Hildisrieden

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Hildisrieden
Wappen von Hildisrieden
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern LU
Wahlkreis: Sursee
BFS-Nr.: 1088i1f3f4
Postleitzahl: 6024
Koordinaten: 659956 / 222447Koordinaten: 47° 9′ 1″ N, 8° 13′ 45″ O; CH1903: 659956 / 222447
Höhe: 685 m ü. M.
Fläche: 7,04 km²
Einwohner: 2138 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 304 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
8,2 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.hildisrieden.ch
Karte
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Hildisrieden (schweizerdeutsch Höudisriede) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Sursee des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Nachbardorf von Sempach befindet sich Hildisrieden oberhalb der Gedenkstätte zur Schlacht bei Sempach. Auf der Südabdachung der Hügelkette Erlosen liegend, hat man vom ganzen Dorf aus eine wunderbare Aussicht in Richtung Voralpen, vor allem zum Pilatus.

Zu Hildisrieden gehört Hildisrieden-Dorf. Mit diesem zusammengewachsen sind die Weiler Breite (südwestlich) und Mühlacker(660 m ü. M.; südöstlich). Nördlich des Dorfs entspringt im Moos die (Seetaler-) Ron, die durch das Dorf fliesst. Drei weitere Weiler gehören zur Gemeinde: Gimmermeh (622 m ü. M.; 600 m südsüdwestlich), Ohmelingen (656 m ü. M.; 1 km ostsüdöstlich) und Traselingen (680 m ü. M.; 1,5 km östlich). Daneben gibt es zahlreiche Gehöfte, die zur Gemeinde gehören. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich auf einem Hügel mitten im Golfplatz auf (726 m ü. M.), der tiefste .

Es gibt nur kleinere Waldstücke. Der Dannwald liegt südöstlich von Ohmelingen, der Traselingerwald nördlich von Traselingen, der Hildisriederwald grenzt nördlich ans Dorf und das Meierholz befindet sich westlich von Gimmermeh.

Vom Gemeindegebiet von 699 ha ist 78,0 % landwirtschaftliche Nutzfläche. Mit Wald und Gehölz bedeckt sind 11,9 % und 10,8 % sind Siedlungsfläche.

Hildisrieden grenzt an Beromünster, Neuenkirch, Rain, Römerswil und Sempach.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 560
1816 701
1850 666
1860 688
1888 527
1941 802
1960 732
1980 1'216
2000 1'675
2004 1'794
2009 1'869
2010 1'907
2013 2'012

