Inhibition (Feuerwehr)

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Als Inhibition (lateinisch inhibere, Anhalten) bezeichnet man im Feuerwehr-Jargon den so genannten „Antikatalytischen Löscheffekt“, der einen Verbrennungsvorgang unterbrechen soll.[1]

Antikatalytischer Löscheffekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als antikatalytischer Löscheffekt wird in der Feuerwehr-Literatur ein Löschmittel verstanden, das aus einer Reaktion unverändert wieder hervorgeht, also selbst nicht verbraucht wird.[2] Der Begriff Antikatalysator kann dabei nicht analog zum Begriff Katalysator aus der Chemie verstanden werden. Denn ein chemischer Katalysator beschleunigt eine Reaktion, ohne dabei verändert zu werden. Ein „Antikatalysator“ wäre demnach eine Substanz, welche eine Reaktion verlangsamt und sich dabei nicht verändert. Das ist bei Löschmitteln aber kaum der Fall, siehe auch Flammschutzmittel.

Der sogenannte „antikatalytische Löscheffekt“ kommt bei den Brandklassen B und C, meistens Flammenbrände, zum Tragen und ist die Hauptlöschwirkung bei den Löschmitteln Pulver und Halon.[3]

Arten der Inhibition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinfacht wird zwischen zwei Arten der Inhibition unterschieden: der homogenen Inhibition (Löschmittel: z. B. Halon und brennbarer Stoff: z. B. Erdgas, haben den gleichen Aggregatzustand) und der heterogenen Inhibition (Löschmittel: z. B. Löschpulver und brennbarer Stoff: z. B. Benzin – stark vereinfacht, haben verschiedene Aggregatzustände).

Homogene Inhibition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halon, welches in der Flamme zerfällt, bewirkt eine Bildung von Radikalen. Diese erzeugen eine Kettenabbruchreaktion (sog. Rekombination), die eine weitere Verbrennung unmöglich macht.

Heterogene Inhibition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die große Oberfläche in der Gesamtzahl des Löschpulvers werden die so genannten Radikale unschädlich gemacht und die Verbrennungsreaktion wird dadurch schlagartig gestoppt. Die heterogene Inhibition wird auch mit „Wandeffekt“ bezeichnet.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roy Bergdoll, Sebastian Breitenbach: Die Roten Hefte, Heft 1 – Verbrennen und Löschen. 18. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-17-026968-2.
  • Ludwig Scheichl, Brandlehre und chemischer Brandschutz, Hüthig-Verlag, 2. Auflage, 1958 (S. 249, 325 f.).
  • Alfons Rempe, Feuerlöschmittel – Eigenschaften, Wirkung, Anwendung, Kohlhammer-Verlag, 6. Auflage, 1997 (S. 28 f., S. 107 ff., S. 127 ff.).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden | Inhibition | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft. Abgerufen am 17. Januar 2018.
  2. Freiwillige Feuerwehr Werder: Feuerwehr Lexikon. Abgerufen am 17. Januar 2018.
  3. Copyright Haufe-Lexware GmbH – all rights reserved: Abwehrender Brandschutz: Brennen und Löschen / 2.3.3 Löschpulver | Arbeitsschutz Office | ... In: Haufe.de News und Fachwissen. (haufe.de [abgerufen am 17. Januar 2018]).
  4. Haufe Arbeitsschutz