Hilde Mattheis

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Hilde Mattheis im Mai 2009

Hildegard „Hilde“ Mattheis geb. Gudelius (* 6. Oktober 1954 in Finnentrop) ist eine deutsche Grund- und Hauptschullehrerin und Politikerin der SPD und seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2013 ist sie im Ausschuss für Gesundheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie ist seit 2011 Vorsitzende des Forums Demokratische Linke 21.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilde Mattheis studierte an einer Pädagogischen Hochschule und war danach als Lehrerin an Grund- und Hauptschulen tätig.

Hilde Mattheis ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilde Mattheis trat 1986 in die SPD ein und engagierte sich besonders in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF). Von 1992 bis 1996 war sie Vorsitzende des AsF-Kreisverbandes Ulm. Daneben gehörte sie von 1993 bis 2007 dem AsF-Landesvorstand in Baden-Württemberg an, ab 1995 als stellvertretende Vorsitzende und ab 1999 als Vorsitzende.

Von 1995 bis 2018 war Mattheis Mitglied des Landesvorstands der SPD Baden-Württemberg, ab 1997 als stellvertretende Vorsitzende. Ebenso war sie von 2000 bis 2005 Vorsitzende des SPD-Kreisverbandes Ulm und gehörte von 2005 bis 2013 dem SPD-Parteivorstand an.

Mattheis war 2009 neben Nils Schmid und Claus Schmiedel eine von drei Kandidaten für die Nachfolge von Ute Vogt als Vorsitzende des SPD-Landesverbands Baden-Württemberg. Hierzu fand am 21. November 2009 eine Mitgliederbefragung in der SPD Baden-Württemberg statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 47,35 % erhielt Hilde Mattheis in der Zweitauszählung unter Berücksichtigung der Zweitstimmen 37 % gegenüber 56 % für Nils Schmid. Bei den Erststimmen entfielen 46,2 % der Stimmen auf Nils Schmid, 29,1 % auf Hilde Mattheis und 22,8 % auf Claus Schmiedel.[1] Nils Schmid wurde daraufhin auf dem Landesparteitag der SPD in Karlsruhe am 27. November 2009 mit 265 von 299 Stimmen der Delegierten (88,63 %) zum Landesvorsitzenden gewählt. Hilde Mattheis wurde mit 58,47 % der Stimmen als eine der vier Stellvertreter bestätigt.[2]

Seit dem 28. November 2011 ist sie als Nachfolgerin von Björn Böhning Vorsitzende des Forums Demokratische Linke 21 (DL 21), einer Organisation des linken Flügels innerhalb der SPD.[3] Zudem ist sie Mitbegründerin und Mitglied im Sprecherkreis von dessen baden-württembergischer Regionalgruppe. Eine Presseerklärung von ihr zum Mindestlohngesetz („Ausnahmen vom Mindestlohn sind unsozial“) führte im Juli 2014 zu einer Austrittswelle prominenter Mitglieder aus dem DL 21, allen voran der damaligen Bundesarbeitsministerin und einstigen DL-21-Gründerin Andrea Nahles (die das Mindestlohngesetz mitzuverantworten hatte), die dem Forum unter Mattheis’ Führung eine fundamental-oppositionelle Haltung attestierten. Dies wurde in der Presse als Spaltung der SPD-Linken gewertet, einhergehend mit einem Bedeutungsverlust von DL 21.[4]

Nach der Landtagswahl in Hessen 2018 plädierte Mattheis für die Abschaffung der Hartz-Reformen: „Mit ihnen haben wir uns von unserer Identität als Partei der sozialen Gerechtigkeit verabschiedet. […] Das war ein großer Fehler und den muss man auch so benennen.“[5]

Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mattheis ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestags und hier seit 2005 stellvertretende Sprecherin der Arbeitsgruppe „Gesundheit“ sowie Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Verteilungsgerechtigkeit und soziale Integration“ der SPD-Bundestagsfraktion. Von Dezember 2005 bis November 2013 gehörte sie außerdem dem SPD-Fraktionsvorstand an. Seit der 18. Legislaturperiode ist sie Sprecherin der Arbeitsgruppe „Gesundheit“[6].

Die Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit im Bundestag sind Gesundheitspolitik, Pflege, Gleichstellungspolitik und Verteilungsgerechtigkeit.

Sie ist seit dem 18. Deutschen Bundestag 2013 ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hilde Mattheis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wahlergebnis nach Kreisverbänden
  2. Wahlergebnis auf www.spd-bw.de
  3. Vorstand & Geschäftsstelle – Forum DL21 e.V. In: forum-dl21.de. 1. April 2017, abgerufen am 7. November 2018.
  4. Karl Doemens: SPD-Linke zerlegt sich selbst. In: Frankfurter Rundschau (Online), 7. Juli 2014.
  5. Interview mit Wolfgang Voigt, in: BNN, 30. Oktober 2018.
  6. arbeitsgruppen spdfraktion.de