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Hertie Waren- und Kaufhaus

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Hertie Waren- und Kaufhaus
Hertie-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1. März 1882
Auflösung 1993[1] (Übernahme durch Karstadt)
Sitz Frankfurt am Main

Die Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH war bis zur Übernahme durch Karstadt 1994 einer der führenden Warenhauskonzerne in Deutschland. Die Konzernzentrale befand sich zuletzt in der Herriotstraße 4, heute Campus Tower, in Frankfurt am Main. Die Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH betrieb rund 115 Warenhäuser unter den Namen Hertie, Wertheim, Alsterhaus und KaDeWe sowie rund 35 Bilka-Warenhäuser. Daneben gehörten zu Hertie die Restaurant-Kette Le Buffet, die Elektronik-Fachmärkte Schaulandt, Schürmann und WOM (World of Music) sowie die Bekleidungs-Märkte Wehmeyer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familienunternehmen Tietz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma Hermann Tietz, gegründet von Oscar Tietz mit dem Kapital seines Onkels Hermann Tietz, eröffnete ihr erstes Geschäft am 1. März 1882 in Gera. Es nannte sich „Garn-, Knopf-, Posamentier-, Weiß- und Wollwarengeschäft Hermann Tietz“ und hatte bereits einige Merkmale moderner Warenhäuser, wie festgelegte Preise, keine Stundung oder Anschreibenlassen und ein vielfältiges, branchenübergreifendes Angebot.

Nach einer Anlaufphase von sechs Jahren folgten die Eröffnungen der Filialen in Weimar (1886), Bamberg, München (1889) und Hamburg (1896). 1900 wurde der Unternehmenssitz nach Berlin verlegt. Unweit des damals größten Warenhauses Europas, Wertheim am Leipziger Platz, siedelte die Firma Hermann Tietz in der Leipziger Straße einen konkurrierenden „Konsumtempel“ mit eigener Kellerei an. In großen, luxuriösen Warenhauspalästen wie diesem wurde den Kunden ein neuartiges Einkaufserlebnis geboten. Für den Bau des 1904 eingeweihten Warenhauses am Alexanderplatz wurde das „Lessinghaus“ abgerissen. Nach und nach eröffnete die Firma in der Reichshauptstadt zehn Warenhäuser und verfügte damit dort über die größte Verkaufsfläche. In Hamburg folgte 1912 das „Warenhaus Hermann Tietz“ (seit 1935 Alsterhaus) am Jungfernstieg.

Das Unternehmen Hermann Tietz OHG konzentrierte seine Geschäfte auf den Süden und Osten des Deutschen Reiches, während die von Oscar Tietz’ Bruder Leonhard Tietz gegründete und gleichnamige Aktiengesellschaft (ab 1933: Kaufhof) ihre Filialen im Westen Deutschlands und in Belgien betrieb. Nach dem Tod von Oscar Tietz im Januar 1923 übernahmen seine Söhne Georg und Martin Tietz sowie deren Schwager Hugo Zwillenberg die Geschäftsführung und Eigentümerschaft des Unternehmens. Doch obwohl Tietz senior vor einer zu großen Expansion auf der Basis von Krediten „eindringlich gewarnt hatte“, gingen sie nun „in erheblichem Maße finanzielle Verpflichtungen ein“.[2]

Schallplatte (1928) der Hermann Tietz OHG unter der Eigenmarke Hertie

1926 waren im Unternehmen 13.000 Angestellte tätig.[3] Ende 1926 vereinbarte die Hermann Tietz OHG die Übernahme des Berliner Kaufhausunternehmens A. Jandorf & Co., zu der das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) gehörte. Ab dem Jahresanfang 1927 kamen mit der Jandorf-Kette etwa über 3.000 Mitarbeiter hinzu.[4] Über den Kaufpreis wurde ein beiderseitiges Stillschweigen vereinbart, der Jandorf-Biograph Nils Busch-Petersen vermutet eine Summe „im hohen zweistelligen Millionen-Bereich“.[5] Die Kaufsumme erforderte von Tietz eine entsprechende Höhe an Krediten, „vermutlich zu einem großen Teil mit Fremdmitteln“,[6] die jedoch noch in den 1920er-Jahren von den Banken beinah hinterhergetragen[7] wurden.

