Herrieden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herrieden
Herrieden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herrieden hervorgehoben
49.23305555555610.497777777778423Koordinaten: 49° 14′ N, 10° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 423 m ü. NHN
Fläche: 81,71 km²
Einwohner: 7636 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91567
Vorwahlen: 09825, 09804 (Elbersroth, Gräbenwinden, Leukersdorf, Sickersdorf, Stadel), 09855 (Böckau, Buschhof, Oberschönbronn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 166
Stadtgliederung: 39 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Herrnhof 10
91567 Herrieden
Webpräsenz: www.herrieden.de
Bürgermeister: Alfons Brandl (CSU)
Lage der Stadt Herrieden im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Storchenturm und Altmühlbrücke
Das ehemalige Schloss
Fachwerkbau und ehemaliges Spital
Fronveste
Der Kasten
Gabrielihaus
Poststall
Brothaus (ehemaliges Rathaus)
Pfarrhaus

Herrieden ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Herrieden liegt am Oberlauf der Altmühl im Mittelpunkt des Städtefünfecks Rothenburg ob der TauberFeuchtwangenDinkelsbühlGunzenhausenAnsbach.

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Ansbach, Burgoberbach, Bechhofen, Wieseth, Feuchtwangen, Aurach und Leutershausen.

Der Ort liegt in der Metropolregion Nürnberg.

Stadtteile/Gemeindeorte[Bearbeiten]

Herrieden besteht aus 39 Stadtteilen:

Klima[Bearbeiten]

In Herrieden beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 700 mm.

Geschichte[Bearbeiten]

782 gründete der fränkische Grundherr Cadolt auf dem Gebiet der heutigen Kirche Unserer Lieben Frau ein Benediktinerkloster und schenkte es dem Frankenkönig Karl. Dieser setzte seinen Vertrauten und Beichtvater Deocar als ersten Abt ein. Deocar spielte eine führende Rolle bei der Christianisierung des Landes. Das Kloster hatte jedoch nicht nur einen berühmten ersten Abt, sondern lag auch in verkehrsgünstiger Lage, da einerseits die Altmühl eine Wasserstraße bildete und andererseits die Handelsstraße Donauwörth-Fürth an dieser Stelle vorbeiführte. Dennoch bedeutete die Urbarmachung des Landes viel Arbeit. Auf diese Tatsache gehen wohl die Wurzeln des Ortsnamens zurück: Hasareod bedeutet Roden und Urbarmachen von unwirtlichem Land, die Hauptaufgabe der Mönche in der ersten Phase der Ansiedlung. Der Name wurde später zu Hasenried und dann zu Herrenried, ehe das neuzeitliche Herrieden daraus entstand.

Schon 791 hatte das Kloster umfangreiche Besitztümer: Melk, die heutige Partnerstadt, Grünz und Pielach in Niederösterreich gehörten dazu.

793 besuchte Karl der Große Deocar in Herrieden.

796, als Deocar Schwierigkeiten mit einigen seiner Mönche bekam, schaltete sich Alkuin, der wichtigste Theologe unter Karl dem Großen, persönlich ein. Wenige Jahre später trat Deocar mehrfach als Sendgraf (Königsbote) Karls in Erscheinung.

802 wurde dem Kloster Herrieden das Patronatsrecht über die Salvatorkirche in Duisburg verliehen.

Abt Luitpert von Herrieden wurde 863 Erzbischof von Mainz. 865 fungierte er als Bürge in einem Vertrag zwischen Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen. 870 schließlich wurde er Erzkaplan und Erzkanzler des Reiches. 887 zog er von Herrieden nach Ellwangen.

888 wurde das Kloster in ein Chorherrenstift umgewandelt und unterstand nunmehr einem Propst bzw. dem Bischof von Eichstätt. Die ersten Gebäude rund um die Stiftskirche, die die Chorherren errichten ließen, stammen aus dieser Zeit.

Im 10. Jahrhundert hatte Herrieden unter mehreren Ungarneinfällen zu leiden. Daraufhin wurde mit der Stadtbefestigung begonnen. Das 1122 erstmals urkundlich erwähnte Stadtschloss geht auf diese Ursprünge ebenso wie die Errichtung der Stadtmauer zurück.

1230 erhielt das befestigte Herrieden das Stadtrecht.

1305 hinterließ ein Brand verheerende Schäden in der Stadt.

1316 wurde die Stadt ein Opfer Ludwigs des Bayern. Er ließ große Teile Herriedens zerstören.

1358 erhielt das Chorherrenstift Herrieden von Kaiser Karl IV. eine vergoldete Monstranz, eine Reliquie des heiligen Veit sowie einen Schutzbrief für das Stift. Die Gaben des Kaisers befinden sich noch heute im Besitz der Kirche.

