Hicom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Telefonanlagenfamilie der Siemens AG, HICOM ist auch eine Holding-Gesellschaft des staatlichen Sektors in Malaysia.
Hicom-System für etwa 1.200 Teilnehmer

Hicom war eine Telefonanlagenfamilie der Siemens AG für private Kommunikationsnetze, die auf einer digitalen Vermittlungstechnik und ISDN-Leistungsmerkmalen beruhte. Unter dem Namen Hicom vermarktete Siemens sowohl die Vermittlungssysteme als auch die zusätzlich zu den üblichen analogen Telefonen neu entwickelten digitalen Endgeräte.

Hicom-Systeme wurden in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung auf der gesamten Breite des Marktes eingesetzt, von Kleinstanlagen für privat oder für kleine Betriebe über den Mittelstand bis hin zu Großanlagen und weltweiten Unternehmensnetzen. Sie sind in mehr als 70 Ländern eingeführt.

Die erste ISDN-Hicom-Anlage war die große Hicom 300, die ab 1986 vertrieben und installiert wurde. Erste digitale Endgeräte für diese Anlage waren die beiden digitalen Telefone digite 211 und digite 260 mit zweiadrigem Anschluss. Zusätzlich gab es das multifunktionale Bildschirm-Terminal Hicom MT 3510.

1988 wurden die mittelgroße ISDN-Anlage Hicom 200 in den Markt eingeführt. Die Hicom 200 kam zuerst mit den zweiadrigen digitalen Fernsprechern set 421, die 1991 von den steckerkompatiblen set 451 abgelöst wurden. Diese neuen Fernsprecher waren auch an der Hicom 300 anschließbar.

1988 wurde neben der Hicom 200 auch die kleine, noch nicht ISDN-fähige Hicom 100 in den Markt eingeführt. Mit ihrem noch analogem Koppelfeld kam sie zuerst mit den vieradrig angeschlossenen Telefonen set 181und 191, die 1992 bei der HiCom 125/130 vom set 151 abgelöst wurden. Die Hicom 100 erhielt erst 1994 ein digitales Koppelfeld und einen ISDN-Amtskopf.

1995 wurden alle drei Hicom-Anlagen auf die einheitliche digitale Telefonfamilie optiset E mit zweidrähtigem Anschluss umgestellt; im Zuge dieser Umstellung wurde die Hicom 300 zur 300E, die Hicom 200 wurde von der Hicom 150M abgelöst und die Hicom 100 zur 100E weiterentwickelt. Hicom 100E und 150M wurden 1997 durch die Hicom 150E abgelöst, die sowohl das Segment der kleinen als auch das der mittelgroßen Anlagen durch ein einziges System abdeckte. Schließlich wurden Hicom 150E und 300E Ende der 1990er Jahre weiterentwickelt zur Hicom 150H bzw. 300H; sie waren damit vorbereitet auf die Migration zur nachfolgenden, auf Voice-over-IP ausgerichteten HiPath-Systemfamilie. Etwa zur selben Zeit kam auch eine neue Telefongeneration; nach über 10 Mio. optiset E-Telefonen wurde diese Telefonfamilie durch die optipoint-Telefone abgelöst, die steckerkompatibel mit den optiset E-Telefonen waren.

Die Anlagen vom Typ Hicom 100E und Hicom 150E/H sowie die Hicom 300 wurden unter dem Produktnamen Octopus E auch von der Deutschen Telekom vermarktet. Als Telefone wurden die mit den optiset E-Telefonen elektrisch identischen Octophon-Telefone geliefert, aber mit eigenem Gehäusedesign. Die Hicom-200-Hardware wurde ebenfalls von der Deutschen Telekom verwendet, jedoch kam hier eine gänzlich andere Software zum Einsatz. Diese basierte auf der Software der Nixdorf-8818. Zudem wurden die Hicom 100 (ohne E) sowie die Hicom 300 durch die Firma DeTeWe unter dem Namen Varix verkauft. Hier hatten die Set-181/191-Geräte einen im Design modifizierten Hörer.

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietrich Arbenz Vom Trommelwähler zu optiset E – Die Geschichte der drahtgebundenen Telefone für die Wählnebenstellenanlagen von Siemens (1950–2000), Herbert Utz Verlag, München 2009, ISBN 978-3-8316-0908-6.
  • Horst Ohnsorge (Hrsg.):Benutzerfreundliche Kommunikation / User-Friendly Communication. Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1990, ISBN 978-3-540-52536-3.
  • Wolfgang Effelsberg, Hans W. Meuer, Günter Müller:Kommunikation in verteilten Systemen. Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1991, ISBN 978-3-540-53721-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]