Hey, Pippi Langstrumpf

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Fassadenmalerei in Freiburg mit einer Liedzeile des Pippi-Langstrumpf-Liedes

Hey, Pippi Langstrumpf! ist der Name der deutschen Version des Pippi-Langstrumpf-Liedes Här kommer Pippi Långstrump,[1] das als Titellied der Pippi-Langstrumpf-Fernsehserie entstand, 1969 veröffentlicht wurde[1] und durch Film und Fernsehen populär wurde.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Originaltext ist von Astrid Lindgren,[1] als Übersetzer der deutschsprachigen Fassung werden Wolfgang Franke und Helmut Harun genannt.[2][3] Die Melodie des Liedes stammt vom schwedischen Jazzmusiker Jan Johansson;[1] für die deutsche Version ist neben Johansson auch der Deutsche Konrad Elfers eingetragen, Komponist mehrerer Spielfilm- und Fernsehproduktionen.[3]

Die Sängerin der schwedischen Originalversion war Inger Nilsson.[1] Das Titellied der deutschen Pippi-Langstrumpf-Filme, die aus der Fernsehserie entstanden und in Deutschland zuerst liefen, wurde von Rosy Teen gesungen.[4] Das Titellied für die 1971 gestartete deutsche Fernsehserie sang Eva Mattes unter dem Titel: Hei Pippi Langstrumpf.[5]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem kurzen Intro setzt der Gesang ein:

Zwei mal drei macht vier,
widewidewitt und drei macht neune,
ich mach mir die Welt,
widewide wie sie mir gefällt.[3]

In den darauf folgenden Textteilen wird die Protagonistin Pippi Langstrumpf genannt und mit ihrer Handlungsmaxime in Verbindung gebracht:

[…]
hej, Pippi Langstrumpf,
die macht, was ihr gefällt.[3]

Spätere Liedteile nehmen Bezug auf die Wohn- und Lebenssituation der Pippi Langstrumpf und die von ihr betriebene Tierhaltung:

Ich hab ein Haus,
ein kunterbuntes Haus,
ein Äffchen und ein Pferd,
die schauen dort zum Fenster raus.
[…][3]

Die einführende Rechenregel wird in späteren Textteilen variiert:

Drei mal drei macht sechs,
[…][3]

Varianten und Interpretationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lied ist im skandinavischen und deutschen Sprachraum bis heute populär. Neben Neuauflagen im Rahmen eines (Original-)Soundtracks mit der deutschen Fernseh-Synchronstimme von Inger Nilsson, Eva Mattes (u. a. „Generation Fernseh-Kult: Pippi Langstrumpf“, EAN: 4260044580081) finden sich auch zahlreiche Neubearbeitungen, vorgebliche Remixe und Variationen.

In den 1990er-Jahren wurden häufig Techno-Versionen der Titellieder bekannter Fernsehserien erstellt. In diesem Zusammenhang entstanden auch Neubearbeitungen des Pippi-Langstrumpf-Liedes, beispielsweise: Wo ist Pippi? und Jetzt kommt Pippi (Herr Nielsson & Der Kleine Onkel), Hey, Pippi Langstrumpf (Mex United), Hey, Pippi Langstrumpf (Tekknoheimer & Foggy) und Pippi Langhouse (KK Travels, nl.).[6]

Die Kölner Punk-Kabarettband Heiter bis Wolkig interpretierte das Stück unter dem Titel Hey Rote Zora. Die deutsche Punk-Band WIZO coverte es ebenfalls. Die LuderZ feat. DJ Almklausi veröffentlichten 2003 eine Version unter dem Titel Hey kleines Luder.[7] Till und Obel nahmen unter dem Titel Pippi lebt eine Version im Stil von Herbert Grönemeyer auf. Annalena, Jan und Roland Kaiser veröffentlichten 2006 ihre Version.[8]

Weiterhin gibt es noch eine ruhige Jazzversion, die Johanssons Kollege Georg Riedel 1973 mit weiteren schwedischen Musikern einspielte,[9] und eine mit vielen Tempowechseln versehene Jazzversion vom finnischen Lenni-Kalle Taipale Trio mit dem Titel Peppi (Här kommer Pippi Långstrump). Mit der Norrbotten Big Band legte Riedel 2013 das Bigband-Album Emil, Pippi, Karlsson & Co vor, das er 2015 mit der Sängerin Sarah Riedel und der Bohuslän Big Band auch in Deutschland bei JazzBaltica präsentierte.[10]

