Hinwil

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Hinwil
Wappen von Hinwil
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich ZH
Bezirk: Hinwilw
BFS-Nr.: 0117i1f3f4
Postleitzahl: 8340
UN/LOCODE: CH HNW
Koordinaten: 706332 / 240144Koordinaten: 47° 18′ 13″ N, 8° 50′ 41″ O; CH1903: 706332 / 240144
Höhe: 565 m ü. M.
Fläche: 22,31 km²
Einwohner: i10'830 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 485 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
16,5 % (31. Dezember 2015)[2]
Gemeindepräsident: Germano Tezzele (SVP)
Website: www.hinwil.ch
Hinwil vom Bachtel aus gesehen

Hinwil vom Bachtel aus gesehen

Karte
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Hinwil ist eine politische Gemeinde und Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

Halb gespalten und geteilt von Silber und Blau über Gold

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf dem Land und doch nahe der Stadt Zürich. Mit einer Fläche von 22.31 km² und 10'602 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in über 4600 Haushaltungen gehört Hinwil zu den grösseren Gemeinden des Kantons Zürich. Hinwil wird vom Bachtel (1'115 m ü. M.) überragt.

Zur Gemeinde gehören sechs Aussenwachten: Girenbad, Hadlikon, Ringwil, Unterbach, Unterholz und Wernetshausen, sowie die Weiler Bossikon und Erlosen. Diese Aussenwachten waren früher zum Teil eigenständige Gemeinden, weshalb die meisten auch heute noch ein Wappen führen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1637 624
1794 2112
1850 2697
1900 2864
1950 3623
1980 7554
2000 9157
2009 10110
2012 10602
  • Bevölkerungsdichte: 478.2 Einw./km2
  • Anzahl Privathaushalte: 3745 (Stand: 2000)

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2012 gehörten 42,85 Prozent der Bevölkerung der evangelisch-reformierten Kirche und 25,52 Prozent der römisch-katholischen Kirche an.[3] Die katholische Kirche Liebfrauen wurde von Architekt Joseph Steiner im Jahr 1920 als neuromanische Kirche erbaut. In den Jahren 1977–1978 wurde die Kirche von Architekt Walter Bosshart erweitert und zu einer modernen Kirche umgebaut. Der Altarraum wurde von Josef Caminada gestaltet.

In Hinwil gibt es die Freikirche Chrischona.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste schriftlich erwähnte Name von Hinwil lautet „Hunichinwilare“ und stammt aus dem Jahr 745. Es handelt sich um eine Schenkungsurkunde eines „Landbert“ an das Kloster St.Gallen. Wahrscheinlich stand damals in der Gegend vom heutigen Dorfhügel ein kleiner alamannischer Weiler. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1968 wurden im Innern der reformierten Kirche Mauerreste aus römischer Zeit gefunden. Die Reste eines Hypokaustum lassen auf eine römische Villa schliessen, die Gegend des heutigen Hinwil war demnach schon in der Antike bewohnt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KEZO, Ansicht von der Ringwilerstrasse

Das Industriequartier in Hinwil ist die Heimbasis des Formel-1-Rennstalls Sauber Motorsport. Im Industriequartier befinden sich unter anderem die Firmen Belimo, Ferag und FBB (FBB Frischbeton & Baustoff AG). Eine der bekanntesten Hinwiler Firmen war Bührer Traktoren, die schweizweit ein renommiertes Ansehen hatte. Die Industrie wird auch in Hinwil zunehmend von dem Dienstleistungssektor verdrängt, so sind heute verschiedene grosse Einkaufszentren wichtige Arbeitgeber in der Region.

