Hillary Clinton

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Hillary Clinton (2016)
Unterschrift von Hillary Clinton

Hillary Diane Rodham Clinton [ˈhɪləɹiː daɪˈæn ˈɹɒdʊm ˈklɪntən] (* 26. Oktober 1947 in Chicago, Illinois als Hillary Diane Rodham) ist eine US-amerikanische Politikerin der Demokratischen Partei und deren voraussichtliche Kandidatin für die US-Präsidentschaftswahl am 8. November 2016.

Als Ehefrau des früheren US-Präsidenten Bill Clinton, mit dem sie seit 1975 verheiratet ist, war sie von 1993 bis 2001 First Lady der Vereinigten Staaten. Im November 2000 wurde sie in den US-Senat gewählt, dem sie von 2001 bis 2009 für den Bundesstaat New York angehörte. Im Anschluss übte Clinton bis 2013 das Amt der US-Außenministerin in der Regierung von Präsident Barack Obama aus. Zuvor war sie Obama bei den parteiinternen Vorwahlen der Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur 2008 unterlegen.

Im April 2015 kündigte Clinton an, bei der Präsidentschaftswahl im November 2016 erneut als Kandidatin der Demokraten anzutreten. Sie galt während der parteiinternen Vorwahl stets als Favoritin, erhielt jedoch mit US-Senator Bernie Sanders eine unerwartet starke Konkurrenz. Erst mit den letzten Vorwahlen Anfang Juni 2016 – und damit einen Monat später als der designierte Kandidat der Republikaner, Donald Trump – erhielt sie die absolute Mehrheit der Delegierten für den Nominierungsparteitag, der Ende Juli 2016 in Philadelphia stattfinden wird.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hillary Diane Rodham wurde im Edgewater Hospital[1][2] in Chicago als Tochter des Eigentümers der mittelständischen Textildruckerei Rodrik Fabrics,[3] Hugh Ellsworth Rodham (1911–1993), und dessen Frau Dorothy Emma Howell (1919–2011) geboren.[4] Sie wuchs in Park Ridge im Bundesstaat Illinois mit ihren beiden Brüdern Tony und Hugh[5] in einer methodistisch orientierten Familie auf. Ihr Vater, ein überzeugter Republikaner,[6] vertrat die Meinung, dass sich die Fähigkeiten seiner Tochter nicht auf ihre Geschlechterrolle beschränken sollten.[7] Auch ihre demokratische Mutter[6] wünschte Hillary eine unabhängige und professionelle Karriere.[8]

Eine Ausstellung in Little Rock (Arkansas), die Einblick in Clintons frühe Jahre gibt

In ihrer Jugendzeit waren Hillary Rodham und ihre Familie aktive Kirchenmitglieder in der First United Methodist Church.[9][10] Auch als Erwachsene ist Clinton bekennendes Mitglied der United Methodist Church (Evangelisch-methodistische Kirche). Die Religionsjournalisten Kathryn Joyce und Jeff Sharlet berichteten 2007, dass H. Clinton in Washington eine aktive Teilnehmerin an konservativen Gebetszirkeln ist, welche in Verbindung mit der sekretiven Gruppe The Fellowship stehen, und sich in einem Interview kritisch gegenüber dem Einfluss der Social Gospel in ihrer Kirche äußerte.[11] Der Jugendpfarrer der Gemeinde, Don Jones, prägte Hillarys Kindheit nachhaltig. Er nahm sie zu einer Rede des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King mit.[12] Nach der Eugene Field Elementary School[13] ging sie von 1961 bis 1964 in die Maine Township High School East,[14] wo sie un­ter an­de­rem in der Schülervertretung und in der Schülerzeitung tätig war und für die National Honor Society nominiert wurde.[4] Hillary begann im Alter von 10 Jahren mit Ballet, spielte in einem Softballteam und nahm, allerdings mit bescheidenem Erfolg, Klavierunterricht.[15] Zudem half sie in einem Tagesheim aus, war früh Babysitterin und unterrichtete in ihrem letzten High-School-Jahr als senior leader, eine Art Hilfslehrerin.[16][17]

Später war sie ein junges Goldwater Girl, Wahlhelferin des erzkonservativen Republikaners Barry Goldwater, der 1964 vergeblich für die Präsidentschaft kandidierte.[18][19] John F. Kennedys Tod am 22. November 1963 soll bei ihr dann den Wunsch geweckt haben, Rechtswissenschaft zu studieren.[20] Dass ihr als Frau die Teilnahme an einem Astronautentraining verweigert wurde, soll ihr späteres Engagement gegen Frauendiskriminierung begründet haben.[21]

