Heuchelheim (Hessen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heuchelheim
Heuchelheim (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heuchelheim hervorgehoben
50.5822222222228.6311111111111165Koordinaten: 50° 35′ N, 8° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 10,58 km²
Einwohner: 7366 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 696 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35452
Vorwahl: 0641
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 007
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Linnpfad 30
35452 Heuchelheim
Webpräsenz: www.heuchelheim.de
Bürgermeister: Lars Burkhard Steinz (CDU)
Lage der Gemeinde Heuchelheim im Landkreis Gießen
Niederdorfelden Biebertal Wettenberg Lollar Staufenberg (Hessen) Allendorf (Lumda) Rabenau (Hessen) Heuchelheim (Hessen) Gießen Buseck Grünberg (Hessen) Fernwald Linden (Hessen) Langgöns Pohlheim Reiskirchen Lich Hungen Laubach Wetteraukreis Vogelsbergkreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Heuchelheim ist eine Gemeinde im Kreis Gießen und schließt sich unmittelbar westlich an die Kreisstadt Gießen an. Die rund 8.000 Einwohner verteilen sich auf die beiden Ortsteile Heuchelheim (5.800 Einwohner) und Kinzenbach (2.200 Einwohner). Die beiden Orte schlossen sich am 1. April 1967 zur Gemeinde Heuchelheim zusammen.

Heuchelheim gehört zur Kooperation Gleiberger Land, einem Landstrich zwischen Gießen und Wetzlar. Der Hauptort liegt an der Bieber, nur etwa einen Kilometer vor deren Mündung in die Lahn.

Geografie[Bearbeiten]

Heuchelheim grenzt im Norden an die Gemeinden Biebertal und Wettenberg, im Osten an die Stadt Gießen, im Südwesten an die Stadt Wetzlar sowie im Westen an die Gemeinde Lahnau (beide Lahn-Dill-Kreis). Heuchelheim bildet mit Wettenberg, Biebertal und Lahnau das Gleiberger Land.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 1967 gehörten die seinerzeit selbständigen Gemeinden Heuchelheim und Kinzenbach unterschiedlichen Landkreisen an. Während Heuchelheim bereits damals zum Landkreis Gießen gehörte, lag Kinzenbach im Landkreis Wetzlar. Anfang der 1960er Jahre bildeten beide Gemeinden eine Schulzweckgemeinschaft, die schließlich zum Zusammenschluss zur Großgemeinde Heuchelheim am 1. April 1967 führte. Von 1977 bis 1979 gehörte Heuchelheim zur administrativ geschaffenen Stadt Lahn, die aus Gießen, Wetzlar und den dazwischen liegenden Orten gebildet wurde. Innerhalb der Stadt Lahn bildeten Heuchelheim und Kinzenbach den Stadtbezirk Heuchelheim. Als ein letztes Überbleibsel aus dieser Zeit besteht noch heute eine stadtbusartige Verbindung zwischen Gießen, Heuchelheim, Lahnau und Wetzlar. Von 1949 bis 1957 hatte Heuchelheim eine Oberleitungsbuslinie von Gießen, die Linie 4, die später mit Dieselbussen betrieben wurde. Sie hielt an den Haltestellen Bahnhof, Liebigstraße, Selterstor, Goetheschule, Oswaldsgarten, Hessenhalle, Heuchelheim Ost, Bahnstraße, Ludwig-Rinn-Straße und Haag. 1998 wurde die Linie 4 mit der Buslinie 21 nach Wetzlar zusammengelegt und trägt nun die Nummer 24.

Historische Namensformen[Bearbeiten]

Historische Namensformen sind:[2]

  • Vchilheim (Vchelheim), in loco, qui (antiquitus) dicitur (769/78)
  • Hucheleim, de (1237 (?))
  • Huchilnheim, in (1245)
  • Huchelem, de (1265)
  • Huchelinheim, in (1295)

Politik[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte für die Gemeindevertretung folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
33,6 %
27,4 %
16,7 %
9,6 %
8,7 %
3,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+8,7 %p
-2,2 %p
+3,9 %p
-2,6 %p
-4,7 %p
-3,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,6 10 24,9 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,4 9 29,6 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,7 5 12,8 4
KWI Kinzenbacher Wählerinitiative 9,6 3 12,2 4
FWG Freie Wählergemeinschaft 8,7 3 13,4 4
FDP Freie Demokratische Partei 3,9 1 7,1 2
Gesamt 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 55,8 54,1

Bis zu den Kommunalwahlen 2011 regierte eine große Koalition aus SPD und CDU. Seit April 2011 bestimmt eine Koalition aus CDU, FWG, FDP und KWI das politische Geschehen der Gemeinde.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Bürgermeisterwahl am 7. Juni 2009 gewann Lars Burkhard Steinz (CDU) mit 51,8 %. Sein Vorgänger im Amt, Helmut Fricke (SPD), hatte nicht kandidiert. Bei der Direktwahl am 14. Juni 2015 wurde Lars Burkhard Steinz mit 74,58 % - gegen Martin W. Davies (SPD) mit 25,42 % - im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,33 %.[3] 1985 bis 1997 war Willi Marx (SPD) Bürgermeister von Heuchelheim.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. Januar 1982 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Blasonierung: „In Silber unter rotem Schildhaupt aus drei gestürzten Spitzen schräglinks angeordnet ein blaues Mühlrad und eine blaue Lilie.“[4]

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge wurde am 3. September 1985 durch das Hessische Ministerium des Innern genehmigt.

