Herrieden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herrieden
Herrieden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herrieden hervorgehoben
Koordinaten: 49° 14′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 423 m ü. NHN
Fläche: 81,71 km2
Einwohner: 7895 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91567
Vorwahlen: 09825, 09804, 09855
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 166
Stadtgliederung: 39 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Herrnhof 10
91567 Herrieden
Webpräsenz: www.herrieden.de
Bürgermeister: Alfons Brandl (CSU)
Lage der Stadt Herrieden im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-RiesAnsbachFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenUnterer WaldLehrbergAdelshofen (Mittelfranken)Bechhofen (Mittelfranken)Bruckberg (Mittelfranken)Buch am WaldBurkColmbergDentlein am ForstDiebachDietenhofenDinkelsbühlDombühlEhingen (Mittelfranken)FeuchtwangenFlachslandenGebsattelGerolfingenGeslauHeilsbronnInsingenLangfurthLeutershausenLichtenau (Mittelfranken)Merkendorf (Mittelfranken)MönchsrothNeuendettelsauNeusitzOberdachstettenOhrenbachPetersaurachRöckingenRothenburg ob der TauberRüglandSachsen bei AnsbachSchillingsfürstSchnelldorfSchopfloch (Mittelfranken)SteinsfeldUnterschwaningenWassertrüdingenWeidenbach (Mittelfranken)WeihenzellWeiltingenWettringen (Mittelfranken)WiesethWindelsbachWindsbachWittelshofenWörnitz (Gemeinde)Wolframs-EschenbachWilburgstettenOrnbauMitteleschenbachHerriedenDürrwangenBurgoberbachAurach (Landkreis Ansbach)ArbergBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Herrieden, Luftaufnahme (2016)
Storchenturm und Altmühlbrücke
Das ehemalige Schloss
Fachwerkbau und ehemaliges Spital
Fronveste
Der Kasten
Gabrielihaus
Poststall
Brothaus (ehemaliges Rathaus)
Pfarrhaus
Jungfernhaus (ehemaliges Amtsknechthaus)

Herrieden ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrieden liegt am Oberlauf der Altmühl im Mittelpunkt des Städtefünfecks Rothenburg ob der TauberFeuchtwangenDinkelsbühlGunzenhausenAnsbach.

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Ansbach, Burgoberbach, Bechhofen, Wieseth, Feuchtwangen, Aurach und Leutershausen.

Der Ort liegt in der Metropolregion Nürnberg.

Stadtteile/Gemeindeorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrieden hat 39 amtlich benannte Ortsteile:[2]

Daneben gibt es fünf nicht amtlich benannte Ortsteile: Kugelmühle, Pfeifhaus, Rösmühle, Schreinermühle und Urbansmühle.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Herrieden beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 700 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

782 gründete der fränkische Grundherr Cadolt auf dem Gebiet der heutigen Kirche Unserer Lieben Frau ein Benediktinerkloster und schenkte es dem Frankenkönig Karl. Dieser setzte seinen Vertrauten und Beichtvater Deocar als ersten Abt ein. Deocar spielte eine führende Rolle bei der Christianisierung des Landes. Das Kloster hatte jedoch nicht nur einen berühmten ersten Abt, sondern lag auch in verkehrsgünstiger Lage, da einerseits die Altmühl eine Wasserstraße bildete und andererseits die Handelsstraße DonauwörthFürth an dieser Stelle vorbeiführte. Dennoch bedeutete die Urbarmachung des Landes viel Arbeit. Auf diese Tatsache gehen wohl die Wurzeln des Ortsnamens zurück: Hasareod bedeutet Roden und Urbarmachen von unwirtlichem Land, die Hauptaufgabe der Mönche in der ersten Phase der Ansiedlung. Der Name wurde später zu Hasenried und dann zu Herrenried, ehe das neuzeitliche Herrieden daraus entstand.