Wellesley College (1965–1969)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1965 schrieb sie sich am Wellesley College, einem der sogenannten Seven Sisters, ein, wo sie Politikwissenschaft mit dem Nebenfach Psychologie studierte.[22] Auf Empfehlung der Politikdozentin Karin Fahlstrom, einer Absolventin des Smith College, und Janet Altmans, einer Absolventin des Wellesley College, soll sie dieses College gewählt haben.[23][24]

Das Wellesley College

Sie wurde zur Präsidentin der Jungen Republikaner gewählt, legte ihr Amt aber schon bald nieder, da sie Zweifel an der Politik bekam, vor allem wegen deren Haltung gegenüber dem Vietnamkrieg.[25][26] Ihre Freundin, die Vizepräsidentin der Jungen Republikaner, Betsy Griffith, trat ihre Nachfolge an.[25] In einem Brief an ihren damaligen Mentor, den Jugendpfarrer Don Jones (1931–2009), fragte die 18-jährige Rodham, ob es möglich sei „dem Verstand nach konservativ, aber im Herzen linksliberal“[27] zu sein – eine Kombination, die nach Ansicht ihres Biographen Carl Bernstein auch die Haltung der späteren Politikerin sehr treffend beschreibt.[28]

Die Tet-Offensive in Südvietnam, der Rückzug von Lyndon B. Johnson aus der Präsidentschaftswahl und die Ermordung Robert Kennedys ließen sie zu einer aktiven Befürworterin der Anti-Kriegs-Kampagne von Eugene McCarthy werden.[29][30] Im April 1968 wurde sie als Präsidentin der Studentenverbindung für das darauf folgende Jahr gewählt.[31] Clinton bewarb sich für das Wellesley Internship Program in Washington, D.C. Studenten konnten in Behörden und Kongressbüros ein Praktikum absolvieren. Sie bekam von Alan Schechter, Professor in Politikwissenschaft, einen Platz bei der republikanischen Kongressfraktion zugewiesen. Clinton widersetzte sich vergeblich und meldete sich bei der Gruppe von Gerald Ford. Gegen Ende ihres Praktikums bat der Kongressabgeordnete Charles Goodell sie und vier weitere Praktikanten, ihn zum Parteikonvent der Republikaner 1968 in Miami zu begleiten, um Gouverneur Nelson Rockefeller bei der Nominierung der Präsidentschaftskandidatur zu unterstützen. Dort residierte sie im Fontainebleau Miami Beach in der Rockefeller for President-Suite, nahm Anrufe entgegen und übermittelte Botschaften zwischen den Stabsbüros. Rockefeller verlor die Wahl im Konvent, statt seiner wurde Richard Nixon nominiert.[32][33]

In ihrem letzten Jahr in Wellesley schrieb sie eine 92 Seiten lange Bachelorarbeit über den amerikanischen Bürgerrechtler Saul David Alinsky,[34][35] mit dem Titel: „There Is Only the Fight…“: An Analysis of the Alinsky Model. Clinton beschrieb Alinsky als eine „überzeugende Persönlichkeit“ mit einem „außergewöhnlichen Charme".[26] 1969 erlangte sie in Politikwissenschaften den Bachelor of Art[36] mit Auszeichnung.[26]

Am 31. Mai 1969 hielt Clinton beim Abschlussfest in Wellesley eine Festrede. Sie handelte von Integrität, Respekt und dem Vertrauen der Menschen untereinander.[37] Das führte zu einem Fernsehinterview in einem örtlichen Sender in Chicago[38], und das Life Magazine schrieb einen Artikel über Hillary.[39] In dem folgenden Sommerurlaub fuhr sie nach Alaska, wo sie im Denali-Nationalpark Teller wusch und eine befristete Anstellung in einer Lachsfabrik in Valdez hatte.[40][41]

Yale Law School (1969–1973)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Yale Law School

Hillary Clinton schrieb sich im Herbst 1969 an der Yale Law School in New Haven ein,[42][43] um Rechtswissenschaft zu studieren, und wurde sogleich Mitglied der Redaktion des Yale Review of Law and Social Action.[44] Hier machte sie den Schutz der Interessen von Kindern und Familien zu ihrem Anliegen und verband dabei soziales Engagement mit ihrer juristischen Karriere.[45] Während ihres zweiten Jahres an der juristischen Fakultät wurde sie ehrenamtliche Mitarbeiterin des Yale Child Study Center,[46] um mehr über die frühkindliche Entwicklung des Gehirns zu lernen.[47] Sie nahm sich auch Fällen von Kindesmissbrauch im Yale–New Haven Hospital an.[48][49]

