Herrngiersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Herrngiersdorf
Herrngiersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Herrngiersdorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 47′ N, 12° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Verwaltungs­gemeinschaft: Langquaid
Höhe: 405 m ü. NHN
Fläche: 25,15 km²
Einwohner: 1224 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 84097
Vorwahl: 09452
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 127
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 24
84085 Langquaid
Webpräsenz: www.herrngiersdorf.de
Bürgermeister: Josef Barth (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Herrngiersdorf im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
Über dieses Bild

Herrngiersdorf ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Langquaid.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrngiersdorf liegt in der Region Regensburg südöstlich von Langquaid.

Es existieren die Gemarkungen Herrngiersdorf, Sandsbach, Semerskirchen und Sittelsdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonscherben mit Bandkeramik sowie Arbeitsgeräte aus graugrünem Schiefergestein verweisen auf die jungsteinzeitliche Besiedelung des Gemeindegebietes. Auch Urnenfelder aus der Bronzezeit wurden gefunden. In nächster Umgebung befinden sich eine Anzahl Hügelgräber. Auf einer Anhöhe liegen zwei Keltenschanzen. Vermutlich führte eine römische Heerstraße durch das Gemeindegebiet.

Giebelsdorf, das wohl vom Personennamen Gebi herrührt, wird 1135 erstmals erwähnt, es kann sich dabei aber auch um Kleingiersdorf (Gemeinde Saal a.d.Donau) handeln. Der unterscheidende Zusatz Herrn geht auf den Ortsadel zurück, der im Beleg von 1380 erkennbar ist. Über Herrn-Gießdorf (1591) und Herren Giersdorf bzw. Herren Giestorf (1796) wurde 1832 schließlich Herrngiersdorf.

Herrngiersdorf, ehemalige Hofmark, wird von dem imposanten Bau des Schlosses geprägt. Von 1654 bis 1822 waren die Freiherren von Guggemos Inhaber der Hofmark. In der Filialkirche erinnern noch Grabsteine an Mitglieder der Familie. In kirchlicher Hinsicht gehört Herrngiersdorf zur Pfarrei Sandsbach.

Mit dem zweiten Gemeindeedikt entstand 1818 die politische Gemeinde Herrngiersdorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Sittelsdorf eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1975 kam Semerskirchen hinzu. Ein Teil der aufgelösten Gemeinde Sandsbach folgte am 1. Januar 1978.[3]

Der heutige Ortsteil Sandsbach unterstand von 1043 bis 1803 als Propstei und Hofmark dem Kloster Geisenfeld.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1970 wurden auf dem Gebiet der Gemeinde 1018, 1987 dann 1010 und im Jahr 2013 schließlich 1216 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Barth. (Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2013 umgerechnet 2391 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1794 T€.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau auf silbernem Wellenschildfuß schwimmend ein silberner Schwan, darüber ein silberner Zickzackbalken.

Der schwimmende Schwan nimmt in reduzierter Form das Wappen der für Herrngiersdorf bedeutsamen Familie von Guggemos auf, deren Symbol ein durch Schilf schwimmender Schwan war. Der Zickzackbalken stammt aus dem Klosterwappen von Geisenfeld und versinnbildlicht dessen enge Verbindung mit der bis 1978 selbstständigen Gemeinde Sandsbach.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Herrngiersdorf. Es wurde ursprünglich als Wasserschloss angelegt und im Jahr 1709 anstelle des alten Schlosses von Albrecht von Guggenmos neu erbaut. Seit 1899 ist es im Besitz der Familie Pausinger.
  • Filialkirche St. Martin in Herrngiersdorf. Das spätromanische Bauwerk stammt aus dem 13. Jahrhundert und hat einen spätgotischen Chor. Martin Bader schuf bei der Barockisierung 1740 die Stuckierung. Vor dem Hauptaltar ruht in einer Gruft der Diener Gottes Bernhard Lehner aus Herrngiersdorf, der im Ruf der Heiligkeit starb.
  • Pfarrkirche Semerskirchen Mariä Himmelfahrt. Langhaus und Turmunterbau des malerisch über dem Dorfweiher stehenden Bauwerks sind spätromanisch (2. Hälfte des 12. Jahrhunderts, 1273 wird das Gotteshaus in Sanctmarienchirchen erwähnt). Nach starken Schäden im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche wieder aufgebaut, barockisiert und erhielt um 1710 die markante, schindelgedeckte Haube. Das Deckenfresko zeigt die Himmelfahrt Mariens. Wohl aus der Erbauungszeit der Kirche befindet sich links vor dem Chor ein romanischer Taufstein, er wird der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zugeordnet. Das runde, schmucklose Becken steht auf einem quadratischem Ständer mit einfacher Randleiste. Tagsüber ist die Kirche geöffnet und kann bis zu einem, den eigentlichen Kirchenraum sichernden Eisengitter besichtigt werden, der Eingang befindet sich im Untergeschoss des Turmes, in dem auch Kniebänke aufgestellt sind. [4] Die Kirche verfügt über ein schönes Geläut: die große, sowie die drei kleinen Glocken wurden im Jahr 1950 von Karl Czudnochowsky/Erding gegossen. Die zweitgrößte Glocke stammt aus der Gießerei Spannagl/Regensburg und entstand im Jahr 1850.

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Herrngiersdorf

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 2013 nach der amtlichen Statistik im Bereich Unternehmensdienstleister 14, im produzierenden Gewerbe 518 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 8 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 485 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1025. Zum Jahr 2014 waren im verarbeitenden Gewerbe 2 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe gemeldet. Zudem bestanden im Jahr 2010 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1771 ha, davon waren 1660 ha Ackerfläche und 108 ha Dauergrünfläche.

Die Schlossbrauerei Herrngiersdorf existiert seit dem Jahre 1131 und bezeichnet sich als die älteste Privatbrauerei der Welt.

Der Landmaschinenhersteller ROPA ist im Gemeindebereich ansässig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2014):

  • Kindergärten: 35 Kindergartenplätze mit 39 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 4 Lehrern und 66 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Lehner (1930–1944) („Diener Gottes“), dessen Seligsprechungsprozess im Jahr 1951 eingeleitet wurde[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 563.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610.
  4. Hans-Dieter Becher: Landshut. Die Stadt Landshut und das Landgericht Rottenburg. (Teil Altbayern, Reihe I, Band XLIII). Bayerische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.), München 1978, ISBN 3 7696 9906 8.
  5. Ehrwürdiger Diener Gottes Bernhard Lehner aus Herrngiersdorf (1930‐1944) auf Bistum-Regensburg.de, abgerufen am 15. Februar 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herrngiersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien