Hewlett Packard Enterprise

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hewlett Packard Enterprise Company[1]
Logo
Rechtsform Corporation
ISIN US42824C1099
Gründung 2015
Sitz Palo Alto, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Leitung Margaret Whitman
(Präsidentin und CEO)
Patricia Russo
(Vorsitzende)
Mitarbeiter 240.000 (31. Oktober 2015)[2]
Umsatz 52,107 Mrd. US-Dollar (2015)[2]
Branche Informationstechnik
Website www.hpe.com

Hewlett Packard Enterprise (HPE) ist ein US-amerikanisches Informationstechnikunternehmen mit Sitz in Palo Alto im Bundesstaat Kalifornien. Es entstand im Zuge der Abspaltung des Unternehmenskundengeschäfts der Hewlett-Packard Company.

Unternehmen und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 252.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 53 Milliarden US-Dollar mit einer Gewinnmarge von 9,2 Prozent. In der Sparte Enterprise Group mit Servern, Netzwerk- und Speicherprodukten wird rund die Hälfte des Konzernumsatzes erzielt.[3]

HP ProLiant Server DL380 G6 (6. Generation)

Heute ist Hewlett Packard Enterprise ein großer Hersteller von Servern. Zusammen mit Intel wurde die 64-Bit-Chipgeneration Itanium entwickelt, die die Basis für die Hewlett Packard Enterprise Server darstellt. Zu den Serverprodukten gehört die von Compaq übernommene Schiene „ProLiant“, in der auch Spezialserver angeboten werden.

Darüber hinaus ist Hewlett Packard Enterprise ein großer Anbieter von Netzwerkprodukten unter den Marken HPE und Aruba Networks. Neben Routern und Switches zählen auch Wireless-Produkte wie Wireless Access Points sowie Software rund um die Vernetzung in Unternehmen dazu.

Im Speicherbereich bietet das Unternehmen unter anderem Disk-Arrays und softwarebasierte Speicherlösungen an.

Das Unternehmen bietet auch konvergente bzw. integrierte Systeme für Rechenzentren an. Dazu zählt unter anderem die ConvergedSystem-Reihe.

Weniger öffentlich ist der Bereich Softwaretechnik. Mit OpenView wurde eine Software entwickelt, die unter anderem zur Überwachung von kommerziell genutzten Computern eingesetzt wird, aber auch zur Organisation der Datensicherung dient. Der Softwarebereich ist der umsatzmäßig zweitkleinste Bereich von Hewlett Packard Enterprise.

Hewlett Packard Enterprise führt das ursprünglich von DEC entwickelte Betriebssystem OpenVMS fort.

Darüber hinaus ist das Unternehmen im Bereich Finanzdienstleistungen, IT-Serviceleistungen aktiv.

Die Sparte IT-Outsourcing (Enterprise Services) wurde 2017 mit CSC zusammengeführt und gehört seit April 2017 zu DXC Technology.[4] Zu den Kunden dieses Bereichs zählen unter anderem Munich Re und MLP.[3] Auch der Chemiekonzern BASF lässt seine Rechenzentren seit Dezember 2015 von Hewlett Packard Enterprise betreiben.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2014 kündigte HP-Chefin Meg Whitman an, nach mehreren Quartalen mit rückläufigen Umsätzen das Unternehmen in zwei separate Firmen aufzuspalten. Grund ist vor allem, das wachstumsstärkere Unternehmensgeschäft mit Servern, Speicher- und Netzwerklösungen vom höhermargigen, jedoch wachstumsschwächeren Geschäft mit PCs und Druckern zu trennen.[6] Damit nahm HP die Strategie wieder auf, die im September 2011 zur Trennung von CEO Léo Apotheker führte und von seiner Nachfolgerin Meg Whitman im Februar 2013 noch mit den Worten „Wir haben keine Pläne, HP aufzuspalten“[7] revidiert wurde.[8] Aktionäre des bisherigen Gesamtkonzerns Hewlett-Packard Company erhielten Aktien beider Unternehmen, das eigentlich steuerfrei verlaufen sollte.[9] Trotzdem zogen viele deutsche Banken auf den Wert der Hewlett Packard Enterprise-Aktien Abgeltungssteuer ein.[10] Die Geschäftsleitung von Hewlett Packard Enterprise übernahm die bisherige HP-Chefin Meg Whitman, die auch den Vorsitz des Verwaltungsrates der HP Inc. übernehmen wird. Die Leitung der HP Inc. übernimmt Dion Weisler, der bisherige Chef der Printing and Personal Systems Group im HP-Konzern, während die ehemalige Alcatel-Lucent Chefin Patricia Russo den Vorsitz des Verwaltungsrates der Hewlett Packard Enterprise Company übernahm.[7] Im Zuge der Aufspaltung wurden ca. 55.000 Arbeitsplätze gestrichen und dadurch rund 2,8 Milliarden US-Dollar eingespart; die Aufspaltungskosten werden mit 400 bis 450 Millionen US-Dollar beziffert; an Umbaukosten sind weitere 1,8 Milliarden US-Dollar eingeplant.[7][11]