1970 erhielt sie ein Stipendium und begann im Frühjahr desselben Jahres ihre Arbeit an dem von der amerikanischen Aktivistin für Kinderrechte und Kinderschutz Marian Wright Edelman ins Leben gerufenen Washington Research Project. Clinton gehörte im Sommer 1971 dem Unterausschuss für Arbeitsmigration unter dem Vorsitz von Walter Mondale an.[50] Dort untersuchte sie die Probleme von Wanderarbeitern im Wohnungsbau, Hygiene, Gesundheit und Bildung.[51][52] Hierzu befragte sie Arbeiter und deren Angehörige, um beurteilen zu können, unter welch großen Entbehrungen deren Kinder leiden müssen.[53] Die demokratische politische Beraterin Anne Wexler sowie einige andere Studenten der Yale Law School überzeugten sie davon, noch im selben Jahr bei der Senatswahl-Kampagne für den Lobbyisten Joseph Daniel Duffey mitzuarbeiten.[54] Diese Arbeit bezeichnete Hillary Rodham Clinton später als ihren ersten Job in der Politik.[55][56][57]

Im Frühjahr 1971 traf sie erstmals Bill Clinton, ebenfalls Student der Yale Law School.[58][59] Obwohl dieser ursprünglich nach Arkansas reisen wollte, um sich um ein öffentliches Amt zu bewerben, ging er im Sommer zusammen mit Hillary nach Oakland in Kalifornien.[60][61] Dort arbeitete sie in einer kleinen Anwaltskanzlei (Treuhaft, Walker and Burnstein) und verbrachte dort ihre Zeit mit dem Verfassen von Anträgen und Schriftsätzen für Mel Burnstein,[62][63] während Bill Clinton die Wahlkampagne von Senator George McGovern in den Südstaaten leitete.[64] Im Sommer desselben Jahres kehrten sie als Paar nach New Haven zurück und mieteten sich im Erdgeschoss eines Hauses in der Edgewood Avenue ein.[65][66][67] Mit dem akademischen Grad eines Juris Doctor beendete sie ihr Jurastudium. Sie blieb ein weiteres Jahr, um mit Bill zusammen zu sein,[68] der ihr in jener Zeit einige Heiratsanträge gemacht haben soll, die sie allesamt zurückgewiesen habe.[69][70][71]. Geheiratet haben die beiden am 11. Oktober 1975.

Schließlich entschied sie sich für ein postgraduales Studium im Yale Child Study Center;[47][72][73] ihr erster Aufsatz, Children Under the Law, wurde im Winter 1973 im Harvard Educational Review publiziert.[74] Dort beschreibt sie den wechselnden Status von Kindern und fasst die damaligen Entscheidungen des Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten zusammen.[75][76] Der Artikel wird heute noch häufig als maßgebliche Quelle zu Kinderrechten zitiert.[77]

Berufliche Laufbahn und First Lady von Arkansas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hillary Clinton war Rechtsanwältin in der renommierten Anwaltskanzlei Rose in Little Rock und als Professorin an der Law School der University of Arkansas in Fayetteville tätig. Erste Erfahrungen mit dem Politikgeschäft in Washington sammelte sie, als sie 1974 Rechtsberaterin für den Justizausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses war. Ihre Aufgabe bestand darin, zusammen mit ihren Kollegen Beweise zusammenzustellen, auf deren Basis ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Richard Nixon aufgrund der Watergate-Affäre eingeleitet werden konnte.

Bill Clinton mit Familie 1997 bei seiner zweiten Amtseinführung als US-Präsident

Als ihr Mann 1978 zum Gouverneur von Arkansas gewählt worden war, legte Hillary ihr Lehramt als Juraprofessorin nieder. Am 27. Februar 1980 kam ihre Tochter Chelsea Victoria Clinton zur Welt.

Hillary Clinton (1992)

Als Bill Clinton von 1979 bis 1981 und von 1983 bis 1992 Gouverneur (Vereinigte Staaten) von Arkansas war, übernahm sie die Rolle der First Lady. Von 1986 bis 1992 gehörte sie dem Aufsichtsrat der Supermarkt-Kette Wal-Mart an,[78] was allerdings nicht in ihrem offiziellen Lebenslauf erwähnt wird.

