Hinzerath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hinzerath
Verbandsfreie Gemeinde Morbach
Wappen der ehemaligen Gemeinde Hinzerath
Koordinaten: 49° 50′ 52″ N, 7° 10′ 44″ O
Höhe: 500 m ü. NHN
Einwohner: 430 (2019)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1974
Postleitzahl: 54497
Vorwahl: 06533
Hinzerath (Rheinland-Pfalz)
Hinzerath

Lage von Hinzerath in Rheinland-Pfalz

Alte katholische Kirche St. Johann Baptist (2017)
Alte katholische Kirche St. Johann Baptist (2017)

Hinzerath ist ein Dorf und Ortsbezirk der Gemeinde Morbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinzerath liegt direkt am nördlichen Rand des Idarwaldes, 1 km nördlich des Dorfes verläuft die Hunsrückhöhenstraße. Ein Kilometer westlich des Ortes liegt die Burg Baldenau, eine der wenigen Wasserburgen des Hunsrücks. Etwa zwei Kilometer nördlich auf einem Höhenrücken beim Zusammentreffen der Bundesstraßen B 50 und B 327 (Hunsrückhöhenstraße) befindet sich der Archäologiepark Belginum an der ehemaligen Ausoniusstraße und gegenüber der Stumpfe Turm, ein historischer Wachturm, der sich auch im Ortswappen wiederfindet.

Zu Hinzerath gehören auch der Wohnplatz Forsthaus Hinzerath.[2]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hundheim Wederath
Morbach Nachbargemeinden Hochscheid
Idarwald

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinzerath wurde erstmals im Jahre 1315 urkundlich als Huntzerait im Weistum des Erzbischofs von Trier erwähnt.[1]

Das Linke Rheinufer wurde 1794 im ersten Koalitionskrieg von französischen Revolutionstruppen besetzt. Von 1798 bis 1814 war Hinzerath ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Napoleonischen Kaiserreichs, zugehörig dem Saardepartement. Auf dem Wiener Kongress (1815) kam die Region an das Königreich Preußen, der Ort wurde 1816 dem Regierungsbezirk Trier, Bürgermeisterei Morbach (ab 1927 Amt Morbach, ab 1968 Verbandsgemeinde Morbach) zugeordnet.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das Gebiet zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hinzerath innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Seit dem 31. Dezember 1974 gehört Hinzerath zur verbandsfreien Gemeinde Morbach. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Ort 439 Einwohner.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinzerath ist gemäß Hauptsatzung einer von 19 Ortsbezirken der Gemeinde Morbach. Er wird politisch von einem Ortsbeirat und einem Ortsvorsteher vertreten.[4]

Der Ortsbeirat von Hinzerath besteht aus sieben Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsvorsteher als Vorsitzendem.[5]

Hermann Moseler wurde 2004 Ortsvorsteher von Hinzerath.[6] Bei der Direktwahl am 26. Mai wurde er mit einem Stimmenanteil von 68,37 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hinzerath
Blasonierung: „In Gold aus einem grünen Dreiberg wachsend ein silbergefugter schwarzer Schiefersteinturmstumpf.“
Wappenbegründung: Der Schieferturmstumpf stellt den direkt an der Hunsrückhöhenstraße B 327 100 m nordöstlich der Kreuzung mit der B 50 – L 159 stehenden Stumpfen Turm aus dem 14. Jahrhundert dar. Der Dreiberg symbolisiert die Höhenzüge des Hunsrücks.[1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Hinzerath lag an der mittlerweile stillgelegten Hunsrückquerbahn LangenlonsheimHermeskeil.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Dorfkirche von 1669 steht unter Denkmalschutz. Seit den 1960er Jahren ungenutzt, soll sie nach einer Renovierung wieder in Dienst genommen werden.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ortsbezirke: Hinzerath. Gemeinde Morbach, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2020[Version 2021 liegt vor.]. S. 81 (PDF; 1 MB).
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 187 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Morbach vom 20. Juni 2014, geändert durch Satzung vom 19. November 2015. § 2 Ortsbezirke. Gemeinde Morbach, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Ortsbeiratswahl 2019 Hinzerath. Abgerufen am 26. Dezember 2020.
  6. Landrätin ehrt sechs Morbacher mit Ehrennadel des Landes. In: Pressemitteilung. Landkreis Bernkastel-Wittlich, 30. November 2009, abgerufen am 26. Dezember 2020.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Morbach, verbandsfreie Gemeinde, achte Ergebniszeile. Abgerufen am 25. Dezember 2020.
  8. Großer Weihnachtsaufruf: Rettet unsere Dorfkirchen! Monumente Nr. 6 | Dezember 2020, S. 8–12 (Textbeitrag mit 5 Fotos zur Dorfkirche in Hinzerath). → www.monumente-online.de