Die Aufspaltung begann organisatorisch bereits am 7. August 2015;[12] der Abschluss der Aufspaltung erfolgte am 1. November 2015.[13] Nach Abschluss der Aufspaltung wurde die alte Hewlett-Packard Company in HP Inc. umbenannt und das Geschäft mit Servern und Netzwerklösungen für Unternehmen in Form eines Spin-Offs in die neue Hewlett Packard Enterprise Company überführt. Am 2. November 2015 wurden die Aktien der Hewlett Packard Enterprise Company an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel HPE notiert und gleichzeitig in den S&P 500 aufgenommen.[1][14] Die HP-Aktie gewann an diesem Tag 13 Prozent, während die Aktie von Hewlett Packard Enterprise 1,6 Prozent verlor.[15] Die neue Firmenwebseite ging bereits einige Tage davor online. Von den insgesamt 302.000 Mitarbeitern der bisherigen Hewlett-Packard Company wechselten 252.000 zu Hewlett Packard Enterprise.[16] Das Geschäft mit PCs, Laptops und Druckern für Unternehmen verbleibt dagegen bei HP Inc.[17]

Am 24. November 2015 wurden die letzten Quartalszahlen der Hewlett-Packard Company vorgestellt. Dabei waren die Quartalszahlen der heute zu Hewlett Packard Enterprise zählenden Bereiche besser ausgefallen als die der HP Inc.[18]

Ende November 2015 kündigte der koreanische Internetkonzern Naver Corporation an, rechtliche Schritte gegen Hewlett Packard Enterprise einzuleiten. Auslöser ist das grüne Rechteck im Logo von Hewlett Packard Enterprise, das dem das Suchfeld umgebende Rechteck der Suchmaschine Naver.com zu stark ähnelt.[19]

Im Mai 2016 kündigte Hewlett Packard Enterprise an, sich im Zuge der vermehrten Konzentration auf Hardware und Cloud-Services von der Dienstleistungssparte Enterprise Services mit rund 100.000 Mitarbeitern trennen zu wollen. Die Sparte soll ausgegründet und mit der Computer Sciences Corporation zusammengelegt werden. Damit entsteht einer der weltweit größten Anbieter von IT-Dienstleistungen. Nach Abschluss der Transaktion sollen die Aktionäre von Hewlett Packard Enterprise einen Anteil von 50 % an der fusionierten Gesellschaft halten.[20][21]

Als weiteren Schritt der vollständigen Konzentration auf Hardware und Cloud-Technologien verkaufte Hewlett Packard Enterprise den nicht zum Kerngeschäft gehörenden Teil seiner Softwaresparte (u.a. mit Softwarelösungen für die Bereiche Big Data, Unternehmenssicherheit und Informationsmanagement) für 8,8 Milliarden US-Dollar, davon 2,5 Milliarden US-Dollar in Bar, an das britische Unternehmen Micro Focus. Nach dem voraussichtlich im 3. Quartal 2017 erfolgten Abschluss der Transaktion sollen die HPE-Aktionäre 50,1 % der Micro Focus-Aktien halten.[22]

Hewlett Packard Enterprise im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufspaltung in Deutschland geschah bereits am 1. August 2015. Seitdem existiert neben der bisherigen Hewlett-Packard GmbH als deutsche Tochtergesellschaft der Hewlett Packard Enterprise auch die HP Deutschland GmbH als Tochtergesellschaft der HP Inc. Beide haben ihren Sitz im selben Gebäudekomplex in Böblingen.[23] Im August 2016 erfolgte dann ein Outsourcing eines großen Teiles der Mitarbeiter der Hewlett-Packard GmbH an die Proservia GmbH ManpowerGroup und im September 2016 folgte ein weiteres Outsourcing an die Datagroup.[24]

Wie bereits bei HP befindet sich die österreichische Niederlassung in Wien[25] und die schweizerische in Dübendorf.[26]

Das Enterprise Services Business gehört seit dem 1. Januar 2017 zur EntServ Deutschland GmbH, ebenfalls mit Sitz in Böblingen. Diese Gesellschaft gehört seit dem 1. April 2017 nicht mehr zu Hewlett Packard Enterprise, sondern ist Teil des Konzerns DXC Technology.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hewlett Packard Enterprise gliedert sich in folgende Geschäftsbereiche:

  • Enterprise Group (EG): Hardware (Server-, Rechenzentrum- und Netzwerklösungen), Umsatz 2015: 27,9 Mrd. US-Dollar[2]
  • Enterprise Services (ES) (bis 31. März 2017): IT-Outsourcing und Professional Services, Umsatz 2015: 19,8 Mrd. US-Dollar[2]
    • Customer Delivery Services (CDS)[27]: IT-Dienstleistungen als europaweiter Lieferarm für HP mit Break-and-Fix Service (Reparaturdienstleistungen) und IMACD Services (Installationen und Anpassungen) für HP-Hardware und Multi-Vendor im Fieldservice (Außendienst) sowie (Endanwender-)Service vor Ort bei HP-Großkunden.
    • Education Services (dt. Weiterbildungsdienstleistungen): Technische Seminare, Business Skills (Soft Skills) (dt. Geschäftspraktiken), E-Learning (Onlineschulungen), Consulting (Beratung) usw.[28]
  • Software: Softwarelösungen, Umsatz 2015: 3,5 Mrd. US-Dollar[2]
  • HP Financial Services (HPFS): Finanzdienste wie Leasing und Finanzierung, Umsatz 2015: 3,2 Mrd. US-Dollar[2]

Zu Hewlett Packard Enterprise gehört auch der im Mai 2015 von HP für 3 Milliarden US-Dollar übernommene Netzwerkspezialist Aruba Networks und ist seit der Aufspaltung für die komplette Netzwerksparte des HPE-Konzerns zuständig.[29]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 80 Prozent der weltweiten SMS (Short Message Service) werden über die OpenCall-Lösungen von Hewlett Packard Enterprise gesteuert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b SEC Filling. HP, 1. Juli 2015, abgerufen am 16. November 2015 (pdf).
  2. a b c d e f Hewlett Packard Enterprise Company: Annual Report 2015. 23. März 2016, abgerufen am 20. Mai 2016 (pdf, englisch).
  3. a b Ariane Rüdiger: Der Split ist vollzogen - HP Enterprise stellt sich vor. DataCenter Insider, 11. November 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  4. Investor Relations. Abgerufen am 20. September 2017 (amerikanisches Englisch).
  5. Martin Schindler: Hewlett Packard Enterprise betreibt BASF-Rechenzentren. silicon.de, 7. Dezember 2015, abgerufen am 12. Dezember 2015.
  6. dpa: Was die Zweiteilung von HP bedeutet. Computerwoche, 3. November 2015, abgerufen am 17. November 2015.
  7. a b c Jan-Bernd Meyer: KOMMENTAR ZUR AUFSPALTUNG VON HEWLETT-PACKARD. Computerwoche, 3. August 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  8. Handelsblatt: Meg Whitman trennt die Spreu vom Weizen, abgerufen am 7. Oktober 2014
  9. Manuel Medicus: HP kündigt Aufspaltung in zwei Firmen an. PC Magazin, 6. Oktober 2014, abgerufen am 16. November 2015.
  10. Martin Gerth, Niklas Hoyer und Sebastian Kirsch: Rechtstipp der Woche: Mietrecht. Wirtschaftswoche, 27. November 2015, abgerufen am 5. Dezember 2015.
  11. Robert McMillan: Hewlett-Packard Says Breakup Will Cost Billions, but Sees Savings Too. The Wall Street Journal, 21. Mai 2015, abgerufen am 5. Dezember 2015.
  12. Florian Kalenda: HP wird von Autonomy-Gründer verklagt und teilt sich am 1. November auf. ZDNet, 1. Oktober 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  13. HP Board of Directors Approves Separation. HP, 1. Oktober 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  14. Blackrock Set to Join the S&P 100; Hewlett Packard Enterprise to Join the S&P 500; Others to Join S&P MidCap 400 & S&P SmallCap 600. PR Newswire, 27. Oktober 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  15. Reuters: Pharmawerte ziehen Wall Street nach oben. Handelsblatt, 2. November 2015, abgerufen am 17. November 2015.
  16. Robert McMillan: HP Inc. and Hewlett Packard Enterprise Seek Relevance Through Spinoff. The Wall Street Journal, 31. Oktober 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  17. Andreas Sebayang: Es wächst auseinander, was eigentlich zusammengehört. Golem.de, 2. November 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  18. Roland Lindner: Kein letztes Hurra. FAZ.net, 25. November 2015, abgerufen am 5. Dezember 2015.
  19. Patrick Welter: Naver und HP streiten um grüne Rechtecke. Neue Zürcher Zeitung, 26. November 2015, abgerufen am 26. Dezember 2015.
  20. HP Enterprise to merge IT services unit with Computer Sciences. Reuters, 25. Mai 2016, abgerufen am 17. Juni 2016.
  21. Achim Sawall: HPE gründet weiteren Konzernteil aus. Golem, 25. Mai 2016, abgerufen am 17. Juni 2016.
  22. Heinrich Vaske: HP Enterprise und Micro Focus führen Softwaregeschäfte zusammen. Computerwoche, 8. September 2016, abgerufen am 12. November 2016.
  23. Michaela Wurm: Das ist HPs neue Führungsmannschaft. crn, 11. August 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  24. dpa/axk: Stellenauslagerung bei Hewlett Packard Enterprise perfekt. Heise, 14. Juli 2016, abgerufen am 18. Oktober 2016.
  25. HP: Impressum Österreich. Abgerufen am 16. November 2015.
  26. HP: Impressum Schweiz. Abgerufen am 16. November 2015.
  27. CDS
  28. HPE Education Services
  29. Andreas Sebayang: Hewlett Packard wird in Teilen zu Aruba Networks. Golem.de, 15. Oktober 2015, abgerufen am 16. November 2015.