First Lady der USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wahl Bill Clintons zum Präsidenten der USA zog die Familie im Januar 1993 ins Weiße Haus ein. Sie wäre gerne Justizministerin geworden; seit 1967 darf aber kein Regierungsbeamter in Washington ein Familienmitglied als unmittelbar Untergebenen beschäftigen – auch nicht der Präsident.[79]

Noch im selben Jahr übernahm sie den Vorsitz der Task Force of National Health Care Reform, um im Auftrag der Regierung eine Reform des Gesundheitssystems in die Wege zu leiten. Die ausgearbeiteten Vorschläge der Task Force wurden jedoch abgelehnt. Allerdings hatte sie maßgeblich dazu beigetragen, dass 1997 ein staatliches Gesundheitsprogramm für Kinder nichtversicherter Eltern, das „State Children’s Health Insurance Program“ (SCHIP), eingeführt wurde.[80] SCHIP verbesserte die Situation von 6,6 Millionen Kinder der so genannten „working poor“, der Armen trotz Job.

Hillary Rodham Clinton setzte sich auch für die weltweite Achtung der Frauen- und Menschenrechte ein. Außerdem engagiert sie sich im Kinderschutz. 1996 hielt sie vor der General Conference der United Methodist Church eine vielbeachtete Rede zu diesem Thema.

In der zweiten Amtsperiode ihres Mannes dominierte in den Medien die Lewinsky-Affäre, eine außereheliche Beziehung Bill Clintons zu seiner Praktikantin, die in ein (gescheitertes) Amtsenthebungsverfahren gegen ihn mündete. Hillary Clinton äußerte sich erst später öffentlich dazu, in ihrer Autobiographie Gelebte Geschichte. Diese erschien im Jahr 2003 kurz vor der Autobiografie ihres Mannes und wurde mit weltweit über 3,2 Millionen verkauften Exemplaren zu einem Bestseller, ebenso wie Bill Clintons Mein Leben.[81]

Laufbahn im US-Senat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2000 kandidierte sie für das Amt der US-Senatorin für den Bundesstaat New York, nachdem der demokratische Mandatsinhaber Daniel Patrick Moynihan seinen Rückzug angekündigt hatte. Zuerst schien es auf eine Wahl zwischen Clinton und Rudolph Giuliani, dem beliebten republikanischen Bürgermeister von New York City, hinauszulaufen. Als dieser aufgrund einer Krebserkrankung nicht kandidierte, stellten die Republikaner mit Rick Lazio ein Mitglied des US-Repräsentantenhauses auf. Clinton gewann die Wahl mit 55 zu 43 Prozent klar.[82] Am 3. Januar 2001 wurde sie als Senatorin von US-Vizepräsident Al Gore in seiner Rolle als Senatspräsident im Beisein ihres Mannes vereidigt. Dessen Amtszeit als US-Präsident endete 17 Tage später mit dem Amtsantritt von George W. Bush am 20. Januar 2001.

Bei der Senatswahl am 7. November 2006 wurde sie in ihrem Amt mit 67 Prozent der Stimmen bestätigt. Der republikanische Gegenkandidat John Spencer kam lediglich auf 31 Prozent.[83] Im Senat saß sie unter anderem im Ausschuss für Streitkräfte.

Präsidentschaftskampagne 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Januar 2007 kündigte Hillary Clinton an, sie werde in der Präsidentschaftswahl 2008 für die Demokraten antreten.[84] Sie wäre die erste Frau in diesem Amt geworden. Vor den ersten Vorwahlen galt Clinton noch vor Barack Obama und John Edwards als aussichtsreichste Kandidatin der Demokraten. Mit rund hundert Millionen US-Dollar sammelte sie im Jahr 2007 neben Barack Obama am meisten Spendengeld.[85] Trotz ihrer Vorwahl-Siege in 21 Bundesstaaten, darunter Kalifornien und Florida, gelang es Clinton nicht, sich die Mehrheit der Delegierten der Demokraten zu sichern. Diese wählten Barack Obama zu ihrem Kandidaten, der sich bei der Präsidentschaftswahl im November gegen den Republikaner John McCain durchsetzen konnte.

Wahlkampfveranstaltung von Hillary Clinton im Februar 2008

Innerparteiliche Gegner warfen ihr im Wahlkampf zu konservative Positionen und ihre anfängliche Unterstützung des Irakkrieges vor. Nachdem sie in einem Interview die Bedeutung von Präsident Lyndon B. Johnson bei der Abschaffung der Rassentrennung gegenüber der Bedeutung von Martin Luther King hervorgehoben hatte, wurde sie dafür aus der eigenen Partei sowie von schwarzen Amerikanern kritisiert. Die Kritiker sahen darin eine Unterstellung, dass nur ein weißer Präsident in der Lage gewesen sei, diese Verordnungen zu erlassen. Ein weiterer Kritikpunkt war die Nichtveröffentlichung ihrer Steuererklärung, was Clinton am 4. April 2008 nachholte. Gemeinsam mit ihrem Mann Bill verdiente Hillary Clinton 109 Millionen US-Dollar seit ihrem Auszug aus dem Weißen Haus. Insgesamt hätten sie rund 10 Millionen US-Dollar gespendet und über 33,8 Millionen US-Dollar an Steuern bezahlt. Den Großteil steuerte jedoch ihr Ehemann Bill Clinton bei.[86] Während des Wahlkampfes 2008 drohte Hillary Clinton dem Iran mit „Auslöschung“, falls dieser Atomwaffen gegen Israel einsetze.[87] Ebenfalls zu Kontroversen führte ihre falsche Aussage im Wahlkampf, sie sei 1996 während eines Besuches in Tuzla in das Feuer von Scharfschützen geraten.[88]

Außenministerin im Kabinett Obama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenministerin Clinton mit Russlands Außenminister Lawrow im September 2012

Am 1. Dezember 2008 gab das Team des zukünftigen US-Präsidenten Barack Obama bekannt, dass Clinton in seinem Kabinett Außenministerin werde.[89] Am 21. Januar 2009 bestätigte der Senat Clintons Nominierung mit 94 zu 2 Stimmen.[90] Noch am selben Tag legte sie ihren Amtseid ab und ihren Senatssitz nieder. Der damalige Gouverneur von New York, David Paterson, ernannte Kirsten Gillibrand zu ihrer Nachfolgerin im Senat, die auch bei einer späteren Nachwahl ihr Mandat behielt.[91] In ihrer Zeit als Außenministerin besuchte Clinton 112 Länder, so viele wie kein anderer Amtsinhaber vor ihr. Auch galt sie zum Ende ihrer Amtszeit als beliebteste Politikerin in den USA[92] und belegte in den Jahren 2011 und 2012 jeweils hinter der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel Platz 2 der World’s 100 Most Powerful Women des Forbes Magazine.

Kurz vor Ende ihrer Amtszeit war sie von Anfang Dezember 2012 bis Anfang Januar 2013 vier Wochen erkrankt.[93] Bei ihrer Abschlussrede gestand sie Fehler im Bürgerkrieg in Libyen ein, und sie übernahm die Verantwortung bei dem Botschaftsangriff in Bengasi.[94] Clinton wollte außerdem syrische Rebellen bewaffnen.[95]

In ihrer Amtszeit als Außenministerin verschickte Clinton insgesamt 30.000 dienstliche E-Mails über einen privaten Server und ein privates E-Mail-Konto. Dies wurde insbesondere während ihrer Präsidentschaftskampagne 2016 stark in der Öffentlichkeit thematisiert und bietet vor allem den Republikanern immer wieder Anlass zu scharfer Kritik an Clinton. Ein Untersuchungsbericht des Generalinspektors des Außenministeriums, der im Mai 2016 veröffentlicht wurde, bewertete diese Praxis als Verstoß gegen Dienstvorschriften, wonach alle amtlichen E-Mails auf Speichern des Ministeriums hätten aufbewahrt oder aber ausgedruckt und archiviert werden müssen.[96] Auch hielt sie sich nicht an die Regel, umgehend nach dem Ende ihrer Amtszeit sämtliche beruflichen Dokumente dem Ministerium zu übergeben.[97][98] Ihre frühere Behauptung, den privaten Server lediglich aus Bequemlichkeit benutzt zu haben und ihre Zusicherung, zur Klärung der Vorwürfe beizutragen, wurden dadurch unglaubwürdig.[99]

Rückkehr ins Privatleben (2013 bis 2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hillary Clinton im Oktober 2013

Clinton kündigte bereits im März 2011 an, dass sie sich nach einer Wiederwahl Obamas von dem Amt als Außenministerin zurückziehen werde. Ihr Amt übernahm am 1. Februar 2013 John Kerry.[100] Sie wolle sich für die Bürgerrechte und vor allem für Kinder und Frauen engagieren und dementierte zunächst Mutmaßungen, sie plane eine Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016.[101] Seit 2013 engagiert sie sich für die Clinton Foundation.

