Herzstück Regio-S-Bahn Basel

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Mit dem Namen Herzstück-Basel (kurz Herzstück) verbindet sich das Projekt einer unterirdischen S-Bahn-Durchmesserlinie in der Stadt Basel zwischen den beiden dezentralen Knotenpunkten Bahnhof SBB und Badischer Bahnhof. Dieses Verbindungsstück soll die Lücke im trinationalen S-Bahnnetz der Region Basel schliessen und zeitraubende Richtungswechsel sowie das Umsteigen in den beiden Kopfbahnhöfen vermeiden. Überdies soll das Herzstück die direkte Zufahrt mit der S-Bahn aus dem Baselbieter, dem elsässischen und südbadischen Umland ins Stadtzentrum ermöglichen. Als Option wird eine unterirdische Abzweigung zum Bahnhof St. Johann und damit zu den Industrie und Stadtentwicklungsgebieten in Basel Nord und zum EuroAirport offengelassen. Betroffen sind die heutigen S-Bahn-Linien S1, S3, S4, S5 und S6 der Regio-S-Bahn in Basel.

Die Region Basel verfügt anders als viele weitere Städte ähnlicher Grösse (z.B. Zürich) über keine S-Bahn-Durchmesserlinie, hat hier also nach Auffassung der Verkehrsplaner und der regionalen Politik einen klaren Nachholbedarf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee einer Durchmesserlinie wurde in den 1980er-Jahren von der Organisation Regio Basiliensis erstmals vorgebracht. Im Jahr 2000 brachte die Baselbieter Regierungsrätin Elsbeth Schneider (CVP) das Herzstück auf die politische Traktandenliste. Der Kanton Basel-Stadt liess daraufhin eine Machbarkeitsstudie erstellen. Es folgte 2002–2004 eine Studie der beiden Basel und der SBB über eine unterirdische Verbindung zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof.

Im Oktober 2009 stimmten der Basler Grosse Rat und der Baselbieter Landrat Krediten von jeweils 600'000 Franken für eine vertiefte Vorplanung für das Herzstück zu. 2013 erschien der Technische Schlussbericht der Vorstudien 2008–2012.

Im September 2014 bewilligten der Basler Grosse Rat 20 Millionen Franken und der Baselbieter Landrat 10 Millionen Franken für ein Vorprojekt – ein angekündigtes Referendum gegen den Kredit aus Basel-Stadt kam nicht zustande. Das Vorprojekt definiert die Infrastruktur, die benötigt wird, um das Angebotskonzept für die trinationale S-Bahn realisieren zu können. Dieses hat die Planungsregion Nordwestschweiz im November 2014 fristgerecht beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht.

Linienführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlauf der Vorstudien standen verschiedene Linienführungen zur Debatte: Eine Variante Nord hätte die Innenstadt in einem nördlichen Bogen umfahren, dafür aber auf dem Weg zwischen den beiden Bahnhöfen die Industrie und Entwicklungsgebiete in Basel Nord erschlossen. Die Variante Mitte sieht eine unterirdische Direktverbindung durch die Basler Innenstadt vor. Diese kann mit einer Option «Y» in einer späteren Phase direkt mit dem EuroAirport verbunden werden. Die Regierungen beider Basel und die vorberatenden Parlamentskommissionen gaben der Variante Mitte aufgrund ihres besseren Kosten-Nutzen-Verhältnisses den Vorzug.

Die Länge der unterirdischen Verbindung lässt sich noch nicht genau angeben, weil die Linienführung noch nicht definitiv feststeht. Dasselbe gilt auch für die möglichen Stationen in der Basler Innenstadt. Angedacht sind zwei Stationen in den Bereichen Barfüsser- und Marktplatz im Grossbasel sowie Clara- und Messeplatz im Kleinbasel. Geplant ist, die unterirdische Verbindung bergmännisch, also ohne offene Baustellen auszuführen. Die Strecke wird so ausgelegt, dass sie alle technischen Anforderungen erfüllt, um nicht nur von S-Bahn-Kompositionen, sondern auch von Fernzügen befahren werden zu können.

Am 26. April 2017 haben sich die Planer entschieden, auf Tiefbahnhöfe zu verzichten (d.h. keine Tiefgeleise in Basel SBB und Basel Badischer Bahnhof), und dafür im Klybeck-Areal und unter dem Marktplatz je eine unterirdische Haltestelle zu errichten. Die Haltestelle "Basel-Mitte" soll über einen 235 m langen Bahnsteig und über Ausgänge im Spiegelhof, in der Hauptpost und an der Schifflände verfügen. Bei Bedarf wird von Basel-Mitte ein Ast nach Basel-St. Johann und weiter zum Euro-Airport erbaut. Ebenso kann bei Bedarf eine Haltestelle im Schützenmatte-Quartier eröffnet werden. Auch im Morgarten-Quartier kann an der bestehenden SNCF-Linie eine Haltestelle eröffnet werden. Nach dieser definitiven Linienführung können ab 2030 die Züge, ohne zu wenden, von Waldshut über Basel Badischer Bahnhof nach Basel SBB fahren.[1]

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genaue Angaben über die Kosten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Die Kosten für das eigentliche Herzstück werden grob auf 1,5 bis 2 Milliarden Franken geschätzt. Die Kostenschätzung für den Gesamtausbau der trinationalen S-Bahn (inklusive Bau eines neuen Tiefbahnhofs) beläuft sich auf rund 3,5 Milliarden Franken.

Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden Basel arbeiten auf die Ausbauinitiative der Bahninfrastruktur des Bundes in den Jahren 2030–2035 hin. Für dieses «Strategische Entwicklungsprogramm Bahninfrastruktur (Step)» sind 7 bis 12 Milliarden Franken an Bundesgeldern vorgesehen. Auf diese Gelder setzen neben Basel allerdings auch andere Regionen.

2017 wird der Bundesrat die Vernehmlassungsvorlage zum nächsten Bahn-Ausbauschritt mit einem konkreten Vorschlag von Projekten verabschieden. Ende 2018 folgt die Botschaft zuhanden des Parlaments und ab 2019 wird der Ausbauschritt im Parlament beraten. Bei zustimmendem Entscheid des Bundesparlaments wird von einer Inbetriebnahme des Herzstücks ab ca. 2030 ausgegangen.Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren

Bereits heute laufen aber die Arbeiten im Vorprojekt. Dieses konkretisiert die technischen und betrieblichen Eckwerte, auf denen dann die Detailplanung des Bauprojekts erfolgen kann. Ausserdem werden die bisherigen Kostenschätzungen auf eine Genauigkeit von +/- 20 % verfeinert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/Basler--Herzstueck--wird-voellig-neu-aufgegleist-14496129