Hinterhornbach

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Hinterhornbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Hinterhornbach
Hinterhornbach (Österreich)
Hinterhornbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Reutte
Kfz-Kennzeichen: RE
Fläche: 50,55 km²
Koordinaten: 47° 21′ N, 10° 27′ OKoordinaten: 47° 21′ 28″ N, 10° 27′ 3″ O
Höhe: 1101 m ü. A.
Einwohner: 94 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 1,9 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6646
Vorwahl: 05632
Gemeindekennziffer: 7 08 15
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hinterhornbach 18
6646 Hinterhornbach
Website: hinterhornbach-lechtal.at
Politik
Bürgermeister: Martin Kärle (Gemeinsam für Hinterhornbach)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(9 Mitglieder)

9 ÖVP Gemeinsam für Hinterhornbach

Lage von Hinterhornbach im Bezirk Reutte
BachBerwangBiberwierBichlbachBreitenwangEhenbichlEhrwaldElbigenalpElmenForchachGränGramaisHäselgehrHeiterwangHinterhornbachHöfenHolzgauJungholzKaisersLechaschauLermoosMusauNamlosNesselwänglePfafflarPflachPinswangReutteSchattwaldStanzachSteegVorderhornbachTannheimVilsWängleWeißenbach am LechZöblenTirolLage der Gemeinde Hinterhornbach im Bezirk Reutte (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Hinterhornbach im Hornbachtal
Hinterhornbach im Hornbachtal
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hinterhornbach ist eine Gemeinde im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich) mit 94 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021).

Hornbachkette vom Hochvogel aus gesehen, dazwischen Hinterhornbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinterhornbach liegt im hinteren Teil des Hornbachtals, einem Seitental des Lechtals, an der Grenze zu Deutschland. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt knapp unter 1100 Meter Seehöhe. Das Tal wird von den Allgäuer Alpen umrahmt, im Norden von der Hochvogelgruppe, deren höchster Gipfel der Hochvogel mit 2592 Meter ist. Im Westen schließt die Rauheckgruppe mit dem 2385 Meter hohen Rauheck das Tal ab. Im Süden liegt die Hornbachkette, in der es nur wenige Scharten unter 2400 Meter gibt. Die markantesten Gipfel sind Großer Krottenkopf (2656), Kreuzkarspitze (2587) und Bretterspitze (2609 Meter).

Die Gemeinde hat eine Fläche von etwas über fünfzig Quadratkilometer. Davon sind zwei Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 35 Prozent Wald, 31 Prozent Almen und 32 Prozent hochalpines Gelände.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Gemeinde umfasst nur eine Katastralgemeinde und Ortschaft.
Neben dem Dorf Hinterhornbach selbst gehören die Rotten Krummenstein und Pretterhof zur Gemeinde. Außerdem gehört das Selbstversorgerhaus Kaufbeurer Haus zur Gemeinde. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bad Hindelang (Lkr. Oberallgäu., BY, DE)
Oberstdorf (Lkr. Oberallgäu., BY, DE) Nachbargemeinden Elmen
Holzgau Elbigenalp Häselgehr

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1235 erstmals urkundlich erwähnt.[2] Die Besiedlung erfolgte als Almgebiet vom Allgäu her über die Joche. Die ursprünglichen Einzelhöfe wandelten sich zu Hofgruppen und weilerartigen Siedlungen.

Hinterhornbach war von alters her der Pfarre Elbigenalp, ab 1515 Elmen (1758 Kuratie, 1761/64 Widum) und der Gerichtsbarkeit Ehrenberg unterstellt, und gehörte zur Anwaltschaft Unterlechtal der Region Lechtal. 1810–1833 (1805–1816 im Innkreis des Königreich Bayern, dann wieder österreichisch) war die Ortschaft mit Hinterhornbach zum Steuerdistrikt (österreichisch: Steuergemeinden) Hornbach vereinigt. 1883 entstand aus Hinterhornbach eine eigene Gemeinde. 1891 wurde es zur Pfarre erhoben.[3]

Abwanderungen der 1950er und 1960er Jahre konnten durch Infrastrukturmaßnahmen, wie dem Straßenausbau im Tal, gestoppt werden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hinterhornbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hinrterhornbach gibt es zwanzig landwirtschaftliche Betriebe, wovon zwölf Nebenerwerbsbauern sind. Diese bewirtschaften insgesamt nur ein Prozent der landwirtschaftlichen Fläche (Stand 2010).[4]

Von den 39 Gebäuden des Ortes sind 31 Wohngebäude, sieben Hotels und ein allgemeines Gebäude.[5] Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 6000 im Jahr 2010 auf 13.000 im Jahr 2019. Der Großteil der Gäste kommt in den Sommermonaten.[6]

Die einzige Straßenverbindung ist die Hornbacher Straße L264, die talauswärts nach Vorderhornbach und ins Lechtal führt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 2016
ÖVP Gemeinsam für Hinterhornbach 5 9
ÖVP Gemeindeliste Hinterhornbach 4
Gemeinderat-Mitglieder 9 9

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 2010 Wilfried Lechleitner (ÖVP)
  • seit 2010 Martin Kärle (ÖVP Gemeinsam für Hinterhornbach)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at hinterhornbach.png

Blasonierung:

In Blau über zwei schmalen schrägrechten Wellenbalken ein silberner Widderkopf.

Das 1979 verliehene Gemeindewappen[7] symbolisiert als redendes Wappen den Ortsnamen und erinnert außerdem an die früher bedeutende Schafzucht.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wanderführer Hinterhornbach. Natur- und kulturkundlicher Wanderführer von Gustav und Georg Dinger, hrsg. v. d. Sektion Donauwörth d. Deutschen Alpenvereins, Verlag Ludwig Auer, ISBN 978-3-9807169-6-3
  • Sebastian Hölzl: Die Gemeindearchive des Bezirkes Reutte: T. Ohne Markt Reutte und Stadt Vils. Band 1, Amt der Tiroler Landesregierung, Tiroler Landesarchiv, Innsbruck 1997, ISBN 978-3-901464-06-5 (= Band 37 von Edition Atelier: Tiroler Geschichtsquellen), 15/Hinterhornbach, S. 232 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hinterhornbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Hinterhornbach, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. August 2021.
  2. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung. Band 17 von Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchivs, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0449-0, Abschnitt Hornbach (Vorder-, Hinter-), S. 508 ff.
  3. Michael Fritz: Hinterhornbach. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 2. August 2021.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Hinterhornbach, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. August 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Hinterhornbach, Gebäude nach Gebäudenutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. August 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Hinterhornbach, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 2. August 2021.
  7. Landesgesetzblatt für Tirol Nr. 26/1979 (Digitalisat)
  8. Tirol Atlas: Wappen von Tirol – Hinterhornbach (Memento vom 1. Juli 2007 im Internet Archive)