Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

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Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
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Gründung 15. April 1992
Ort Karlsruhe
Bundesland Baden-Württemberg
Land Deutschland
Rektor Prof. Dr. Siegfried Zielinski
Studenten 412 WS 2014/15[1]
Website www.hfg-karlsruhe.de
Eingang der HfG

Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) ist eine 1992 gegründete staatliche Kunsthochschule in Karlsruhe. Die Schwerpunkte sind Medienkunst, Kommunikationsdesign, Produktdesign, Szenografie, Kunstwissenschaft und Medienphilosophie[2] mit Augenmerk auf Interdisziplinarität zwischen den Fachbereichen. Die Hochschule hat etwa 400 Studierende, Rektor ist seit dem 1. Februar 2016 Professor Dr. Siegfried Zielinski.

Exhibition and lecture by Thierry Geoffroy/Colonel on Biennalist 2011

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe wurde am 15. April 1992 als Reformhochschule eröffnet. Sie wurde gemeinsam mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe während der Jahre 1989 bis 1992 von Heinrich Klotz gegründet. Diese Verbindung von Lehr-, Forschungs- und Ausstellungsinstitutionen entspricht der selbst gestellten künstlerischen und pädagogischen Aufgabe, die traditionellen Künste auf die Medientechnologie und die elektronischen Herstellungsverfahren zu beziehen.

Klassische Formen wie Malerei waren nur mit einer Professur bis 2004 vertreten. Durch die Verknüpfung von künstlerischen, angewandten und theoretischen Studiengängen sollte interdisziplinäres Arbeiten gefördert werden. Mit der Zusammenführung von Medienkunst, Kunsttheorie und Design wollte Klotz ein "elektronisches Bauhaus"[3] begründen.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An diesem Grundgerüst wird mit den Studiengängen

  • Kommunikationsdesign,
  • Produktdesign,
  • Medienkunst,
  • Ausstellungsdesign und Szenografie sowie
  • Kunstwissenschaft und Medienphilosophie

auch heute noch festgehalten. Allen Studiengängen gemeinsam ist die von Beginn an praktizierte, fachbereichspraktizierte Projektarbeit, ebenso stete Kooperationen mit dem benachbarten ZKM[4]. Für die praxisorientierte Ausbildung der HFG wurden außerdem gebäudeinterne Werkstätten und Studios[5] eingerichtet.

Für die Studierenden der Theoriefächer ist die Wahl eines Praxisnebenfachs obligatorisch. Die Studierenden der Praxisfächer sind zum Studium eines Theoriefachs wie Kunstwissenschaft oder Medienphilosophie als Nebenfach verpflichtet. Die vier Praxisstudiengänge der HfG Karlsruhe sind durchlässige Studienfelder, die intensive Bezüge zu anderen Fächern zulassen und je nach Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt der beteiligten Hochschullehrer unterschiedliche Akzentuierungen erfahren. Die medientheoretische Analyse durchdringt die Praxisveranstaltungen, andererseits wird die medientheoretische und kunstwissenschaftliche Ausbildung durch einen unmittelbaren Praxisbezug konkretisiert.

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife sowie die erfolgreiche Ablegung einer Aufnahmeprüfung.

Abschluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der HfG Karlsruhe werden keine Bachelor-/Master-Studiengänge angeboten, da ab dem ersten Semester das Projektstudium mit Inhalten, die nicht modularisiert werden können, praktiziert wird. Sie vergibt noch den international anerkannten Diplom- bzw. Magisterabschluss. Aufbauend auf den Magisterabschluss ist zudem die Promotion (Dr. phil.) in den Fachrichtungen Kunstwissenschaft und Medienphilosophie möglich. Die internationale Bologna-Kompatibilität der HfG-Abschlüsse ist gewährleistet. Im Jahr 2008 bescheinigte der Wissenschaftsrat in seinem Evaluationsgutachten der HfG ein „ausgezeichnetes Ausbildungskonzept“.

„Der professionalisierte Bürger“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Titel „Der professionalisierte Bürger“ bot die HfG zwei Jahre lang kostenlose Ausbildungsangebote für „Diplom-Rezipienten, Diplom-Patienten, Diplom-Konsumenten, Diplom-Bürger und Diplom-Gläubige“, für Bürger aller Altersgruppen, an. Das Studium Generale wurde von Bazon Brock initiiert.[6] Im Zentrum der Studiengänge stand die Förderung von Allgemeinbildung im Sinne der Wiederaneignung von bürgerlichen Kompetenzen.[7] Bazon Brock erhielt zur Eröffnung des Sommersemesters 2012 die Ehrendoktorwürde. Referenten waren unter anderem Peter Sloterdijk, Wolfgang Ullrich (Kunsthistoriker), Jochen Hörisch und Manfred Schlapp. Das Angebot wurde über Drittmittel finanziert und lief zum Sommersemester 2012 aus. Seit Dezember 2011 findet „Der professionalisierte Bürger“ in der Denkerei in Berlin Kreuzberg eine Ergänzung.[8]

Fachbereiche [9][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnung des Abschlusses in Klammern.

  • Medienkunst (Diplom) mit den Lehrgebieten
    • Neue Medien
    • Digitale Medien/InfoArt
    • Fotografie
    • Sound
    • Film
    • 3D
  • Produktdesign (Diplom)
  • Kommunikationsdesign (Diplom)
  • Ausstellungsdesign und Szenografie (Diplom) mit den Lehrgebieten
    • Szenografie
    • Ausstellungsdesign
    • Kuratorische Studien und dramaturgische Praxis
  • Kunstwissenschaft und Medienphilosophie (Magister) mit den Lehrgebieten
    • Kunstwissenschaft und Medientheorie
    • Philosophie und Ästhetik

Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2014/15, S. 34 (abgerufen am 9. September 2015)
  2. http://www.hfg-karlsruhe.de/fachbereiche/kunstwissenschaft-und-medienphilosophie
  3. http://www.hfg-karlsruhe.de/fachbereiche/medienkunst&sa=U&ei=O7R..
  4. http://www.hfg-karlsruhe.de/hochschule/kooperationen
  5. http://www.hfg-karlsruhe.de/fachbereiche/medienkunst
  6. Interview mit Bazon Brock
  7. offizielle Website "Der professionalisierte Bürger"
  8. http://www.denkerei-berlin.de/
  9. http://www.hfg-karlsruhe.de/fachbereiche

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 49° 0′ 6″ N, 8° 23′ 2″ O