Historische Kommission für Pommern

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Die Historische Kommission für Pommern ist ein wissenschaftliches Gremium zur Erforschung der Geschichte Pommerns.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Historische Kommission wurde 1910/1911 auf Initiative des Oberpräsidenten der Provinz Pommern, Helmuth Freiherr von Maltzahn, gegründet. Zu den treibenden Kräften gehörten der Greifswalder Hochschullehrer Ernst Bernheim und der Stettiner Gymnasialprofessor Martin Wehrmann. Vorbilder waren Historische Kommissionen in anderen Ländern und preußischen Provinzen. Die Aufgabe der Kommission war zunächst in erster Linie, die nichtstaatlichen Archive in Pommern zu erfassen. Hierzu erschienen von 1917 bis 1933 sieben Berichte. Eine weitere Aufgabe war von Anfang an die Herausgabe von Quellen zur Pommerschen Geschichte im Druck, der erste Band erschien bereits 1913.

Im Jahre 1925 wurden die Aufgaben der Historischen Kommission erweitert. Die Herausgabe des Pommerschen Urkundenbuchs, dessen bis dahin letzter Band 1907 veröffentlicht worden war, nahm die Kommission gemeinsam mit dem Staatsarchiv Stettin wieder auf. Ferner übernahm sie unter anderem die Herausgabe des Historischen Atlas der Provinz Pommern, die Sammlung pommerscher Flurnamen, die Zusammenstellung einer pommerschen Bibliographie und die Inventarisierung der pommerschen Burgwälle.

Im nationalsozialistischen Deutschland erhielt die Kommission 1935 die Bezeichnung Landesgeschichtliche Forschungsstelle der Provinz Pommern, 1939 wurde sie zu einem Teil der Landeskundlichen Forschungsstelle der Provinz Pommern. Als nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Pommern teils an Polen kam, teils in die Sowjetische Besatzungszone fiel, endete die Tätigkeit.

Im Jahre 1951 wurde die Historische Kommission für Pommern in der Bundesrepublik Deutschland wiedergegründet. Die Initiative ging von Adolf Diestelkamp aus, der vor 1945 langjähriger Schriftführer der Kommission war und nunmehr ihr Vorsitzender wurde. Den organisatorischen Rahmen bildete der Johann Gottfried Herder-Forschungsrat, über den der Bund eine finanzielle Förderung zur Verfügung stellte. Nach Diestelkamps Tod 1955 folgte ihm Franz Engel im Vorsitz. 1958 erschien der erste Band der neuen Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Vielfach konnte die Kommission an die vor 1945 begonnenen Arbeiten anknüpfen, so bei der Herausgabe des Pommerschen Urkundenbuches. Vieles andere war verlorengegangen, so die Kartei der pommerschen Burgwälle.

Die Historische Kommission veröffentlicht über ihre Tätigkeit Berichte in den Baltischen Studien. Die Berichte weisen aber Lücken auf. So folgte auf den Bericht über die Jahre 1996–2000[1] erst wieder ein Bericht über das Jahr 2009[2]. Die Kommission arbeitete seit dem Jahr 2008 an einer Homepage,[2] die bereits im Jahre 2012 ins Netz gestellt werden konnte.

Vorsitzende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern sind in fünf Reihen gegliedert:

  • Reihe I: Ältere Reihe (vor 1945).
  • Reihe II: Pommersches Urkundenbuch.
  • Reihe III: Historischer Atlas von Pommern. Neue Folge.
  • Reihe IV: Quellen zur pommerschen Geschichte.
  • Reihe V: Forschungen zur pommerschen Geschichte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roderich Schmidt: Die Historische Kommission für Pommern in Vergangenheit und Gegenwart. In: Baltische Studien. Band 55 N.F., 1969, ISSN 0067-3099, S. 111–124.
  • Roderich Schmidt: Achtzig Jahre Historische Kommission für Pommern 1910–1990. Verzeichnis ihrer Veröffentlichungen. Stahringer, Ebsdorfergrund 1990, ISBN 3-925600-01-9.
  • Roderich Schmidt: Pommersche Landesgeschichte und die Historische Kommission für Pommern. In: Werner Buchholz (Hrsg.): Landesgeschichte in Deutschland. Bestandsaufnahme – Analysen – Perspektiven. Paderborn 1998, S. 75–92. Neu abgedruckt in: Roderich Schmidt: Das historische Pommern. Personen – Orte – Ereignisse. Böhlau, Köln u. a. 2007, ISBN 978-3-412-27805-2, S. 677–697.
  • Nils Jörn, Haik Thomas Porada (Hrsg.): Die Historische Kommission für Pommern 1911–2011. Bilanz und Ausblick (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe V: Historische Kommission für Pommern. Band 47). Böhlau, Köln u. a. 2018, ISBN 3-412-20931-7.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen beim Böhlau Verlag:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roderich Schmidt: Historische Kommission für Pommern 1996–2000. In: Baltische Studien. Band 86 N.F., 2000, ISSN 0067-3099, S. 266–271.
  2. a b Martin Schoebel: Jahresbericht 2009 der Historischen Kommission für Pommern. In: Baltische Studien. Band 95 N.F., 2009, ISSN 0067-3099, S. 294–296.
  3. Bericht 2009
  4. Bericht 2009
  5. [1]