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Hilfseinschalttaste

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Hilfseinschalttaste und Hilfsausschalttaste an einem Bahnübergang in Rheine. Dahinter ein Graffiti, ca. 2025

Die Hilfseinschalttaste (abgekürzt HET) ist eine Bedienvorrichtung an technisch gesicherten Bahnübergängen in Deutschland. Sie dient der hilfsweisen Einschaltung einer Bahnübergangssicherungsanlage, wenn die automatische beziehungsweise reguläre Einschaltung der Sicherung fehlschlägt oder gestört ist.[1]

Funktion und Anwendung

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Bei lokführer- und fernüberwachten Bahnübergängen wird die Sicherung (beispielsweise Lichtzeichen und Schranken) automatisch durch den sich nähernden Zug über Gleiskontakte eingeschaltet. Kommt es jedoch zu einer Störung dieser automatischen Einschaltung, so sorgt die Hilfseinschalttaste dafür, dass die Sicherung nachträglich durch das Zugpersonal aktiviert werden kann.

Standort und Bedienung

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In unmittelbarer Nähe des Bahnübergangs befinden sich in Gleisnähe Schlüsselschalter, welche mit der Aufschrift "HET" oder der Kilometerangabe des Bahnübergangs gekennzeichnet sind. Zusätzlich kann die HET beziehungsweise ET je nach örtlichen Gegebenheiten auch am Bahnsteig anzutreffen sein. Während im Netz der Deutschen Bahn ein Einheitsschlüssel genutzt wird, haben private Eisenbahninfrastrukturunternehmen meist eigene Schlüssel für ihr Streckennetz.

Bei neueren Anlagen mit Automatik-HET wird die hilfsweise Einschaltung durch spezielle Kontaktschleifen oder Sensoren im Gleis ausgelöst, wenn die reguläre Einschaltung nicht erfolgt. Dies spart dem Bedienpersonal das Aussteigen und manuelle Betätigen des Schlüsselschalters.[2]

Hilfsausschalttaste (HAT)

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Die Hilfsausschalttaste (HAT) wird verwendet, wenn ein Bahnübergang nach einer Zugfahrt nicht ordnungsgemäß ausschaltet oder eine Störung vorliegt, durch die die Schranken oder Lichtzeichen eingeschaltet bleiben. Durch Betätigung der HAT, welche ebenfalls als Schlüsselschalter ausgeführt ist, kann die Anlage zurückgesetzt bzw. außer Betrieb gesetzt werden, so dass der Bahnübergang wieder für den Straßenverkehr freigegeben wird. Im Netz der Deutschen Bahn sind Hilfsausschalttasten dabei jedoch weniger verbreitet als in den Netzen privater Eisenbahninfrastrukturunternehmen.

Einschalttaste (ET) und Ausschalttaste (AT)

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Wenn Bahnübergänge (zum Beispiel bei Halt am Bahnsteig oder auf Werksgleisen) planmäßig über einen Schlüsselschalter aktiviert werden, sind die Schlüsselschalter als Einschalttaste (ET) beziehungsweise Ausschalttaste (AT) bezeichnet.

Einschalttaste und Ausschalttaste an einem Haltepunkt Ibbenbüren-Aasee mit Überwachungssignal im Hintergrund.

Einzelnachweise

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  1. TF-Ausbildung.de - Bahnübergänge. Abgerufen am 10. Januar 2026.
  2. www.stellwerke.de - Signalsysteme - Bahnübergangssignale. Abgerufen am 10. Januar 2026.