Heusweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heusweiler
Heusweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heusweiler hervorgehoben
Koordinaten: 49° 20′ N, 6° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Regionalverband Saarbrücken
Höhe: 232 m ü. NHN
Fläche: 39,94 km²
Einwohner: 18.081 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 453 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66265
Vorwahl: 06806
Kfz-Kennzeichen: SB
Gemeindeschlüssel: 10 0 41 513
Gemeindegliederung: 7 Gemeindebezirke
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Saarbrücker Str. 35
66265 Heusweiler
Webpräsenz: www.heusweiler.de
Bürgermeister: Thomas Redelberger (CDU)
Lage der Gemeinde Heusweiler im Regionalverband Saarbrücken
Regionalverband Saarbrücken Saarland Frankreich Landkreis Saarlouis Landkreis Neunkirchen Saarpfalz-Kreis Großrosseln Völklingen Püttlingen Riegelsberg Heusweiler Quierschied Friedrichsthal Sulzbach Kleinblittersdorf SaarbrückenKarte
Über dieses Bild
Blick vom Hixberg über Heusweiler in nördliche Richtung. In der Bildmitte sind links die Evangelische Pfarrkirche und rechts die katholische Pfarrkirche Mariä Heimsuchung zu erkennen. Oberhalb der Bildmitte im Hintergrund befindet sich der Heusweiler Ortsteil Eiweiler.

Heusweiler ist eine saarländische Gemeinde im Regionalverband Saarbrücken und Hauptort des oberen Köllertals.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heusweiler liegt im oberen Köllertal, etwa zehn Kilometer nordwestlich von Saarbrücken. Das Gebiet der Gemeinde Heusweiler grenzt im Süden an die zum Regionalverband Saarbrücken gehörende Stadt Püttlingen, die Gemeinde Riegelsberg und die Landeshauptstadt Saarbrücken, sowie im Osten an die Gemeinde Quierschied. Im Westen grenzt Heusweiler an die zum Landkreis Saarlouis gehörende Gemeinde Saarwellingen und im Norden an die Stadt Lebach im Landkreis Saarlouis, sowie an die Gemeinden Eppelborn und Illingen im Landkreis Neunkirchen. Die Gemeinde Heusweiler ist mit einer Fläche von rund 40 km² nach den Städten Saarbrücken und Völklingen die drittgrößte Gemeinde im Regionalverband Saarbrücken.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Heusweiler gliedert sich in sieben Gemeindebezirke (Einwohnerzahlen: Stand 1. Januar 2010):[3][4]

Gemeindebezirk Einwohner
Eiweiler 2.410
Heusweiler 7.271
Holz 3.996
Kutzhof 2.338
Niedersalbach 1.718
Obersalbach-Kurhof 677
Wahlschied 1.597

Zu Eiweiler gehören die Ortsteile Hellenhausen und Kirschhof, zu Heusweiler die Ortsteile Hirtel, Berschweiler, Dilsburg und Bietschied sowie zu Kutzhof die Ortsteile Lummerschied und Numborn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Heusweiler war schon zu römischer und gallo-romanischer Zeit besiedelt, wie Funde aus dieser Zeit belegen. So wurden bei der Beseitigung des Abraumes über einem Steinbruch im Distrikt Axenbüsch, dem heutigen Kirschhof, 1841 die Reste einer großen römischen „Villa rustica“ gefunden, und bei den Bauarbeiten für die Köllertalbahn 1908/1909 wurde unter anderem ein gallo-romanisches Urnengräberfeld entdeckt.[2]

Im Jahr 1274 wurde Heusweiler zum ersten mal urkundlich erwähnt, als den Brüdern Moemund und Joffried von der Grafschaft Saarbrücken der Hof zu Huswilre als Lehen übertragen wurde. Als Ludwig der Schwarze, Herzog von Pfalz-Zweibrücken, raubend und plündernd durch das Köllertal zog, wurde Heusweiler im Jahr 1471 völlig zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde Heusweiler wiederum zerstört und nahezu entvölkert, wie ein Bericht des Saarbrücker Rentmeisters Klicker aus dem Jahr 1635 darlegt.[2]

