Hervás (Cáceres)

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Gemeinde Hervás
Hervás – Ortsansicht
Hervás – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Hervás
Hervás (Cáceres) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Extremadura
Provinz: Cáceres
Comarca: Valle del Ambroz
Koordinaten 40° 16′ N, 5° 52′ WKoordinaten: 40° 16′ N, 5° 52′ W
Höhe: 688 msnm
Fläche: 59,78 km²
Einwohner: 4.120 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 68,92 Einw./km²
Postleitzahl: 10700
Gemeindenummer (INE): 10096 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Hervás

Hervás ist eine spanische Stadt und eine Gemeinde (municipio) mit 4.120 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) in der Provinz Cáceres im Norden der autonomen Region Extremadura. Das alte Ortszentrum wurde im Jahr 1969 als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervás liegt auf einer Anhöhe von ca. 690 Metern ü. d. M. am Río Ambroz. Die Entfernung nach Plasencia beträgt etwa 55 Kilometer (Fahrtstrecke) in südwestlicher Richtung; die Städte Béjar und Salamanca in der Nachbarprovinz Kastilien-León befinden sich etwa 33 bzw. 100 Kilometer in Richtung Norden entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2000 2014
Einwohner 4.521 3.809 3.552 3.835 3.860 4.180

Im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl von etwa 3.000 auf über 4.500 Personen an; abgesehen von kleineren Schwankungen ist sie im 20. Jahrhundert in etwa konstant geblieben.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter diente die Kleinstadt in hohem Maße als Handwerks- und Handelszentrum für die umliegenden Dörfer; später gab es mehrere Textilmanufakturen. Heute spielen vor allem der Obst- und Gemüseanbau sowie die Holzverarbeitung (Kastanie und Kirsche) die wichtigsten Rollen im Wirtschaftsleben der Stadt. Daneben fungiert die Kleinstadt als Gesundheits-, Ausbildungs-, Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der Comarca Valle del Ambroz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kelte, Römer, Westgoten und Mauren haben keine Spuren auf dem Gemeindegebiet hinterlassen und so beginnt die Geschichte des Ortes mit der Rückeroberung (reconquista) und Wiederbesiedlung (repoblación) der Gegend im 12. und 13. Jahrhundert. Ausgangspunkt war möglicherweise eine dem Templerorden gehörende Einsiedelei (ermita); später kamen Neusiedler aus dem Norden Spaniens. Hervás gehörte bis ins 15. Jahrhundert hinein zur Grundherrschaft (señorio) der über weite Teile Westspaniens herrschenden Familie Zuñiga, die für ihre Dienste im Jahre 1485 von den Katholischen Königen mit dem Titel ‚Herzog von Béjar‘ belohnt wurde. Erst im Jahr 1816 erhielt Hervás die Stadtrechte und bei der großen Verwaltungs- und Gebietsreform des Jahres 1833 wurde der Ort der Provinz Cáceres in der Region Extremadura zugeordnet.

Hervás war im ausgehenden Mittelalter das Zentrum einer großen jüdischen Gemeinde, deren Mitglieder jedoch als Folge des Alhambra-Edikts (1492) zum Christentum konvertieren oder aber das Land verlassen mussten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Judería von Hervás
  • Die gleichermaßen von der Bruchstein- und Fachwerkarchitektur der Sierra de Francia wie von der maurischen Lehmbauweise im Süden der Iberischen Halbinsel geprägten Häuser und Gassen des Ortes bieten interessante Eindrücke. Insbesondere das ehemalige Judenviertel (judería) im Nordosten der Stadt beeindruckt durch seine engen kieselsteingepflasterten Gassen und manchmal mit Balkonen versehenen und meist weißgetünchten Wohnhäuser.
  • Eine einbogige mittelalterliche Steinbrücke überspannt den Río Ambroz, aus welchem die vielen Kieselsteine für das Straßenpflaster entnommen wurden.
  • Die im 17. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche Santa María oder Santa María de la Asunción de Aguas Vivas bildet den höchsten Punkt der Stadt und steht an der Stelle einer mittelalterlichen Burg (castillo). Der große, aber ansonsten eher schmucklose Bau hat ein barockes Südportal mit begleitenden Doppelsäulen und einem Gesprengten Giebel.
  • Aus derselben Zeit stammt die Kirche des Trinitarierordens, die Johannes dem Täufer (San Juán Bautista) geweiht ist. Apsis und Querhausarme sind mit üppigen barocken Schnitzaltären ausgestattet.
  • Der im 18. Jahrhundert erbaute Palacio de los Dávila beherbergt heute ein Museum mit Werken des Bildhauers Enrique Pérez Comendador (1900–1981) und seiner Frau, der Malerin Madeleine Leroux (1902–1984).
  • Das heutige Rathaus (ayuntamiento) befindet sich in einem Teil des ehemaligen Franziskanerklosters; es hat einen kleinen Innenhof (patio).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hervás – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).