Hinwil beherbergt einzelne Infrastrukturanlagen des Zürcher Oberlands: die Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO), ein Zweckverband von 39 Oberländer Gemeinden, die gemeinsam eine der sechs Kehrichtverbrennungsanlagen im Kanton betreiben; sowie die Prüfstelle Hinwil, eine von zwei untergeordneten Prüfstellen des kantonalen Strassenverkehrsamts; Der Bund unterhält die Armee Logistikbasis (LBA) Hinwil. Die Kläranlage Bossikon-Hinwil steht im Industriequartier. Im Gemeindezentrum gibt es Kleingewerbe.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Girenbad
Der Bahnhof Hinwil 1877

Die Gemeinde ist seit dem 3. Mai 1876 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Effretikon–Hinwil durch die Eisenbahngesellschaft Effretikon–Wetzikon–Hinwiel (1876–1886) durch den Bahnhof Hinwil an das schweizerische Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Bahngesellschaft ging am 1. Januar 1886 an die Schweizerische Nordostbahn (NOB). Am 1. Juni 1901 wurde die durch den schon bestehenden Bahnhof geführte Uerikon-Bauma-Bahn (UeBB)t eröffnet.

Die Uerikon-Bauma-Bahn wurde 1948 von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) übernommen und die Strecke Uerikon-Hinwil stillgelegt. Die Strecke Hinwil-Bäretswil wurde 1969 für den Personenverkehr stillgelegt. Der Abschnitt Hinwil–Bäretswil–Bauma blieb erhalten und wird seit 1978 von der Museumsbahn Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) befahren. Auf dem Streckenabschnitt Hinwil–Bäretswil verkehren noch unregelmässig Güterzüge, vorwiegend Bauaushub für ein Betonwerk. Reste der Strecke sind in Bubikon zu sehen, unter anderem ein Anschlussgeleise einer Küchenmaschinenfabrik nach Wolfhausen.

Der Bahnhof Hinwil wird durch die S 14 Affoltern a.A.AltstettenZürich HBOerlikonHinwil im Halbstundentakt bedient.

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:

  • 869 Bahnhof Wetzikon — Industrie Hinwil — Bahnhof Hinwil
  • 870 Bahnhof Hinwil — Hadlikon — Oberdürnten — Tann — Bahnhof Rüti
  • 875 Bahnhof Hinwil — Girenbad — Ringwil

Im Süden der Gemeinde im Gebiet Betzholz befindet sich der gleichnamige Kreisel Betzholz. Er ist Teil des Autobahnanschlusses Hinwil der kantonalen Autobahn A53 (Oberlandautobahn), die zurzeit am Kreisel endet. In den Kreisel münden die kantonale Autostrasse A52 (Forchautostrasse) und die Zufahrtsstrasse nach Hinwil. Innerhalb Kreisels befinden sich die vorbereitete Trasse der A53 (Richtung Uster) und ein Verkehrssicherheitszentrum des TCS,[5] sowie der Verkehrsstützpunkt Betzholz, einer von fünf Stützpunkten der Abteilung Verkehrspolizei der Kantonspolizei.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwölfistein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformierte Kirche Hinwil samt ehemaligem Pfarrhaus.

Der „Zwölfistein“ ist ein 3–4 Meter grosser Nagelfluh-Findling etwas oberhalb von Wernetshausen in der Gemeinde Hinwil. Der Sage nach soll sich der Zwölfistein jede Nacht, wenn die Glocken des Basler Münsters (nach anderen der Hinwiler Kirche) Mitternacht schlagen, bei jedem Schlag einmal drehen.

Ruine Bernegg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine Bernegg steht oberhalb des Wildbachtobels bei Wernetshausen. Die einstige Burg wurde im Hochmittelalter von den Rittern von Bernegg bewohnt, die die Burg aber 1273 wegen Geldmangel veräusserten und bis auf die Grundmauern schleifen mussten. Heute ist noch ein Burgstall zu sehen. Die Überreste wurde anfangs des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Antiquarischen Gesellschaft Hinwil restauriert.

Bachtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht von der Benklenstrasse auf den Westhang des Bachtels

Ein beliebtes Ausflugsziel ist der 1115 Meter hohe Hausberg von Hinwil, der Bachtel. Vom 60 Meter hohen Bachtelturm (Aussichtsplattform in 30 Meter Höhe) hat man einen Ausblick über das Zürcher Oberland bis in die Alpen.

Schulanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An zentraler Lage beim Friedhof steht die Oberstufenschulanlage Breite. Die Schulanlage Breite verfügt über ein Indoorhallenbad mit verstellbarem Boden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hinwil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  4. http://www.chrischona-hinwil.ch/ (abgerufen am 27. Februar 2012).
  5. TCS Hinwil