1928, ein Jahr nach Übernahme der Jandorf-Kette und ein Jahr vor der Weltwirtschaftskrise, erwirtschaftete die Hermann Tietz OHG einen Jahresumsatz von ca. 300 Millionen Reichsmark, etwa genau soviel wie Karstadt,[6] und war damit erstmals Marktführer. In einer von „überschäumende[n] Selbstbewußtsein“[8] geprägten Firmenpublikation rief sich die Hermann Tietz OHG 1928 zum „grössten Warenhaus-Konzern Europas im Eigenbesitz“ aus.[9]

„Arisierung“ und der Name Hertie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weltwirtschaftskrise verursachte einen kontinuierlichen Umsatzrückgang bei allen Warenhäusern aufgrund eines massiven Kaufkraftschwundes vor allem bei den Arbeitern und einfachen Angestellten. Mit dem Machtantritt der Hitler-Regierung im Februar 1933 wurde von den Banken, Verbänden und Regierung eine möglichst unauffällige und reibungslose Enteignung von Unternehmen mit jüdischen Eigentümern im „Dritten Reich“ vorbereitet und durchgesetzt. Im Zuge der der sogenannten „Arisierung“ betrieb ein Bankenkonsortium aus Dresdner Bank, Deutscher Bank und Disconto-Gesellschaft, Bankhaus Hardy und anderen Gläubigern in Absprache mit dem Reichswirtschaftsministerium die schrittweise Enteignung der Familie Tietz.

Am 24. Juli 1933[10] gründeten die Gläubigerbanken die Hertie Kaufhaus-Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H. (kurz: Hertie GmbH). Am 29. Juli 1933 erzwang das Bankenkonsortium mit einem formal erbrecht­lichen Auseinandersetzungsvertrag [11] den sofortigen Rücktritt von Hugo Zwillenberg aus der Geschäftsleitung und Inhaberschaft. Die Banken setzten stattdessen den Textil-Abteilungsleiter der Hermann Tietz OHG, Georg Karg, als Vertreter der Hertie GmbH mit 50.000 Reichsmark Einlage als einen der Geschäftsführer und Gesellschafter des Kaufhauskonzerns ein. Die Hertie GmbH trat ohne eigene Vermögenseinlage ein, hatte jedoch einen mehrheitlichen Stimmanteil unter den Gesellschaftern.[12]

Am 18. August 1934 erzwang die Bankengruppe durch die Drohung durch Kreditkündigungen[13] ein vertraglich geregeltes Ausscheiden aller Gesellschafter der Familie Tietz.[14] Die jüdischen Gesellschafter mussten ihre Anteile der Hertie GmbH überlassen und erhielten für ihr stark unterbewertetes Firmenvermögen in Höhe von 21,5 Millionen Reichsmark einen Betrag von 1,5 Millionen Reichsmark erstattet.[14] Die von Eglau,[15] Neumann[16] und vom Munzinger-Archiv[17] kolportierte „Abfindung von zwölf Millionen Mark“ lässt sich dagegen nicht belegen.[18] Karg kaufte später die Anteile der Banken an der Hertie GmbH in zwei Raten auf, 1936 gegen Zahlung von 2,5 Millionen Reichsmark zum Teil auf Kredit und weitere 50 Prozent im Juni 1940; zugleich übernahm Karg die Schulden des Tietz-Konzerns in Höhe von 129 Millionen Reichsmark.[19]

Die Kurzform des Firmennamens zu Hertie aus den Anfangsbuchstaben des bisherigen Firmennamens Hermann Tietz wurde vorher gelegentlich als Eigenmarke genutzt für Waren ohne genaue Herstellerbezeichnung.[20] Mit der Gründung der Hertie Kaufhaus-Beteiligungs-Gesellschaft m.b.H. (kurz: Hertie GmbH) im Juli 1933 machten sie die Banken zur offiziellen Bezeichnung, um damit einen Besitzerwechsel als auch Kontinuität zu demonstrieren.[21]

