Hesperoedura reticulata

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Hesperoedura reticulata
Systematik
Überordnung: Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
ohne Rang: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Doppelfingergeckos (Diplodactylidae)
Gattung: Hesperoedura
Art: Hesperoedura reticulata
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Hesperoedura
Oliver, Bauer, Greenbaum, Jackman & Hobbie, 2012
Wissenschaftlicher Name der Art
Hesperoedura reticulata
(Bustard, 1969)

Hesperoedura reticulata ist eine baumbewohnende Art der Geckoartigen aus der Familie der Doppelfingergeckos (Diplodactylidae). Sie ist die einzige Art der monotypischen Gattung Hesperoedura und in einem kleinen Gebiet im Südwesten Australiens heimisch.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von maximal 7 Zentimetern. Es handelt sich damit um eine Geckoart mittlerer Größe. Die Grundfarbe der Tiere ist dunkelbraun, der Rücken wird durch einen breiten Rückenstreifen in hellem Grau bis Graubraun markiert. Die Flanken und die Oberseiten der Gliedmaßen wirken wie von einem dunkelbraunen, engmaschigen Netz überzogen. Der Bauch und die Unterseiten der Gliedmaßen sind weißlich. Auf dem Rücken befinden sich sehr kleine Schuppen, die wesentlich kleiner als die ventralen Schuppen sind.[1] Die Haftlamellen an den Füßen weisen Verbreiterungen auf, die wahrscheinlich dem Klettern auf den Bäumen dienen.[2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hesperoedura reticulata ist nur im südlichen Westaustralien verbreitet, einem Hotspot der Artenvielfalt. Die Art lebt auf Bäumen und ist daher im Gegensatz zu den am Boden lebenden Arten der Doppelfingergeckos auf diese eher feuchte und bewaldete Gegend angewiesen.

Systematik und Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art Hesperoedura reticulata wurde seit ihrer Erstbeschreibung im Jahr 1969 zur Gattung Oedura gezählt. Schon in ihrem im Jahr 1983 erschienenen Werk A synopsis of the class Reptilia in Australia wurde von Wells und Wellington vorgeschlagen, Hesperoedura reticulata zusammen mit drei weiteren Arten der Gattung Oedura als eigene Gattung Amalosia auszugliedern.[3] Die Arbeit wurde kontrovers diskutiert und von den Wissenschaftlern, die sich mit Australiens Geckos befassten, kaum umgesetzt. Im Jahr 2012 wurde nach molekulargenetischen Untersuchungen von Oliver et al. die Ansicht von Wells und Wellington in Bezug auf die Gattung Amalosia weitgehend bestätigt, da sich zwei der vier von ihnen bezeichneten Arten sowie zwei weitere als eigene Klade zusammenfassen ließen. Oedura reticulata wurde jedoch nicht wie von Wells und Wellington vorgeschlagen in die Gattung Amalosia, sondern in die neu errichtete monotypische Gattung Hesperoedura gestellt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Robert Bustard: Oedura reticulata, a new velvet gecko from south-west Western Australia. In: Western Australian Naturalist. Bd. 11, 1969, ISSN 0508-4865, S. 82–85, (Erstbeschreibung).
  • Harold G. Cogger: Reptiles & Amphibians of Australia. 7. Auflage. CSIRO Publishing, Collingwood 2014, ISBN 978-0-64310035-0.
  • Friedrich Wilhelm Henkel, Wolfgang Schmidt: Geckos. Biologie, Haltung, Zucht. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3854-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harold G. Cogger: Reptiles & Amphibians of Australia. 7. Auflage. 2014.
  2. Brian Bush, Brad Maryan, Robert Browne-Cooper, David Robinson: Reptiles and Frogs in the Bush. Southwestern Australia. University of Western Australia Press, Nedlands 2007, ISBN 978-1-920694-74-6, S. 121–122.
  3. Richard Walter Wells, Cliff Ross Wellington: A synopsis of the class Reptilia in Australia. In: Australian Journal of Herpetology. Bd. 1, Nr. 3/4. 1984, ISSN 0728-4683, S. 73–129.
  4. Paul M. Oliver, Aaron M. Bauer, Eli Greenbaum, Todd Jackman, Tara Hobbie: Molecular phylogenetics of the arboreal Australian gecko genus Oedura Gray 1842 (Gekkota: Diplodactylidae): Another plesiomorphic grade? In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Bd. 63, Nr. 2, 2012, S. 255–264, doi:10.1016/j.ympev.2011.12.013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]