Hickengrund

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Der Hickengrund ist eine Region im südlichen Siegerland und ist neben dem Oberen Freien Grund ein Teil der Gemeinde Burbach. Er umfasst die Orte Holzhausen, Niederdresselndorf, Oberdresselndorf und Lützeln und somit etwa 6000 Einwohner.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Hickengrund leitet sich der Legende nach von „Heckengrund“ ab. Es wird vermutet, dass in den vergangenen Jahrhunderten Hecken als Verteidigungsanlagen rings um den Hickengrund bestanden haben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Um 600–500 v. Chr. kamen erste, vorgermanische Siedler aus dem Lahn-Dill-Gebiet in den Hickengrund. Diese errichteten Siedlungen im Bereich der Hirzgabel und der Leimstruth.
  • Ca. 200 v. Chr. drangen Germanen in das Gebiet des Hickengrundes ein. Diese vermischten sich mit den vorgermanischen Menschen und übernahmen deren Lebensweise.
  • In der Zeit von 200–600 n. Chr. war der Hickengrund nur dünn besiedelt. Eine Siedlung bestand wahrscheinlich im Gebiet des heutigen Lützeln.
  • Durch sog. Freibauern erfolgte um 650–850 n. Chr. die planmäßige Besiedlung des Wetterbachtals und die Besiedlung von "Dreissildorf", dem heutigen Niederdresselndorf.
  • Christianisierung des Gebietes durch Missionare des Erzbistums Mainz in der Zeit 700–800 n. Chr.
  • Bau einer Kapelle in Niederdresselndorf in der Zeit von 1100 bis 1200.
  • 1150 wird Niederdresselndorf urkundlich erwähnt.
  • Urkundliche Ersterwähnung von Lützeln am 11. November 1326.
  • Holzhausen wird im Jahre 1349 erstmals erwähnt.
  • Laut urkundlicher Erwähnungen von 1357 werden die Dörfer „Dreissildorf und Lützeln“ von der nassauischen Gräfin verpfändet.
  • Am 31. März 1607 wurde der bis dahin zu Haiger-Dillenburg gehörende Hickengrund von Georg von Nassau-Beilstein zur Amtsvogtei Burbach gelegt und die bis dahin zur Pfarrgemeinde Haiger gehörende Ortschaft Holzhausen nach Niederdresselndorf umgepfarrt.
  • Am 17. Oktober 1816 wurde der Hickengrund von Preußen übernommen und gehörte bis zum Ende des Jahres zum Landkreis Siegen im Regierungsbezirk Koblenz.
  • Die verwandtschaftlichen Beziehungen im Hickengrund sind umfangreich erforscht. Siehe Ortsfamilienbuch Hickengrund.

Hickensage von Wackebold dem Riesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sage über den Hickengrund: Auf der Höh hauste der böse Riese Wackebold. Insbesondere die darunterliegenden Dörfer des Hickengrund terrorisierte er durch ständiges Werfen mit Basaltbrocken. Noch heute liegen zahlreiche dieser Steine im Wetterbach. Doch dann machte Wackebold einen Fehler: Eins seiner Geschosse erschlug einen der Söhne des Hans Hick. Dieser schwor gemeinsam mit seinen anderen Söhnen Rache. Als eines Nachts das Schnarchen des Riesen im Tal zu vernehmen war, schlichen sich die "Hicken" an. Sie warfen Basaltbrocken in Wackebolds Rachen, an denen er erstickte. Anschließend häuften sie solange Steine auf ihn, bis er nicht mehr zu sehen war: Der große Stein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche zu Niederdresselndorf aus dem 18. Jahrhundert
  • Der große sowie kleine Stein bei Lützeln
  • Das Lützelner Backes (ältestes in Westfalen)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Fromme: Geschichte des Freien Grundes und des Hickengrundes. Neunkirchen 1969.