Hiesfeld

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Hiesfeld
Stadt Dinslaken
Wappen von Hiesfeld
Koordinaten: 51° 33′ 45″ N, 6° 45′ 51″ O
Höhe: 32–65 m ü. NN
Fläche: 8,2 km²
Einwohner: 15.804 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 1.927 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1917
Postleitzahl: 46539
Vorwahl: 02064

Hiesfeld ist ein Stadtteil von Dinslaken im Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen und teilt sich auf in das eigentliche Dorfzentrum sowie Barmingholten und die Hühnerheide.

Hiesfeld ist mit etwa 15.804[1] Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2009) der bevölkerungsreichste Stadtteil Dinslakens. Die Bevölkerungszahl Hiesfelds entspricht fast einem Viertel der Gesamtbevölkerung Dinslakens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hiesfelder Windmühle
Der Rotbachsee in Hiesfeld

Hiesfeld wurde erstmals in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in einem Urbar der Benediktinerabtei Werden als Histincfelde erwähnt. Wahrscheinlich im 10. Jahrhundert wurde die Hiesfelder Pfarrei gegründet, zu deren Einzugsbereich auch das Gebiet von Dinslaken gehörte, bis die Kirche St. Vincentius in Dinslaken im Jahre 1436 von Hiesfeld abgepfarrt wurde. Die vermutlich im 12. Jahrhundert erbaute Dorfkirche von Hiesfeld wurde dem hl. Cyriakus geweiht. Das Haus Hiesfeld, eine Wasserburg am Rotbach, war der Stammsitz der adeligen Familie Histfeld, die seit dem 13. Jahrhundert als Dienstmannen der Grafen von Kleve erwähnt wurden.[2]

Ende des 16. Jahrhunderts wurde Hiesfeld protestantisch. Der Kampf zwischen Lutheranern und Reformierten um die Vorherrschaft in der Hiesfelder Kirche kumulierte im teilweise gewalttätigen Hiesfelder Kirchenstreit von 1639–1649. Der Streit wurde erst durch die Anordnung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg dahingehend beendet, das die Kirche als Simultankirche von beiden Konfessionen benutzt werden konnte.[3]

Im 19. Jahrhundert gehörte Hiesfeld mit dem benachbarten Walsum zur Bürgermeisterei Dinslaken-Land, der der Bürgermeister der Stadt Dinslaken vorstand. Im Jahre 1905 wurden Hiesfeld und Walsum zu eigenen Bürgermeistereien erhoben. Auf Betreiben der Großindustrie (Gutehoffnungshütte und Thyssen) wurde Hiesfeld im Jahre 1917 Dinslaken und der südliche Teil Sterkrade (1581 ha) mit 4478 Einwohnern, später Oberhausen, zugeschlagen. Sie bilden heute die Ortsteile Schmachtendorf mit Waldhuck und Waldteich, Walsumermark mit Brink und Neuköln sowie Oberhausen-Barmingholten. Nach dieser Zusammenlegung fielen die Kommunal- und Mutungsgrenzen zusammen. Die Dinslakener Siedlungsbezirke Grafschaft, Lohberg und Oberlohberg gehörten bis 1917 ebenfalls zur Bürgermeisterei Hiesfeld.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen von Hiesfeld zeigt in von Silber (Weiß) und Rot geteiltem Schild oben wachsend den heiligen Cyriacus in silbernem (weißem) Ornat, mit roter Mütze und rotem Pallium, der in der Rechten einen schwarzen Palmzweig, in der Linken ein offenes, schwarzes Buch mit silbernen (weißen) Schnitt hält, unten in rotem Feld über einem silbernen (weißen), schwarz schraffierten Herzschildchen eine halbe, silberne (weiße), achtstrahlige Lilienhaspel.

