Herrenhäuser Kirche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Herrenhäuser Kirche

Die Herrenhäuser Kirche in Hannover ist ein Kirchenbau im neugotischen Baustil und gehört zur evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Herrenhausen-Leinhausen. Standort des denkmalgeschützten Gotteshauses im hannoverschen Stadtteil Herrenhausen ist das Hegebläch 19.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlbescheinigung 1923 vom Kirchenvorstands-Vorsitzenden Rasch für Bäckermeister Fritz Baumgarten über die „freiwillige Kirchensteuer“ zur Zeit der deutschen Hyperinflation

Das erste christliche Gotteshaus direkt in Herrenhausen war die Kapelle auf dem Herrenhäuser Friedhof.[2] Die evangelische Kirche, die unweit der Herrenhäuser Gärten steht, wurde erst in den Jahren 1904 bis 1906 für insgesamt 276.000 Reichsmark vom Architekten Rudolph Eberhard Hillebrand aus Sandstein erbaut. Am 27. Mai 1906 waren die Arbeiten abgeschlossen, und die Kirche wurde geweiht. Das Geld für den Kirchenbau stammte zur einen Hälfte aus dem Geld, das die Bürger von Herrenhausen für die Eingemeindung nach Hannover erhalten hatten. Die andere Hälfte wurde durch Spenden und Sammlungen eingebracht. Die Kirche misst an ihrer höchsten Stelle 72 Meter. Zahlreiche Glasfenster schufen das Atelier Rudolf und Otto Linnemann aus Frankfurt.

Im Zweiten Weltkrieg bei den Luftangriffen auf Hannover blieb die Kirche verschont, jedoch wurden durch den Luftdruck einer Luftmine die Buntfenster zerstört. 2011 wurde der Kirchsaal renoviert.

Kirchenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht

Längs- und Querschiff weisen gleiche Größenverhältnisse auf, dem das griechische Kreuz zu Grunde liegt.

Das Altar-Fenster aus dem Jahr 1949 zeigt Jesus und die Emmaus-Jünger. Die Verglasung auf der Nord- und der Südseite des Kirchraums ist schlicht und farblos. Den Chorraum dominiert ein großes Radfenster, das außer der mittig gesetzten Taube (Heiliger Geist) mit neuzeitlichem Buntglas abstrakt gestaltet ist. In den 1960er Jahren wurde die Jugendstil-Innenausmalung grau-weiß überstrichen und der Radleuchter entfernt. Bei einer späteren Renovierung Ende der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre bekam die Kirche einen neuen Radleuchter. Neben dem Radleuchter sind die Rundfenster eine weitere Besonderheit. Während nach der Bauzeit noch 930 Gläubige Platz in der Kirche fanden, gibt es heute 650 Sitzplätze. An der Glastür, die zum Sakralraum führt, ist ein hölzernes Schriftband eingebracht, auf dem in Frakturschrift das Vaterunser steht. Zur Expo 2000 wurde eine schlicht gehaltene Gebetsecke eingerichtet.[3]

Portal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Eingang zur Kirche bildet ein Portal, das mit seinem Giebelfeld über der Tür (auch Tympanon genannt) und den im Spitzbogen bandartigen Verzierungen (Archivolten) die links und rechts des Portals auf jeweils drei Säulen zulaufen, Merkmale der Gotik aufweist. Der Spitzgiebel des Portals ist mit drei Rosen und die Spitze mit einem Kreuz versehen.

Kirchenmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kirche wird anspruchsvolle Kirchenmusik aufgeführt. Der Chor, Kantorei Herrenhausen genannt, führt unter der Leitung des Kirchenkreiskantors Martin Ehlbeck regelmäßig die großen kirchenmusikalischen Werke auf.[4] Eine Besonderheit sind szenische Aufführungen, so die der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach im Jahr 2000[5] und die der Johannespassion von Bach im Jahr 2015, beide unter der Regie von Christoph G. Amrhein.[6] 2006 wurde Georg Friedrich Händels Belsazar[7] und 2009 Johannes Brahms' Ein deutsches Requiem in Verknüpfung Frank Martins Jedermann-Monologen[8] aufgeführt. 2012 gab es eine szenische Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Bach.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herrenhäuser Kirche (Hannover) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd Weiß: Ev. Kirche und angrenzende Bebauung (siehe Literatur)
  2. Gitta Kirchhefer: Ein Spaziergang über den Herrenhäuser Friedhof, Broschüre mit Fotos von Sergej Stoll und einem nummerierten Übersichtsplan, Hannover: Selbstverlag, 2012
  3. herrenhausen-leinhausen.de (Memento des Originals vom 29. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.herrenhausen-leinhausen.de
  4. Internetseite Kirchenmusik in Herrenhausen, abgerufen am 22. Januar 2016
  5. Internetseite Szenische Projekte, abgerufen am 22. Januar 2016
  6. Johannespassion als Oper@1@2Vorlage:Toter Link/johannespassion-oper.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 22. Januar 2016
  7. Internetseite zur Belsazar-Aufführung, abgerufen am 22. Januar 2016
  8. Internetseite Brahms-Oper, abgerufen am 22. Januar 2016
  9. Internetseite zur Aufführung, abgerufen am 22. Januar 2016

Koordinaten: 52° 23′ 36″ N, 9° 41′ 24″ O