Herzbergstraße

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Herzbergstraße
Wappen
Straße in Berlin
Herzbergstraße
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Lichtenberg
Angelegt 19. Jahrhundert
Hist. Namen Herzbergerstraße
Anschlussstraßen Karl-Lade-Straße (westlich)
Querstraßen Weißenseer WegMöllendorffstraße, Vulkanstraße, Am Wasserwerk, Siegfriedstraße
Plätze Roederplatz
Bauwerke siehe: Architektur in der Herzbergstraße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 2570 Meter

Die Herzbergstraße ist eine in Ost-West-Richtung verlaufende, knapp 2,6 Kilometer lange Straße im Berliner Bezirk Lichtenberg, die im 19. und 20. Jahrhundert als wichtiger Industriestandort galt und in der zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude erhalten sind.

Geschichte und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Ansiedlung von Fabriken ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Gemeinde Lichtenberg wurden die vorher überwiegend brach liegenden Flächen nördlich des Dorfkernes bebaut. Für die Erschließung wurde eine West-Ost-Verbindungsstraße angelegt, die seit 1893 offiziell Herzbergerstraße[1] hieß, später in Herzbergstraße geändert. Ein wichtiger Umstand war der Bau der Industriebahn Tegel–Friedrichsfelde, die beiderseitig Gleisanschlüsse für die Fabriken bot.

Die Namensherkunft ist nicht vollständig gesichert, als wahrscheinlichste Erklärung wird eine Ableitung von der volkstümlichen Bezeichnung des Hügelgeländes[2] als Herzberge angenommen, wonach auch das Krankenhaus bezeichnet wurde.

Die Nummerierung beginnt auf der südlichen Straßenseite am Roederplatz an der Kreuzung mit der Möllendorffstraße mit der Hausnummer 1 (am westlichsten Punkt) und läuft bis zur Nummer 78 ganz am östlichen Ende. Dann geht sie auf der nördlichen Straßenseite ab dem Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge mit der Nummer 79 wieder in westliche Richtung zurück bis zur letzten Nummer 155 (an dieser Hufeisennummerierung orientiert sich auch die folgende Darstellung der Straße mit ihren Bauten).

Die Geokoordinate bezieht sich auf die Kreuzung der Herzbergstraße mit der Siegfriedstraße.

Berlins Asiatown im Osten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dong Xuan Center bietet asiatische Lebensmittel und Kleidung aller Art.

Seit 2006 wird unter Federführung der Dong Xuan GmbH entlang der Herzbergstraße ein asiatisches Viertel (Asiatown bzw. Chinatown) für Berlins Osten etabliert, vor allem rund um das Gelände des ehemaligen VEB Elektrokohle Lichtenberg.[3] Es sollen kleinteilige Läden, gemischte Wohnquartiere, gastronomische Angebote, Handelsvertretungen, Hotels und weitere Markthallen für asiatische Waren entstehen.[4]

Im Westteil der Stadt gibt es bereits vor allem entlang der Kantstraße in Charlottenburg eine hohe Konzentration asiatischer bzw. chinesischer Dienstleister, Betriebe und Bewohner.

Gewerbegebiet Herzbergstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtplanerisch ist die Herzbergstraße Teil des gleichnamigen Gewerbegebietes, das sich jedoch von der Landsberger Allee im Norden bis auf die südliche Häuserzeile der Josef-Orlopp-Straße sowie von der Vulkanstraße im Westen bis an den Landschaftspark Herzberge im Osten erstreckt. Das etwa 190 Hektar große Areal beherbergt rund 850 Unternehmen mit circa 8 400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Seit der deutschen Wiedervereinigung sind industrielle und allgemein produzierende Betriebe in dem Gebiet deutlich weniger geworden. Die Größe der vorhandenen Firmen ist zurückgegangen aber ihre Anzahl gestiegen. Seit den 2010er Jahren gibt es das Gebietsmanagement Herzbergstraße im Projekt Weiterentwicklung des Gewerbestandorts Herzbergstraße. Das ist eins von bundesweit neun Modellvorhaben im Experimentellen Wohn- und Städtebau (ExWoSt) – Forschungsfeld „Nachhaltige Weiterentwicklung von Gewerbegebieten“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Architektur in der Herzbergstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnbauten und Zugang zum Landschaftspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Straßenabschnitt bis zur Kreuzung mit der Vulkanstraße (bis Hausnummer 10) wird dominiert von zwei langen Häuserfronten unterschiedlicher Plattenbau-Typen im Bestand der Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg, die zwischen 1975 und 1985 errichtet wurden. Diese konnten bis 1998 saniert werden und die beiden Häuserzeilen fallen heute durch die als Regenbogen gestalteten Fliesenfassaden auf, um die es einige Diskussionen gab. Im Verlauf der Herzbergstraße stehen dann zahlreiche frühere oder neu gebaute Unternehmensgebäude, ein Wohnhaus steht leer (Nr. 29), unter dem Hausnummernbereich 54 folgt ein etwas unauffälliger und zurückgesetzter Wohnblock, der um 1930 errichtet wurde.