Nachkriegszeit: die Ära Karg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaufhausruine am Berliner Dönhoffplatz (1945)

Das Ende des Zweiten Weltkrieges bedeutete einen Einschnitt in der Unternehmensgeschichte. Allein in Berlin ging mehr als die Hälfte der Filialen verloren. Der Konzern büßte aber auch die Standorte in der sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR, ein. Die noch vorhandenen Filialen waren oft durch die Kriegseinwirkungen zerstört. Hertie erholte sich jedoch rasch von den erlittenen Verlusten und expandierte wieder. 1948 wurden die Warenhäuser in München, Stuttgart und Karlsruhe wieder in den Konzern integriert, 1950 wurde das KaDeWe wiedereröffnet. Schon ein Jahr zuvor hatte Hertie drei neue Filialen in Stuttgart, Wiesbaden und Hamburg-Bergedorf übernommen. Der erste vollständige Neubau eines Warenhauses fand 1951 in Neumünster statt, im gleichen Jahr wurden neue Verkaufsstätten in Landshut und Frankfurt-Höchst übernommen.

1952 übernahm Hertie die Mehrheit an der „Wertheim AG“ und der „Hansa AG“ und baute so die Position in den Räumen Frankfurt am Main, Mannheim und Braunschweig (Neubau 1954) aus. Um gegen die damals gut eingeführten Niedrigpreis-Warenhäuser „Kepa“, „DeFaKa“ und „Woolworth“ antreten zu können, gründete Hertie die Niedrigpreis-Warenhauskette „Bilka“ und baute kontinuierlich ein breites Filialnetz auf. Hauptgesellschafter der „Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH“ wurde die 1953 gegründete „Karg’sche Familienstiftung“, die spätere „Hertie-Stiftung“. Am 31. Oktober 1957 wurde die „Hertie Italiana s.r.l.“ in Mailand gegründet. Im Jahr 1959 beschloss die „Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH“ die Verlegung der Verwaltung von Berlin nach Frankfurt. Die Zentrale war zunächst im Gebäude Zeil 42 (heute als Oberlandesgericht Frankfurt am Main genutzt) und dann in einem Gebäude in Frankfurt-Niederrad untergebracht.

Georg Karg hinterließ bei seinem Tode 1972 eine Warenhaus-Gruppe aus 72 Hertie-Warenhäusern und 29 Filialen der Bilka-Kaufhäuser mit einem Umsatz von 5,1 Milliarden DM und rund 60.000 Mitarbeitern.[16] Kargs Sohn Hans-Georg Karg übernahm den Konzern und expandierte zunächst mit neuen Filialgründungen. Doch „unter seiner Führung erzielte die Kaufhauskette meist nur Verluste.“[22] Kargs Erben Hans-Georg Karg und seine Schwester Brigitte Gräfin von Norman übertrugen 97,5 Prozent der Firmenanteile 1974 in die Hertie-Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main, um die Erbschaftssteuer zu umgehen.[22] Am 1. März 1982 beging Hertie den 100. Jahrestag seiner Gründung. Der Konzern beschäftigte zu der Zeit nur noch rund 55.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von rund sechs Milliarden DM. 1989 gründete Hans-Georg Karg die Karg-Stiftung, vier Jahre vor dem Verkauf an Karstadt im Jahr 1993.

Hertie-Signet mit „Sonne“ in den 1970er- und 1980er-Jahren

Nachdem der Kaufhaus-Konzern bis in die 1970er-Jahre rasch expandiert hatte und zahlreiche neue Filialen, auch in kleineren und mittelgroßen Städten eröffnet worden waren, gingen die Umsätze Mitte der 1980er-Jahre massiv zurück. So hatte der Hertie-Konzern bis ca. 1984 noch 123 Kaufhäuser bzw. Filialen. Erst in den Folgejahren wurden dann zahlreiche, oft erst wenige Jahre zuvor eröffnete Warenhäuser geschlossen, so zum Beispiel die Hertie-Filialen in Bremen, Castrop-Rauxel, Dortmund, Emden, Hameln, Osnabrück, Ratingen und Herne-Wanne sowie die Wertheim-Filialen in Hannover, Essen, Kaiserslautern und Bochum.

