Herrenwies (Forbach)

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Koordinaten: 48° 39′ 32″ N, 8° 15′ 56″ O

Herrenwies
Ehemaliges Gemeindewappen von Herrenwies
Höhe: 750 m ü. NN
Einwohner: 70 (2013)[1]
Eingemeindung: 1930
Eingemeindet nach: Forbach
Postleitzahl: 76596
Vorwahl: 07226
Die Kirche St. Antonius
Die Kirche St. Antonius

Herrenwies ist ein Ortsteil der Gemeinde Forbach im Nordschwarzwald. Die Siedlung liegt auf ca. 750 m ü. NN im Schwarzenbachtal, etwa 3 km oberhalb der Schwarzenbachtalsperre und unterhalb der Badener Höhe. Sie wird vom nördlichen Teilbereich des 2014 gegründeten Nationalparks Schwarzwald umschlossen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt etwa 7 km von jeder anderen Ansiedlung entfernt (nächste Ortschaft: Bühlertal) und besteht aus 34 Häusern. Die Einwohneranzahl beträgt ca. 70 Menschen. Im Sommer stellt Herrenwies ein beliebtes Wandergebiet für Gäste aus dem Baden-Badener Umland und dem Hotel Bühlerhöhe dar. Im Winter wird die Gegend rund um Herrenwies von Ski-Langläufern genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrenwies, Hundsbach und Erbersbronn wurden im Zuge der Gründung der Glashütte Herrenwies 1732 von Franz Anton Dürr aus Rastatt gegründet. In der Nähe des Ortes wurde in vorangegangenen Jahrhunderten über die Herrenwieser Schwallung geschlagenes Holz abtransportiert.

Bis zum Bau der Schwarzenbachtalsperre um 1922 lag ein Teil von Herrenwies auf dem Gebiet des heutigen Stausees. Die Häuser wurden zur Durchführung des Baus der Talsperre abgerissen und auf dem Gebiet des heutigen Herrenwies wieder aufgebaut.

Aus der Glashüttenzeit (1732–1778) bestehen 2016 noch zwei Gebäude:

  • Die Kapelle St. Antonius und der Rossstall, der zu dem 1944 abgebrannten Dürrschen Hauptgebäude gehörte[2]
  • Wahrscheinlich ist auch das Haus Herrenwies Nr. 15 aus dieser Zeit.

Der exakte Standort der Glashütte mit zehn Ofenwerkstätten konnte bisher nicht ermittelt werden.

Die säkularisierte Kapelle wurde 2014 von dem Kultur-Verein Schwarzwaldhochstraße[3] erworben, dieser will die Kapelle zu einem Museum und Veranstaltungsort reaktivieren.

Das bei Einheimischen bekannte Siegwarth-Gässle dürfte auch aus der Glashüttenzeit stammen. Dies führte an dem heute nicht mehr bestehenden Siegwarths Haus vorbei. Ein Mitbeständer einer Ofenwerkstatt war Johannes Siegwarth, auf dessen Name wohl der Feldweg zurück zu führen ist. Glasmacher Michael Siegwarth (* 30. September 1746, Äule – 31. Mai 1798 Herrenwies) jedoch ist der Begründer der Herrenwieser und später Hundsbacher Linien der Familie Siegwarth.

Weitere größere Familien in Herrenwies waren Schoch, Ihle, Schnurr, Müller und Winter, welche nach Schließung der Glashütte 1778 zumeist als Holzhauer gearbeitet haben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Herrenwies liegt ein ganzjährig geöffneter Campingplatz (vorwiegend Dauercamper) sowie das Geschwister-Scholl-Haus des Kolpingwerkes.

Weiter gibt es in Herrenwies eine Jugendherberge, die als Umweltstudienplatz ausgeschrieben ist und über 140 Betten verfügt.

Mit dem „Turning Point“ verfügt Herrenwies über eine, im Keller des alten Schulhauses gelegene, überregional bekannte Veranstaltungsstätte und Diskothek.

Trotz der geringen Einwohnerzahl gibt es in Herrenwies einen Fasnachtsverein, die Teufel vom Teufelskamin 1998 e. V., mit ca. 50 aktiven Mitgliedern. Der Verein ist auch überregional tätig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Hasel: Herrenwies und Hundsbach. Ein Beitrag zur forstlichen Erschließung des nördlichen Schwarzwaldes. Mit einer Einführung von Friedrich Metz. Forschungen zur deutschen Landeskunde, Band 45/Veröffentlichung des Alemannischen Instituts Freiburg im Breisgau. [Nachdruck der Ausgabe: Hirzel, Leipzig 1944]. Geiger, Horb am Neckar 1984.
  • Rolf Gustav Haebler: Franz Anton Dürr. Markgräflicher Consiliarius Commercium et Aerarii Serenissimi. Lebensbild eines Badischen Unternehmers im 18. Jahrhundert. In: Die Ortenau, 66. Jahresband 1961 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herrenwies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Gemeinde Forbach, Nummer 31 - Bevölkerungsfortschreibung, Gemeinde Forbach, Monat August 2013
  2. http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/4650/2/Krohmer2.pdf#page=236, abgerufen 12. September 2016
  3. http://www.kulturerbe-schwarzwaldhochstrasse.de/3.html, abgerufen 12. September 2016