Querstehender Wohnblock in der Herzbergstraße

Kurz vor dem Ende der Herzbergstraße gibt es einen Zugang zu zwei Kleingartenanlagen („Eisenbahn“ und „Roeder e. V.“) und unmittelbar daneben steht unter der Nummer 78 ein vorn zweistöckiges abgeputztes Wohnhaus, das nach hinten mit einem vierstöckigen Neubau erweitert wurde. Ziemlich verborgen in einem kleinen Wäldchen stehen schließlich gegenüber dem Gelände des Krankenhauses noch zwei Villen, die für die Familien der im Krankenhaus arbeitenden Ärzte gebaut wurden und nun als Kita („Waldhäuschen“) und Hospiz dienen.

An dieser Stelle befindet sich der nördliche Zugang zu dem aus dem früheren Wirtschaftshof des Krankenhauses und weiteren Flächen der Kleingartenanlagen im Jahr 2010 eingerichteten Landschaftspark Herzberge. Dieser wird schrittweise ausgebaut und kann mittels eines Fuß- und Radweges erreicht werden, der teilweise auf der früheren Gleistrasse geführt wird.

Ehemalige Beamtenvillen in der Herzbergstraße (Häuser 20 und 21 des Krankenhauses)

Die nächste Wohnbebauung befindet sich auf der nördlichen Straßenseite unter der Nr. 104, ein Gebäude aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Kurz daneben steht unter Nummer 106 ein kleines unauffälliges früheres Mietshaus, das nun von einer Tischlerei genutzt wird. Anschließend folgt noch eine Wohnzeile unter den Hausnummern 125–127, die mit dem ehemaligen Verwaltungsgebäude von Elektrokohle eine Straßenfront bildet. Hier lebten anfangs die Arbeiterfamilien der nahe gelegenen Werke, einige Jahre nach 1990 ausländische Einwohner, seit etwa 2005 stehen die Häuser zum Verkauf.

Vor der Vulkanstraße verbirgt sich bei der Nummer 140 ein vor 1933 errichtetes Mietshaus, das sich an Fabrikhallen des früheren VEB Elektrokohle anschließt. Die letzten Wohnhäuser auf der nördlichen Straßenseite der Herzbergstraße befinden sich unter den Hausnummern 149–155, die zu den gegenüberliegenden Bauten der WGLi gehören.

Hier gab es bis in die 1940er Jahre die Kleingartenanlage „Dreieinigkeit“; auf einer Teilfläche wurde 1943–1945 ein Barackenlager für russische und ukrainische Zwangsarbeiter aufgestellt, die im Werk „Luftfahrt-Apparatebau“ arbeiten mussten.[5] Den Abschluss der Wohnbauten bildet ein Doppelhochhaus (Zugang: Weißenseer Weg 1/2), das seinerzeit das erste fertiggestellte Haus für das damalige Neubauviertel Lichtenberg (Nord) war. In diesen Wohnblock zogen überwiegend Familien der in der DDR akkreditierten diplomatischen Vertretungen ein.

Ein früherer Fußgängertunnel unter dieser Kreuzung, nördlich parallel geführt zur Herzbergstraße, wurde bis zum Jahr 2011 zu einem Diskoclub (BBC „tube“) umgestaltet.

Aus dem hier anschließenden Viertel Lichtenberg (Nord) entwickelte sich in den folgenden Jahren der eigenständige Ortsteil Fennpfuhl.

Gewerbebauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutender sind in der Herzbergstraße die großen teilweise denkmalgeschützten Industriegebäude, die an der Vulkanstraße beginnen und sich auf beiden Straßenseiten bis zum Gelände des Krankenhauses erstrecken. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der größeren Bauten und Gewerbeflächen vom ersten Besitzer bzw. Bauherrn bis zur heutigen Nutzung.

Südliche Straßenseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus-
Nr.
Unternehmen, Bauherr
– bis ca. 1948 –
DDR-Unternehmen
– 1949 bis 1990 –
Aktuelle Nutzer
(2015)
19–21 Von ca. 1900 bis 1937: „Emil Ludewig & Carl Büttner Groß-Exportschlächterei“[6] sowie südlich davon durchgehend bis zur ehemaligen Rittergutstraße eine Sprit- und Preßhefefabrik, ab 1938 Planung und Erweiterung zum „Auslandschlachthof der Stadt Berlin“[7] „VE Fleischkombinat Berlin“ Gewerbezentrum: Bau-Recycling-Unternehmen, Kfz-Selbstreparaturhalle, Malereibetrieb, Kfz-Sachverständiger, Winterräumdienste, Fassadenreinigung, Tischlerwerkstatt u. a.
22–26 „Borchert Verpackung“; später „Maschinenfabrik Ferdinand Osenberg“ um 1960 „VEB Verpackungsmittelwerke“, „VEB Baukombinat Erfurt“, ein Betriebsteil von „NARVA“ – in dreigeschossigen Plattenbauten (in diesen Betrieben arbeiteten auch Strafgefangene unter Aufsicht) vorn „JET“-Tankstelle seit 2000; hinten „Universal-Verpackungsmittel GmbH“
28/29 „Dobrin & Co., Lackfabrik“ (Nr. 28) und
Bewag, Umformerstation (Nr. 29)[7]
„VEB ASOL–Chemie“ das Gebäude direkt an der Straße ist leer, im hinteren Bereich gibt es vier Dienstleister zum Bauen
33/34 ein Holzlagerplatz[7] Neubau mit verschiedenen Verwaltungen von Bauunternehmen und der „Lichtenberger Werkstatt für Behinderte“, Außenstelle Herzbergstraße
35–39 Reichsmonopolverwaltung“ (1932);[8]
„Mineralölwerk Lichtenberg GmbH & Co. KG“, eine erhaltene Lagerhalle im Fachwerkstil
(Nr. 35)
Kombinat Metallaufbereitung:
Hüttenwerk „Emil Schmidt“
Berliner Qualitätsbrigaden – VEB Hüttenwerk – Zu den Berliner Betrieben, die Qualitätsbrigaden gebildet haben, gehört auch das VEB Hüttenwerk Emil Schmidt in Berlin-Lichtenberg, Herzbergstr. 35. Hier wird aus Flugzeugschrott hochwertiges Material für unseren Wirtschaftsaufbau gewonnen. Im Betrieb ist eine 18 Mann starke Aktivisten- und Qualitätsbrigade. Auf dem Bild der Aktivist Franz Stamm, der eine Vorrichtung ersann, durch die Sägeblätter im eigenen Werk geschärft werden können. Bisher hatten auswärtige Unternehmen diese Arbeit übernommen und dem Hüttenwerk so beträchtliche Unkosten verursacht. Datierung: 7. Dezember 1949, Fotograf: Gustav Köhler. Quelle: Bundesarchiv
KMAB Schrott und Service Berlin GmbH[9]
40–43 Verwertungsstelle der Reichsmonopolverwaltung[7]
Autohof
1971–1990 Fahrbereitschaft des Ministerrates der DDR Kleingewerke, Gewerbe, Künstlerateliers
Eigentümer des Grundstücks ist seit Januar 2013 das Kunstsammler-Ehepaar Axel und Barbara Haubrok, das hier die Haubrok-Kunststiftung ansiedelte und seitdem unter dem Namen haubrokprojects regelmäßig Kunst zeigt.[10][11] Die Haubroks lassen 2015/2016 auf der Fläche einen Neubau (Bezeichnung Gewerberiegel) errichten, der auf Pläne des Arno Bradlhuber zurückgeht. Am 25. November 2016 findet das Richtfest statt.[12]
46–48 „Eisen- und Stückblech-Handelsgesellschaft E. Wiese & Co. mbH“[13] „VEB Metallaufbereitung Berlin“ „Alba Metallaufbereitung Berlin“ und Schrottannahmestelle
Aufzugshersteller Eggert in einem nebenstehenden zurückgesetzten Neubau
50 „Spritbank“
Backsteingebäude
„VEB Stahlkonstruktionen“ „Eggert Lift-Technik GmbH“[14]
51–53
54
„Berliner Häuteverwertung“[7]
„Deutsche Häuteverwertung“ egmbH und „Verwertung für Schlachtprodukte“[7]
„VEB Tierische Rohstoffe“ Gewerbepark für Dienstleister rund um’s Auto (Reifenservice, Verkehrstechnik …) bzw. rund um’s Haus
55 „Van den Bergh Margarine AG“ sowie „Jurgen-van den Bergh-Margarine-Verkaufs-Union“ und „Malex“, Margarine-Lagerungs- und Expeditions-Ges.
„Berolina Schmalzsiederei und Fettverwertungs-Ges.“[7]
„Margarinewerke Berolina“[15]
um 1909 von Karl Schramm gebaut und 1916 erweitert;
7000 m² Fläche[16]
Im Jahr 2007 kauften ein amerikanischer und ein französischer Investor den Gebäudekomplex. Sie vermieten Teile davon an Künstler (HB55 – RÄUME DER KUNST)[17] und Kreative (Hackerspace AFRA – Abteilung-für-Redundanz-Abteilung e. V.),[18] aber auch an andere Gewerbetreibende.[16] So befinden sich an der Straße ein Spielpalast („Vulkan-Stern“) und ein Restaurant der Firma "Airstream-Catering", in den weit nach hinten reichenden Bauten einen Kfz-Getriebe-Spezialisten und ein Spezialist für klassische Geländewagen, … – insgesamt 20 Unternehmen zeugen von dem Nebeneinander von Kunst und Gewerbe.
56–59
Ecke
Siegfried­straße
Lagerplatz „VEB Industrie- und Kraftwerksrohrleitungen Bitterfeld“ (abgerissen) Neubau um 1995: „Peugeot Berlin-Brandenburg GmbH“ und fünf weitere Unternehmen[19]
64/65
66/67