Darüber wurden defizitäre Sparten in Tochtergesellschaften ausgegliedert. So gründete Hertie 1986 die System-Gastronomie-Kette „Le Buffet“, die über 70 Filialen besaß, die meisten davon innerhalb der eigenen Kaufhäuser. Den Lebensmittel- und Süßwaren-Bereich übernahm die „NUG Optimus Lebensmittel-Einzelhandelsgesellschaft mbH“.

Signet Preisland City sb um 1986

Hertie versuchte einige Bilka- und Hertie-Filialen vollständig auf Selbstbedienung umzustellen. Hierfür wurde 1986 die „Preisland-City-SB“ gegründet. Das Preisland-Konzept war die innerstädtische Antwort von Hertie auf die vor den Toren der Städte entstehenden SB-Warenhäuser. Insgesamt wurden sieben Häuser entsprechend dem „Preisland“-Konzept umgewandelt. Der Versuch, gegen die Konkurrenz „auf der grünen Wiese“ zu bestehen, blieb jedoch weitgehend erfolglos.

Darüber hinaus wollte Hertie vom damals einsetzenden Aufschwung der Elektronik-Fachmärkte profitieren. Deshalb erwarb Hertie 1987 die Hamburger Elektronik-Kette „Schaulandt GmbH“ mit 28 Filialen in Norddeutschland und Berlin sowie die „Schürmann Elektrohandelsgesellschaft mbH“, die mehrere Elektronik-Fachmärkte in Nordrhein-Westfalen betrieb. 1988 wurde die „WOM (World of Music) Musikhandelsgesellschaft mbH“ ins Leben gerufen, mit der der Verkauf von Tonträgern mittels spezieller Musik-Fachmärkte in Großstädten angekurbelt werden sollte. Auch im Bereich Bekleidung wurde 1988 eine Tochtergesellschaft gegründet: die „Wehmeyer GmbH & Co. KG“, die rund 20 Filialen betrieb. Nach dem Ende der DDR übernahm Hertie elf neue Standorte in den neuen Bundesländern.

Wahlspruch der 1980er-Jahre

Ende der 1980er-Jahre bemühte sich Hertie, Partner für den Einkauf in Fernost zu finden, um das Gewicht bei Verhandlungen zu stärken. Schließlich wurden zwei Partner gefunden, die schon Erfahrungen mit Einkaufsgemeinschaften hatten. Zum einen war dies die „Horten AG“, die damals nach „Karstadt“, „Kaufhof“ und Hertie viertgrößte deutsche Kaufhauskette, zum anderen die „Kaufring AG“, die mit Horten schon eine europäische Einkaufsgesellschaft gegründet hatte. 1990 gründeten die drei Partner daraufhin die Einkaufsgesellschaft „Sono-Centra“, an der jeder Gesellschafter ein Drittel der Anteile hielt.

1970 wurde (als eines der ersten Kundenbindungsprogramme überhaupt) die Goldene Kundenkarte eingeführt, die auch als Kreditkarte fungierte. Sie war kostenlos und hatte in den 1980er-Jahren 350.000 Abonnenten.[23] Die Goldene Kundenkarte wurde zum Gattungsbegriff für zahlreiche ähnliche Programme. Im Zuge der Übernahme durch Karstadt wurde diese 1996 mit der Klub Karstadt zur Karstadt – Hertie Kundenkarte zusammengeführt, und von 1998 bis 2002 zur Karstadt MasterCard. Ab 2002 wurde den verbliebenen Abonnenten die HappyDigitsCard angeboten.

Hertie gab die Kunden-Zeitschrift Hertie Journal heraus.