2014 kritisierte Clinton Präsident Obamas Syrien-Politik. Unter anderem warf sie ihm vor, die gemäßigten Rebellen nicht genügend unterstützt zu haben, was den Dschihadisten Raum für ihren Vormarsch gegeben habe.[102]

Präsidentschaftskandidatur 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Out of date clock icon.svg Dieser Artikel beschreibt ein aktuelles Ereignis. Informationen können sich deshalb rasch ändern.

Am 12. April 2015 kündigte Clinton an, sich nach 2008 ein zweites Mal um die demokratische Kandidatur bei der im November 2016 anstehenden Präsidentschaftswahl zu bewerben.[103] Ihr Team führen als Leiter John Podesta und als Wahlkampfmanager Robby Mook an; an dritter Stelle steht in herausgehobener Position Clintons enge Vertraute Huma Abedin als stellvertretende Leiterin. Bereits vor der Bekanntgabe ihrer Kandidatur, die weltweit ein großes Medienecho fand, war über eine Kandidatur Clintons spekuliert worden. 2014 war eine inoffizielle Kampagne mit dem Titel Ready for Hillary („bereit für Hillary“) gegründet worden. Clinton war die erste Politikerin der Demokratischen Partei, die ihre Kandidatur fürs Weiße Haus öffentlich machte. Von Beginn an lag Clinton in allen Umfragen über den parteiinternen Nominierungsprozess deutlich in Führung. Die meisten politischen Beobachter bescheinigten ihr daher, die besten Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei zu haben; ihr Vorwahlsieg wurde häufig als „unausweichlich“ (“inevitable”) bezeichnet.[104] Auch die meisten Umfragen zur allgemeinen Wahl zwischen 2013 und 2015 hatte sie gegen potenzielle republikanische Herausforderer angeführt. Darüber hinaus war es Clinton gelungen, die mit Abstand meisten Wahlkampfgelder zu sammeln. Der amtierende Präsident Barack Obama, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten darf, erklärte im April 2015, Clinton wäre „eine exzellente Präsidentin“.[105]

Hillary Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung im Januar 2016

Außer Clinton erklärten vier Parteifreunde eine ernstzunehmende Kandidatur in der Vorwahl, der frühere US-Senator für Virginia Jim Webb, der frühere Gouverneur Marylands Martin O’Malley, der frühere Gouverneur Rhode Islands, Lincoln Chafee, und der US-Senator für Vermont Bernie Sanders. Webb, O’Malley und Chafee gelang es nie, in den Umfragen über den niedrigen einstelligen Prozentbereich herauszukommen und die weit in Führung liegende Clinton zu gefährden. Sanders hingegen, der sich selbst als “Democratic Socialist” (etwa: demokratischer Sozialist) bezeichnet, gelang es in Umfragen bis zum Jahresbeginn 2016 den Abstand zu Clinton erheblich zu verringern. Im ersten Vorwahlbundesstaat Iowa konnte er zeitweise sogar leicht in Führung gehen. Obwohl der Senator deutlich mehr Zustimmung als seit Beginn seiner Kandidatur angenommen erfuhr (vor allem unter jungen Amerikanern), galt Clinton aufgrund ihrer hohen Bekanntheit und sehr guten Wahlkampforganisation weiterhin als klare Favoritin. Darüber hinaus sprachen sich eine deutliche Mehrheit aller demokratischen Kongressmitglieder sowie eine Reihe von Gouverneuren für sie aus. Am 30. Januar 2016 erhielt sie ein Endorsement der renommierten Tageszeitung The New York Times für die demokratische Spitzenkandidatur.[106] Seit Januar 2016 absolviert auch ihr Ehemann Bill eine Reihe von Wahlkampfautritten für sie, nachdem sich der ehemalige Präsident zuvor eher im Hintergrund hielt. Ihre Kampagne konzentriert Clinton vorwiegend auf die Abgrenzung zu den Republikanern, wobei sie auf die harschen persönlichen Angriffe des bei den Republikanern nach Umfragen führenden Immobilien-Milliardärs Donald Trump kaum einging. Oft kritisierte sie ihren parteiinternen Rivalen Sanders für seine Haltung beim Thema Waffenkontrollen, die sie als zu leichtfertig bezeichnete. Sanders rückte mit einigen deutlichen Siegen in Bundesstaaten bei der Vorwahl, darunter in seinem Nachbarstaat New Hampshire (siehe Vorwahlergebnisse der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016), deutlich an Hillary Clintons Umfragewerte heran und machte ihr die Favoritenstellung immer wieder streitig.

