Hieronymus Ämiliani

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Hieronymus und seinen Schülern erscheint die Mutter Jesu (Bild von Carlo Carlone)

Hieronymus Ämiliani; italienisch Girolamo Emiliani oder Miani (* 1486 in Venedig; † 8. Februar 1537 in Somasca bei Bergamo, Italien) war der Ordensgründer der Somasker und ist der Schutzpatron der Waisen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Girolamo (lat.: Hieronymus) wurde in die wohlhabende venezianische Patrizierfamilie der Miani (lat.: Aemiliani) geboren. Nachdem ihm eine aufwändige Erziehung und Ausbildung zuteilgeworden war, schlug er im Alter von 15 Jahren die militärische Laufbahn ein. 1506 wurde er in den Großen Rat (Maggior Consiglio) seiner Heimatstadt aufgenommen. Auch als Offizier machte er schnell Karriere; im Großen Venezianerkrieg (1508–1511) zwischen der Republik Venedig und der Liga von Cambrai brachte er es bis zum General. Als Kommandant der Festung Castelnuovo di Quero musste er sich 1511 der französischen Übermacht beugen und geriet in Kriegsgefangenschaft.[1] Deshalb ist er auf bildlichen Darstellungen oft mit einer Kette zu sehen. Der Legende nach erschien ihm im Kerker die Jungfrau Maria, die ihm einen Schlüssel zum Öffnen der Fesseln reichte. Aus der Gefangenschaft entkommen widmete er fortan sein Leben dem Ziel, Priester zu werden. Außerdem gründete er mehrere Waisenheime, in denen Kinder, die im Krieg die Eltern verloren hatten, Unterschlupf fanden.[2] Nachdem er mehrere dieser Heime in Venedig gegründet hatte, weitete er seine Tätigkeit auf Mailand, Pavia und Verona aus.[3] 1518 wurde er zum Priester geweiht, 1528 gründete er die Somasker. 1537 starb er an der Pest.

Heiligsprechung und Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Somasker wurden 1568 von Papst Pius V. den nach der Augustinerregel lebenden Orden zugeordnet. Hieronymus wurde 1747 von Papst Benedikt XIV. seliggesprochen, 1767 von Clemens XIII. heiliggesprochen und 1928 von Pius XI. zum Schutzpatron der Waisen und der vernachlässigten Jugendlichen (Patrono universale degli orfani e della gioventù abbandonata) ernannt. Sein katholischer Gedenktag ist der 8. Februar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Bitschnau: Das Leben der Heiligen Gottes. Benziger, Einsiedeln, 24. Aufl. [nach 1881], S. 98.
  2. Otto Bitschnau: Das Leben der Heiligen Gottes. Einsiedeln, 24. Aufl., S. 99.
  3. Otto Bitschnau: Das Leben der Heiligen Gottes. Einsiedeln, 24. Aufl., S. 100.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hieronymus Ämiliani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien