Hilbringen

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Hilbringen
Stadt Merzig
Ehemaliges Gemeindewappen von Hilbringen
Koordinaten: 49° 26′ 28″ N, 6° 37′ 1″ O
Höhe: 178 m ü. NHN
Einwohner: 2569 (30. Jun. 2011)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66663
Vorwahl: 06861
Hilbringen (Saarland)
Hilbringen

Lage von Hilbringen im Saarland

Blick vom Kreuzberg in westliche Richtung auf Hilbringen
Blick vom Kreuzberg in westliche Richtung auf Hilbringen
Schloss Hilbringen

Hilbringen ist einer von 17 Stadtteilen der Stadt Merzig im Landkreis Merzig-Wadern (Saarland) und liegt gegenüber der Kernstadt am linken Saarufer. Hilbringen ist mit rund 2500 Einwohnern hinter Brotdorf und Besseringen der drittgrößte Stadtteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelpunkt von Hilbringen ist der Schlossberg, auf dem wahrscheinlich bereits im 13. Jahrhundert ein „festes Haus“ stand, das den Rittern von Hilbringen, deren Geschlecht mit Reinhard von Hilbringen im Jahr 1611 ausstarb, als Stammsitz diente.[1] Eine 902/903 verfasste, nachträglich auf 816 datierte Urkunde gilt als ältester schriftlicher Nachweis des "Helibere" genannten Ortes.[2] Bereits im 12. Jahrhundert existierte eine Pfarrei, die zum Dekanat Perl gehörte. Der 1233 genannte Priester Godefrid zu Hildebringen ist der erste namentlich überlieferte Pfarrer in Hilbringen.[3]

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wohnten in den sieben Orten der Obermeierei Saargau, zu der auch Hilbringen gehörte, im Jahr 1663 zusammen nur noch 16 Einwohner. Im Jahr 1680 gründete der Hilbringer Pfarrer Calmes eine St. Sebastian-Bruderschaft und stellte in der Kirche einen Sebastian-Altar auf, was als Hinweis dafür gilt, dass damals die Pest in der Region herrschte.[1]

Nach dem Ende der französischen Herrschaft fiel Hilbringen 1815 an die preußische Rheinprovinz. Zusammen mit Ballern, Rech, Ripplingen und Fitten zählte der Ort in diesem Jahr 1308 Einwohner, 1833 lebten allein in Hilbringen 628 Personen.[4] Im Jahr 1835 begann der industrielle Aufschwung für Hilbringen in dessen Umgebung in schneller Folge 14 Ziegeleien entstanden, 8 davon in Hilbringen selbst. Vierzig Jahre später beschäftigten diese Betriebe rund 300 Arbeiter. Im Jahr 1885 erfolgte der Neubau einer Straße, heute noch die „nau Strooß“ genannt, den Hang des Nackberges hinauf nach Mondorf, Silwingen und Biringen, die die bis dahin abgelegenen Dörfer erschloss. Im Jahr 1900 kam es zum Bau einer Wasserleitung von Mechern nach Hilbringen und dem Bau einer Petroleum-Straßenbeleuchtung. Das 1921 gegründete Nonnenkloster St. Elisabeth in der Fitter Straße wurde 2005 geschlossen. Im Rahmen der Begradigung der Saar wurde eine neue Saarbrücke nach Merzig gebaut, die 1944 von Pionieren der Wehrmacht gesprengt wurde.[1]

Im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland wurde die Gemeinde Hilbringen mit Wirkung zum 1. Januar 1974 in die Kreisstadt Merzig eingemeindet.

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nachfolgenden Angaben basieren auf den Angaben im Hilbringer Heimatbuch von 1980.[5]

Entwicklung der Einwohnerzahlen von Hilbringen
Jahr Einwohner, Haushalte und Feuerstätten Beleg
1566 21 Haushalte Türkensteuer
1615 25 Haushalte Landsteuer
1624 32 Haushalte Türkensteiner
1656 18 Haushalte Bannverzeichnis
1663 16 Einwohner (in Hilbringen, Ballern, Rech, Ripplingen, Fitten, Mondorf und Silwingen)
1668 18 Feuerstätten Verzeichnis der Feuerstätten
1750 40 Feuerstätten
1779 60 Haushalte Treuegelöbnis
1803 157 Feuerstätten
1815 1308 Einwohner (in Hilbringen, Ballern, Rech, Ripplingen und Fitten)
1833 628 Einwohner Volkszählung
1836 628 Einwohner Volkszählung
1861 640 Einwohner Volkszählung
1864 640 Einwohner Volkszählung
1871 638 Einwohner Volkszählung
1875 667 Einwohner Volkszählung
1895 745 Einwohner Volkszählung

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzverteilung im Ortsrat nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 lautet wie folgt:[6]

(Stand: Mai 2014)

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Stefan Dorbach (CDU).[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Hilbringer Bann befinden sich einige Freizeiteinrichtungen wie Zeltpalast, das Schwimmbad DAS BAD, ein Yachthafen und das Merziger Brauhaus.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hilbringen befinden sich mehrere Bauwerke, die in der Denkmalliste des Saarlandes als Einzeldenkmale aufgeführt sind:[7] Die katholische Pfarrkirche St. Petrus in Ketten, errichtet nach Plänen von Wilhelm Hector in den Jahren 1890 bis 1891, das sogenannte Schloss, ein Barockbau errichtet den Jahren 1745 bis 1755 und zwei historische Bauernhäuser, errichtet um 1800 bzw. 1902.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am östlichen Ortsrand von Hilbringen liegt die Autobahnanschlussstelle Merzig der Bundesautobahn 8. Durch Hilbringen verlaufen die Landesstraßen L 173 von Merzig nach Waldwisse und L 170 von Wellingen (Stadt Merzig) nach Saarlouis.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hilbringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Hilbringen (Memento vom 14. April 2014 im Internet Archive) Auf: www.merzig.de, abgerufen am 30. April 2014
  2. Leo und Rudolf Griebler: Hilbringen und seine Geschichte. In: Hilbringer Heimatbuch 1980, S. 11–71, hier S. 13
  3. Leo und Rudolf Griebler: Hilbringen und seine Geschichte. In: Hilbringer Heimatbuch 1980, S. 11–71, hier S. 13
  4. Leo und Rudolf Griebler: Hilbringen und seine Geschichte. In: Hilbringer Heimatbuch 1980, S. 11–71, hier S. 31f.
  5. Leo und Rudolf Griebler: Hilbringen und seine Geschichte. In: Hilbringer Heimatbuch 1980, S. 11–71
  6. a b Ortsrat Hilbringen Auf: www.merzig.de, abgerufen am 30. April 2014
  7. Denkmalliste des Saarlandes: Teildenkmalliste Landkreis Merzig-Wadern (PDF-Datei; 2,22 MB)