Hilgermissen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hilgermissen
Hilgermissen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hilgermissen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 51′ N, 9° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Grafschaft Hoya
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 54,43 km2
Einwohner: 2161 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27318
Vorwahlen: 04256, 04251, 04255
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 013
Adresse der Verbandsverwaltung: Schloßplatz 2
27318 Hoya
Website: www.hilgermissen.de
Bürgermeister: Johann Hustedt (Wählergemeinschaft Hilgermissen (WGH))
Lage der Gemeinde Hilgermissen im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder MeerNordrhein-WestfalenLandkreis DiepholzLandkreis OldenburgLandkreis SchaumburgLandkreis HeidekreisLandkreis VerdenRegion HannoverBalgeBinnenBinnenBinnenBinnenBückenDiepenauDrakenburgEstorf (Weser)EystrupEystrupGandesbergenHämelhausenHämelhausenHaßbergenHaßbergenHassel (Weser)Hassel (Weser)HeemsenHilgermissenHoyaHoyerhagenHusum (bei Nienburg)LandesbergenLeeseLiebenau (Niedersachsen)LinsburgLinsburgMarkloheNienburg/WeserPennigsehlRaddestorfRehburg-LoccumRodewaldRohrsenSchweringenSteimbkeSteyerbergSteyerbergStöckseStolzenauUchteWarmsenWietzenWarpeKarte
Über dieses Bild

Hilgermissen ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Grafschaft Hoya im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eitzendorf
  2. Heesen
  3. Hilgermissen
  4. Magelsen
  5. Mehringen
  6. Ubbendorf
  7. Wechold
  8. Wienbergen

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilgermissen hat den Charakter einer Flächengemeinde mit den acht oben erwähnten kleinen, weit verstreuten Ortsteilen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind Higermissen, Hilegermissen, Hilghermissen, Hildermissen, Hilghermyssen, Hylgermisszen, Hilligermissen, Hilgermessen und Hilgermisse.

Zur Namensherkunft wird vermutet, dass sich der Name von einem verballhornten „Hild-grim-es-husen“ ableitet, was wiederum etymologisch „Wohnstatt des Hildgrim“ bedeutet. Der Eigenname Hildgrim setzt sich aus althochdeutsch „Hild“ (Kampf) und „grim“ (Maske) zusammen.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gebietsreform in Niedersachsen wurde die neue Gemeinde Hilgermissen am 1. März 1974 durch den Zusammenschluss der acht damaligen Gemeinden Eitzendorf, Heesen, Hilgermissen, Magelsen, Mehringen, Ubbendorf, Wechold und Wienbergen neu gebildet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 178 [4]
1925 163 [5]
1933 162 [5]
1939 148 [5]
1950 240 [6]
1973 167 [7]
1975 2365 ¹ [8]
1980 2267 ¹ [8]
1985 2136 ¹ [8]
Jahr Einwohner Quelle
1990 2020 ¹ [8]
1995 2130 ¹ [8]
2000 2238 ¹ [8]
2005 2205 ¹ [8]
2010 2102 ¹ [8]
2015 2181 ¹ [8]
2016 2181 ¹ [8]
2017 2186 ¹ [8]
2018 2161 ¹ [8]

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2016[9]
Wahlbeteiligung: 56,95 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
58,50 %
41,49 %
WGH
WfH

Der Rat der Gemeinde Hilgermissen besteht aus 12 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2001 und 3000.[10] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimm- und Sitzberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der Bürgermeister.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister der Gemeinde Hilgermissen ist Johann Hustedt (Wählergemeinschaft Hilgermissen (WGH)). Seine Stellvertreter sind Uwe Hopmann (SPD) und Tim Stegemann (Wählergemeinschaft Hilgermissen (WGH)).[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kommunalwappen der Gemeinde Hilgermissen wurde von dem Heraldiker Heinz Bannier[12] (* 12. Dezember 1912, † 26. August 1999; er führte die Niedersächsische Wappenrolle von 1983 bis 1991) entworfen. Genehmigt wurde das Wappen am 9. Januar 1984 durch den Landkreis Nienburg/Weser.[13]

Wappen von Hilgermissen
Blasonierung: „Unter goldenem Schildhaupt mit mittig angeordneten nebeneinanderstehenden schwarzen Spitzen in Blau, über gesenktem goldenen Wellenbalken zwei goldene Pferde, die sich derart gegenüberstehen, dass sich ihre Körper teilweise überdecken.“[13]
Wappenbegründung: In dem Wappenbuch des Landkreises Nienburg/Weser steht hierzu:[13]

„Im Schildhaupt sind durch die drei aufrechten Spitzen die drei Kirchen der Gemeinde Hilgermissen, nämlich Eitzendorf, Magelsen und Wechold, symbolisch dargestellt. Die Tingierung in Gold und Schwarz nimmt historischen Bezug auf die Wappenfarben der Grafen von Hoya, zu deren Grafschaft die Gemeinden gehörten. Die goldenen Pferde auf dem blauen Schild weisen auf die Landwirtschaft, Pferdezucht und Reiterei der Gemeinde hin. Die acht Beine sollen die acht Ortsteile der Gemeinde symbolisieren. Die goldenen Pferde stehen sich derart gegenüber, dass die Köpfe und Hälse das bekannte niedersächsische Symbol auf Bauernhäusern, den Giebelbrettern mit den nach außen gewendeten Pferdeköpfen, bilden. Das Blau bezieht sich auf die Gewässer und Seen der Gemeinde, insbesondere die Weser und den Alveser See. Der goldene Wellenbalken symbolisiert die Weser, die die ostwärtige Grenze der Gemeinde Hilgermissen bildet.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Marien-Kirche zu Wechold
Kruzifix in der St.-Marien-Kirche zu Wechold