Am 6. Juni berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press, dass Clinton die absolute Mehrheit der Delegierten für den Nominierungsparteitag hinter sich gebracht habe, indem sie neben den durch Wahlen bestimmten Delegierten eine ausreichende Zahl der sogenannten Superdelegierten ermittelte, die als Vertreter der Partei-Eliten in ihrer Wahl frei sind, sich aber in genügender Zahl für Clinton ausgesprochen haben.[107] Spätestens durch die am 7. Juni folgenden Wahlen in den letzten wichtigen Bundesstaaten wie Kalifornien sicherte sich Clinton nach Ansicht fast aller politischen Beobachter den Vorwahlsieg und damit die Mehrheit für die Nominierung bei der Democratic National Convention in Philadelphia am 25. bis 28. Juli 2016,[108] auch wenn ihr Konkurrent Bernie Sanders seine Niederlage noch wochenlang nicht einräumte, da die Superdelegierten in ihrer Entscheidung frei seien.[109] Ende Juni deutete Sanders in einer Sendung des TV-Senders MSNBC seine Niederlage mit dem Hinweis an, dass er rechnen könne. Er würde bei der Präsidentschaftswahl für Clinton stimmen, da es darum gehe, die Wahl Trumps zum Präsidenten zu verhindern.[110] Am 12. Juli 2016 erklärte Sanders schließlich bei einem gemeinsamen Auftritt in Portsmouth (New Hampshire) seine Unterstützung für Clinton („Endorsement“).[111] Einen Tag nach dem Ende der Republican National Convention 2016, bei der Donald Trump zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gewählt worden war, stellte Clinton am 22. Juli ihre Wahl für das Amt des Vizepräsidenten und Running Mate vor. Sie wählte Tim Kaine, den US-Senator und früheren Gouverneur des wichtigen Swing States Virginia, der als sichere Wahl eines erfahrenen Politikers gilt, der in Richtung der politischen Mitte integriert.[112]

Inhaltlich unterstützt Clinton im Wahlkampf eine Erhöhung des bundesweiten Mindestlohns von 7,25 auf 12 US-Dollar und regionale Initiativen für höhere Mindestlöhne,[113] strebt aber keine bedingungslose Einführung eines bundesweiten Mindestlohns von 15 US-Dollar an.[114] Auch Steuererhöhungen für obere Einkommen gehört zu ihren Wahlzielen, das oberste Prozent in der Einkommensstatistik der US-Haushalte würde nach ihren Steuerplänen im Schnitt 78.000 $ im Jahr mehr bezahlen[115] Außerdem fordert sie bezahlte Elternzeit für amerikanische Familien. In ihren außenpolitischen Reden hat sie mehr auf Abgrenzung zu dem ihrer Ansicht nach „gefährlichen“ Trump („Dangerous Donald“[116]) gesetzt als eigene Vorhaben vorzustellen.[117] Sie kündigte zur Bekämpfung der islamistischen Terrororganisation ISIS verstärkte Bombenangriffe in Irak und Syrien, eine Stärkung „antiterroristischer Aktivitäten“ weltweit und eine Ausweitung geheimdienstlicher Tätigkeit in den USA selbst an.[118] Anders als Obama sprach sie sich nach einem Raketentest Irans für neue Sanktionen aus[119] In einer Debatte mit Bernie Sanders sprach sie sich für die Einrichtung einer Flugverbotszone in Syrien aus.[120]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • There is only the Fight – An Analysis of the Alinsky Model. Wellesley College, Wellesley 1969
  • Eine Welt für Kinder. Hoffmann und Campe, Hamburg 1996, ISBN 3-455-11162-9.
  • Civiliser la démocratie. Desclée de Brouwer, Paris 1998, ISBN 2-220-04253-7.
  • An invitation to the White House: at home with history. Simon & Schuster, New York [u. a.] 2000, ISBN 0-684-85799-5.
  • Gelebte Geschichte. Econ, München 2003, ISBN 3-430-11862-X.
  • Entscheidungen. Droemer, München 2014, ISBN 978-3-426-27634-1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christopher P. Andersen: American Evita. Hillary Clinton’s path to power. Morrow, New York 2004, ISBN 0-06-056254-4.
  • Carl Bernstein: Hillary Clinton – Die Macht einer Frau. Droemer/Knaur, München 2007, ISBN 978-3-426-27435-4.
  • Jeff Gerth, Don van Natta Jr.: Hillary Rodham Clinton – Ihr Weg zur Macht. Piper, München 2007, ISBN 978-3-492-05083-8.
  • Colleen Elizabeth Kelley: The rhetoric of First Lady Hillary Rodham Clinton. Crisis management discourse. Praeger, Westport, Conn. u. a. 2001, ISBN 0-275-96695-X.
  • Sonja Kochius: Hillary Clinton. Die mächtigste Frau der Welt. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1994, ISBN 3-404-61303-1.
  • Nancy Loewen: Hillary Rodham Clinton. Creative Education, Mankato, Minn. 1999, ISBN 0-88682-636-5.
  • Roger Morris: Die Clintons. Eine amerikanische Karriere. Spiegel-Buchverlag, Hamburg 1996, ISBN 3-455-15007-1.
  • Christiane Oppermann: Hillary Clinton – „I am in to win“ – Der Kampf ums Weiße Haus.Herder, Freiburg 2008, ISBN 978-3-451-03014-7.
  • Gail Sheehy: Hillary’s choice. Ballantine Books, New York 2000, ISBN 0-345-43656-3. Dt. Ausgabe: Id.: Hillary. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-498-06341-3.
  • Sally Bedell Smith: For Love of Politics – Bill and Hillary Clinton: The White House Years. Random House, New York 2007, ISBN 978-1-4000-6324-6.
  • Judith Warner: Hillary Clinton. The inside story. Signet, New York, NY 1993, ISBN 0-451-17808-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hillary Clinton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Hillary Clinton – in den Nachrichten
 Wikisource: Hillary Clinton – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edgewater Medical Center auf americanurbex.com, abgerufen am 18. Mai 2013 (englisch)
  2. Edgewater Medical Center 1929–2001 auf edgewaterhistory.org, abgerufen am 18. Mai 2013 (englisch)
  3. Hillary Rodham Clinton: Gelebte Geschichte. New York 2003, ISBN 3-430-11862-X, S. 23.
  4. a b Hillary Rodham Clinton whitehouse.gov, abgerufen am 18. Mai 2013 (englisch)
  5. Hillary Rodham Clinton: Gelebte Geschichte. New York 2003, ISBN 3-430-11862-X, S. 25.
  6. a b Hillary Rodham Clinton: Gelebte Geschichte. New York 2003, ISBN 3-430-11862-X, S. 26.
  7. Carl Bernstein: A Woman in Charge: The Life of Hillary Rodham Clinton. New York 2007, ISBN 0-375-40766-9, S. 13.
  8. Carl Bernstein: A Woman in Charge: The Life of Hillary Rodham Clinton. New York 2007, ISBN 0-375-40766-9, S. 16.
  9. Hillary Clinton Asks Fellow United Methodists to Continue Social Witness for Children auf gbgm-umc.org, abgerufen am 18. Mai 2013 (englisch)
  10. Clintons make stop at First United Methodist Church on Sunday auf herald-dispatch.com, abgerufen am 18. Mai 2013 (englisch)
  11. Kathryn Joyce, Jeff Sharlet: „Hillary's Prayer: Hillary Clinton's Religion and Politics“. Mother Jones, Sept./Okt. 2007, S. 48ff
  12. Judith Warner: Hillary Clinton: Die neue Frau im Weißen Haus. Ihr Leben, ihre Karriere, ihr Einfluss. München 1993, ISBN 3-453-06698-7, S. 25.
  13. Hillary Clinton, in Her Element auf highbeam.com, abgerufen am 18. Mai 2013 (englisch)
  14. High school of numerous noteworthy alumni auf onthisveryspot.com, abgerufen am 18. Mai 2013 (englisch)
  15. Judith Warner: Hillary Clinton: Die neue Frau im Weissen Haus. Ihr Leben, ihre Karriere, ihr Einfluss. München 1993, ISBN 3-453-06698-7, S. 28.
  16. Judith Warner: Hillary Clinton: Die neue Frau im Weißen Haus. Ihr Leben, ihre Karriere, ihr Einfluss. München 1993, ISBN 3-453-06698-7, S. 22.
  17. Frank Marafiote: Hillary Rodham Clinton’s high school yearbook. auf hillaryclintonquarterly.com, abgerufen am 11. Juni 2013 (englisch)
  18. Deborah Solomon: Get to Know Hillary Clinton auf nytimes.com, abgerufen am 20. Mai 2013 (englisch)
  19. Hillary Clinton: the early years auf today.com, abgerufen am 20. Mai 2013 (englisch)
  20. Hillary Rodham Clinton: Gelebte Geschichte. New York 2003,ISBN 3-430-11862-X, S. 39.
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  22. Judith Warner: Hillary Clinton: Die neue Frau im Weissen Haus. Ihr Leben, ihre Karriere, ihr Einfluss. München 1993, ISBN 3-453-06698-7, S. 22.
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