Schon 791 hatte das Kloster umfangreiche Besitztümer: Melk, die heutige Partnerstadt, Grünz und Pielach in Niederösterreich gehörten dazu.

793 besuchte Karl der Große Deocar in Herrieden.

796, als Deocar Schwierigkeiten mit einigen seiner Mönche bekam, schaltete sich Alkuin, der wichtigste Theologe unter Karl dem Großen, persönlich ein. Wenige Jahre später trat Deocar mehrfach als Sendgraf (Königsbote) Karls in Erscheinung.

797 wurde Herrieden erstmals urkundlich genannt.

802 wurde dem Kloster Herrieden das Patronatsrecht über die Salvatorkirche in Duisburg verliehen.

Abt Luitpert von Herrieden wurde 863 Erzbischof von Mainz. 865 fungierte er als Bürge in einem Vertrag zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen. 870 schließlich wurde er Erzkaplan und Erzkanzler des Reiches. 887 zog er von Herrieden nach Ellwangen.

888 wurde das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt und unterstand nunmehr einem Propst bzw. dem Bischof von Eichstätt. Die ersten Gebäude rund um die Stiftskirche, die die Chorherren errichten ließen, stammen aus dieser Zeit.

Im 10. Jahrhundert hatte Herrieden unter mehreren Ungarneinfällen zu leiden. Daraufhin wurde mit der Stadtbefestigung begonnen. Das 1122 erstmals urkundlich erwähnte Stadtschloss geht auf diese Ursprünge ebenso wie die Errichtung der Stadtmauer zurück.

1230 erhielt das befestigte Herrieden das Stadtrecht.

1305 hinterließ ein Brand verheerende Schäden in der Stadt.

1316 wurde die Stadt ein Opfer Ludwigs des Bayern. Er ließ große Teile Herriedens zerstören. 1314 war Ludwig IV. der Bayer deutscher König und mit ihm gleichzeitig Friedrich der Schöne gewählt worden. In diesem Konflikt stand Herrieden auf der Seite Friedrichs der Schönen und widersetzte sich König Ludwig. Im Laufe dieser Kämpfe wurde auch der feste Platz Herrieden von Ludwig belagert, wobei er Unterstützung durch die „Ballistikexperten“ aus Nürnberg erhielt. Die Verteidiger unter Kraft von Hohenlohe konnten sich mit einem wilden Gegenstoß aus der brennenden Stadt befreien, der Ort jedoch wurde nach langer Belagerung erstürmt, die Mauern und Türme geschleift. Am 23. und 24. März 1316 hielt sich König Ludwig im Lager vor Herrieden auf. Der Ort wurde geplündert, Ludwig ließ die Gebeine des Hl. Deokar erheben, schenkte einen Teil davon den Nürnberger Unterstützungstruppen und nahm einen Teil mit in seine Münchner Residenz (wo sie den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fielen). In Nürnberg wurde Deokar, neben St. Sebald und dem Hl. Lorenz der dritte Stadtheilige.[3]

1358 erhielt das Chorherrenstift Herrieden von Kaiser Karl IV. eine vergoldete Monstranz, eine Reliquie des heiligen Veit sowie einen Schutzbrief für das Stift. Die Gaben des Kaisers befinden sich noch heute im Besitz der Kirche.

1470 gehörte Jakob Fugger zu den Studenten der Stiftsschule.

1490 richtete ein zweiter Stadtbrand großflächige Zerstörungen an.

Ab 1500 lag Herrieden im Fränkischen Reichskreis.

Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens sieben Frauen aus Herrieden wegen Hexerei hingerichtet. Vier der Hinrichtungen fanden 1590 (Margaretha Christin, Anna Schmiedtin, Barbara Scharpfin, Ursula Freiin) und drei 1617 (Alte Wirtin von Großenried, NN, Alte Becken Bärbel) statt. Maria Magdalena Windeisin, alias die Alt Schmidin von Leibelbach wurde aus demselben Grund am 24. November 1617 ca. 70-jährig verhaftet und blieb über Monate standhaft trotz mehrfacher Folter. Ihr Ehemann Abraham Windeisen setzte sich immer wieder mit juristischen Mitteln beim Kastner und Fürstbischof für ihre Freilassung ein und erreichte dies am 31. Oktober 1619 nach knapp zwei Jahren, allerdings trieben ihn die Haftkosten in den Ruin.[4] Spätestens 1617 wurde in Herrieden unter Fürstbischof Johann Christoph von Westerstetten ein eigenes Hexengefängnis eingerichtet ("Gefengnuß, so den bößen Weibern unnd Hexen uferbauet"). Dieses befand sich in einem Stadel der Armenstiftung (sog. Armenhaus, 1956 abgebrochen) neben dem Amtsknechthaus und späteren Jungfernhaus. Es ist das älteste nachweisbare Hexengefängnis in Franken.[5]

1633 forderte der Einfall der Schweden viele Opfer.

1703 und 1704 war Herrieden der Regierungssitz des Eichstätter Fürstbischofs Johann Martin von Eyb, der im Spanischen Erbfolgekrieg hierher geflüchtet war. Er starb hier am 6. Dezember 1704; seine Eingeweide sind in der Stiftskirche bestattet worden.

Von 1792 bis 1806 war Herrieden preußisch, erst danach bayrisch.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1903 wurde Herrieden ans Eisenbahnnetz angeschlossen. 1918 wurde der Marktplatz gepflastert. 1933 wurde in der ehemaligen Zigarrenfabrik ein SA-Lager eingerichtet. 1944 wurde die Heupresse, in der Futter für die Pferde der Wehrmacht abgeliefert werden musste, von einem Flugzeugpiloten in Brand geschossen. Es blieb unklar, ob es sich dabei um den Sabotageakt eines deutschen Fliegers gehandelt hatte.

In den 1960er Jahren wurde zunächst der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Ansbach–Bechhofen, dann der gesamte Eisenbahnverkehr auf dieser Strecke eingestellt. Die Strecke, die sich nie rentiert hat, wurde später zurückgebaut.

2010 wurde das Museum auf dem Weg eröffnet; acht Stationen und der Laufsteg der Geschichte erzählen seither die Stadtgeschichte innerhalb und unmittelbar vor der Stadtmauer.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Elbersroth, Heuberg, Hohenberg, Lammelbach, Rauenzell, Roth und Stadel eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Neunstetten und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Aichau und Oberschönbronn hinzu.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Herrieden

Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2015
Einwohner 997 1093 1117 1068 1077 1041 991 1072 1027 991 969 935 1011 1041 1071 1102 1108 1182 1851 2085 2251 2510 6250 7187 7718 7830
Häuser[7] 316 231 234 274 205 218 262 394 1636
Quelle [8] [9] [10] [11] [10] [12] [10] [10] [13] [10] [10] [14] [10] [10] [10] [15] [10] [10] [10] [16] [17] [18] [19] [20]

Ort Herrieden

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 975 1067 1047 1009 1003 909 1077 2041 2213 2486 3011
Häuser[7] 312 226 271 202 214 258 390 806
Quelle [8] [9] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern und Bürgermeister Alfons Brandl (CSU).

  • CSU: 7 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • FW0: 3 Sitze
  • Fortschrittliche Bürger0: 4 Sitze
  • BürgerForumHerrieden: 4 Sitze

(Stand: Kommunalwahl im März 2014)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Stadt zeigt einen aufrecht sitzenden goldenen Hasen auf rotem Schildgrund, der ein silbernes Pedum (Bischofsstab) in den Vorderpfoten hält.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte der Stadt Herrieden sind:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Storchenturm gehört zu den wenigen Gebäuden im Altmühltal, auf denen Störche nisten. Nachdem der Turm 1316 durch Ludwig den Bayern zerstört worden war, wurde er 1340 unter Bischof Heinrich V. Schenk von Reicheneck wieder aufgebaut. Der Torbogen wird nach wie vor für den fahrenden Verkehr genutzt.