1993: Übernahme durch Karstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hertie München, Bahnhofplatz, von Januar 2006 bis Februar 2007 das einzige unter dem Namen Hertie geführte Kaufhaus

Im November 1993[1] verkaufte die gemeinnützige Hertie-Stiftung nach monatelangen Verhandlungen die „Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH“ steuerfrei an die „Karstadt AG“ für 1,652 Milliarden Mark.[22] Die Steuerfreiheit dieser Transaktion wurde später zum Gegenstand von steuerrechtlichen Ermittlungen des Landes Hessen, welche jedoch schließlich zugunsten der Hertie-Stiftung eingestellt wurden.[24]

1999 fusionierte Karstadt mit dem Versandhaus „Quelle Schickedanz AG & Co“ und wurde zum Bestandteil der „Arcandor AG“. Daraufhin wurden alle Hertie-Filialen entweder in „Karstadt“ umbenannt, geschlossen oder verkauft. Einzig das Münchner Warenhaus sowie die Filiale in Berlin-Neukölln firmierten bis September 2007 als Hertie.

2005: Wiederbelebung der Marke Hertie durch „Karstadt Kompakt“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Spätsommer 2005 verkaufte Karstadt die in der „Karstadt Kompakt GmbH & Co. KG“ zusammengefassten kleineren Warenhäuser an die britischen Finanzinvestoren Dawnay, Day und Hilco UK Ltd. Seit dem 1. März 2007 trugen diese Filialen den Namen „Hertie“ (siehe: Hertie GmbH). Am 31. Juli 2008 meldete das Unternehmen, das bis zu diesem Zeitpunkt bundesweit 73 Warenhäuser betrieb, beim Amtsgericht Essen wegen der Finanzprobleme des Haupteigentümers Insolvenz an. Am 20. Mai 2009 beschloss die Versammlung der Gläubiger, die 54 noch unter dem Namen Hertie betriebenen Kaufhäuser sowie die Konzernzentrale in Essen zu schließen, da eine Rettung aussichtslos erschien.

2009: Schließungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. August 2009 war die Hälfte der fünfzig Hertie-Warenhäuser zum letzten Mal geöffnet. Die restlichen Kaufhäuser wurden am 15. August 2009 geschlossen.[25][26] In einer Aktion der Gewerkschaft ver.di wurde am 27. August 2009 von den ehemaligen Beschäftigten der drei Berliner Hertie-Häuser der Schriftzug des Hertie-Konzerns symbolisch in der Spree versenkt.[27]

Im August 2012 erwarb das Osnabrücker Unternehmen HDK AG aus der Insolvenzmasse die Namensrechte an der Marke „Hertie“, um sie künftig für Online-Shops zu nutzen.[28]

Standorte der früheren Hertie-Warenhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszug (Für Kaufhäuser der späteren Hertie GmbH ab 1. Oktober 2005 siehe dort: [29])

