Herta Dürrbeck

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Herta Dürrbeck (geborene Petermann; * 25. September 1914 in Misburg; † 2. April 1995 in Hannover)[1] war eine deutsche kommunistische Politikerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule in Misburg (1920–1928) und der Städtischen Handelsschule in Hannover (1928/1929) durchlief Herta Dürrbeck eine Ausbildung zur Kontoristin. 1929 trat sie dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands bei. Von 1931 bis 1933 war sie als Schreibkraft bei der Roten Hilfen bis zu deren Verbot tätig. Sie arbeitete später als Arbeiterin in der Kofferfabrik Grebenstein in Hannover. 1934 wurde sie verhaftet und im August 1935 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ vom Oberlandesgericht Hamm zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nachdem sie im Mai 1936 aus der Haft entlassen worden war, wurde sie bis zum Kriegsende unter Polizeiaufsicht gestellt. 1938 heiratete sie Karl Dürrbeck, im Juli 1939 wurde ihr gemeinsamer Sohn Peter geboren. Nach Ausbombung ihrer Wohnung in Hannover zog sie 1943 nach Wietze im Kreis Celle.

Nach Beendigung des Krieges 1945 kehrte sie nach Hannover zurück und trat der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. Von 1945 bis 1949 arbeitete sie als Bürokraft bei der KPD-Bezirksleitung in Hannover. Sie war dort zudem politische Mitarbeiterin für Frauenpolitik und Schulungsarbeit. Von 1949 bis 1953 fungierte sie – auf Vorschlag der KPD – als Beisitzerin des Landesverwaltungsgerichtes. Von 1950 bis 1953 war sie Landessekretärin des Demokratischer Frauenbunds Deutschlands in Niedersachsen. Dürrbeck vertrat die KPD in der zweiten Wahlperiode vom 22. April 1953 bis 5. Mai 1955 im Niedersächsischen Landtag und war politische Mitarbeiterin der KPD-Landesleitung Niedersachsen sowie Mitglied des Sekretariats und der Kaderkommission.

1962 wurde sie wegen ihres Engagements für die mittlerweile verbotene KPD verhaftet und 1964 in Lüneburg zu zehn Monaten Haft verurteilt, die sie im Frauengefängnis in Vechta und im Haftkrankenhaus Lingen verbrachte.

Sie war Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) seit deren Gründung 1968. Von 1968 bis 1989 war sie Mitglied der Schiedskommission der DKP Niedersachsen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bärbel Clemens (Hrsg.): Frauen machen Politik. Parlamentarierinnen in Niedersachsen. Fackelträger-Verlag, Hannover 1996, ISBN 3-7716-1585-2, S. 203ff.
  • Barbara Simon: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994. Biographisches Handbuch. Hrsg. vom Präsidenten des Niedersächsischen Landtages. Niedersächsischer Landtag, Hannover 1996, S. 81.
  • Klaus Mlynek: Dürrbeck, Herta. In: Dirk Böttcher et al. (Hrsg.): Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 100.
  • Klaus Mlynek: Dürrbeck, Herta. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 140
  • Peter Dürrbeck: Karl und Herta Dürrbeck. Aus dem Leben einer hannoverschen Arbeiterfamilie. Schöneworth Verlag, Hannover 2010, ISBN 978-3-9811060-2-2
  • Brunhild Müller-Reiß: Antifaschistische Frauen in Hannover. Zwischen selbstständigem Handeln und Familiensolidarität (= Lo.g.o, Bd. 2), 1. Auflage, Münster: Ed. Assemblage, 2014, 978-3-942885-55-3[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b o. V.: Dürrbeck, Herta in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek in der Version vom 11. August 2006, zuletzt abgerufen am 7. August 2018