Himmelfahrtskommando

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Himmelfahrtskommando (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Himmelfahrtskommando ist ein dem militärischen Jargon entstammender Begriff, der einen besonders riskanten Auftrag bezeichnet, dessen Ausführung mit hoher Wahrscheinlichkeit (aber ungewollt) zum Tod des oder der Ausführenden führt. Die analogen englischen Begriffe lauten suicide mission (= Selbstmordauftrag), glory-or-grave-job (Ruhm-oder-Grab-Auftrag) oder suicide squad (= Selbstmordkommando, wörtlich: „Selbstmordtrupp“). Der Begriff fand Eingang in die zivile Umgangssprache, in der er allgemein für eine unangenehme und aussichtslose Aufgabe verwendet wird, die man – im Wissen um das fast sicher bevorstehende Scheitern – dennoch erledigen muss.

Im Zeitalter der napoleonischen Kriege wurde bei der Belagerung von Festungen eine Bresche in die Mauer geschossen oder gesprengt. Diese Bresche wurde vom Feind oft vermint, mit anderen Fallen versehen und allgemein erbittert verteidigt. Die Angreifer stellten aus Freiwilligen ein Himmelfahrtskommando auf. Diese Männer stürmten als Erste über den schwer begehbaren Mauerdurchbruch und hatten deshalb sehr viele Tote zu beklagen. Überlebende Offiziere eines solchen Himmelfahrtskommandos wurden sofort befördert, Soldaten ausgezeichnet und mit zusätzlichen Soldzahlungen belohnt. Technische Innovationen (z. B. Chassepotgewehre), Geschütze mit höherer Reichweite und Kadenz (→ C/64/67), Maschinengewehre und Brisanzgranaten hatten zur Folge, dass Stadtmauern fast bedeutungslos wurden und Schützengräben und Bunker an Bedeutung gewannen.

Gleichwohl blieb in vielen europäischen Armeen die These verbreitet, ein geballtes Voranstürmen bewaffneter Kräfte könne in einer Schlacht den Sieg erzwingen („Offensive à outrance“, Angriff bis zum Äußersten). Der Erste Weltkrieg wurde bald nach seinem Beginn vielerorts ein Stellungskrieg und Grabenkrieg; es zeigte sich, dass Himmelfahrtskommandos fast immer scheiterten.

Zu unterscheiden vom Himmelfahrtskommando sind Selbstmord-Angriffe wie etwa die Kamikaze-Angriffe japanischer Flieger im Zweiten Weltkrieg. Sie endeten gewollt tödlich, und bei erfolgreicher Durchführung des Auftrages starben die Piloten nicht durch Feindeinwirkung, sondern von eigener Hand. Umgangssprachlich werden auch Selbstmordattentate manchmal als Himmelfahrtskommandos bezeichnet.

Der Wortbestandteil „-kommando“ stammt von dem Begriff Kommandounternehmen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Himmelfahrtskommando – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen