Hexamethyldisiloxan

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Strukturformel
Struktur von Hexamethyldisiloxan
Keile zur Verdeutlichung der Geometrie
Allgemeines
Name Hexamethyldisiloxan
Andere Namen
  • 2,2,4,4-Tetramethyl-3-oxa-2,4-disilapentan
  • Bis(trimethylsilyl)ether
  • HMDSO
  • HMDS
  • MM
  • L2
Summenformel C6H18OSi2
CAS-Nummer 107-46-0
PubChem 24764
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit charakteristischem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 162,38 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,76 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−59 °C[1]

Siedepunkt

100 °C[1]

Dampfdruck

43 hPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

nahezu unlöslich in Wasser (930,7±33,7 ppb bei 23 °C) [2]

Brechungsindex

1,377 [3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
02 – Leicht-/Hochentzündlich 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225​‐​410
P: 210​‐​233​‐​240​‐​273​‐​403+235 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Leichtentzündlich
Leicht-
entzündlich
(F)
R- und S-Sätze R: 11​‐​50/53
S: 9​‐​16
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Hexamethyldisiloxan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Siloxane.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Hexamethyldisiloxan entsteht bei Kontakt von Chlortrimethylsilan mit Wasser, wobei Chlortrimethylsilan zunächst in heftiger Reaktion unter Wärmeentwicklung und Bildung von Chlorwasserstoff zu Trimethylsilanol hydrolysiert, das unbeständig ist und unter Wasserabspaltung zu Hexamethyldisiloxan kondensiert.

Verwendung[Bearbeiten]

Hexamethyldisiloxan wird (wie auch Hexamethyldisilazan) zur Herstellung von quarzähnlichen Schichten von Siliziumdioxid per Plasmapolymerisation oder Flammenbeschichtung[5][6] verwendet (z. B. bei PET-Flaschen).[7] Es wird auch als unpolares Lösungsmittel mit niedriger Oberflächenspannung[8] (z. B. für Arzneimittel) und zur Einführung von Trimethylsilylgruppen verwendet.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Die Dämpfe von Hexamethyldisiloxan können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt −8 °C, Zündtemperatur 310 °C) bilden.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 107-46-0 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 11. März 2015 (JavaScript erforderlich).
  2. Sudarsanan Varaprath, Cecil L. Frye, Jerry Hamelink: Aqueous solubility of permethylsiloxanes (silicones). In: Environmental Toxicology and Chemistry. 15, 1996, S. 1263–1265, doi:10.1002/etc.5620150803.
  3. Datenblatt Hexamethyldisiloxane bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 3. April 2011 (PDF).
  4. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist nur noch auf Altbeständen zu finden und von rein historischem Interesse.
  5. INNOVENT Technologieentwicklung e.V. Jena: CCVD - Combustion Chemical Vapour Deposition.
  6. R. Weidl, B. Zobel, A. Heft, A. Pfuch, U. Gitter, B. Grünler, T. Richter, C. Erbe: Atmosphärendruck C-CVD Beschichtungsverfahren - Trends und Entwicklungen. In: Galvanotechnik. 2007, 8, S. 1978-1982.
  7. Uni-Bochum: Barrierebeschichtung und Sterilisation von PET-Flaschen mit Hilfe eines mikrowellenangeregten Niederdruckplasmas (PDF-Datei; 3,68 MB).
  8. Nitrochemie: Behandlungslösung.