Flaggenbeschreibung: „Auf weißer Mittelbahn, begrenzt von zwei roten Randstreifen, in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Heuchelheim ist ein bedeutender Industriestandort mit größeren Betrieben der Kohlenstofftechnik z. B. der Schunk Group. Die Fa. Berkenhoff betreibt hier eine Produktion von Elektronikdrähten. Die Firma Rinn betreibt ein Werk zur Herstellung von Betonplatten und einem Sortiment aus Naturstein- und Betonelementen zur Garten- und Landschaftsgestaltung. In früheren Jahren waren in Heuchelheim auch die Zigarrenproduktion (Rinn & Cloos) und von 1948 bis 1995 die Kameraherstellung durch Minox GmbH Wetzlar von Bedeutung.

Sport[Bearbeiten]

Der TSF Heuchelheim ist unter anderem im Handball, Tischtennis, Fußball und Turnen aktiv. Im Handball stieg die erste Männermannschaft in die Oberliga auf und konnte in der Saison 2009/2010 die Klasse halten. Das erste Frauen-Team spielt in der hessischen Landesliga sorgt. Am jährlichen Mitternachtslauf im August nehmen Menschen aus der gesamten Region teil.

Im Ortsteil Kinzenbach gibt es mit der Sportgemeinschaft Kinzenbach einen weiteren Sportverein. Die im April 1955 gegründete SG ist mit über 600 Mitgliedern der größte Verein im Ortsteil. Er bietet Fußball, Basketball, Gymnastik, Turnen und Tischtennis an. Im Mai 2015 errang die erste Fußball-Männermannschaft die Meisterschaft in der Gruppenliga und stieg in die Verbandsliga Mitte auf. 2014 und 2015 gewann die Mannschaft den Kreispokal. Mit Meisterschaft und Pokalsieg feierte die SG Kinzenbach 2015 den größten Erfolg in ihrer 60-jährigen Vereinsgeschichte.

Bauwerke[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Wassersport auf dem Heuchelheimer See

Der Naherholung dienen die südlich des Ortes gelegenen „Heuchelheimer Seen“, ehemalige Baggerseen, die heute dem Wassersport dienen. Außerdem befindet sich südlich und westlich des Ortes das Naturschutzgebiet Lahnauen, in das u. a. weitere ehemalige Baggerseen integriert sind, die heute Wasservögeln als Brut- und Rastgebiet dienen.

Sehenswürdigkeiten der Gemeinde am Bieberbach sind das Heimatmuseum im alten Kinzenbacher Bahnhof sowie das Kameramuseum. Sie werden vom Kulturring Heuchelheim-Kinzenbach e.V in privater Trägerschaft betrieben.

Im Jahr 2003 wurde der Heuchelheimer Schneeapfel als „Hessische Lokalsorte des Jahres“ durch die Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins e. V. benannt. Es soll auf alte, erhaltenswerte Obstsorten in Hessen aufmerksam gemacht werden. Dabei werden jedes Jahr entsprechende Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt, wie Pflegemaßnahmen an Altbäumen, Reisergewinnung und Abgabe an Baumschulen, Pflanzaktionen sowie Vorträge und Ausstellungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Otto Bepler (SPD), langjähriger Bürgermeister, Ehrenbürger der Gemeinde Heuchelheim.
  • Ludwig Rinn 1870–1958), Gründer der Zigarrenfabriken Rinn&Cloos (R&C), Commerzienrat der Stadt Gießen, Ehrenbürger der Stadt Gießen und der Gemeinde Heuchelheim.
  • Ludwig Schunk (1884–1947), Mitbegründer der Firma Schunk und Ebe oHG.
  • Til Schweiger (* 1963), Schauspieler, lebte von 1977 bis zu seinem Abitur in Heuchelheim.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHeuchelheim, Landkreis Gießen“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 10. April 2014, abgerufen am 11. Juli 2014.
  3. Bürgermeisterwahl am 14. Juni 2015 Gewählt: Lars Burkhard Steinz (CDU) mit 74,58 %, HR online 14. Juni 2015
  4. Genehmigung des Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 15. Januar 1982 (StAnz. 5/1982 S. 226)
  5. Genehmigung der Flagge durch den Hessischen Minister des Innern vom 3. September 1985 (StAnz. 38/1985 S. 1735)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heuchelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien