Historische Bibliothek der Schweizer Pharmazie

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Die Historische Bibliothek der Schweizer Pharmazie ist eine Spezialbibliothek für pharmaziehistorische Literatur. Sie befindet sich im Institut für Medizingeschichte der Universität Bern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung "Historische Bibliothek der Schweizer Pharmazie" wurde im November 2008 in Bern unter der Schirmherrschaft des Schweizerischen Apothekerverbandes, pharmaSuisse und der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie gegründet. Sie hat zum Ziel Bücher, Drucke, Fotografien und Archivmaterial von historischem Interesse für die Schweizer Pharmazie zu erwerben, zu konservieren und zur Geltung zu bringen. Es handelte sich darum, einen großen Fundus von alten Büchern, von Zeitschriften und von verschiedenen Dokumenten, die in einem Keller bei pharmaSuisse in Bern gelagert waren, zu retten. Es wurde ein Vertrag mit dem Institut für Medizingeschichte der Universität Bern unterschrieben, wo sich der Hauptfundus der Bibliothek heute befindet.

Bestände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung umfasst mehr als 6000 Einheiten. Sie besteht aus Werken aus allen pharmazeutischen Wissenschaften mit einem Schwerpunkt auf botanischen Werken und solchen, die den Arzneischatz beschreiben. Diese oft illustrierten Bände entsprechen dem Interesse des Berner Professors Alexander Tschirch, der viel zur Entwicklung der Bibliothek vor und nach 1900 beitrug. Die älteren Bücher, die „Rara“, die vor 1800 erschienen, bilden einen Schatz von mehreren hundert Büchern und enthalten einige Schmuckstücke, die meistens von Tschirch gesammelt worden sind.

Der Bestand wurde vollständig katalogisiert und ist auf der Website der Universitätsbibliothek Bern zu finden.

Bedeutende Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regimen sanitatis cum expositione magistri Arnaldi de Villa Nova Cathellano noviter impressus, Venedig, um 1500.
  • Ricettario fiorentino, Florenz, 1567.
  • Pharmacopoea Persica ex idiomate Persico in Latinum conversa, Paris, 1681.
  • Mosis Charas Pharmacopoea regia, galenica et chymica, Genf, 1683.
  • Histoire générale des drogues / par le Sieur Pomet, Paris, 1735.
  • Pharmacopoea Borussica, Berlin, 1801.
  • Pharmakognosie des Pflanzenreiches / von F.A. Flückiger, Berlin, 1891.
  • Anatomischer Atlas der Pharmakognosie und Nahrungsmittelkunde / A. Tschirch, O. Oesterle, Leipzig, 1893.

Stiftungsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • François Ledermann, Bern, Präsident
  • Ursula Hirter-Trüb, Basel, Vize-Präsidentin
  • Claudia Zerobin Kleist, Köniz
  • Regula Willi-Hangartner, Brunnen
  • Stefan Fritz, Bern
  • Hans-Rudolf Keller, Bern

Kurator: François Ledermann, Bern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pia Burkhalter, Laura Feurer-Bondolfi, François Ledermann. Historische Bibliothek der Schweizerischen Pharmazie, Katalogisierungsbericht. Bern, 2013.
  • Regula Willi, François Ledermann. Die pharmazeutische Sammlung in Bern, gestern und heute: die Tschirch Bibliothek. In: Schweizerische Apotheker Zeitung. 138, 2000, S. 550–551.
  • François Ledermann. „Die Bibliothek ist doch unser Stolz“ – Alexander Tschirch als Büchersammler. In: Geschichte der Pharmazie. 66, 2014, S. 37–42.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stiftung „Historische Bibliothek der Schweizer Pharmazie.“ Webseite
  • Institut für Medizingeschichte der Universität Bern. Historische Bibliothek der Schweizer Pharmazie. Webseite