die Flurnamen Hirtenacker, Neuwiesen und bei den Sauweisen weisen auf eine ehemalige Beweidung hin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herpersdorf wurde 1137 erstmals als Herphridesdorf urkundlich erwähnt. Im Laufe der Zeit wandelte sich der Name über Herppffersdorf zu Herpersdorf.

Bereits im Jahr 1157 erwarb das Kloster Heilsbronn den Zehnt einiger Anwesen von der Pfarrei Markterlbach. Im Jahr 1402 befanden sich alle neun damals existierenden Anwesen im Besitz des Klosters. Während des Dreißigjährigen Krieges verödeten acht dieser Anwesen.[3] Nach 1650 siedelten sich in Herpersdorf Exulanten aus Österreich an.

Die ehemalige Zehntscheune steht noch in der Ortsmitte. Für einen Dorfhirten gab es bis in die 1960er ein Hirtenhaus. An der Stelle des Hirtenhauses steht jetzt das Feuerwehrhaus. Von 1157 bis 1971 gab es eine Getreidemühle. Herpersdorf hatte auch ein Brech- und ein Darrehaus (am Ortsrand in Richtung Oberschlauersbach), in dem Flachs gedörrt und gebrochen wurde. 1918 wurden beide Gebäude abgerissen, die Steine sollen zum Bau der Bibertbrücke verwendet worden sein. In dem 1907 erbauten Schulhaus wurden die Schüler aus Herpersdorf, Lentersdorf, Rothleiten und Oberschlauersbach unterrichtet.

Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Herpersdorf 12 Haushalte, die alle dem Kastenamt Neuhof unterstanden. Die Dorfs- und Gemeindeherrschaft hatte ebenfalls das Kastenamt Neuhof inne.[4]

1810 kam Herpersdorf an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Dietenhofen zugeordnet. 1813 wurde die Ruralgemeinde Seubersdorf gebildet, zu der auch Herpersdorf, Lentersdorf und Rothleiten gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) löste sich Herpersdorf mit Lentersdorf und Rothleiten und bildete eine eigenständige Ruralgemeinde.[5] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt-Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.[6] Ab 1862 wurde Herpersdorf von dem Bezirksamt Neustadt an der Aisch (ab 1938: Landkreis Neustadt an der Aisch) und ab 1856 von dem Rentamt Markt-Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt-Erlbach, ab 1929: Finanzamt Fürth) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt-Erlbach, 1880–1950er Amtsgericht Markt-Erlbach, ab 1950er Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 4,259 km².[7] Am 1. Januar 1970, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, ließ man sich nach Dietenhofen eingemeinden.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Herpersdorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 138 147 152 154 159 168 164 153 152 138 143 133 139 140 142 153 157 164 166 253 242 221 197 212
Häuser[9] 21 23 28 29 33 28 28 30
Quelle [10] [11] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [12] [7] [19]

Ort Herpersdorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002005 002016
Einwohner 95 93 105 116 99 109 109 181 159 166 152 140 140
Häuser[9] 14 16 22 26 24 23 25 37
Quelle [10] [11] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [7] [19] [20] [21] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dietenhofen, nach Seubersdorf zur Staatsstraße 2245, nach Rothleiten zur Kreisstraße AN 24 und nach Oberschlauersbach zur AN 26.

Vom 22. Mai 1914 bis 26. September 1971 verkehrte die Bibertbahn, die bei Bedarf auch an einem Haltepunkt südlich von Herpersdorf hielt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.dietenhofen.de
  2. Herpersdorf im BayernAtlas
  3. G. Muck, Bd. 2, S. 329.
  4. H. H. Hofmann, S. 100.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 33 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 223.
  6. H. H. Hofmann, S. 200.
  7. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 805 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 535.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 39 (Digitalisat). Für die Gemeinde Herpersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Lentersdorf (S. 54) und Rothleiten (S. 78).
  11. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 96 (Digitalisat).
  12. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1062, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1226, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, ... sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1160 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1233 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1271 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1097 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 168 (Digitalisat). Gemeinde existierte zum Stichtag der Volkszählung (27. Mai) nicht mehr.
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 325 (Digitalisat).
  21. Statistik der Einwohnerzahlen in den Ortsteilen. (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.is) auf: dietenhofen.de