Die Bevölkerung wuchs von 1798-1816 rasch an (1798-1816: +25,2%). Daraufhin erfolgte ein leichter Bevölkerungsrückgang bis 1850. Von 1860-1888 gab es dann eine grosse Abwanderungswelle in Richtung industrialisierte Gebiete (1860-1888: -23,4%). Von da bis zum Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl unaufhörlich um mehr als die Hälfte (1888-1941: +52,2%). Danach trat ein letzter kleiner Bevölkerungsrückgang ein (1941-1960: -8,7%). Seither wächst die Zahl der Bewohner massiv (1960-2004: +145,1%). Die Lage auf einem Bergrücken und die Nähe zum nächsten Autobahnanschluss haben viele neue Zuwanderer gebracht.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher waren alle Bewohner Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft so aus: Es gibt 78,81% römisch-katholische, 10,87% evangelisch-reformierte und 0,54% freikirchliche Christen. Daneben finden sich 5,19% Konfessionslose und 1,55% Muslime.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2014 waren von den 2'055 Einwohnern 1'888 Schweizer und 167 (= 8,1 %) Ausländer.[3] Die Einwohnerschaft bestand aus 91,9 % Schweizer Staatsbürgern. Ende 2014 stammten die ausländischen Einwohner aus Deutschland (44,9 %), Serbien inklusive Kosovo (7,2 %), Italien (6,0 %), Portugal (6,0 %), Spanien (2,4 %) und der Türkei (1,8 %). 25,7 % stammten aus dem übrigen Europa und 6,0 % waren aussereuropäischer Herkunft.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie Gräber aus der La-Tène-Zeit beweisen, war die Gegend bereits früh besiedelt. Unter dem Namen Hiltegesrein erscheint es im ältesten Jahrzeitbuch des Chorherrenstifts Beromünster aus den Jahren 1077/1101. Die Gemeinde gehörte als Teil des Amts Rothenburg den Habsburgern. Diese verloren die Herrschaft über den Ort am 28. Dezember 1385, als die Soldaten der Stadt Luzern die Stadt und Festung Rothenburg abbrannten. Nominell erkannten die Habsburger die Oberherrschaft der Stadt Luzern erst am 16. Juli 1394 im sogenannten «Zwanzigjährigen Frieden» an. Die vollständige Kontrolle erlangte Luzern erst im Jahr 1415. Hildisrieden war übrigens damals keine eigenständige Gemeinde, sondern bildete zusammen mit Rain und Römerswil den Berghof. Alle diese Orte gehörten bis 1798 zur Landvogtei Rothenburg. Anschliessend war es Teil des helvetischen Distrikts Sempach, ehe es 1803 zum damals neu geschaffenen Amt Sursee kam. Durch Beschluss des Kantonsparlaments im Jahr 1836 wurde der Berghof aufgelöst. Daraus entstanden 1838 die Gemeinden Hildisrieden, Rain und Römerswil.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Hildisrieden besteht aus sechs Mitgliedern und ist wie folgt aufgestellt:

  • Christoph Troxler (CVP): Gemeindepräsident
  • René Müller (parteilos): Gemeindeschreiber
  • Hildegard Dörig-Schärli (CVP): Soziales
  • Gisela Stalder Furrer (FDP): Bau
  • Marlis Willimann (FDP): Bildung
  • Stephan Wolf (CVP): Finanzen

Kantonsratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen 2015 des Kantons Luzern betrugen die Wähleranteile in Hildisrieden: CVP 40,8 %, SVP 25,4 %, FDP 22,7 %, SP 3,9 %, glp 3,2 %, GPS 2,9 %.[5]

Nationalratswahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Hildisrieden: CVP 32,8 %, SVP 29,1 %, FDP 19,2 %, SP 6,5 %, glp 6,5 %, GPS 3,3 %, BDP 1,4 %.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war Hildisrieden eine Bauerngemeinde. Es gibt derzeit immer noch ca. 45 Bauernbetriebe in der Gemeinde, jedoch hat sich der Schwerpunkt der Beschäftigten im Dorf stark in Richtung Industrie und Dienstleistung verlagert.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich des Dorfes liegt ein Golfplatz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hildisrieden liegt an keiner Bahnlinie. Durch die Buslinie Luzern-Beromünster-Rickenbach LU ist die Gemeinde dennoch durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Es gibt eine Postauto-Verbindung von Hochdorf nach Sempach Station, die über Sandblatten und Hildisrieden führt.

Das Dorf liegt am Kreuzungspunkt der Strassen Sempach-Hochdorf und Luzern-Beromünster. Der nächstgelegene Autobahnanschluss Sempach an der A2 ist 4 km entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Balthasar Estermann (1827–1868), römisch-katholischer Priester und Gründer einer religiösen Frauengemeinschaft, aus der das Kloster Melchtal entstand, geboren in Traselingen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf Reinle: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV: Das Amt Sursee. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1956, ISBN 978-3-906131-23-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hildisrieden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach demographischen Komponenten, institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit und Geschlecht (Bundesamt für Statistik, STAT-TAB)
  4. LUSTAT: Gemeindeprofil Hildisrieden
  5. LUSTAT: Gemeindeprofil Hildisrieden
  6. Nationalratswahlen 2015: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung nach Gemeinden. In: Ergebnisse Nationalratswahlen 2015. Bundesamt für Statistik, 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.