Hippie

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Zwei Hippies beim Woodstock-Festival (1969)

Als Hippie (von englisch hip[1] = ‚angesagt‘, auch Acidhead[2], flower child oder im deutschsprachigen Raum Blumenkind) bezeichnet man ein Mitglied der in den 1960er Jahren in den USA entstandenen großen gegenkulturellen Jugendbewegung, für die unter anderem Naturverbundenheit, Konsumkritik sowie der Bruch mit den damals gängigen Lebens- und Moralvorstellungen im Sinne einer friedlicheren und humaneren Welt zentral war.

Die Hippiebewegung fand ihren gesellschaftspolitischen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg und prägte dabei das Motto Make love, not war („Macht Liebe, nicht Krieg“). Später ging sie in den alternativen Bewegungen sowie einer Vielzahl von neuen Subkulturen und Szenen auf, u. a. der Punk-Szene.

Sie hatte einen großen Einfluss auf das Denken und Handeln der heutigen Welt, so beförderte sie bedeutend die Sexuelle Revolution, den Umweltschutz, Antirassismus sowie die allgemeine Auflösung der damals gängigen autoritären Machtstrukturen in Familie und Gesellschaft. Auch mit ihrem Stil beeinflusste die Hippie-Bewegung stark alle Aspekte der Mainstream-Kultur, darunter Mode, Film und Musik (siehe z. B. die erfolgreichste Band der Musikgeschichte, die Beatles).

Ursprung und Ideale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festival-Besucher 1974

Die von San Francisco ausgehende Hippiebewegung[3] stellte die ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung. Im Vergleich zur 68er-Bewegung und den Gammlern dominierten dabei stärker gemeinschaftliche (Selbstverwirklichung) als gesellschaftspolitische Konzepte, teilweise überschnitten sich die Ideale der Bewegungen. „Denn anders als die Gammler wollten sie nicht nur dem Leistungsdruck der Gesellschaft entfliehen, sondern zugleich neue, menschlichere Lebensweisen und Umgangsformen finden.“[4] Die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben wurde mit dem Schlagwort Flower-Power (englisch für „Blumenmacht“) belegt, das 1965 vom US-amerikanischen Dichter Allen Ginsberg geprägt und oft synonym zur gesamten Hippiebewegung verwendet wurde. Diese Ideale wurden versuchsweise in neuartigen, oft ländlichen Kommunen umgesetzt.

Mit ihrer Verweigerung der bestehenden gesellschaftlichen und politischen Normen und Werten führte die Hippie-Kultur entsprechende Ansätze der Beat Generation weiter, zu der u. a. William S. Burroughs, Neal Cassady, Charles Plymell, Jack Kerouac und Allen Ginsberg zählten. „[…] im Nonkonformismus der Beat Generation der 1940er Jahre, werden die wesentlichen Aspekte der Hippie-Bewegung thematisiert: die Friedensbewegung, freie Liebe, Drogenkonsum, fernöstliche Religionen […].“[5]

Ein wesentlicher Einfluss auf die Bewegung wird von vielen Beobachtern den halluzinogenen Drogen zugeschrieben, insbesondere LSD. Erfahrungen aus LSD-Trips gingen in die Kultur, Philosophie und Politik der Bewegung ein. Nachdem die Substanz verboten worden war, verlagerte sich deren Produktion in Untergrundlabore. In zahlreichen Musikstücken und Filmen wurden LSD-Erfahrungen verarbeitet, auch in der breiten Öffentlichkeit und in der Wissenschaft waren sie ein Thema.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typisches Hippie-Auto: Renault 4
Hippie-Bekleidung
Hippie-Accessoires
Typisches Hippie-Fahrzeug: VW-Bus

Bands wie Grateful Dead, Beatles, Rolling Stones, The Who, Santana, Musiker wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, Melanie Safka und Jim Morrison, Künstler wie Robert Crumb, Schauspieler wie Peter Fonda und Arlo Guthrie sowie Aktivisten wie Ken Kesey und Allen Ginsberg zeigen unterschiedliche Facetten der pluralen, heterogenen Hippie-Bewegung.

Oftmals stellten Hippies eine Bohème dar, wie in den Vierteln Haight-Ashbury in San Francisco und Greenwich Village in New York, wo sie als Subkultur Orte des Undergrounds schufen.

Freie Liebe und freier Drogengenuss waren in der Hippie-Kultur weit verbreitet.

Mode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem Bekleidungsstil setzte die Hippie-Bewegung der industriell gefertigten Massen-Mode provokativ eine Anti-Mode entgegen. Durch Eigenproduktion mittels Nähen, Färben und Stricken setzte man sich von der Konsumgesellschaft ab und entzog sich damit auch deren marktwirtschaftlichen Verwertungsinteressen. Das Tragen dieser Kleidung demonstrierte somit nicht nur Individualität und Kreativität, sondern auch eine Absage an die bestehende Wirtschaftsordnung.[6]

In dieser Kultur etablierte sich ein eigener Musik- und Kleidungsstil. Im grafischen Bereich nahm sie Einfluss auf die Plakatkunst und die Gestaltung von Schallplattenhüllen. Manche Männer und Frauen trugen wallende Batikgewänder mit bunten Farben und zumeist die so genannten Jesuslatschen an den Füßen oder liefen barfuß. Als Frisuren waren sowohl bei Männern als auch Frauen lange Haare, oft mit Dreadlocks, beliebt, daneben gab es aber auch ausgefallenere Frisuren und oft bunt gefärbte Haare. Charakteristisch ist, dass es kaum bis keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kleidung gibt, was das Aufbrechen von Geschlechterrollen symbolisiert. Seit den 1990er Jahren bis heute sind Pumphosen, Dreadlocks, Piercings und traditionelle Blackworktätowierungen beliebt, die ein technoschamanistisches Erscheinungsbild abgeben und damit die Einstellungen der Freaks der Psytrance Szene äußerlich darstellen. Die Dreadlocks und der Kleidungsstil wurden ab den 1970er Jahren von den indischen Sadhus abgeleitet, die in Goa die Hippieszene nicht nur äußerlich stark beeinflussten. Verbreitet waren auch Gegenstände wie Räucherstäbchen und Geruchskerzen, die auch heute noch in der Goaszene beliebt sind. Hippies schmückten sich zum Zeichen für Frieden und Liebe mit Blumen, einem Attribut, das die Modeindustrie bald verwertete und damit gesellschaftsfähig machte. Sie wurden daher von der Boulevardpresse „Blumenkinder“ genannt. Männer trugen oftmals ebenso wie Frauen lange Haare und Schmuck.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hippieszene ist musikalisch vielfältig. Die Musikrichtungen reichen von diversen Spielarten der Rockmusik wie Space Rock, Folk Rock, Jazz Rock, Bluesrock und anderen progressiven Richtungen wie Progressive Rock über Naturmusik bis hin zu Psychedelic Trance und Progressive Trance, Folk, Weltmusik und Reggaeeinflüssen. Generell wird auf eine harmonische, friedliche Stimmung geachtet.

Die psychedelische Musik, neben Folk der dominante Musikstil während des Höhepunktes der Hippiebewegung in den späten 1960er Jahren, war durch den Drogengenuss bei vielen Musikern geprägt. Seit den 1970er Jahren kam dann Reggae als beliebte Musik in die Freakszene. Ein zweites Aufflammen subkulturell-hippiesken Lebens bildete die Goatranceszene ab den 1990er Jahren, die den vorangegangenen Spacerock mit trancigen 4/4-Takten und neuen Synthesizern und Sampletechniken zu einem noch intensiveren, besser tanzbaren Erlebnis werden ließ. Ein Beispiel dieser Fusion ist der Schweizer Künstler Eternal Bliss. Auch jenseits der Goa- und späteren Psychedelictranceszene hat sich der Space-, Psychedelic- und Krautrock ab den 1970er Jahren weiterentwickelt. Die moderneren Bands dieser Genres sind im Vergleich zu ihren Vorläufern meistens etwas härter, basslastiger und vom Stonerrock beeinflusst, daher wird Psychedelic dieses Genres Heavypsychedelic oder auch verkürzt „Heavypsychrock“ genannt. Ein Vertreter dieses Genres ist die Band Causa Sui. Andere bekanntere Bands zeitgenössischer Space- und Psychedelic- und Neokrautrockmusik sind weiterhin: Electric Moon, My Brother In The Wind, Oresund Space Collective, Ozric Tentacles, Hidria Spacefolk, 35007, Electric Orange, Eye, Camera, Husky, Korai Öröm, Melting Euphoria, THTX, Tribe of Cro, Space Debris, Monkey3, My Sleeping Karma, Saturnia, Quantum Fantay und The Egocentrics. Aus einem Crossover von Doom und Psychedelic entstand die Band Om.

Ein bekanntes Lied, das direkt auf den Ursprung der Hippiekultur und die Blumen Bezug nahm, war der Hit „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“ von Scott McKenzie, der 1967 in Deutschland zwei Monate lang auf Nummer eins der Charts war. Vorgänger war der Song „All You Need Is Love“ von den Beatles, der ebenfalls für die Zeit bezeichnend war und sechs Wochen die Hitparade anführte.

Ein berühmt gewordener musikalischer Höhepunkt, der zugleich auch den Beginn der Endphase der nicht kommerzialisierten Hippiebewegung einleitete, war das Woodstock-Festival. Geradezu stellvertretend für die Hippie-Ära steht das Musical Hair, das das Zeitalter des Wassermanns ankündigte (Esoterik). Gerade „Hair“ wurde und wird von dem allergrößten Teil der Hippies allerdings als zu klischeehaft und zu kitschig betrachtet.

Das musikalische und melodiös eingängigste Beispiel, das die Emotionen dieser Ära einfängt, ist wohl das 1967 aufgenommene Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles. Das Album war ein Gesamtkunstwerk, das Lebensfreude und neuen Zeitgeist ankündigte: a splendid time is guaranteed for all.

Der Hippiezug nach Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichnend für diese Bewegung war ebenfalls der große Aufbruch in den Osten, Richtung Indien und seiner orientalischen Mystik. Niedrige Drogenpreise sowie ein damals äußerst kostengünstiges Leben trugen ebenfalls dazu bei, die Attraktivität dieses Ziels zu erhöhen. Auf dem Weg dorthin wurde Kabul als Durchgangsstation bekannt sowie das Kathmandutal als Endziel der Hippies auf der Suche nach individueller Freiheit.

Der Aufbruch nach Osten umfasste mehrere Seiten: Die kulturelle Seite bestand in der Suche nach sich selbst. Die Lebensweise der Hippies mit ihrem Traum von Freiheit, Frieden und Liebe konnte ihrer Meinung nach hauptsächlich in anderen Kulturen umgesetzt werden. Kleidung, Denkweise und Haarlänge unterlagen keinen Normen oder Standardwerten. Die nomadenhafte Seite war die Suche nach neuen Horizonten. Der Film Easy Rider avancierte zum Teil auch deswegen zum Kultfilm, weil er eine Sehnsucht symbolisierte. Nicht zuletzt die Sehnsucht von tausenden Jugendlichen nach Freiheit, in Amerika und Europa, unter anderem in Indien. Ein Land der Dritten Welt, in dem die sozialen Unterschiede derart enorm waren, dass sie sich dem Verständnis der meisten Europäer entzogen (Kastensystem). Wachgerüttelt durch die sozialen und politischen Bewegungen Ende der 1960er Jahre sollten neue Wege erschlossen werden. Mystik, Drogen und/oder Religion wurden als Inspirationsquelle zu Hilfe gezogen. Anfang der 1970er Jahre waren die Jugendlichen sich bewusst geworden, dass sie alle nur Suchende sind, auf der Suche nach einer Mystik, die mit Drogen den Zugang zu „Den Pforten der Wahrnehmung“ (Aldous Huxley) öffnen sollte. Jedoch war dabei hauptsächlich nur die weiße Mittelschicht der westlichen Welt betroffen.

Eines der Vorbilder des Indienzugs war Hermann HessesSiddharta“. Hesse war 1911 selbst mehrere Monate in Indien. Viele Leser fühlten sich davon angesprochen. Doch trotz der weithin bekannten „counter-culture“ (englisch für „Gegenkultur“) wurde Amerika dennoch kein Hippieziel der Europäer, sondern blieb, auch wegen des Vietnamkrieges, eher ein abschreckendes Beispiel.

In Abneigung gegen die Vereinnahmung durch das autoritäre System entwickelte sich in den Gästehäusern des India-overland-trails eine Subkultur, die eigene Normen und Richtlinien suchte. Soziologisch bestanden die Hippies im Wesentlichen aus westeuropäischen und nordamerikanischen Mittelstandskindern, überwiegend unter 30 Jahren, aus Auswanderern und Aussteigern, Lebenskünstlern und Bohémiens, Studenten, Arbeitsverweigerern, Fahnenflüchtigen, Drogenkonsumenten und Drogendealern.

Gemeinsam war ihnen nur, dass sie alle eine Abkehr vom autoritären Lebensstil der 1960er Jahre wollten. Auf der Suche nach neuen Erfahrungen brachen sie nach Osten auf. Eine Gegenkultur setzte sich in Goa, Kabul und Kathmandu fest.

Zeitgenössische Betrachtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hippies wurden von konservativen Kreisen und dem Mainstream als Arbeitsscheue, Gammler, Chaoten und Langhaarige diffamiert.[7] Sie wurden als Aussteiger betrachtet, die sich dem Leistungsprinzip und den bürgerlichen Konventionen und Moralvorstellungen nicht unterwarfen, sondern entzogen. Ihnen wurden häufig, im abwertenden Sinne, pauschal politische Bestrebungen wie Sozialismus, Anarchismus oder Kommunismus unterstellt, obwohl es durchaus anarchistische Tendenzen innerhalb der Hippiebewegung und der Gegenkultur gab, jedoch keine staatskommunistischen oder -sozialistischen Interessen und Ideologien. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein[8]) Liebe an der Spitze der Werthierarchie wurde in diesem Zusammenhang nicht in einem egozentrischen, sondern in einem gemeinschaftlichen Sinne verstanden.[9]

Auflösung und heutiges Fortbestehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen warmen Regionen, wie hier an der Küste Sardiniens (Valle di Luna, Capo Testa), wohnen Hippies teilweise in Höhlen oder selbst errichteten Unterkünften
Rainbow Gathering, Russland, August 2005

Mit ihrer Kommerzialisierung kam es zum Niedergang der Hippiebewegung. Neue soziale Bewegungen bildeten daran anschließend ein gewisses Auffangbecken für Teile der ehemaligen Hippiebewegung seit den 1970er Jahren. Die neu entstehende Jugendkultur des Punk grenzte sich seit circa 1977 sehr stark vom Innerlichkeitsdenken, der Sanftheit und der Naturliebe der Hippies ab, die sie als verlogen empfand. Viele jugendliche Hippies „konvertierten“ zu der neuen, dominant werdenden Jugendkultur. Trotzdem lebten viele Hippies neben der neuen Subkultur und verschwanden nicht. Auch heute leben Menschen alternativ-experimentell im Geiste der Hippiebewegung. Die Hippiebewegung starb zwar als Massenkult, überlebte allerdings bis heute als Nischenkultur.

Die heutigen Hippies sind wie ihre Vorgänger Anhänger einer Geisteshaltung, die das freiheitliche, pazifistisch-soziale, tolerante Gemeinschaftsleben postuliert.[10] Innerhalb dieser Lebensphilosophie sind anarchische Denkweisen ebenso gängig wie naturreligiös-spirituelle. Vegetarismus, bis hin zum Veganismus, ist stark verbreitet. Dies wird zum Beispiel in der ökologischen Lebensweise vieler Hippies und in dem Essensangebot von Veranstaltungen der Hippieszene deutlich. Die Weltanschauung und der Kleidungsstil wie auch die Lebensweise sind dem Einzelnen selbst überlassen. Heutzutage gibt es in vielen, besonders größeren Städten der westlichen Welt Hippies, auch abgeschieden auf dem Land und in südlichen Ländern, bspw. in Kommunen auf Ibiza, in Marokko oder auf den griechischen Inseln. Auch in Goa in Indien leben bis heute kleine Hippie-Gemeinschaften (siehe Abschnitt „Der Hippiezug nach Asien“), von dort aus entstand die Musikrichtung Goatrance.

Gerade in der Spätphase sind auch die Grenzen zum New Age fließend. Insoweit handelt es sich bei Teilen der Hippiebewegung um ein Übergangsphänomen von den rationalistischen Fortschrittserzählungen der Moderne (darunter auch 68er-Bewegung und Sozialismus) hin zur Neomystik der Postmoderne (unter anderem: New Age, Neuheidentum).

Mit der Freistadt Christiania existiert in Kopenhagen bis heute eine von Hippies gegründete alternative Wohnsiedlung als autonome Gemeinde.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1968 existiert Deutschlands ältestes sowie Europas größtes Hippiefestival, das Burg-Herzberg-Festival, und vereint neu dazu gekommene und „alte Hippies“. Auch auf weiteren, aber meist kleineren und damit regionaleren Festivals wie dem Flower Power Festival in Freiberg, dem Zytanienfestival oder dem FreakWeekNoEnd im oberpfälzischen Oberviechtach findet sich eine reiche Auswahl an Musik verschiedenster Richtung aber im Einklang mit der Alternativen Kultur. Neben diesen eher klassischen Festivals findet man auch auf den noch zahlreicheren Goatrancefestivals, wie dem Antaris oder der Fullmoon, oder auch auf dem alternativen Fusionfestival viele Hippies. In den USA ist das Burning Man Festival Mittelpunkt der Szene.

Ein Höhepunkt des Jahres sind für einen Teil der heutigen Hippieszene auch die jährlich stattfindenden Rainbow Gatherings, die – im Gegensatz zu den Festivals – nicht professionelle Musikdarbietungen, sondern gemeinschaftliches Leben in freier Natur ausmacht. Insgesamt ist die US-amerikanische Szene stärker am Jamrock orientiert, wohingegen in Europa eher die verschiedenen Rockvarianten, Goa und auch Reggae verbreitet sind.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Filmen, die sich mit dem Lebensstil der Hippies auseinandersetzen, gehören unter anderem Easy Rider, Cheech und Chong, Alice’s Restaurant oder die Verfilmung der Musicals Hair und Jesus Christ Superstar sowie der Dokumentarfilm über das Woodstock-Festival.

In der Literatur stellten Bücher wie Die Pforten der Wahrnehmung oder die Werke Carlos Castanedas Inspirationsquellen der Hippiebewegung dar. Weiterhin wird die Hippie-Bewegung durch den US-amerikanischen Schriftsteller T. C. Boyle in seinem 2003 erschienenen Roman „Drop City“ verarbeitet.

In der South Park Folge Stirb Hippie, Stirb! wird der Lebensstil der Hippies humorvoll angegangen. Der Dokumentarfilm Last Hippie Standing widmet sich der Geschichte der Hippiekultur in Goa.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barry Miles: Hippies. Collection Rolf Heyne, München 2005, ISBN 3-89910-257-6.
  • Michael G. Symolka: Hippie-Lexikon (Das ABC der Flower-Power-Ära). Lexikon Imprint Verlag, ISBN 3-89602-204-0.
  • Rauhut, Michael & Thomas Kochan (Hrsg.): Bye bye, Lübben City. Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2004, ISBN 3-89602-602-X.
  • Gerd Stein (Hrsg.): Bohemien – Tramp – Sponti. Boheme und Alternativkultur. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1982 (Reihe: FTB 5035), ISBN 3-596-25035-8.
  • Matthias Blazek: The Mamas and The Papas – Flower-Power-Ikonen, Psychedelika und sexuelle Revolution. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8382-0577-9.
  • Jens Gehret (Hrsg.): Gegenkultur heute. Die Alternativbewegung von Woodstock bis Tunix. Azid Presse, 2. Auflage, Amsterdam 1979. ISBN 90-70215-03-9.
  • Klaus Farin: Jugendkulturen in Deutschland 1950–1989. Verlag Bundeszentrale für politische Bildung; Reihe Zeitbilder, Bonn 2006, ISBN 3-89331-671-X.
  • Walter Hollstein: Die Gegengesellschaft. Rowohlt Verlag, rororo–Sachbuch 7454, Reinbek 1982, S. 50, ISBN 3-499-17454-5.
  • Walter Hollstein: Der Untergrund. Zur Soziologie jugendlicher Protestbewegungen. Luchterhand, Neuwied 1969.
Hippie-Zeitschriften
  • Love, Berlin (fünf Ausgaben, 1970–1971)
  • Holy Flipp, Herten (1973/1974)

Vgl. hierzu: Udo Pasterny/Jens Gehret (Hrsg.): Deutschsprachige Bibliographie der Gegenkultur, S. 107 und 109. Azid Presse, Amsterdam 1982. ISBN 90-70215-10-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Hippie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Hippies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Hippie – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Fallon: Über die Begriffsbezeichnung Hippie (englisch), abgerufen am 17. Februar 2009.
  2. Titel Thesen Temperamentfarben: Tom Wolfe – Innenansichten der Hippie-Bewegung (Memento vom 22. Dezember 2016 im Internet Archive)
  3. Zeittafel der Hippie-Kultur (englisch), abgerufen am 17. Februar 2009.
  4. Zitat nach Klaus Farin, Jugendkultur in Deutschland 1950 bis 1989. Teil 2, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2006. Im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek.
  5. Zitat nach „history-themenseiten“. (Memento vom 24. Januar 2009 im Internet Archive)
  6. Fahlenbrach, Kathrin: Protest-Inszenierungen, Visuelle Kommunikation und kollektive Identitäten in Protestbewegungen, Springer 2002, S. 202
  7. Vgl. hierzu: „Der Spiegel“ vom 30. Januar 2009; Blumenkinder des Bösen. Als die Hippie-Kultur zum Gewaltrausch wurde. Von Constantin Alexander. Abgerufen am 18. Februar 2009
  8. Die Gegengesellschaft. S. 50.
  9. Manfred Görtemaker: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Von der Gründung bis zur Gegenwart. C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44554-3, S. 478 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. Klaus Farin Swinging Sixties, Kapitel: Die Hippies, Seite 4. Vgl. hierzu auch: Klaus Farin: Jugendkulturen in Deutschland, 1959–1989.