„Soda-Vertriebs-GmbH“ (Nr. 65)[7]
„Blechindustrie KG“[7]
„VEB Berliner Metallguß und Modellbau“ Kfz-Handel und Dienstleister
68–70 PRIMUS Traktorengesellschaft Joh. Köhler & Co. K.G.“ bis 1945,
danach in Miesbach (Bayern)
„VE Außen- und Binnenhandelsbetrieb Metallurgiehandel“ „PTL Pulverbeschichtungstechnik Lichtenberg GmbH“
74–76 „Petrol-Licht- und Kraft-Gesellschaft“
später „Deutsche Treibstoffwerke AG“:
zwischen 1942 und 1945 stand auf dem Betriebsgelände eine Baracke für ausländische Zwangsarbeiter[5]
Die Firmenbauten sind auf mehrere Einzelgebäude aufgeteilt, die als Haus A, Haus B, C usw. gekennzeichnet waren.
Verwaltung „Kombinat Minol Krankentransport, Autoservice, Orthopädieschuhmacher
Fast alle Häuser sind zumindest außen unsaniert.(Stand Mai 2016)

Nördliche Straßenseite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus-
Nr.
Unternehmen, Bauherr
– bis ca. 1948 –
DDR-Unternehmen
– 1949 bis 1990 –
Aktuelle Nutzer
(2008)
79 Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie und Königin Elisabeth Hospital (Innere Medizin, Chirurgie) 1889–1893 von Hermann Blankenstein errichtet und 1910 erweitert; Klinikgebäude, kleine Pavillons, ein Pförtnerhäuschen, ein eigenes Kesselhaus, unterirdische Verbindungsgänge, christliche Kapelle; alles denkmalgeschützt[20][21]
Im September 1942 und Frühjahr 1943 wurde auf dem Gelände des Krankenhauses je eine Baracke für bis zu 36 erkrankte Zwangsarbeiter aus verschiedenen Berliner Barackenlagern in Betrieb genommen[5]
zwischen 1942 und 1946 allgemeinmedizinisches Krankenhaus, danach wurden beide medizinischen Anstalten wieder getrennt geführt 1992, nach umfassender Sanierung aller Bauten auf dem Areal, fusionierten die beiden Häuser zum
Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Verbindung mit der Berliner Charité
82–86 AGA“, Automobilvertriebs-Gesellschaft;
erbaut 1916–1919 durch Bruno Buch[22], Hersteller der AGA-Wagen[23]
1940 gibt das Berliner Adressbuch hier als Eigentümer die Stadt Berlin an (Reichsfiskus) und einen militärisch ausgerichteten Sanitätspark[24]
Kombinat Großhandel „Waren täglicher Bedarf“ (WtB) denkmalgerecht rekonstruiert, heute „Corvushaus“ genannt mit dem Unternehmen „BBJ Corvus GmbH Wohnen, Lernen, Arbeiten, Kultur Berlin“[25] sowie ein Ärztehaus, einige Sondereinrichtungen des Krankenhauses, technischer Gebäudeservice
87–89 unbebaut „R&S Aufzugsbau“ und „Pulverbeschichtungstechnik“
90–99 Grundstück gehörte der „Terraingesellschaft Rittergut“ und war nicht bebaut
