Herrgottswinkel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Herrgottswinkel in einer Bauernstube

Ein Herrgottswinkel ist ein mit einem Kruzifix gestalteter Ort in christlichen Wohnungen oder Häusern. Er liegt oft in einer Zimmerecke („Winkel“). Es ist Brauch, ihn mit Heiligenbildern, Ikonen, Kerzen, Spitzen, dem Palmzweig, einem Sträußchen von der Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt oder mit anderen Blumen zu schmücken. Teils dient der Herrgottswinkel auch als Aufbewahrungsort für den Rosenkranz, die Bibel oder das Gesangbuch. Der Rosenkranz wird dabei zuweilen so über das Kruzifix oder Bilder des Herzens Jesu und unbefleckten Herzens Mariä gehängt, dass er die Umrisse eines Herzens bildet.

Herrgottswinkel findet man in ganz Europa in katholischen Häusern, eine Entsprechung – dort meist ein Wandbrett mit einer oder mehreren Ikonen – oft auch in orthodoxen. Vielfach findet man Herrgottswinkel auch in Wirtshäusern im süddeutschen und österreichischen Raum. Der Herrgottswinkel wird dabei charakteristischerweise dort eingerichtet, wo er beim Betreten des Raumes und vom Tisch der Stube aus gesehen werden kann.

Traditionell setzt sich die Familie bei häuslichen Andachten auf die Bank unter den Herrgottswinkel. In Wirtshäusern diente der Herrgottswinkel, vergleichbar mit Darstellungen des Auges Gottes an solchen Orten, dazu, die Gäste zu gemahnen, sich in Wort und Tat zurückzuhalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herrgottswinkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Herrgottswinkel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]