Hessenmühle (Karbach)

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Die Hessenmühle (vormals Evangelistenmühle[1]) ist eine ehemalige Mühle und ein Ortsteil des Marktes Karbach in Unterfranken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  • 1702 Hans Jörg Brandstein mit Barbara
  • 1719 Andreas Gerhart und Gertrud welche als Witwe
  • 1731 Jakob Dehn von Hofstetten heiratet.
  • 1763 Die Gemeinde Karbach ist in der glücklichen Lage, keine Gemeindesteuer erheben zu müssen.

Die jährlichen Abgaben die auf der Ludwigsmühle Haus No. 232 u Haus No. 233 ruhen belaufen sich auf 17.24 M. Worauf dieselben zurückzuführen sind, ergibt sich aus folgenden Aufzeichnungen. Die Besitzer der beiden unteren Talmühlen Haus No. 232 u Haus No. 233 Karbach entrichteten nachweisbar vom Jahre 1763 ab an die Gemeinde Karbach alljährlich ein Malter Korn. Dieses Reichnis ruht nicht auf dem Mühlrechte, sondern auf dem Grund und Boden der beiden Anwesen. „Die Mühle under dem Karbacher Holtz im Zimmerner Thal“ wurde 1687 erbaut womit 1687 Anno der Anfang gemacht worden und zwar auf Grund und Boden der Gemeinde Karbach indem das Gemeindeeigentum „unterm Haegholz“ bis hinunter an den Graben zog und die Gemeinde dem Mühlbauer Grund und Boden gegen die jährliche Abgabe von 1 Malter Korn überließ.

  • 1772 Jakob Dehn von Hofstetten mit Gertrud Gerhart
  • 1779- 1792 zwei wechselnde Besitzer Amend und Funsch
  • 1792 Kaufte die Mühle Michael Ludwig von Lohr a. M. mit Anna Väthröder aus Haus No. 93 in Karbach
  • 1820 Ihr Sohn Johann Evangelist Ludwig mit Margareta Weidner von Unterleinach
  • 1826 Dieser verkaufte die Mühle an seinen Schwager Andreas Tauberschmitt. d. h. Schmitt aus dem Tauberthal in Baden von Hafenlohr mit Maria Anna
  • 1826 um 3700 fl. und baute sich nebenan gegen Süden die tiefergelegene Mühle Haus No. 233
  • 1827 Sie von Johann Evangelist Ludwig mit Margarete Weidner sie vorher auf Grund und Boden erbaut, den er mit Mühlrecht von seinen Vater ererbt hatte. Sie geht über im Jahr 1864 auf deren Sohn Johann Evangelist Ludwig verheiratet mit Margareta Haas von Steinfeld die 1879 das Anwesen Haus No. 232 dazu kaufen. Wurden da zwei Mühlen eingerichtet. Zugleich fand eine Verteilung der oben genannten Last in der Weise statt das die Mühle
    Haus No. 232 = 3 Metzen 4 ½ Mäslein
    Haus No. 233 = 1 Metze 10 ½ Mäslein
    4 Metzen 15 Mäslein oder ein Rothenfelser Kornmalter an die Gemeinde abgaben.
  • 1848 Politische Verhältnisse die im Jahre 1848 in Bayern eintraten und besonders technische Fortschritte brachten es nach und nach mit sich dass die Bachmühlen an Umsatz und damit an Wert wesentlich verloren. Diesen veränderten Verhältnissen wollten die vielfach an großen persönlichen Aufwand gewohnten Müllersfamilien sich nicht anpassen. Man suchte Rettung und vermeinte solche zu finden dadurch dass man die einfachen altdeutschen Mühleneinrichtungen mit ihren Klapperwerk und Mühlsteinen heraus riss und dafür kostspielig Kleinkunstmühlen Walzenstuhl mit Schöpfwerk einsetzte.
  • 1856 Ihr Sohn Matthäus Tauberschmitt mit Maria Anna Müller von Marktheidenfeld und 1873 mit Katharina Luger welche als Witwe nach Zimmern heiratete.
  • 1860 Dieses Reichnis wurde von den Besitzvorfahren seit etwa 1860 nicht mehr in natura, sondern mit folgenden Summen jährlich beglichen
    Haus No. 232 = 11 M. 47 Pfg.
    Haus No. 233 = 5 M. 77 Pfg.
  • 1864 Sie geht über auf deren Sohn Johann Evangelist Ludwig verheiratet mit Margareta Haas von Steinfeld die 1879 das Anwesen Haus No. 232 dazu kaufen.
  • 1879 wurde die Mühle vom Besitzer der Nachbar mühle Haus No. 233 namens Johann Evangelist Ludwig angekauft daher die Bezeichnung „Evangelistenmühle“ die bis 1910 allgemein üblich war dessen Ehefrau Margareta Haas von Steinfeld Solange die Kunstmühlen hier z. B. in Lohr Wertheim u.s.f. nicht bestanden und die Bachmüller auf treue Bauernkunden und Bäckerei Kundschaft rechnen konnten war die Kleinmüllerei ein einträgliches Geschäft. Auch besaßen etliche Mühlen im Karbacherthale sogenannte „Bannrechte“ d. h. gewisse lehenspflichtige Bauern waren von ihren Lehensherrn gezwungen nur in einer bestimmten Mühle mahlen zu lassen.
  • 1896 Ihr Sohn Georg Ludwig mit Lidwina Schubert von Karbach Haus No. 42. Die Nachbarn Ludwig – Tauberschmitt führten langwierige Prozesse miteinander wegen Grenzregistrierung u Wasserrecht und beide Mühlen waren für Diätenschinder am damaligen Herrschaftsgericht später Landgericht Rothenfels wozu die nicht besoldeten Rechtspraktikantenmeistens gehörten ein sehr beliebter Ausflugsort
  • 1903 Die Müller stützten sich in ungeahnte Schulden. Die Evangelistenmühle Haus No. 232 u. 233 war im April 1903 mit 35000 M. belastet und wurde auf Betreiben der Hauptgläubiger Creditverein Marktheidenfeld und Bay. Hypotheken u. Wechselbank in München durch den Reg. Notar am 15. Juni 1903 öffentlich versteigert. Kamen die beiden Anwesen Haus No. 232 und 233 in Konkurs. Ein Konsortium mit Kaufmann Moses Tannenwald an der Spitze veräuserde beide Anwesen an Dr. Römheld, Oberarzt an der Irrenanstalt Heppenheim verh. mit Paulina geb. Babst welchen das Mühlwerk entferntund eine Som.frische für sich einrichtete.
  • 1904 wurde der Mahlbetrieb eingestellt.[1]
  • 1917 Fabrikant Gustav Böhm in Offenbach a. Main mit Ella geb. Heister aus Mainz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Apfelbacher (1887–1940, Bezirksoberlehrer): Die Mühlen under dem Karbacher Holtz im Zimmerner Thal. In: Ortsgeschichte von Karbach

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mahlbetrieb im Jahr 1904 eingestellt. Main-Echo, abgerufen am 13. Marz 2018.

Koordinaten: 49° 53′ N, 9° 36′ O