Nach dem Jahr 1792 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) in das französische Staatsgebiet eingegliedert. Von 1798 bis 1814 gehörte Heusweiler zum Kanton Lebach im Saardepartement. Unter der französischen Verwaltung wurden Mairien gebildet. Die Mairie Heusweiler vereinigte schon damals im Wesentlichen alle Ortsteile, die auch heute zur Gemeinde Heusweiler gehören. Nur die Orte Kurhof, Obersalbach, und Niedersalbach gehörten zur Mairie Sellerbach.[2]

Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongreß getroffenen Vereinbarungen kamen große Teile des Linken Rheinufers, darunter auch Heusweiler, dauerhaft zum Königreich Preußen. Aus der vormaligen Mairie Heusweiler entstand die Bürgermeisterei Heusweiler im neu gebildeten Kreis Saarbrücken, in die 1816 Obersalbach, Kurhof und 1892 Niedersalbach eingegliedert wurden.[2]

1935 wurde in Heusweiler der Mittelwellensender Heusweiler errichtet. Er war zeitweise der stärkste MW-Sender der ARD.

Im Ortsteil Bietschied wurden im Zweiten Weltkrieg Personen, die von Nationalsozialisten gesucht wurden (abgeschossene alliierte Kampfpiloten, flüchtige Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter) von der Fluchthelfergruppe Junger Bundschuh versteckt, um sie anschließend ins Ausland zu schleusen.

Auf dem Gemeindefriedhof im Ortsteil Heusweiler befindet sich die Grabstätte der sowjetischen Fremdarbeiter, die von 1942 bis 1945 im Bergbau und im Gleisbau der Reichsbahn eingesetzt waren.

1936 entstand aus den Orten Obersalbach, Kurhof und Niedersalbach die eigenständige Gemeinde Salbach.

Am 1. Januar 1958 wurde die Gemeinde Salbach aufgelöst und auf die beiden Nachfolgegemeinden Niedersalbach und Obersalbach-Kurhof aufgeteilt.

Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland wurde am 1. Januar 1974 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Heusweiler, Eiweiler/Saar, Holz, Wahlschied, Kutzhof, Niedersalbach und Obersalbach-Kurhof die heutige Gemeinde Heusweiler gebildet.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Stand Einwohneranzahl
31. Dezember 1998 19.963
31. Dezember 1999 20.030
31. Dezember 2000 20.166
31. Dezember 2001 20.235
31. Dezember 2002 20.201
31. Dezember 2003 20.093
31. Dezember 2004 20.127
31. Dezember 2005 20.015
31. Dezember 2007 20.395
31. Dezember 2009 19.619
31. Dezember 2012 18.042

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
37,0
32,5
9,1
6,5
5,9
4,8
4,2
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,2
+1,2
-2,1
+6,5
-5,8
-2,2
+0,2
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Die letzten Gemeinderatswahlen in Heusweiler fanden am 25. Mai 2014 statt.

Partei Stimmenanteil 2014[6] Sitze 2014 Stimmenanteil 2009 Sitze 2009
CDU 37,0 % 13 34,8 % 12
SPD 32,5 % 11 31,3 % 11
FDP 09,1 % 3 11,2 % 3
AfD 06,5 % 2
DIE LINKE 05,9 % 2 11,7 % 4
NÖL Heusweiler 04,8 % 1 07,0 % 2
GRÜNE 04,2 % 1 04,0 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 1974: Paul Quirin, SPD
  • 1974–1994: Alois Stephan, CDU
  • 1994–2002: Josef Zeimetz, CDU
  • 2002–2010: Rainer Ziebold, SPD
  • ab 2010: Thomas Redelberger, CDU