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Tietz: Der grösste Warenhaus-Konzern Europas im Eigenbesitz. Ein Buch sichtbarer Erfolge. Hrsg. von Hermann Tietz OHG. Verlag Max Schröder, Berlin 1928, 200 S., (bis 1932 jährlich wieder aufgelegt).
  • Georg Tietz: [Firma] Hermann Tietz: Geschichte einer Familie und ihrer Warenhäuser. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1965, (bricht 1923 ab).
  • Hans Otto Eglau: Georg Karg. Der Herr von Hertie. In: Die Kasse muß stimmen. So hatten sie Erfolg im Handel. Econ-Verlag, Düsseldorf 1972, ISBN 3-430-12325-9, S. 33–49.
  • Friedrich W. Köhler: Zur Geschichte der Warenhäuser. Seenot und Untergang des Hertie-Konzerns. Haag + Herchen, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-86137-544-3 (Dissertation).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gunhild Freese: Warenhäuser: Ein neuer Zusammenschluß treibt den Konzentrationsprozeß voran: Flucht in die Größe. In: Die Zeit, 12. November 1993, Nr. 46.
  2. Simone Ladwig-Winters: Wertheim – ein Warenhausunternehmen und seine Eigentümer. Ein Beispiel der Entwicklung der Berliner Warenhäuser bis zur „Arisierung“. Lit-Verlag, Münster 1997, ISBN 3-8258-3062-4, S. 89.
  3. Inge Braun, Helmut Huber: Verführung auf sieben Etagen – Das Kaufhaus des Westens und seine Geschichte. Radio-Feature, Ko-Produktion: RBB, DLF, August 2007, 27 S., Manuskript, (PDF; 27 S., 101 kB).
  4. Wolfgang Wölk: Jandorf, Adolf. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 332 f. (Digitalisat).
  5. Nils Busch-Petersen: Adolf Jandorf. Vom Volkswarenhaus zum KaDeWe. Hentrich & Hentrich, Berlin 2007, ISBN 978-3-938485-10-1, S. 74.
  6. a b Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 109.
  7. Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 91, Zitat von Albrecht Wertheim.
  8. Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 150.
  9. Hermann Tietz: Der grösste Warenhaus-Konzern Europas im Eigenbesitz. Ein Buch sichtbarer Erfolge. Verlag Max Schröder, Berlin 1928, 200 S., [bis 1932 jährlich wieder aufgelegt].
  10. Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 151.
  11. Erbauseinandersetzung – Wer bekommt welchen Teil der Erbschaft? In: anwalt.org, aufgerufen am 1. Dezember 2017.
  12. Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 51.
  13. Friedrich W. Köhler: Zur Geschichte der Warenhäuser. Seenot und Untergang des Hertie-Konzerns. Haag + Herchen, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-86137-544-3, S. 22.
  14. a b Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 181.
  15. H.O. Eglau: Der Herr von Hertie. In: Die Zeit, Nr. 48, 27. November 1970.
  16. a b Ina Neumann: Karg, Georg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 152 f. (Digitalisat).
  17. Karg, Georg. In: Munzinger-Archiv, 19. März 1973, aufgerufen am 1. Dezember 2017, nur Artikelanfang frei.
  18. Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 183.
  19. H.O. Eglau: Georg Karg. Der Herr von Hertie. S. 43.
  20. Cay Dobberke: Jüdische Handelsgeschichte in Berlin. Der Warenhauskönig. In: Der Tagesspiegel. 7. November 2013.
  21. Ladwig-Winters: Wertheim …. 1997, S. 152.
  22. a b c Thomas Heise, Felix Kurz, Harald Schumann: Affären. Steuertricks der Hertie-Erben. In: Der Spiegel, 5. Mai 1999, Nr. 22.
  23. Rudolf Kahlen: Poker um Plastikgeld. In: Die Zeit. 3. Juli 1987; abgerufen am 1. Dezember 2017.
  24. David Schraven: Hertie-Stiftung kommt davon. In: taz, 19. Mai 2001.
  25. dpa: Hälfte der Hertie-Filialen schließt. In: Focus.de, 8. August 2009.
  26. Letzter Ladenschluss für Hertie. In: tagesschau.de. 15. August 2009, archiviert vom Original am 18. August 2009; abgerufen am 27. Januar 2014.
  27. dpa/bb: Hertie-Schriftzug in Spree versenkt. In: Bild-Zeitung, 27. August 2009.
  28. dpa: Neustart im Netz. Serviette.de übernimmt. In: Handelsblatt, 2. August 2012.
  29. Hertie. In: Initiative Friedrichstraße e. V. (Wuppertal). 10. Oktober 2006, S. 3-4; abgerufen am 26. November 2017 (PDF; 1,75 MB).
  30. Manfred Ulferts: Steht Kaufhaus-Gebäude in Emden „herrenlos“ da? (Memento vom 2. August 2012 im Webarchiv archive.is). In: Emder Zeitung, 23. Dezember 2009.
  31. Magdalene Quiring-Lategahn: Altes Hertie-Haus: Umbau soll im Sommer starten. In: Der Westen. 13. Mai August 2014.
  32. Lena Stehr: Hertie-Ruine in Stade wird zum „neuen Pferdemarkt“. In: kreiszeitung-wochenblatt.de, 30. Mai 2013; abgerufen am 10. Oktober 2013.
  33. Andreas Helfer: Museum Troisdorf. Andenken an Hertie-Filiale in der Kölner Straße gesucht. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 23. Mai 2016.