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Aula der Schule am Weserbogen in Wechold befindet sich ein Wandbild des Schweringer Künstlers Gottlieb Pot d’Or (1905–1978) aus dem Jahr 1966.

Naherholung und Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Alveser See liegt in Alvesen, welches (genau wie der See) zu Magelsen gehört. Der See ist ein stiller Arm der Weser und landschaftlich sehr idyllisch.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale im Landkreis Nienburg/Weser

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hilgermissen gab es keine Straßenbezeichnungen, sondern nur Hausnummern, nach denen sich Einwohner, Postboten, Lieferanten und Besucher orientieren mussten.[15] Im Februar 2019 war nach etwa acht Jahren Streit im Gemeinderat eine Bürgerbefragung geplant, die die Streitigkeiten beenden sollte.[16][17][18] 60 % der Bürger entschieden sich gegen Straßennamen.[19]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hilgermissen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 27. November 2015; abgerufen am 4. August 2019.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 191.
  4. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Hoya. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  5. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Grafschaft Hoya (Siehe unter: Nr. 48). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 28, Sp. 1, Landkreis Grafschaft Hoya, S. 37 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 18. Dezember 2019]).
  7. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 21, Landkreis Grafschaft Hoya (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 18. Dezember 2019]).
  8. a b c d e f g h i j k l Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  9. a b Gemeinde Hilgermissen – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Webseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  10. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  11. Rat der Gemeinde Hilgermissen. In: Webseite Grafschaft Hoya. Abgerufen am 18. Dezember 2019.
  12. Wappenentwürfe von Heinz Bannier. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 18. Dezember 2019.
  13. a b c Hermann Ziegler: Wappenbuch Landkreis Nienburg/Weser. Hrsg.: Landkreis Nienburg/Weser (= Historische Schriftenreihe des Landkreises Nienburg/Weser. Band 2). Selbstverlag, Nienburg 1986, S. 66–67.
  14. Naturdenkmäler in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. In: Webseite Landkreis Nienburg/Weser. Abgerufen am 11. November 2018.
  15. Jetzt doch: Straßenschilder für Hilgermissen. In: Webseite Norddeutscher Rundfunk. 24. Juli 2018, archiviert vom Original am 9. Mai 2019; abgerufen am 18. Dezember 2019.
  16. Nico Schnurr: Gespaltene Gemeinde. Streit um namenlose Straßen in Hilgermissen. In: Webseite Weser-Kurier. 13. Januar 2019, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  17. Bürgerentscheid: Hilgermissen gegen Straßennamen. In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. 3. Februar 2019, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  18. Bekanntmachung zur Durchführung des Bürgerentscheides gegen die Einführung von Straßennamen in der Gemeinde Hilgermissen am 3. Februar 2019. (PDF; 8 kB) In: Webseite Gemeinde Hilgermissen. 12. Dezember 2018, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  19. Bürger von Hilgermissen wollen keine Straßennamen einführen. In: Webseite Die Welt. 3. Februar 2019, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  20. Ludwig Otto Adelbert Spitta: Aus der Geschichte der St.-Lamberti-Gemeinde zu Bergen bei Celle. August Lax Verlag, Hildesheim 1876 (Digitalisat in Webseite Bayerische Staatsbibliothek [abgerufen am 18. Dezember 2019]).
  21. Jana Wohlers: Fritz-Helfers-Ausstellung im Heimatmuseum Hoya – Tagebuch gibt Einblicke. Ein Leben, typisch für das 20. Jahrhundert. In: kreiszeitung.de. 31. Mai 2013, abgerufen am 18. Dezember 2019.
  22. Fritz Helfers. In: Webseite Heimatmuseum Grafschaft Hoya. Abgerufen am 18. Dezember 2019.
  23. Johann Kranz: „Anna un Jan“. Band 1. Color Press Verlag, Syke 1997 (eingeschränkte Vorschau in niederdeutsche-literatur.de [abgerufen am 18. Dezember 2019]).
  24. Johann Kranz: „Anna un Jan“. Band 2. Color Press Verlag, Syke 1998 (eingeschränkte Vorschau in niederdeutsche-literatur.de [abgerufen am 18. Dezember 2019]).
  25. Johann Kranz: Erschienene Hörbücher. In: Webseite Gemeinsamer Verbundkatalog (GVK). Abgerufen am 18. Dezember 2019.
  26. Klaus Stegmann. In: Webseite Klaus Stegmann. Abgerufen am 18. Dezember 2019.
  27. Dieter Schäfer. In: Webseite Dieter Schäfer. Abgerufen am 18. Dezember 2019.