1470 gehörte Jakob Fugger zu den Studenten der Stiftsschule.

1490 richtete ein zweiter Stadtbrand großflächige Zerstörungen an.

Ab 1500 lag Herrieden im Fränkischen Reichskreis. Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens fünf Frauen und ein Mann aus Herrieden wegen Hexerei angeklagt und zum Tode verurteilt. Vier der Hinrichtungen fanden in den Jahren 1590 bis 1593 statt, sowie zwei weitere 1629.

1633 forderte der Einfall der Schweden viele Opfer.

1703 und 1704 war Herrieden der Regierungssitz des Eichstätter Fürstbischofs Johann Martin von Eyb, der im Spanischen Erbfolgekrieg hierher geflüchtet war. Er starb hier am 6. Dezember 1704; seine Eingeweide sind in der Stiftskirche bestattet worden.

Von 1792 bis 1806 war Herrieden preußisch, erst danach bayrisch. 1903 wurde Herrieden ans Eisenbahnnetz angeschlossen. 1918 wurde der Marktplatz gepflastert. 1933 wurde in der ehemaligen Zigarrenfabrik ein SA-Lager eingerichtet. 1944 wurde die Heupresse, in der Futter für die Pferde der Wehrmacht abgeliefert werden musste, von einem Flugzeugpiloten in Brand geschossen. Es blieb unklar, ob es sich dabei um den Sabotageakt eines deutschen Fliegers gehandelt hatte.

In den 1960er Jahren wurde zunächst der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Ansbach-Bechhofen, dann der gesamte Eisenbahnverkehr auf dieser Strecke eingestellt. Die Strecke, die sich nie rentiert hat, wurde später zurückgebaut.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Elbersroth, Heuberg, Hohenberg, Lammelbach, Rauenzell, Roth und Stadel eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Neunstetten und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Aichau und Oberschönbronn hinzu.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Stadt Herrieden mit eingemeindeten Ortsteilen:

Jahr 1939 1950 1961 1979 2004 2009
Einwohnerzahl 3918 5878 5215 5794 8046 7622

Stadt Herrieden ohne eingemeindete Ortsteile:

Jahr 1910[3] 1933 1939[4]
Einwohnerzahl 1041 1108 1185

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern und Bürgermeister Alfons Brandl (CSU).

  • CSU: 7 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • FW0: 3 Sitze
  • Fortschrittliche Bürger0: 4 Sitze
  • BürgerForumHerrieden: 4 Sitze

(Stand: Kommunalwahl im März 2014)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt zeigt einen aufrecht sitzenden goldenen Hasen auf rotem Schildgrund, der ein silbernes Pedum (Bischofsstab) in den Vorderpfoten hält.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte der Stadt Herrieden sind Bockau in Sachsen und die Stadt Melk in Österreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten]

  • Storchenturm

Der Storchenturm gehört zu den letzten Gebäuden im Altmühltal, auf denen noch Störche nisten. Nachdem der Turm 1316 durch Ludwig den Bayern zerstört worden war, wurde er 1340 unter Bischof Heinrich V. Schenk von Reicheneck wieder aufgebaut. Der Torbogen wird nach wie vor für den fahrenden Verkehr genutzt.

  • Steinerne Altmühlbrücke

Die steinerne Brücke über die Altmühl erhielt ihre heutige Gestalt 1711. Ein Vorgängerbauwerk wird aber schon 836 n. Chr. urkundlich erwähnt; dies ist der älteste bekannte urkundliche Nachweis eines Brückenbaus in Mittelfranken. Die Brücke wird heute für den Kraftfahrzeugverkehr genutzt, der das Tor im Storchenturm passiert, wohingegen andere Verkehrsteilnehmer über einen benachbarten Steg und durch einen Durchgang in der Stadtmauer in die Altstadt gelangen können.

  • Ehemaliges Schloss

Im 12. Jahrhundert war die Anlage der Sitz der Herren von Herrieden. Ludwig der Bayer ließ sie 1316 zerstören; der Wiederaufbau erfolgte 1342. Dieses Nachfolgebauwerk wurde 1633 von den Schweden in Schutt und Asche gelegt. Von 1685 bis 1717 wurden die Überreste zu einer fürstbischöflichen Brauerei umgebaut. Seit 1802 hat hier eine Privatbrauerei ihren Sitz.

Das Gebäude, das heute die Stadtbücherei beherbergt, wurde um 1492 als Amts- und Wohnsitz des Stiftspropstes errichtet. Seit 1988 ist das Bauwerk in städtischem Besitz.

