Hessen-Flieger Verein für Luftfahrt 1924 Darmstadt

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Hessen-Flieger Verein für Luftfahrt 1924 Darmstadt e. V.
(HFD)
Vereinswappen
Zweck: Förderung des Motorflugsportes – insbesondere der Jugend – sowie die Pflege der Tradition im Interesse der Luftfahrt
Vorsitz: Martin Hagen
Geschäftsführer: Reinhold Langner
Gründungsdatum: 1924
Mitgliederzahl: etwa 150
Sitz: Egelsbach
Website: www.hessen-flieger.org

Der Hessen-Flieger Verein für Luftfahrt 1924 Darmstadt e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich der Pflege des Luftsports und der Luftfahrtausbildung verschrieben hat. Der Verein hat seinen Sitz am Frankfurt-Egelsbach Airport. Er zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Luftsportvereinen in Deutschland und hat etwa 150 Mitglieder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Interesse an der Luftfahrt in Darmstadt lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen, denn bereits 1783 brachte Erbprinz Ludwig I. von Hessen-Darmstadt kleine Ballons zum Experimentieren bei Hof aus Paris mit. 1908 gründete August Euler die Euler-Flugmaschinenwerke in Griesheim. Im Jahr 1911 wurde die Hessischen Flugstudien-Gesellschaft eingerichtet, die sich 1913 in Verein für Luftfahrt Darmstadt umbenannte und sich 1925 mit den 1924 gegründeten Hessen-Fliegern zusammenschloss, deren Mitglieder sich bereits seit 1911 an Zuverlässigkeitsflügen, Flugtagen, Ausstellungen und Vorträgen beteiligt hatten.

Luftaufnahme des August-Euler-Flugplatzes (Griesheimer Sand)

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der Darmstädter Flugplatz Griesheimer Sand nach dem Ersten Weltkrieg bis 1930 französisch besetzt war, setzte der Verein sich als erstes erfolgreich für die Errichtung eines neuen Flugplatzes ein. Die Stadt Darmstadt überließ dem Verein die sogenannte Lichtwiese zur Anlage eines neuen Flugfeldes, das am 13. und 14. Juli 1924 eingeweiht werden konnte. Nachdem die französischen Truppen im Jahr 1930 abzogen, wurde der Flugplatz Griesheimer Sand wieder hergerichtet und auch von den Hessen-Fliegern genutzt. Im Frühjahr 1934 wurde der Flugbetrieb dann offiziell von der Lichtwiese ganz auf den Griesheimer Sand verlagert.

Im Dritten Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gleichschaltung im Dritten Reich wurden alle verbliebenen Vereinsmitglieder aufgefordert, sich der Landesgruppe 11 Darmstadt des neuen Deutschen Luftsport-Verbandes anzuschließen. Der Verein der Hessen-Flieger kam dadurch vollkommen zum Erliegen.

Frankfurt-Egelsbach Airport

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachkriegszeit brachte für die Darmstädter Flieger große Herausforderungen, denn ihr ehemaliger Heimatflugplatz war von der U.S. Army besetzt. So sammelten sich die Flugsportler zunächst ab 1951 im Aero-Club Darmstadt und ab 1953 auch im Sportflieger-Club Darmstadt. 1968 entschied eine Gruppe von Motorfliegern, den Hessen-Flieger Verein und dessen Traditionen wieder aufleben zu lassen, da die Aussicht bestand, den besetzten Griesheimer Sand mitnutzen zu dürfen.

Am 17. Januar 1969 trafen sich zehn Flugbegeisterte im Darmstädter Lokal Zum Rosengarten und beschlossen die Neugründung des Vereins, und am 7. Februar fand die erste Hauptversammlung statt.

Im Jahr 1992 kündigten die U.S. Army den Hessen-Fliegern die Mitbenutzung des Flugplatzes zum 31. Mai und der Verein wechselte zu seinem heutigen Standort am Flugplatz Egelsbach.

Griesheimer Dreieck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Griesheimer Dreieck war ein Navigationsflugwettbewerb, der zum ersten Mal am 2. September 1972 von den Hessen-Fliegern und dem BFS Fliegerclub ausgerichtet wurde. Der Wettbewerb beinhaltete unter anderem die Beantwortung von Fragen zu verschiedenen luftfahrtbezogenen Themen sowie einen Dreiecksflug OppenheimBensheimBismarckturm mit Suchbildern. Prominentester Teilnehmer des ersten Griesheimer Dreiecks war der Darmstädter Oberbürgermeister Heinz Winfried Sabais. Bis 1990 wurde der Wettbewerb jährlich im Frühsommer veranstaltet.

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In unregelmäßigen Abständen veranstaltet der Verein zusammen mit seinem Kooperationspartner – dem DFS Fliegerclub – Charityevents, bei denen schwerkranke Kinder zusammen mit ihren Familien für Rundflüge eingeladen werden.[1]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein betreibt zur Zeit vier Flugzeuge.

Drei weitere Maschinen werden vom Kooperationspartner DFS Fliegerclub betrieben.

Flugschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein betreibt eine Flugschule, um seinem Vereinszweck – der Förderung des Motorflugsports der Jugend – nachzukommen. Folgende Ausbildungen werden angeboten:

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Oktober 2011 wurde dem Verein auf dem 70. Deutschen Segelfliegertag neben der Silbernen Ehrenplakette des Hessischen Ministerpräsidenten auch die Sportplakette des Bundespräsidenten verliehen. Der Verein erhielt diese Auszeichnungen aus Anlass seines einhundertjährigen Bestehens und seiner Verdienste um die Pflege des Luftsports.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula Eckstein: 100 Jahre Hessen-Flieger Darmstadt, Darmstadt 2011
  • Chronik auf der Website des Vereins

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Piloten der Flieger-Vereine haben für schwerkranke Kinder einen Rundflug organisiert. In: Frankfurter Neue Presse. 21. August 2017, abgerufen am 24. April 2018.