Im Frühjahr 1943 wurde das Gelände von der Stadt Berlin gekauft und darauf eine Baracke für niederländische Zwangsarbeiter errichtet, die in umliegenden Fabriken arbeiteten[5]
Neubau um 1970 für „VEB Lufttechnische Anlagen“ „Berliner Luft“: Produktion und Vertrieb von luft- und klimatechnischen Geräten; Autoverleih „Sixt“ und weitere 15 Kleinunternehmen[26]
100 Verwaltungsbau für einen Außenhandelsbetrieb Kantine, Proberäume
105/106 „Maschinenfabrik H. Boldt“[27] Ab 1940 trat auch eine „Spezialfabrik für Einrichtungen der Seifenindustrie“ auf den Plan.[24] „Kombinat Autotrans“, „VEB Versorgungstransporte Berlin“ Fahrschule „Autotrans“ und Kfz-Reparaturbetrieb
111/112 Gleichrichter- und Umspannwerk „VEB Stahlkonstruktionen“ und Weiternutzung des E-Werks[28] leer
118
später geändert in 117a
„Holzlagerei und Bau AG“ der Bewag[27] (Städt. Elektrizitätswerke/Transformatorenwerk mit eigener Reparaturhalle) Weiternutzung des Werkes[29] Vattenfall Europe Berlin
119–124 „Beton- und Monierbau“ Nr. 120[27] „Hartung & Jachmann AG“, Eisengießerei (122–124) von 1945 bis ca. 1952 „Gießerei und Modellbau Hartung & Jachmann“
ab 1953 „VEB Gießerei und Modellbau“ (GMB):
entwickelte und fertigte u. a. Winden und Davits für den Schiffbau
Verwaltungshäuschen stand etliche Jahre leer, um 2011 wurde es abgerissen;
Die hinteren Gebäude werden von der Nachfolgefirma „Gießerei und Modellbau Berlin GmbH“ (GMB) und dem „Hydraulikservice“ genutzt. Ab etwa 2010 entstanden Neubauten auf dem Gelände, in denen Werkstätten und Ateliers für Studenten der UdK[16] und eine Neon-Glasbläserei eingerichtet wurden.[30]
125/126 Entlang der Straße ein Wohnmietshauskomplex[27]
„Fesca“ (Nr. 126, auf dem Hof)[27], auch die Berliner Filiale der Lebensversicherungsgesellschaft Deutscher Ring nahm hier ihren Sitz.[24]
Wohnhaustrakt erhalten kleiner Handwerksbetrieb; Wohnhaus nach einer illegalen Zwischennutzung seit den 2000er Jahren leerstehend
127 Siemens & Halske“;
später „Gottlieb Büchner. Lufttechnische Anlagen“
Verwaltungsbau für „VEB Elektrokohle Lichtenberg zahlreiche kleine Dienstleistungsunternehmen
128–139 „Siemens & Halske“;
von 1928 bis 1948 „Siemens-Plania AG“
ab 1950 „VEB Elektrokohle Lichtenberg“ Asiatisches Handelszentrum „Dong Xuan“
140–149 „Hirsch AG“[8]
1943–1945 gab es auf dem Gelände bis zu fünf Baracken für französische Zwangsarbeiter, die im Betrieb „Berliner Stahl-, Hoch- und Brückenbau“[24] tätig waren[5]
„VEB Metallleichtbaukombinat“ (Ecke Vulkanstraße) „China-Schuh-Center“
147–162 Wohnhäuser und Kleingärten Wohnhäuser, Kaufhalle, Punkthochhaus Wohnhäuser, neu gebaute REWE-Filiale, Punkthochhaus

