Herzog von Leuchtenberg

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Wappen des Herzogs von Leuchtenberg aus dem Hause Beauharnais

Herzog von Leuchtenberg war der Fürstentitel, den Maximilian I. Joseph von Bayern seinem Schwiegersohn Eugène de Beauharnais, dem Stief- und Adoptivsohn Napoléons, nach dessen Sturz 1817 mit dem gleichnamigen Landgrafentum und dem Fürstentum Eichstätt als Standesherrschaft zusprach.

Wappen der Herzöge von Leuchtenberg und Fürsten Romanowski

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Albrecht VI. (1584–1666) der Leuchtenberger und sein Neffe Maximilian Philipp Hieronymus von Bayern-Leuchtenberg hatten den Titel Herzog von Leuchtenberg geführt. 1833 kaufte Bayern das Fürstentum und 1855 schließlich um drei Millionen Gulden die den Leuchtenbergischen Erben noch verbliebenen Besitzungen zurück. Zwischen 1852 und 1934 war das bayerische Kloster Seeon der Familiensitz. Maximilian de Beauharnais heiratete die Zarentochter Maria Nikolajewna Romanowa. Seit 1852 führten seine Nachkommen neben eines Herzogs von Leuchtenberg auch den russischen Fürstentitel Romanowski.

Eugène de Beauharnais (1781–1824), Vizekönig von Italien, Großherzog von Frankfurt, 1817 bayerischer Herzog von Leuchtenberg, Fürst von Eichstätt

Wegen seiner nicht standesgemäßen Ehe erbte den Titel nach dem Tod des 4. Herzog von Leuchtenberg Nikolaus de Beauharnais sein jüngeren Bruder Eugène de Beauharnais. Zar Alexander III. verlieh laut Dekret vom 11. November 1890 den Söhnen Nikolaus aus morganatischer Ehe den Adelsstand eines russischen Herzogs von Leuchtenberg, mit dem Prädikat Hoheit. 1897 erfolgte die Eintragung in die Adelsmatrikel des Gouvernements Nowgorod.[1] Die Nachkommen hatten alle das Recht, den Titel eines Herzogs oder einer Herzogin von Leuchtenberg zu tragen.

Nach dem Tod des 8. Herzogs von Leuchtenberg Sergei de Beauharnais ist gegenwärtig Nikolaus Alexander Fritz von Leuchtenberg (* 1933) Chef des Hauses Beauharnais und Titelanwärter. Eine Tochter von Eugène de Beauharnais war Josephine von Leuchtenberg, Königin von Schweden. Amélie von Leuchtenberg, eine weitere Tochter Eugènes, heiratete 1829 den Kaiser von Brasilien Pedro I. Eine Tochter Maximilians war Maria von Leuchtenberg, Fürstin Romanovskaja (1841–1914), die Mutter des letzten Reichskanzlers im Kaiserreich, Prinz Max von Baden.

Bayerische Herzöge von Leuchtenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bayerischen Herzöge von Leuchtenberg (in Primogenitur) waren:

  1. Eugène de Beauharnais (1781–1824), Vizekönig von Italien, Großherzog von Frankfurt, 1817 bayerischer Herzog von Leuchtenberg, Fürst von Eichstätt.
  2. Auguste de Beauharnais (1810–1835), 2. Herzog von Leuchtenberg seit 1824, Sohn des vorigen.
  3. Maximilian de Beauharnais (1817–1852), 3. Herzog von Leuchtenberg seit 1835, Bruder des vorigen.
  4. Nikolaus de Beauharnais (1843–1891), 4. Herzog von Leuchtenberg seit 1852, Sohn des vorigen, 1852 auch russischer Fürst Romanowski (für alle Mitglieder der Familie)
  5. Eugène de Beauharnais (1847–1901), 5. Herzog von Leuchtenberg seit 1890, Bruder des vorigen
  6. Georg de Beauharnais (1852–1912), 6. Herzog von Leuchtenberg seit 1901, Bruder des vorigen
  7. Alexander de Beauharnais (1881–1942), 7. Herzog von Leuchtenberg seit 1912, Sohn des vorigen
  8. Sergei de Beauharnais (1890–1974), 8. Herzog von Leuchtenberg, Bruder des vorigen

Russische Herzöge von Leuchtenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die russischen (morganatischen) Herzöge von Leuchtenberg waren:

  1. Nikolaus de Beauharnais (1868–1928), Herzog von Leuchtenberg seit 1890, Sohn von Herzog Nikolaus
  2. Georg de Beauharnais (1872–1929), Herzog von Leuchtenberg seit 1890, Bruder des vorigen
Palais Leuchtenberg in München

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Napoleons Erben in Bayern. Die Herzöge von Leuchtenberg, BR-Filmdokumentation von Bernhard Graf, ISBN 978-3-96233-211-2.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adalbert, Prinz von Bayern: Die Herzen der Leuchtenberg. Geschichte einer bayerisch-napoleonischen Familie. Nymphenburger Verlag, München 1992, ISBN 3-485-00665-3 (Nachdr. d. Ausg. München 1963).
  • Brunner, Georg: Geschichte von Leuchtenberg und der ehemaligen Landgrafen von Leuchtenberg, etc, Amberg 1863.
  • Graf, Bernhard: Napoleons Erben. Die Herzöge von Leuchtenberg, München 2021, ISBN 978-3-96233-211-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dukes of Leuchtenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels. C.A. Starke, 2007, ISBN 978-3-7980-0841-0 (google.com [abgerufen am 29. Dezember 2021]).