  • Steinerne Altmühlbrücke

Die steinerne Brücke über die Altmühl erhielt ihre heutige Gestalt 1711. Ein Vorgängerbauwerk wird aber schon 836 n. Chr. urkundlich erwähnt; dies ist der älteste bekannte urkundliche Nachweis eines Brückenbaus in Mittelfranken. Die Brücke wird heute für den Kraftfahrzeugverkehr genutzt, der das Tor im Storchenturm passiert, wohingegen andere Verkehrsteilnehmer über einen benachbarten Steg und durch einen Durchgang in der Stadtmauer in die Altstadt gelangen können.

Im 12. Jahrhundert war die Anlage der Sitz der Herren von Herrieden. Ludwig der Bayer ließ sie 1316 zerstören; der Wiederaufbau erfolgte 1342. Dieses Nachfolgebauwerk wurde 1633 von den Schweden in Schutt und Asche gelegt. Von 1685 bis 1717 wurden die Überreste zu einer fürstbischöflichen Brauerei umgebaut. Ab 1802 hatte hier eine Privatbrauerei ihren Sitz.

Das Gebäude, das heute die Stadtbücherei beherbergt, wurde um 1492 als Amts- und Wohnsitz des Stiftspropstes errichtet. Seit 1988 ist das Bauwerk in städtischem Besitz.

  • Ehemaliges Spital

Am Standort des heutigen Alten- und Pflegeheimes befand sich schon seit 1476 ein Spital. Dieser erste Bau fiel allerdings dem Brand Herriedens im Jahr 1490 zum Opfer, ein späteres Gebäude der Brandschatzung durch die Schweden 1633. Das Spital wurde jedoch am gleichen Standort wieder errichtet. Ab 1840 diente es als Choleraquarantänestation des Landkreises Feuchtwangen, von 1884 bis 1979 als städtisches Krankenhaus.

Die Fronveste war ursprünglich ein Wehrturm mit viereckigem Grundriss. In den Jahren 1415 bis 1429 wurde sie durch einen halbrunden Vorbau verstärkt, der besseren Schutz gegen Kanonenbeschuss versprach. Bis 1901 diente das Gebäude als Gefängnis, heute findet es als Geschäfts- und Wohnhaus Verwendung.

  • Kasten

Das heutige Pfarrheim stammt aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Unter dem Fürstbischof Gabriel von Eyb und später wurden hier die Abgaben der zinspflichtigen Bürger gesammelt und gelagert; später diente das Bauwerk zu wechselnden Zwecken. Es wurde in den Jahren 1997 bis 2000 komplett renoviert.

  • Gabrielihaus

Das Gebäude, das heute ein Wohnheim der Lebenshilfe beherbergt, diente im 18. Jahrhundert als fürstbischöfliches Amtshaus, war also der Verwaltungssitz Herriedens. Später waren Amtsgericht, Landgericht, Notariat und Rentamt und ab 1921 das Finanzamt der Stadt hier untergebracht. Das Gebäude aus dem 17. Jahrhundert wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts durch den Eichstätter Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli verändert.

  • Poststall

Nur dreizehn Jahre lang, von 1890 bis 1903, diente der Poststall seinem geplanten Zweck. Die Einrichtung wurde mit dem Anschluss Herriedens an das Eisenbahnnetz überflüssig.

  • Brothaus (ehemaliges Rathaus)

Das Brothaus diente von 1835 bis 1944 als Rathaus. 1752 erhielt es seine heutige Gestalt. An dem Haus ist aber noch das Wappen des Stiftspropstes Bernhard Arzat zu sehen, das von einem Vorgängerbau stammt.

  • Heutiges Rathaus

Seit 1945 wird das Gebäude als Rathaus verwendet, das 1901 als Königlich Bayrisches Amtsgericht errichtet wurde. Ein Gedenkstein vor dem Bau erinnert an die Opfer der Kriege. Ein weiteres Kriegerdenkmal befindet sich bei der Stiftskirche.

