Hespertalbahn

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Essen-Kupferdreh Hespertalbahn–Hesperbrück
Museumszug vor dem alten Empfangsgebäude
Museumszug vor dem alten Empfangsgebäude
Kursbuchstrecke (DB): 12446
Streckenlänge: 4,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit: 15 km/h
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Betriebsstellen und Strecken[1]
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Prinz-Wilhelm-Eisenbahn von Essen-Überruhr
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0,0 Essen-Kupferdreh Hespertalbahn *
BSicon dBS2c1.svgBSicon BS2+rc.svgBSicon dSTRl+4h.svg
Prinz-Wilhelm-Eisenbahn nach Wuppertal-Vohwinkel
   
Anschlussgrenze DB–Hespertalbahn
   
ehem. Ruhrtalbahn nach Essen-Werden
   
ehem. Anschlussgrenze DB–Hespertalbahn
   
Essen-Kupferdreh VEH
   
von Zeche Prinz Friedrich
Bahnhof, Station
0,5 Zementfabrik (ehem. Übergabebahnhof)
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
3,1 Ausweiche zum Umsetzen
   
3,3 Haus Scheppen
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Margrefstraße
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Zeche Pörtingsiepen
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4,6 Hesperbrück ʘ
* alter Bahnhof Essen-Kupferdreh (ehem. Keilbahnhof)

Die Hespertalbahn ist eine historische Normalspurbahn mit Dampflokbetrieb nahe dem Hesperbach zwischen dem Alten Bahnhof Kupferdreh und Haus Scheppen am Baldeneysee in Essen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infotafel am alten Bahnhof
Endstation Haus Scheppen (Zeche Pörtingsiepen), 2007

Als Schmalspurbahn mit Pferdebetrieb erschloss sie ab 1857 Erzgruben, später die Zeche Pörtingsiepen. Der Umbau eines Teils der Gleise in Normalspur erfolgte 1877.

Der Bahnverkehr wurde 1973 eingestellt. Seit Juni 1975 betreibt der Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn die Strecke als Museumsbahn.

Die Hespertalbahn gehört zur Route der Industriekultur und ist Teil der Themenrouten 12 (Geschichte und Gegenwart der Ruhr) und 15 (Bahnen im Revier).

Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke beträgt 15 km/h.

Weil an den Endpunkten keine Umsetzmöglichkeit besteht, erfolgt dies an der Zementfabrik nahe der Station Kupferdreh HTB und durch Wechsel der Zugmaschine am westlichen Endpunkt. Das Zugbegleitpersonal nutzt Funkgeräte zur Kommunikation mit dem Lokführer, da dieser den Zug für einige Meter „blind“ schieben muss.

Der obere Teil der Bahnstrecke von Haus Scheppen bis Hesperbrück wird als Wanderweg genutzt.

Fuhrpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampflokomotive Nr. 8 "Knapsack"

Die Hespertalbahn besitzt drei Dampfloks, von denen eine betriebsfähig ist. Bei der betriebsfähigen Lok VIII handelt es sich um eine C-gekuppelte Tenderlok (Baujahr 1961) vom Typ Knapsack, die früher auf der Zeche Niederberg im Einsatz war. Lok 5 wurde 1956 von Jung gebaut, sie wurde zuvor bei Elektromark in Hagen eingesetzt und befindet sich derzeit in Aufarbeitung. Die Lok „Pörtingssiepel VII“ von 1923 ist vom Typ „Bismarck“ und war früher auf der Zeche Pörtingssiepen im Einsatz. Sie ist abgestellt, eine spätere Restaurierung ist geplant.

Des Weiteren befinden sich vier Diesellokomotiven im Besitz der Hespertalbahn. Als Zuglok für den Museumszug dienen eine Henschel DH 360 Ca von 1961 und eine Henschel DH 240 von 1957. Eine Kleinlok (Kö I) sowie eine O&K-Industrielokomotive des Typs MV 9 stehen für Rangier- und Überführungsfahrten in Betrieb. Als Gleisbaufahrzeug für Material- und Personaltransport steht ein Skl der Bauart Klv 53 zur Verfügung.

Der Museumszug setzt sich zusammen aus drei vierachsigen und zwei zweiachsigen Personenwagen sowie einem zweiachsigen Gepäckwagen. Einer der zweiachsigen Wagen (Nummer 1002, Baujahr 1910) ist ein Originalfahrzeug der früheren Zechenbahn und stand zwischenzeitlich bei weiteren Museumsbahnen im Einsatz, bevor er 2004 wieder zur Hespertalbahn kam. Ein Wagen gleicher Bauart (Nummer 1004) ist abgestellt vorhanden. Ein weiterer Wagen stammt von den ÖBB, es handelt sich um einen Spantenwagen (Nummer 7139.06).

Die vierachsigen Wagen stammen von der Wilhelmshavener Vorortbahn und waren zuletzt bei der WLE im Einsatz, sie stammen aus dem Jahr 1941. Außerdem gehören weitere Personen- und Güterwagen zum Fuhrpark, vor allem solche der Werkbahnen der RAG Aktiengesellschaft.

Sämtliche Fahrzeuge werden im Betriebsbahnhof/Lokschuppen Essen-Kupferdreh abgestellt. Der Bahnhof Zementfabrik stellte bis 2011 den Betriebsmittelpunkt dar.

Lokschuppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2012 begannen die Bauarbeiten für einen neuen zweigleisigen Lokschuppen am Baldeneysee, der im Sommer 2015 in Betrieb ging. Dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe zum alten Bahnhof. Hier können die Züge der Hespertalbahn untergestellt und restauriert werden. Parallel zum Bau des Schuppens wurde ein neuer Bahnsteig errichtet. Offiziellen Aussagen zufolge betragen die Kosten insgesamt etwa 800.000 €.[2]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Leitsch: Die Hespertalbahn. Eine Zechenbahn im Wandel der Zeiten. In: Der Anschnitt. 1–2, 1995, ISSN 0003-5238, S. 44–54.
  • Joachim Leitsch: Kohle, Kalk und Erze. Die Geschichte der Hespertalbahn. Hrsg.: Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn e. V. 2. erweiterte Auflage. Essen 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hespertalbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Lokalkompass.de: Mit Volldampf in die Zukunft