Weitere Nutzungen in der Herzbergstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1990er Jahren gibt es hier keine Großbetriebe mehr, dafür haben sich außer den in der Tabelle gezeigten Unternehmen weitere Handels- und Dienstleistungseinrichtungen etabliert. Insgesamt findet man rund 500 Unternehmensadressen in der Lichtenberger Herzbergstraße.[31]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Juni 1893 wurde eine Pferdebahnstrecke der Neuen Berliner Pferdebahn-Gesellschaft entlang der Herzbergstraße in Betrieb genommen,[32] die am 1. Oktober 1901 elektrifiziert wurde.[33] Um 1960 verkehrten durch die Herzbergstraße die Straßenbahnlinie 69 und der O-Bus O30. Außerdem verliefen parallel zur Straße auf beiden Seiten Industriebahngleise, die die Unternehmen mit Material belieferten und die fertigen Erzeugnisse zum Bahnhof Lichtenberg oder in die andere Richtung zwecks Weitertransports brachten.

Heute verkehren durch die Herzbergstraße die Straßenbahnlinien M8, 21, 37 und sie wird von der Buslinie 256 im Bereich Siegfriedstraße gekreuzt. Eine direkte Straßenverbindung mit der Allee der Kosmonauten besteht durch das Krankenhausgelände, die jedoch nur von Sonderfahrzeugen genutzt werden darf.

Nach der Entkernung einiger Flächen zwischen der Herzbergstraße und der Landsberger Allee wurde in Höhe der Hausnummern 110/111 eine neue Straße angelegt, die wegen ihrer Nähe zum Zwischenpumpwerk Lichtenberg den Namen „Am Wasserwerk“ erhielt.

Kunst und Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal für die Befreiung vom Faschismus auf dem Gelände des Krankenhauses KEH
  • Vor dem Neubau für „Lufttechnische Anlagen“ ließ das damalige Bezirksamt Lichtenberg einen Sprudelbrunnen aus mehreren großen Granitfindlingen auf einem rechteckigen gemauerten Becken aufstellen; er ist in den Sommermonaten auch weiterhin in Betrieb.
  • Auf dem Gelände des KEH stehen mehrere Kunstwerke: in der Grünanlage vor dem Hauptgebäude ein Springbrunnen mit einer Schale aus Sandstein von acht Metern Durchmesser und einer Mittelfontäne, die bis rund fünf Meter aufsteigen kann. In den weitläufigen Grünanlagen befinden sich weitere Objekte, von denen hier noch das „Denkmal zur Befreiung vom Faschismus“ aus dem Jahre 1945 (Kunststein, 5,50 m hoch) genannt werden soll.
Keramiksäule von Doris Pollatschek; inzwischen unter einer Holzverschalung verborgen
  • Eine Quelle[34] gibt den Hinweis auf eine künstlerisch gestaltete Keramiksäule von Doris Pollatschek, die vor der ehemaligen Berufsschule für Handel (später Kulturhaus Elektrokohle) steht. Diese Säule stellt die Erdkugel auf einem Ständer dar und ist stark von der Witterung geschädigt. Seit etwa 2010 ist das Kunstwerk dauerhaft eingehaust, um es wenigstens erhalten zu können.
  • Am Wohnhaus Herzbergstraße 104 gab es eine Gedenktafel für den im KZ Flossenbürg ermordeten Politiker Ernst Reinke mit der Inschrift:

„Hier wohnte der antifaschistische Widerstandskämpfer Ernst Reinke, geb. am 28. 11. 1891,
ermordet am 28. 4. 1943. Ehre seinem Andenken!“

Diese Tafel wurde nach 1990 entfernt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR. Hauptstadt Berlin. Bd. II. Institut für Denkmalpflege im Henschelverlag, Berlin 1987