  • Ehemaliges Spital

Am Standort des heutigen Alten- und Pflegeheimes befand sich schon seit 1476 ein Spital. Dieser erste Bau fiel allerdings dem Brand Herriedens im Jahr 1490 zum Opfer, ein späteres Gebäude der Brandschatzung durch die Schweden 1633. Das Spital wurde jedoch am gleichen Standort wieder errichtet. Ab 1840 diente es als Choleraquarantänestation des Landkreises Feuchtwangen, von 1884 bis 1979 als städtisches Krankenhaus.

  • Fronveste

Die Fronveste war ursprünglich ein Wehrturm mit viereckigem Grundriss. In den Jahren 1415 bis 1429 wurde sie durch einen halbrunden Vorbau verstärkt, der besseren Schutz gegen Kanonenbeschuss versprach. Bis 1901 diente das Gebäude als Gefängnis, heute findet es als Geschäfts- und Wohnhaus Verwendung.

  • Kasten

Das heutige Pfarrheim stammt aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Unter dem Fürstbischof Gabriel von Eyb und später wurden hier die Abgaben der zinspflichtigen Bürger gesammelt und gelagert; später diente das Bauwerk zu wechselnden Zwecken. Es wurde in den Jahren 1997 bis 2000 komplett renoviert.

  • Gabrielihaus

Das Gebäude, das heute ein Wohnheim der Lebenshilfe beherbergt, diente im 18. Jahrhundert als fürstbischöfliches Amtshaus, war also der Verwaltungssitz Herriedens. Später waren Amtsgericht, Landgericht, Notariat und Rentamt und ab 1921 das Finanzamt der Stadt hier untergebracht.

  • Poststall

Nur dreizehn Jahre lang, von 1890 bis 1903, diente der Poststall seinem geplanten Zweck. Die Einrichtung wurde mit dem Anschluss Herriedens an das Eisenbahnnetz überflüssig.

  • Brothaus (ehemaliges Rathaus)

Das Brothaus diente von 1835 bis 1944 als Rathaus. 1752 erhielt es seine heutige Gestalt. An dem Haus ist aber noch das Wappen des Stiftspropstes Bernhard Arzat zu sehen, das von einem Vorgängerbau stammt.

  • Heutiges Rathaus

Seit 1945 wird das Gebäude als Rathaus verwendet, das 1901 als Königlich Bayrisches Amtsgericht errichtet wurde. Ein Gedenkstein vor dem Bau erinnert an die Opfer der Kriege. Ein weiteres Kriegerdenkmal befindet sich bei der Stiftskirche.

  • Pfarrhaus

Erbaut nach Plänen Gabrielis und mit einer Innenausstattung von Maurizio Pedetti versehen, diente das Pfarrhaus bis 1806 als Sitz des Stiftsdechanten.

Kirchen[Bearbeiten]

Stiftskirche und Wohnhaus des Stiftspropstes (rechts)
St. Martin

1071 wurde die ursprüngliche Kirche unter Bischof Gundekar II. geweiht. 1490 bis 1533 wurde das Bauwerk vergrößert und in spätgotischem Stil gestaltet. Die Innenausstattung von Gabriel de Gabrieli ist barock und stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Am 14. Juli 2010 erhob Papst Benedikt XVI. die Stiftskirche zur Basilica minor.

Die barocke Gestaltung, in der sich die Kirche heute präsentiert, geht auf Gabrieli zurück. Die Bergkirche St. Martin gehört jedoch zu den ältesten Kirchen des oberen Altmühltals und dürfte ursprünglich eine andere Gestalt gehabt haben.

  • Christuskirche

Mit der Christuskirche hat Herrieden seit 1951 auch eine evangelische Kirche.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Herrieden

Heilige[Bearbeiten]

  • Heiliger Abt Deocar, Gründer und Patron der Stadt Herrieden

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die größten Arbeitgeber in Herrieden sind:

  • Möbelwerk Schüller (Einbauküchen) mit über 1000 Beschäftigten
  • Firma Sielaff (Automaten) mit 450 Beschäftigten
  • Firma Nägelein-Carlo Colucci (Textilien) mit 190 Beschäftigten
  • Firma Hapa (Rollläden und Kunststofffenster) mit 400 Beschäftigten
  • geobra Brandstätter (Playmobil und Lechuza), Spielwarenbranche und Pflanzkübeln

Verkehr[Bearbeiten]

Von 1903 bis 1966 hatte Herrieden einen Bahnhof an der Bahnstrecke Leutershausen-Wiedersbach–Bechhofen. Im Volksmund hieß die Bahn das „Bockerla“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 461
  3. Gemeindeverzeichnis.de, Bezirksamt Feuchtwangen
  4. Geschichte-on-Demand.de, Landkreis Feuchtwangen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herrieden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien