Hippolyt von Bothmer

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Graf Hippolyt Victor Alexander von Bothmer (* 1. Juli 1812 in Dresden; † 5. Juni 1891 in Nürnberg) war ein deutsch-britischer Offizier und Diplomat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hippolyt von Bothmer entstammt dem bayerischen Zweig des Adelsgeschlechts von Bothmer Er war ein Sohn von Carl Heinrich Ernst von Bothmer (1770–1845), vormals württembergischen Gesandten am bayrischen Hof und Erbherr auf Mehring und seiner ersten Frau Antoinette, geborene Freiin von Hanstein (1782–1826). Der fünfte Majoratsherr auf Schloss Bothmer, Felix Gottlob Graf von Bothmer (1804–1876) und die bayerischen Generäle Friedrich von Bothmer (1805–1886) und Maximilian von Bothmer (1816–1878) waren seine Brüder. Sein Vater erhielt 1817 das bayerische Indigenat und wurde zugleich in dem von seinem Urahnherrn Friederich Johann, von Kaiser Karl VI. unterm 4. November 1713 cum privilegio usus, et de non usu, erworbenen Grafenstande von des Königs Majestät für sich und seine Descendenz den 8. Dezember v.J. anerkannt.[1] Seitdem führten er und seine Söhne den Grafentitel.

Ab 1827 erhielt Hippolyt von Bothmer eine militärische Ausbildung im Bayerischen Cadettencorps, wurde 1831 Fahnenjunker im Königlich Bayerischen 13. Infanterie-Regiment „Franz Joseph I., Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn“ und 1832 Unterleutnant im Königlich Bayerischen 1. Infanterie-Regiment „König“. In diesem Regiment stieg er bis zum Hauptmann auf und wurde als solcher 1848 pensioniert.[2]

Er zog nach London, trat hier als Major in die Deutsche Legion (Krimkrieg) ein und wurde am 31. Dezember 1856 als britischer Staatsbürger naturalisiert. Nach seinem Aufenthalt in England und Frankreich kehrte er 1865 nach Deutschland zurück.

Ab 1868 war er diplomatisch tätig, zunächst für den Norddeutschen Bund, dann für das Deutsche Reich. Zunächst war er seit dem 1. Juni 1868 Konsul des Norddeutschen Bundes in Trapezunt. Ab Anfang 1869 im Urlaub, wurde er im Deutsch-Französischen Krieg in der Verwaltung der besetzten Gebiete Frankreichs bei der Präfektur Laon eingesetzt. Im September 1871 kehrte er nach Trapezunt zurück. Ab Ende November 1872 vertrat er als Konsul das Deutsche Reich in Sarajewo. Zum 15. April 1876 wurde er als Konsul nach Marseille versetzt und übernahm dort am 1. Juli die Geschäfte. Seit dem 13. Dezember 1880 beurlaubt, wurde er am 26. Januar 1881 in den Ruhestand versetzt.[3]

Hippolyt von Bothmer war dreimal verheiratet, zunächst ab 1845 mit Henriette, geb. von Hartmann (* 1825 in München), einer Tochter von Jakob von Hartmann. Diese Ehe wurde geschieden, und von Bothmer heiratete 1856 Minny, geb. Young, die als Schriftstellerin recht bekannt wurde. Auch diese Ehe wurde geschieden; in dritter Ehe heiratete er 1887 Anna, verwitwete Neuhoff, geb. Düpke. Diese letzte Ehe wurde schon 1889 wieder geschieden. Der ersten Ehe entstammte eine Tochter, Caroline (* 1845); der zweiten der Sohn Alfred Felix Graf von Bothmer (* 1859 in London; † 1934), später der achte Majoratsherr auf Schloss Bothmer, die Tochter Mabel (* 1860 in Braunschweig).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Theaterschulen deren Werth und Rothwendigkeit. Braunschweig: G. Westermann 1861
  • Die Reform des adeligen Erbrechts : ein Beitrag zur nothwendigen Ergänzung des neuen bürgerlichen Gesetzbuchs. Dresden: Bertling 1888[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bothmer, Hippolyt Graf von, in: Johannes Hürter (Bearb.): Biographisches Handbuch des deutschen auswärtigen Dienstes. Band 1 A–F, Paderborn: Schöningh 2000 ISBN 3-506-71840-1, S. 239

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeines Intelligenzblatt für das Königreich Baiern 1818, Sp. 11
  2. Anton J. von Schönhueb: Geschichte des königlich bayerischen Cadetten-Corps: Aus Original-Quellen. München: Deschler 1856, S. 147
  3. Alle Daten nach Biographisches Handbuch
  4. Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg (1870), S. 43
  5. Allgemeine Zeitung (München) 1871, S. 4234
  6. Hof- und Staats-Handbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie: für das Jahr 1882., S. 166
  7. Auf dem Titelblatt ist als Verfasser lediglich H. von Bothmer angegeben; die Identität ergibt sich aus einem vermerk in den Verhandlungen des Reichstags 1888/89 Band 4 (Erster Anlageband), S. 293: Graf Hippolyt von Bothmer, Kaiserlich Deutscher Konsul z.D., z.Zt. Berlin, übergibt Vorschlag zur Reform der Bestimmungen über Fideikommisse (Majorat)