Bekannt ist das Lied auch bei deutschen Fußballfans. Dessen Absingen, begleitet durch synchrones rhythmisches Hüpfen, wurde schon mit der Frage der Standsicherheit des Dortmunder Westfalenstadions in Verbindung gebracht.[11] In den letzten Jahren modifizierten Anhänger der Profifußballabteilung des Vereins Eintracht Frankfurt den ursprünglichen Text in: „Hey Eintracht Frankfurt […] Hey Eintracht Frankfurt […]“, behielten die Melodie aber bei und singen die neuentwickelten Textfragmente begleitet von Hüpfbewegungen ab.[12]

Die A-cappella-Band Füenf verspottete mit „Wulle Sparstrumpf“,[13] zur selben Melodie gesungen, den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Folgen 14 bis 17 der Fernsehserie kommt der Textteil über Pippis Wohnsituation nicht zum Einsatz, da die Protagonisten in diesen Folgen weit weg von zu Hause sind und die Wohnsituation somit keine wichtige Rolle spielt; Pippis Haus und ihr Pferd kommen hier nur am Anfang und am Ende vor.

Das Kunstwort widewidewitt taucht ebenso wie im Eisenbart-Lied auch in Ein Mann, der sich Kolumbus nannt auf.

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Bundestagsdebatte vom 3. September 2013 sang die damalige SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles einen Teil des Liedes als Protest gegen eine Vorrede von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Da sie sich dabei nicht ganz melodiesicher zeigte, wurde der Ausschnitt der Bundestagsdebatte zu einem millionenfach angeklickten Video auf der Internetplattform YouTube. Zudem wurde sie in satirischen Fernsehsendungen wie beispielsweise der heute-show verballhornt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Här kommer Pippi Långstrump (Eintrag bei swisscharts.com)
  2. GEMA-Eintrag: Hey, Pippi Langstrumpf (Memento vom 17. Dezember 2012 im Webarchiv archive.is)
  3. a b c d e f nach Hej, Pippi Langstrumpf! – Das große Astrid-Lindgren-Liederbuch, Oetinger, 2007, S. 6 und 7
  4. Rosy Teen – Hey, Pippi Langstrumpf (Original Soundtrack)
  5. Hei Pippi Langstrumpf (Eintrag bei swisscharts.com)
  6. Auswahl u. a. nach Manuela Bialek und Karsten Weyershausen: Das Astrid Lindgren Lexikon, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2004, S. 438
  7. Hey kleines Luder (Eintrag bei swisscharts.com)
  8. (Eintrag bei swisscharts.com)
  9. dokumentiert auf dem Album Jan Johansson With Georg Riedel ‎In Hamburg 2011
  10. JazzBaltica endet mit Rekordergebnis
  11. Hanns-Bruno Kammertöns, Henning Sussebach und Stefan Willeke: Größenwahn AG, Die Zeit, 29. Januar 2004, Nr. 6, „Die Statik des Westfalenstadions ist nicht auf den Rhythmus von 83000 Konzertbesuchern ausgelegt, die stundenlang hüpfen, klatschen, stampfen. […] Ein Gutachten stellt klar, einstürzen kann das Stadion nicht, aber Haarrisse sind zu befürchten. Die Leute sollen bitte sitzen bleiben, beim Fußball tun sie das zum Glück, seit Stadionsprecher Norbert Dickel nicht mehr das Lied Hey, Pippi Langstrumpf spielt, zu dem die Zuschauer gerne auf und ab sprangen.“, online unter http://www.zeit.de/2004/06/Borussia?page=all, abgerufen am 19. März 2009
  12. vgl. Video http://www.myvideo.de/watch/143474/Hey_Eintracht_Frankfurt, abgerufen am 19. März 2009
  13. Witziges Video, Hier wird „Wulle Sparstrumpf“ böse verspottet Mopo vom 17. Februar 2012