  • Pfarrhaus

Erbaut nach Plänen von Gabriel der Gabrieli und mit einer Innenausstattung von Maurizio Pedetti versehen, diente das Pfarrhaus bis 1806 als Sitz des Stiftsdechanten.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stiftskirche und Wohnhaus des Stiftspropstes (rechts)
St. Martin

1071 wurde die ursprüngliche Kirche unter Bischof Gundekar II. geweiht. 1490 bis 1533 wurde das Bauwerk vergrößert und in spätgotischem Stil gestaltet. Die Ausstattung von Gabriel de Gabrieli ist barock und stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Am 14. Juli 2010 erhob Papst Benedikt XVI. die Stiftskirche zur Basilica minor.

Die barocke Gestaltung, in der sich die Kirche heute präsentiert, geht auf Gabrieli zurück. Die Bergkirche St. Martin gehört jedoch zu den ältesten Kirchen des oberen Altmühltals und dürfte ursprünglich eine andere Gestalt gehabt haben.

Mit der Christuskirche hat Herrieden seit 1951 auch eine evangelische Kirche.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heilige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiliger Abt Deocar, Patron der Stadt Herrieden

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Arbeitgeber in Herrieden sind:

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1903 bis 1966 hatte Herrieden einen Bahnhof an der Bahnstrecke Leutershausen-Wiedersbach–Bechhofen. Im Volksmund hieß die Bahn das „Bockerla“.

Telefonvorwahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Herrieden gilt die Vorwahl 09825. Abweichend hiervon muss man nach Elbersroth, Gräbenwinden, Leukersdorf, Sickersdorf und Stadel die 09804 sowie nach Böckau, Buschhof und Oberschönbronn die 09855 vorwählen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadt Herrieden (Hrsg.): Herrieden. Stadt an der Altmühl. Fritz Majer & Sohn, Leutershausen 1982, ISBN 3-922175-08-2.
  • Herrieden 1225 Jahre: 782/83 bis 2007/2008; Zeitfenster in die Vergangenheit. Stadt Herrieden, Herrieden 2013, ISBN 978-3-00-041834-1.
  • Johann Kaspar Bundschuh: Herrieden. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 607–631 (Digitalisat).
  • Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Feuchtwangen (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 21). Deutscher Kunstverlag, München 1964, DNB 453909426, S. 66–84.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herrieden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Herrieden in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Hermann Dallhammer: Herrieden, Stadt an der Altmühl. Majer, Leutershausen 1982, ISBN 3-922175-08-2, S. 135–136.
  4. Stürzl, Heinrich: Zur Hexenverfolgung im Oberen Stift des Hochstifts Eichstätt. Nachtrag zu: Hinrichtungen wegen Hexerei in Eichstätt. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Selbstverlag, München. 2016, S. 133 f.
  5. Thoma, Hermann: Zur Hexenverfolgung in den oberstiftischen Ämtern des Hochstifts Eichstätt und ihren Randgebieten – Teil II. In: Alt-Gunzenhausen. Hrsg. Verein für Heimatkunde Gunzenhausen. Gunzenhausen. 2006, S. 63 ff.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 461.
  7. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  8. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 39 (Digitalisat). Für die Gemeinde Herrieden zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Mühlbruck (S. 61).
  9. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 155–156 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis 1953 hatte die Gemeinde 1049 Einwohner.
  10. a b c d e f g h i j k l Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 171, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  11. a b Joseph Heyberger (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabethischem Ortslexikon. Literar.-artist. Anst. der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1024, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1189, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, ... sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1120 (Digitalisat).
  14. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1188 (Digitalisat).
  15. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1225 (Digitalisat).
  16. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1056 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 776 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 328 (Digitalisat).
  20. Herrieden: Amtliche Statistik des LfStat