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herzbergstraße – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herzbergstraße. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1897, Teil 5, Lichtenberg, S. 80.
  2. Der Herzberg ist eine der wenigen erhaltenen Binnendünen Europas. Er ist mehr als 10.000 Jahre alt und gab als höchste natürliche Erhebung der Landschaft Herzberge seinen Namen.
  3. Anfrage an den Berliner Senat zur Einrichtung des Asia-Zentrums aus dem Jahre 2004, Online (PDF; 124 kB)
  4. Bebauungsplan Asiatown Herzbergstrasse, Vinagrillente, abgerufen am 19. Oktober 2014.
  5. a b c d e Standorte von Zwangsarbeitslagern im Berliner Raum die aufgrund eines Gesetzes des Reichsarbeitsministeriums 1942 gebaut wurden. (PDF; 45 kB)
  6. Ludewig, Emil & Carl Büttner > Groß-Exportfleischerei Lichtenberg. In: Berliner Adreßbuch, 1915, I, S. 1910.
  7. a b c d e f g h i Herzbergstraße ab Nummer 21 > Stadt Berlin. Städt. Vieh- u. Schlachthof > Auslandschlachthof. In: Berliner Adreßbuch, 1939, IV, S. 2257.
  8. a b Stadtplan Berlin 1932
  9. Homepage des Recyclingunternehmens KMAB
  10. Neues Kunstzentrum in Lichtenberg – Zurück in die Zukunft. In: Berliner Zeitung, 26./27. Januar 2013; abgerufen am 1. Februar 2013.
  11. Website zu Haubrok-Stiftung/Sammlung/Projekte, abgerufen am 3. Juni 2013.
  12. Pressemitteilung von haubrokprojects: Richtfest Neubau Gewerberiegel, 8. Nov. 2016.
  13. Herzbergstraße 46–49. In: Berliner Adreßbuch, 1943, II, S. 154.
  14. Homepage von Eggert-Lifttechnik
  15. Landesdenkmalliste Berlin: ehem. Margarinewerke
  16. a b c Susanne Lenz: Nur die Pinsel kommen aus Japan. Rieko Hotta arbeitet in einem Atelier in Lichtenberg. Die Kunstszene dort zeigt eine Nacht lang ihre Werke. In: Berliner Zeitung, 15./16. September 2012, S. 23
  17. HB55 – RÄUME DER KUNST. In: Zentrum für künstlerische und kunstgewerbliche Werkstätten. Kunstfabrik HB55, abgerufen am 13. April 2014.
  18. K. Riekehr: Abteilung-für-Redundanz-Abteilung. In: Hackerspace. Abteilung-für-Redundanz-Abteilung e.V., abgerufen am 13. April 2014.
  19. Homepage Peugeot Lichtenberg
  20. Landesdenkmalliste Berlin: ehem. Städtische Irrenanstalt Herzberge
  21. Landesdenkmalliste Berlin: ehem. Städtische Irrenanstalt Herzberge und Erweiterungsbauten
  22. Landesdenkmalliste Berlin: Automobil-Vertriebsgesellschaft
  23. AGA-Wagen
  24. a b c d Herzbergstraße 82–86. In: Berliner Adreßbuch, 1940, IV, S. 2266.
  25. BBJ Corvus-Homepage
  26. Nach der Flaute eine frische Brise. Welt online, 16. November 2003; abgerufen am 8. Mai 2009
  27. a b c d e Herzbergstraße ab Nummer 100. In: Berliner Adreßbuch, 1939, IV, S. 2258.
  28. Landesdenkmalliste Berlin: Gleichrichter- und Umspannwerk
  29. Landesdenkmalliste Berlin: Umspannwerk-Reparaturhalle, großer Portalkran noch erhalten
  30. Hinweis auf die neon-Glasbläserei Lars Joecks., abgerufen am 15. Februar 2016.
  31. Link zu Unternehmensadressen in der Herzbergstraße
  32. Hans-Joachim Pohl: Die Neue Berliner Pferdebahn-Gesellschaft. Die Verkehrserschließung Weißensees und Lichtenbergs. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 1, 1986, S. 7.
  33. Pohl: Neue Berliner Pferdebahn-Gesellschaft. Die Verkehrserschließung Weißensees und Lichtenbergs. 1986, S. 9.
  34. Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin-Lichtenberg; Katalog. Luisenstädtischer Bildungsverein, Berlin 1993, S. 50

Koordinaten: 52° 31′ 35″ N, 13° 29′ 36″ O