Hertha Beuschel-Menze

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeichnet am 28. April 2012 Hertha Beuschel-Menze (rechts) mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg aus.

Hertha Beuschel-Menze (* 1946) ist eine deutsche Lehrerin, Autorin, Lektorin, Stifterin und Herausgeberin, die vor allem Bücher und Materialien zum Lehren und Lernen verfasst oder herausgegeben hat. Ihre Lernboxen, Arbeitshefte, Kopiervorlagen und Bücher erreichen bis heute eine Gesamtauflage von weit über 10 Millionen Exemplaren (gedruckt).

Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beuschel-Menze gründete 1980 den AOL Verlag im Lichtenauer Ortsteil Scherzheim und ist Autorin von über 300 Büchern, Lehr- und Lernmitteln und Apps für verschiedene Verlage (AOL Verlag, Bertelsmann, [Duden], Rowohlt, Hueber u. a.).

Seit 1980 ist sie Mitglied der Grünen und vertrat diese 16 Jahre lang im Gemeinderat Lichtenau oder im Ortschaftsrat Scherzheim. Von 1994 bis 1999 war sie stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeisterin von Lichtenau. Als Gründungs- und Vorstandsmitglied des gemeinnützig anerkannten und überparteilich arbeitenden Grünen Forum Baden kümmert sie sich um die nachhaltige Gestaltung der Heimat in der Region Mittelbaden und um eine zukunftsfähige Kultur - u. a. als 2. Vorsitzende der Singgemeinschaft Scherzheim.

Sie hat als Lehrerin in Gymnasium, Realschule, Haupt- und Grundschule im In- und Ausland unterrichtet.

Als Leiterin der PISA-Redaktion kümmert sie sich jedes Jahr darum, dass die kostenlosen Studienbriefe für Erzieher, Schüler, Eltern, Lehrer und Buchhändler auf den neuesten Stand gebracht werden. Jeweils am vorletzten Montag im September beginnt das Studium zum zertifizierten PISA-Lerntrainer, das im Dezember mit einer Internet-Prüfung abgeschlossen wird. Das Studium ist kostenlos und das Zertifikat bei erfolgreich abgelegter Prüfung ist jeweils für das ganze Folgejahr gültig.

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Sie hat die Diskussion zur Ähnlichkeitshemmung in Deutschland vorangetrieben und dafür gesorgt, dass dieses nach ihrem Entdecker Ranschburg-Phänomen genannte Lernhindernis in allen Veröffentlichungen des AOL-Verlags berücksichtigt wird und erreicht, dass auf das Problem der Ähnlichkeitshemmung in den amtlichen Lehrplänen u. a. von Baden-Württemberg nachdrücklich hingewiesen wird.

Sie verändert das Lernen in der Bundesrepublik Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre grundlegend durch ihre Entwicklung der 5-Fächer-Lernbox aus Vollpappe im AOL-Verlag (für gründliche Lerner) und seit 2002 durch die 3-Fächer-Lernbox bei Lundi-lernen (für eilige Lerner). Ihre Lernkarteien und Lernboxen sind das Vorbild für alle weiteren Lernboxen der großen Schulbuch- und Lernverlage ab Mitte der 90er Jahre und Grundlage für die zahlreichen Lern-Apps, die das neue Lern-Prinzip der analogen und später digitalen Mehrfächer-Lernbox aufgreifen, wie es erstmals 1972 von dem Lernpsychologen Sebastian Leitner entwickelt wurde: Der Lernstoff wird in seine kleinsten noch sinnvollen Lerneinheiten aufgeteilt, in Frage/Antwort-Form umgewandelt und in nacheinander angeordnete Lernfächer gepackt. Gewusster Stoff wird in immer länger werdenden Zeitabständen immer dann wiederholt, wenn er zu verblassen droht, nicht gewusster Stoff wird dagegen täglich wiederholt, bis er "sitzt".

Im Jahr 2005 entwickelt sie gemeinsam mit Giuseppe Graziano und Jörg Horstmann das weltweit erste Lernprogramm für Handys und mit der "studymobile-factory" eine Software, mit der schon Grundschüler eigene Lernprogramme für Handys erstellen können.

Im Jahr 2000 gründet sie mit ihrem Mann die Stiftung Civil-Courage und stattet sie mit einem Stiftungsvermögen von 1 Million DM aus. Ziel der Stiftung ist es, alle Schulen darin zu unterstützen, einmal im Jahr eine Person oder mehrere Personen aus der Schule oder ihrem Umfeld für Civil-Courage auszuzeichnen. Derzeit gibt sie den "Kalender für Civil-Courage" heraus, der seit 2011 von der Pädagogik-Autorin Marianne Fritz-Friedmann erarbeitet wird und im Jahr 2017 abgeschlossen sein wird. Darin werden für jeden Tag im Jahr tagesaktuelle Arbeits- und Informationsblätter erstellt, die ein Ereignis, eine Persönlichkeit oder eine Entwicklung beschreiben, durch die der Aufbau der bürgerlichen Demokratie befördert wurde und wird.

Am 30. Januar 2013 erschien das von ihr lektorierte und herausgegebene weltweit erste perma-book+ im HERMEDIA-Verlag. Sein Titel: 1933 | 2033. 100 Jahre Erinnerungsarbeit. Die Stiftung Civil-Courage stellt das Buch vor, das bis zum Jahr 2033 jährlich über QR-Codes der Druckausgabe aktualisiert wird.

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. April 2012 wurde sie von Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet für ihre politischen, schriftstellerischen, pädagogischen und sozialen Tätigkeiten und Erfolge, die dazu beigetragen haben, dass die PISA-Ergebnisse in Deutschland im internationalen Vergleich nicht noch schlechter ausgefallen sind. Bei der Verleihung der Verdienstmedaille lernt sie auch den Künstler Gunter Demnig kennen und kann danach den Gemeinderat von Lichtenau dazu bewegen, 2013 (80 Jahre nach der Machtergreifung Hitlers) das Projekt "Lichtenau erinnert" zu starten, bei dem durch den Einsatz von Stolpersteinen der jüdischen Mitbürger gedacht werden soll, die im Dritten Reich aus Lichtenau vertrieben und ermordet wurden. Lichtenau hatte in den letzten Jahrhunderten bis knapp 20 % jüdische Mitbürger und verdankte seinen wirtschaftlichen Aufschwung im 19. Jahrhundert zum großen Teil diesen Bürgerinnen und Bürgern.

Hertha Beuschel-Menze ist verheiratet mit Frohmut Menze und hat zwei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]