Bei der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters am 11. Oktober 2009 konnte sich Thomas Redelberger (CDU) gegen den Amtsinhaber Ziebold durchsetzen. Redelberger trat sein Amt am 1. Dezember 2010 an.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heusweiler unterhält Gemeindepartnerschaften mit der französischen Gemeinde Orvault (seit 1988) und der Stadt Markneukirchen im sächsischen Vogtland.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert in der Ortsmitte von Heusweiler ist die evangelische Pfarrkirche. Früheste Zeugnisse der Kirche stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die Pfarrei „Husiler“ wurde 1330 erwähnt. Im Zuge der Reformation wurde die Kirche am 31. Oktober 1575 lutherisch, dokumentiert im Pfarrregister von 1576. Von beiden Konfessionen wurde die Kirche ab 1685 bis zum Neubau der katholischen Kirche Mariä Heimsuchung im Jahr 1862 genutzt. Bei der Renovierung 1911 blieb der Chor aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Das ursprüngliche barocke Kirchenschiff von 1719 wurde ersetzt. Sakristei und Turm wurden am Chor angefügt. Im klassizistischen Stil wurde der Kircheneingang gestaltet. Der Grabstein des den Neubau vorantreibenden Pfarrers Gustav Weber ist rechts vom Eingang angebracht.

Die Berschweiler Ölmühle (1472 erstmals als Lohmühle urkundlich erwähnt, derzeitiges Gebäude 1767–1779 erstellt) wurde mit einem oberschlächtigen Mühlrad angetrieben. Ihre Konstruktion ist weitgehend erhalten.[8]

Siehe auch: Burg Mühlenbach
Siehe auch: Schloss Bietschied

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Gemeindeteil Kutzhof stammt der FC Kutzhof.

Der Tischfußballclub Heusweiler wurde 1962 gegründet. Einer der mannschaftsstärksten Tischtennisvereine des Saarlandes ist der DJK Heusweiler Tischtennis e. V.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisbett der zukünftigen Saarbahn mit Bahnhofsgebäude (Bildmitte), Januar 2010

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender Heusweiler war der leistungsstärkste Rundfunksender der ARD, ein Mittelwellensender auf der Frequenz 1422 kHz des Saarländischen Rundfunks. Über seine aus zwei gegen Erde isolierten, je 120 Meter hohen selbststrahlenden Sendemasten bestehende Antennenanlage wurde bis 1994 das Programm der Europawelle Saar tagsüber mit 1200 Kilowatt und nachts mit 600 Kilowatt Leistung ausgestrahlt. Seit 1994 wird über diesen Sender das Programm des Deutschlandfunks verbreitet. Die Sendeleistung beträgt während der Tag- und Nachtstunden 600 Kilowatt. Voraussichtlich Ende 2015 wird der Sender abgeschaltet werden und danach auch abgebaut werden. Um eine störende Beeinflussung der Kfz-Elektronik durch den Sender zu verhindern, wurde über der in unmittelbarer Sendernähe verlaufenden Bundesautobahn A8 ein Drahtnetz gespannt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heusweiler liegt im Schnittpunkt zweier Bundesautobahnen, und zwar der A 1 und der A 8. Über die A 8 (PerlBad Reichenhall) verfügt Heusweiler über einen unmittelbaren Autobahnzugang nach Luxemburg.

Die Saarbahn, eine Schienenschnellbahn, bindet Heusweiler, das zuvor über keine Eisenbahnverbindung mehr verfügte, verkehrstechnisch über Walpershofen und Riegelsberg an Saarbrücken an. Nach mehrfacher Verzögerung wurde der Abschnitt nach Heusweiler am 30. Oktober 2011 in Betrieb genommen.[10] Die Weiterführung der Saarbahn nach Lebach ist nach jahrelanger Bauzeit am 5. Oktober 2014 in Betrieb genommen worden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Strempel (1891–1981), Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Hochschullehrer in Homburg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Heusweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Saarland.de – Amtliche Einwohnerzahlen Stand 31.12.2015 (PDF; 0,03 MB) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e Die Geschichte der Gemeinde Heusweiler im historischen Ablauf Auf: www.heusweiler.de. Abgerufen am 28. Juli 2013
  3. Satzung über die Gemeindebezirke in der Gemeinde
  4. Einwohnerstatistik der Gemeinde Heusweiler
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 806.
  6. Ergebnis der Kommunalwahl 2014 in Heusweiler
  7. Partnerstädte Auf: www.heusweiler.de. Abgerufen am 28. Juli 2013
  8. Ölmühle Berschweiler, abgerufen am 15. Januar 2012
  9. DJK Heusweiler Tischtennis e. V
  10. »www.saarbahn.de«