Bedeutung: Der heilige Cyriacus ist seit dem 15. Jahrhundert als Patron der Hiesfelder Kirche nachweisbar. Sein Bild fand man auch in halber Figur auf dem Hiesfelder Schöffensiegel. Der untere Teil des Wappen dokumentiert die Zugehörigkeit Hiesfelds zum Herzogtum Kleve. Das Wappen der Herzöge von Kleve zeigt acht Lilienstäbe in Form eines Andreaskreuzes. Der Herzog von Kleve war auch einer der Kirchenpatrone Hiesfelds. Dieses Wappen führt auch der Sportverein TV Jahn Hiesfeld seit 1928.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An sehenswürdigen Gebäuden sind die Dorfkirche, Haus Hiesfeld, die Windmühle und die Wassermühle am Rotbach mit Mühlenmuseum erwähnenswert. Die Turmwindmühle wurde 1822 errichtet. 100 Jahre später wurde der Betrieb eingestellt. Die im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte Mühle wurde einige Jahre später restauriert. Der Ursprung der Wassermühle bestand zunächst nur aus dem Fachwerkgebäude, das 1693 errichtet wurde. Das auf der anderen Seite des Rotbaches gelegene Backsteinhaus wurde später gebaut und diente als Hauptgebäude für den Mühlenbetrieb sowie als Wohnhaus für den Müller. Zwischen den beiden Gebäuden befindet sich ein mittelschlächtiges Wasserrad.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hiesfeld hat eine katholische Kirchengemeinde mit zwei Gottesdienststandorten (Heilig Geist und Herz Jesu), sowie eine evangelische Kirchengemeinde, die ihre Gottesdienste in der Dorfkirche St. Cyriacus sowie im Gemeindehaus Büngelerstraße abhält.

Die Dorfkirche existiert in Teilen seit dem 12. Jahrhundert. Der Westturm ist bis heute im Wesentlichen bestehen geblieben. Das Langhaus in seiner heutigen Form stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Rotbachtal bietet Hiesfeld ein Freibad, welches jedoch bis 2020 geschlossen ist[5] und eine Skaterbahn. Des Weiteren gibt es den Sportverein TV Jahn Hiesfeld, dessen 1. Fußballmannschaft 2010/11 in der Niederrheinliga teilnahm. Ferner gibt es einen Naturlehrpfad durch den angrenzenden Hiesfelder Wald, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und zum Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland gehört.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hiesfeld ist über die Bundesstraße 8 am südlichen Rand des Stadtteils an die Autobahnanschlussstellen Dinslaken-Süd der Bundesautobahn 3 und Dinslaken-Hiesfeld der Bundesautobahn 59 angeschlossen. Des Weiteren verläuft durch Hiesfeld die Bahnstrecke Oberhausen–Arnhem. Obgleich Hiesfeld der bevölkerungsreichste Stadtteil Dinslakens ist, besitzt die Bahnstrecke keinen Bahnhof oder Haltepunkt in Hiesfeld. Die nächsten Bahnstationen sind Dinslaken und Oberhausen-Holten.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Roßhoff (1908–1986), deutscher Politiker der Zentrumspartei, später der CDU
  • Karl Witzell (1884–1976), deutscher Marineoffizier, zuletzt Generaladmiral im Zweiten Weltkrieg und Chef des Marinewaffenhauptamtes

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dr. Rudolf Stampfuß und Anneliese Triller: Geschichte der Stadt Dinslaken 1273–1973; Band 10; Beiträge zur Geschichte und Volkskunde des Kreises Dinslaken am Niederrhein; Verlag PH.C.W. Schmidt – Degner & Co. Neustadt/ Aisch 1973
  • Berthold Schön: Nachlese – Heimatkundliche Beiträge; Band 14 der „Dinslakener Beiträge“. Dinslaken 1986
  • Ingo Tenberg: Von Wolfsjagden, stolzen Rittern und dem Gespenst aus dem Moor – Die bewegte Geschichte von Hiesfeld im Dinslakener Land. Essen 2012
  • Ingo Tenberg: Von Räuberbanden, Taufsteinen und dem nassen Bäuerlein – Neues aus der bewegten Geschichte von Hiesfeld im Dinslakener Land. Norderstedt 2015
  • Ingo Tenberg: Die Denkmäler von Hiesfeld und Oberlohberg – Ein Streifzug durch die spannende Geschichte der bestehenden und untergegangenen Bau- und Bodendenkmäler. Norderstedt 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hiesfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Dinslaken | Dinslaken in Zahlen. Abgerufen am 16. Oktober 2018.
  2. Stadtgeschichte von Dinslaken 1273–1973, Hrsg. Stadt Dinslaken, S. 104–105
  3. Ingo Tenberg: Von Wolfsjagden, stolzen Rittern und dem Gespenst aus dem Moor, Essen 2012, S. 95–144
  4. Stadtgeschichte von Dinslaken 1273–1973, Hrsg. Stadt Dinslaken, S. 105
  5. RP ONLINE: Dinslaken: DINamare wird 2,5 Millionen Euro teurer. Abgerufen am 16. Oktober 2018.